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Eine Nacht im Airstream Basecamp

Traumgespann Maserati Levante und Airstream

Airstream und Maserati wollten bislang nicht zusammenpassen, doch jetzt gibt es den Basecamp. Foto: Dieter S. Heinz 13 Bilder

Airstream bringt mit dem Basecamp einen recht sportlichen Caravan auf den Markt. Importeur Roka baut ihn für den deutschen Markt um. CARAVANING hat schon eine Nacht im neuen Caravan verbracht.

17.08.2017 Ingo Wagner, Dieter S. Heinz 2 Kommentare

Zwischen italienischem Temperament und kühler Extravaganz kann es ganz gewaltig knistern: Unsere hübsche Grafikerin Maddalena hat Daniel aus Schweden gefunden. Und der gewaltige Maserati Levante, der erste SUV der rassigen Ferrari-Schwester, bildet mit dem coolen Airstream Basecamp ein nicht minder attraktives Paar.

Was liegt also näher, als diese beiden Traumgespanne auf einen Erfahrungstrip der besonderen Art zu schicken? Wodurch sich ganz nebenbei eine zweite Parallele offenbart. Nicht nur für Maddalena und Daniel ist es der erste Camping-Trip, auch für den Basecamp ist es praktisch das erste Rollout. Denn der für Airstream-Maßstäbe winzige Ami kommt quasi direkt aus Jackson Center, Ohio, wo das blanke Aluminium noch wie zu Zeiten des Firmengründers Wally Byam Loch für Loch gebohrt, von Hand vernietet und erst dann mit dem Innenleben und der Bordtechnik bestückt wird. Airstream-Caravans umweht schon deshalb ein Hauch nostalgischer Faszination – auch wenn sie längst in der Moderne angekommen sind.

Auch Armin Heun hat sich vor Jahren in die „silver bullets“ verliebt, wollte unbedingt einen haben. Inzwischen ist er mit Airstream Deutschland Generalimporteur für Europa. Dass Baby Basecamp noch intensivere Zuwendung fordert als seine großen Brüder, die das Werk bereits als spezielle Europaversion verlassen, hat großen Einfluss auf den Preis: Zahlreiche tiefgreifende Modifikationen an Bremsen und Bordtechnik katapultieren ihn von 44.000 auf rund 54.000 Euro. Sei’s drum.

Maserati und Bascamp – Das perfekte Gespann

Der Levante bringt es mit dem 275 PS starken V6-Diesel auf 88 000 Euro. Foto: Dieter S. Heinz

Wer vorhat, den US-Caravan mit dem Maserati an den Haken zu nehmen, dürfte ohnehin über das nötige Budget verfügen. Der Levante bringt es mit dem 275 PS starken V6-Diesel auf 88.000 Euro – ein fairer Kurs gemessen an der feudalen Ausstattung inklusive roten Leders und dem geschmeidigen, kraftvollen Antrieb (600 Nm maximales Drehmoment, 8-Gang-Automatik, Allradantrieb, 2700 Kilogramm Anhängelast). Obwohl sich der Kühlerschlund mit dem typischen Dreizack förmlich in den Rückspiegeln der Vorausfahrenden festbeißt, bleiben wir mit dem Airstream brav rechts und im erlaubten Tempobereich. Überhaupt ist der Levante ein viel sanfterer Typ, als es sein Familienname glauben macht. Härte und Lärm überlässt er anderen – ein Punkt, der ihn dann doch von Maddalena, der Stimmgewalt von der Rockband Ruby Shock, unterscheidet.

Ohne Probleme meistert die ausgesprochen wendige US-italienische Partnerschaft auch abgelegene Verbindungswege, sie ist übersichtlich und agil. Selbst die kleine Pause vor historischer Kulisse am Schlossberg birgt für unser Pärchen keine bösen Überraschungen. Mit maximal 1600 Kilo stellt das Glanzstück aus Amerika weder den Levante noch weniger erfahrene Piloten vor echte Herausforderungen.

Die Top-Modelle ziehen alle Blicke auf sich

Egal wo sie Halt machen, ständig werden die Handys gezückt und Gespann samt den fotogenen Reisenden abgelichtet. Immerhin – ein wahrlich nicht alltägliches Motiv. Auch für Gesprächsstoff ist reichlich gesorgt. Während sich die einen eher verschämt die Nase an den Scheiben von Maserati und Airstream plattdrücken, um einen Blick aufs edle wie geradlinige Interieur zu erhaschen, beginnen andere wissbegierig das Gespräch und fragen, ob ein direkter Blick ins Innere gestattet ist. Was kostet der? Was wiegt der? Gibt es den schon zu kaufen? Bereitwillig stehen unsere Edelcamper Rede und Antwort und zaubern den Passanten so manchen verträumten Blick ins Antlitz. Manch einer scheint gedanklich bereits zu verreisen.

Man lässt am Lagerfeuer den Tag Revue passieren. Foto: Dieter S. Heinz

Am späten Nachmittag auf dem Campingplatz am Wasser wird es ruhiger. Ein einsamer Radler hat etwas abseits sein Zelt aufgebaut. Man begrüßt sich, tauscht nette Worte und lässt ansonsten am Lagerfeuer den Tag Revue passieren.

