Kabe Imperial 560 XL im Test

Luxusausstattung und Technik-Highlights

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz 40 Bilder

Bei der Top-Baureihe von Kabe treffen Luxusausstattung und Technik-Highlights auf skandinavische Winterhärte. Fast konkurrenzlos ist der neue kompakte Imperial 560 XL FK aber auch durch seine imposante Bugküche.

Wer bei Wintertauglichkeit und Bordtechnik keine Kompromisse machen will, stößt bei der Caravan-Recherche unweigerlich auf die schwedische Marke Kabe und deren Top-Baureihe Imperial. Denn die dringt schon ab Werk in Ausstattungs- und Preisdimensionen vor, in die außer der amerikanischen Marke Airstream nur Eriba Nova S und Tabbert Cellini folgen – wenn dort Kreuze an allen verfügbaren Optionen gemacht werden. Doch anders als der Imperial, den es auch als kompakteren Monoachser gibt, rollt schon der kleinste Cellini als 8,66 Meter langer Tandemachser an den Start. Und beim Eriba S 545 (7,55 Meter) lässt sich aus Gewichtsgründen nur ein Bruchteil der verfügbaren Extras bestellen. Wer alles will, muss dort zum 8,22 Meter langen 620 greifen. So werden beide deutschen Wettbewerber mit Vollausstattung letztlich teurer als der Schwede, der seine Extravaganz auch von außen deutlich macht: Mit bedruckten statt beklebten Seitenwänden und dem GfK-Heck mit integrierten LED-Rückleuchten macht er keinen Hehl aus seinem Anspruch. Die Aufbau- und Bordtechnik ist so feudal und besonders, dass wir sie auf den Seiten 20 und 21 noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Außergewöhnlich ist auch der neue Grundriss 560 XL FK – FK steht für Frontküche. Auch die hat es in sich.

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Kabe Imperial im Test
Kabe Imperial im Test Luxusausstattung und Technik-Highlights
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Wohnen

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz
Der gemütliche Einzelsessel mit Fußablagehocker und Lesespot ergänzt die Sitzgruppe.

Die Zeiten kleiner Fenster und tiefbrauner Möbel mit der Tendenz zur Rustikalität sind bei Kabe passé. Maßvoll eingesetzte helle Möbeloberflächen und viel Tages- respektive Kunstlicht machen den Imperial des Jahrgangs 2018 deutlich luftiger, ohne ihn der markentypischen Gemütlichkeit zu berauben. Die stellt sich besonders schnell in der dick gepolsterten und mit duftendem Leder bezogenen L-Sitzgruppe ein, in der es sich am stabilen und großen Tisch mit verschiebbarer Platte prima tafeln und ebenso gut lümmeln lässt. Der gegenüber postierte Sessel und ein quaderförmiger Schemel ergänzen das lederne Ensemble. Das Glück wäre vollkommen, hätte Kabe die schweren Polster irgendwie auf und an den Sitztruhen befestigt. Nach jeder Fahrt liegen sie wild verstreut im Mittelgang. Und selbst im Stand müssen die äußeren immer wieder korrigiert oder aufgestellt werden.

Kuschelig ist auch das Schlafgemach mit seinem französischen Bett. Das ist zwar nur 1,97 Meter lang und maximal 1,40 Meter breit (dafür gibt es gemittelt nur 2,5 Punkte), verfügt aber über eine weiche Kombi aus Kaltschaummatratze und Topper – was auch die Wertung wieder nach oben zieht. Die Wirkung der separat aufstellbaren Kopfteile verpufft ein wenig unter der einteiligen Matratze. Zwei Ablagen über dem Betthaupt, offene Fächer unter den Oberschränken, perfekte LED-Lesespots und am Fußende Schalter für die wichtigsten Lampen und das Soundsystem zeigen, dass bei Kabe Praktiker am Werk sind. Sogar die Anschlüsse für ein zweites TV-Gerät sind bereits am Steher zwischen Bett und Sitzgruppe vorhanden – jenes an der Seitenkommode ist vom Bett aus schlecht zu sehen. Außer man montiert dort einen Schwenkarm.

Das Bad ist mit elektrischem, zeitgesteuertem Handtuchwärmer, Handtuchstangen, Papierhalter und großen Schränken sehr gut ausgestattet, zählt aber zu den kompakteren Vertretern seiner Gattung. Dennoch herrschen rund um die drehbare Toilette beste Platzverhältnisse, und die Bodenwanne ist sauber abgedichtet – mit ausziehbarem Wasserhahn und Duschvorhang ist es nämlich auch als Notdusche zu gebrauchen. Wer das Bad nicht trocknen mag, kann aber auch draußen warm duschen: Die Außendusche ist Serie. Kritik handeln sich das kleine und zudem vom Spiegelschrank überbaute Waschbecken und die im Test abgebrochene Kunststoff-Schlossfalle der Badschiebetür ein.

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz
Über diese Küche muss man keine Worte verlieren. Links im Eckschrank wartet ein Topfkarussell.

Das Gegenteil von kompakt ist die Bugküche des Imperial 560 XL FK. Tagsüber von zwei großen, aber fixen Bugfenstern (gegen Kochdunst kämpft eine kräftige Abzugshaube) und nächtens von Spots und Lichtstreifen ins rechte Licht gesetzt, protzt sie mit zwei ultraschnellen 230-Volt-Induktionskochstellen, zwei Gasflammen, einer Kombi aus Gasgrill und -backofen sowie einer Mikrowelle. Im Auszug unterhalb des Kühlschranks sind zwei Mülleimer untergebracht, ein Schneidbrett aus unbehandeltem Holz (es muss vor dem Benutzen noch eingelassen werden) steckt gesichert über dem Eckschrank, in dem sich ein zweistöckiges, stabiles Topfkarussell verbirgt. So steht trotz der vielen Einbaugeräte ausreichend Stauraum zur Verfügung. Einziger Kritikpunkt: Die Arbeitsplatte besteht aus zwei Teilen, im Stoß dazwischen kann sich Schmutz festsetzen.

Bei Funktionalität und Robustheit ist das Mobiliar des Kabe untadelig, einzig das Finish des Testwagens lässt hier und da zu wünschen übrig. Ungleiche Spaltmaße an Oberschrankklappen, Leimreste an Umleimern und Zierleisten, eine sich ablösende Leiste im praktischen Regal zwischen Sitzgruppe und Bett und der defekte Riegel an der Badtür – als Folge dessen ging auch die Alu-Führungsschiene kaputt – sind eines so teuren Caravans nicht angemessen. Aber: Ein Händler kann oder würde sicher noch den ein oder anderen Makel abstellen, da alle Scharniere nachjustierbar sind.

Alles in allem stellt sich im geräumigen Imperial 560 XL FK schnell echtes Wohlgefühl ein, das vom hervorragenden Raumklima und der lückenlosen Beleuchtung gestützt wird. Und durch die Modularität der Imperial-Grundrisse findet jeder – von der kinderreichen Familie bis zum Paar – den passenden Wagen.

Beladen und Fahren

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz
Tragfähige Markenreifen (Continental) mit Metallventil – aber schon über zwei Jahre alt.

Ein so prall ausgestatteter Caravan kann kein Leichtgewicht sein: 1.850 Kilo wiegt der Kabe fahrbereit – 58 Kilo mehr als die Werksangabe. Mit Flüssigkeiten an Bord bleiben einer Zweierbesatzung gerade noch 160 Kilo. Rangiersystem und Markise, zwei klassenübliche Extras, würden davon weitere 70 Kilo abknapsen. Mehr als zwei Tonnen Gesamtmasse sind bei einer Monoachse nicht drin. Diese ist mit tragfähigen, aber über zwei Jahre alten Reifen bestückt, hat selbstnachstellende Bremsen und das elektronische Stabilisierungssystem Alko ATC. Eine Stützlastwaage fehlt, und der Reifendruck steht nur in der Bedienungsanleitung – das gibt trotz allem Punktabzug. Auf der Straße zeigt sich der 2,50-Meter-Bolide zwar unkritisch, aber nicht gänzlich unauffällig: Der schwere Imperial mit vielen Dachaufbauten braucht ein führungsstarkes Zugfahrzeug.