Für eine Nacht braucht es im Airstream keine große Aktion. Er ist mit fest installierten Frisch- und Abwassertanks sowie zwei Bordbatterien autark. Abkoppeln, abstützen, Trittstufe raus. Und fertig. Das ist unkompliziertes, echtes Camping. Unser Pärchen genießt es und ist gespannt auf die erste Nacht im faszinierenden Caravan mit dem großen Namen. Am nächsten Tag geht es extravagant weiter.

Alle Infos zum Basecamp in Deutschland

Armin Heun ist ein Mann der Tat: Vom enormen Interesse am neuen „Mini“-Airstream angestachelt, hat Deutschland-Importeur Roka zwei Basecamp aus den Vereinigten Staaten abgezweigt, um sie vornehmlich fahrwerks-, gas- und elektroseitig auf deutschen Standard umzurüsten. Denn aktuell, so Roka-Chef Heun, ist das Werk zu stark ausgelastet, um auch noch die Wünsche europäischer Kunden erfüllen zu können.

Dass die Roka-Werke sämtliche Wagen für den deutschen respektive europäischen Markt am Firmensitz in Merenberg umbauen, ist jedoch unwahrscheinlich. „Ich möchte einfach, so schnell es geht, die Möglichkeit schaffen, dass sich Interessenten den Basecamp auch bei uns anschauen können“, so Heun.

Der amerikanische Mini-Caravan Airstream Basecamp

Airstream Basecamp Foto: Hersteller

Für amerikanische Verhältnisse ist der Basecamp ein Zwerg: Knapp fünf Meter lang, 2,15 Meter breit, inklusive optionaler Dachklimaanlage 2,43 Meter hoch und rund 1,3 Tonnen schwer, erfüllt er auch in Europa alle Kriterien, um sich als Reisecaravan bezeichnen zu dürfen. In Deutschland wird er auf einem auflaufgebremsten Alko- oder BPW-Chassis rollen. Allerdings wird die Stützlast rund 120 Kilo betragen, weshalb als Zugwagen nur Pick-ups und SUV in Frage kommen.

Trotz seiner kompakten Abmessungen ist der Basecamp ein echter Airstream: Sowohl der Aufbau als auch die Fensterrahmen entstehen aus blankem, mit UV-Schutz beschichtetem Aluminium, das von Hand vernietet und vor dem Einbringen der Dämmung auf Dichtheit geprüft wird.

Voll ausgestattet auch für Touren in die Wildnis

Serienmäßig an Bord ist eine Truma-Heizung des Typs Combi, deren Boiler zehn Liter Brauchwasser für die Bugküche sowie die Innen- und Außendusche erwärmt. Für Autarkie sorgen eine Batterie sowie ein 109 Liter großer Abwassertank. Als Optionen wird es Solarzellen, einen Spannungswandler und eine Dachklimaanlage geben. Serienmäßig an Bord sind zwei Ventilatordachluken, Laminatboden mit Zurrösen und viele weitere praktische Ausstattungsdetails inklusive kabelloser Bose-Lautsprecher.

Gespann mieten in den USAMit Jeep und Airstream durch Amerika

Dank Hecktür und zweiteiligem Stecktisch kann auch sperrige Ladung zwischen den Längssitzbänken transportiert werden. Aus ihnen entsteht das 1,93 mal 1,93 Meter große Doppelbett oder, mit einem Zusatzpolster, eine Rundsitzgruppe. In den beiden Sitztruhen kommt dank 325 Liter Volumen eine Menge Gepäck unter. Statt klassischer Oberschränke hat der Basecamp Gepäcknetze, die an dicken Metallrohren hängen. In die Laminat-Arbeitsplatte der Bugküche sind links eine Edelstahlspüle und mittig ein Zweiflammkocher eingelassen. Wem das serienmäßige Textilvordach zu klein ist, bekommt als Extra eine maßgeschneiderte Kombination aus Vor- und Heckzelt. Beim Möbeldekor kann, zumindest in Amerika, aus drei Farben gewählt werden. Weitere Infos unter: www.airstreambasecamp.com

Der Airstream Basecamp im Überblick

Grundpreis: ca. 51.691 Euro (zulassungsfähig)
Aufbaulänge/-breite: 5,00/2,13 Meter
Masse fahrbereit: ca. 1.300 kg
Zul. Gesamtmasse: 1.600 kg
Schlafplätze: 2

Neuester Kommentar

Die Ueberlgungen das Modautalers kann ich gut nachvollziehen. Die Preisexplosion bei Airstream ist tatsächlich fragwürdig. Wir hatten das Privileg, uns den Traum eines Airstream 684 im Jahr 2011 erfüllen zu können. Dannzumal hat uns der Wage nin Vollausstattung noch rund 71'000 Euro gekostet. Die Preissteigerung von fast 100 % mit Wechselkursschwankungen Euro/USD zu erklären, greift zu kurz. Die Preispolitik sollte hier wirklich überdacht werden, damit aus den 1 % potenzieller Käufer vielleicht 10 % werden. Wohlgemerkt nach wie vor ein Traum für wenige... Wir haben den Wagen übrigens vor einem Jahr verkauft. Die Qualität hat uns alles andere als überzeugt. Heute sind wir mit kleinem Wowa unterwegs und können dafür viele tolle Ecken Europas erkunden.

garythebanker 8. September 2017, 21:05 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Caravaning 10/2016
Heft 11 / 2016 11. Oktober 2016 Heftinhalt anzeigen
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