Platz für Gepäck ist genügend da, obwohl der 560 XL FK kein Stauraumwunder ist: Die Sitztruhen sind fast gänzlich von Bordtechnik belegt. Doch mit dem großen Bettkasten, den vielen, im unteren Bereich zu flachen Oberschränken, dem großen beleuchteten Kleider- nebst flankierendem Wäscheschrank, dem flachen Sideboard mit Vitrine und beheizter Garderobe und natürlich der Küche mit ihrem zweistöckigen Topfkarussell, zwei Auszügen, einem Unter- und zwei Oberschränken findet alles ein sicheres Plätzchen: Die Schränke und Klappen sind sicher verriegelt. Eine schwedische Selbstverständlichkeit ist der Skiauszug, der im 560 XL FK im Bug hinter der Küche ausfährt.

Bordtechnik

Für die Fülle der Technik ist der Platz hier zu knapp. Darum bereiten wir die Besonderheiten auf der folgenden Doppelseite noch einmal für Sie auf. Betrachten wir hier die handwerkliche Umsetzung und die Funktionalität der Einbauten sowie der Lichtanlage.

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz
Das Beleuchtungskonzept mit vielen dimmbaren Lichtquellen erreicht keine Topwerte, ist aber gleichmäßig und gemütlich.

Die Vielzahl an Lampen und technischen Geräten erfordert dicke und verzweigte Kabelstränge. Zwar sind alle Steckverbindungen beschriftet, doch die Verlegung der Strippen in und hinter den Möbeln mutet mitunter lapidar an. Immerhin: Mit Ausnahme des Soundsystems funktionieren alle Geräte einwandfrei. Die serienmäßige Zentralsteuerung über das Smart-D-System (inklusive internem WLAN und App) gibt keine Rätsel auf – wenn man die vielen ausgeklügelten Funktionen verinnerlicht hat. Trotz der zig direkten und indirekten Lampen tendiert die Lichtstimmung Richtung Gemütlichkeit. Außer an der Sitzgruppe lassen sich alle Lichter am jeweiligen Ort des Geschehens logisch bedienen, am Fußende des Bettes können Musik und Licht aus- und angeschaltet werden. Praktisch ist die dezente Orientierungsbeleuchtung, das Licht im Gaskasten und in der tollen Außenversorgungsbox.

Kein Mangel herrscht an Steckdosen. 13 Stück finden sich im Kabe, dessen Stärke traditionell die Winter- und damit auch Ganzjahrestauglichkeit ist: Dach und Wände sind 45 Millimeter, der Boden mit integrierten Warmwassersträngen 50 Millimeter dick. Zum Lüften an eisigen Tagen gibt es die schneesichere Wandklappe und zwei regelbare Bodenklappen, durch die frische Luft an den Konvektoren der Warmwasserheizung vorbei in den Innenraum strömt. An heißen Tagen profitiert das Kühlgut vom Kühlventilator, die Insassen von der Dachklimaanlage, die den Wagen aber gehörig schüttelt, wenn der Kompressor anspringt. 40-Liter-Frisch- und 32-Liter-Abwassertank können durch elektrische Kugelventile auf Tastendruck geleert werden. Auf den zwei Induktionsplatten kocht ein Liter Wasser schon nach vier Minuten – die Gasbrenner brauchen dafür mit demselben Topf 13 Minuten. Insgesamt ist die Bordtechnik sehr durchdacht und überaus funktionell.

Preise

Der Grundpreis des Kabe Imperial ist erst einmal ein Brett. Doch im Konkurrenzvergleich mit Eriba Nova S und Tabbert Cellini kommt der prall ausgestattete Schwede gut weg. Trotz der fetten Ausstattung bleibt ein Wunsch offen: Den Duo-Control-Gasdruckminderer mit Eis-Ex und Crashsensor (363 Euro) sähe man gerne in der Serienausstattung eines Winterspezialisten. Den Preis des Imperial weiter zu steigern, ist mühelos möglich: So offeriert Kabe elektrische Markisen, Mover und vielerlei andere Technik-Upgrades. Nur die gasbetriebene Verbrennungstoilette Cinderella enthält Kabe Käufern des 560 XL FK vor. Dünn ist das Händlernetz, die Garantiezeit beträgt fünf, jene auf die Dichtheit sieben Jahre.

  • Grundpreis: 58.785 Euro mit TÜV, Zulassungsbescheinigung und Transportkosten (990 Euro)
  • Testwagenpreis: 58.785 Euro

Kosten und Service

  • Steuer (2000 kg zGG): 74,60 Euro
  • Dichtigkeitsgarantie/Kontrolle: 7 Jahre/12 Monate
  • Servicestellen in Deutschland/Europa: 10/117
Premiere Kabe-Modelle für 2018
Ungewöhnlicher Classic-Grundriss

Bewertung

Wohnen: 3,8

 Sehr bequeme Matratze, hochwertiger Lattenrost mit aufstellbarem Kopfteil.
 Gut stützende Sitzpolster, stabiler, großer, längs und quer verschiebbarer Tisch.
 Gigantische, exzellent ausgestattete Bugküche.
 Hochwertig ausgestattetes, kompaktes Bad.
 Sichere Schlösser an allen Möbeltüren und -klappen.

 Bett unter zwei Meter lang und trotz 2,50 Meter Aufbaubreite nur 1,40 Meter breit.
 Um- und umherfallende Polsterteile.
 Ritze zwischen Arbeitsplatten-Teilen.
 Schwächen beim Möbelfinish (z. B. ungleiche Spaltmaße, Leimreste).

Beladen: 3,2

 Sicher verriegelte Klappen, Türen und Auszüge. Skiauszug im Bug.
 Schrank und Garderobe beheizt, Wäscheschrank auch als Kleiderschrank nutzbar.
 Viele offene Ablagen und Kommode mit Gläserschrank in der Wagenmitte.

 Hohes Gewicht, dadurch kaum noch Gewichtsreserven für Mover und Markise.
 Hohe Stützlast schon im Leerzustand.
 Sitztruhen fast vollständig von Bordtechnik belegt.

Fahren: 3,3

 Elektronisches Stabilisierungssystem, selbstnachstellende Bremsen und Ersatzrad (unterflur) serienmäßig.
 Komplette Fahrzeugaußenbeleuchtung auch im Stand aktivierbar.

  Tragfähige, aber (zu) alte Markenreifen mit Metallventil.

 Fahrstabilität nicht auf allerhöchstem Niveau.
 Keine Stützlastwaage, Reifendruckangaben nur in der Bedienungsanleitung.

Technik: 3,9

 Sehr dickes Aufbausandwich mit digital gedrucktem Dekor und von den Fenstern unabhängiger Frischluftversorgung.
 Üppige, komplexe, luxuriöse Technikausstattung.
 Exzellente Wintereigenschaften durch dicke Dämmung und Warmwasserheizung.

  Aufwendiges, opulentes Beleuchtungskonzept, aber keine Topwerte bei der Helligkeit.

 Teils nachlässiges Finish beim Möbelbau.

Preis & Service: 4,4

 Enorme Serienausstattung relativiert den hohen Grundpreis.
 Von 2 auf 5 Jahre erweiterte Garantie (geknüpft an diverse Bedingungen).

 Kleines Händlernetz in Deutschland, europäische Händler eher im Norden ansässig.

Die Baureihe im Überblick

  • Preise: 55.810 bis 105.460 Euro
  • Aufbaulängen: 5,50 bis 9,40 m
  • Gesamtgewichte: 2.000 bis 2.850 kg
  • Max. Auflastungen: –
  • Grundrisse: 16

Aus 16 Modellen von 7,67 bis gewaltigen 11,57 Meter Gesamtlänge besteht die Kabe-Top-Baureihe Imperial. Zudem lassen sich die Modelle ab dem 600 TDL mit vier bis sieben Flexline-Möbelmodulen – hinter denen sich vornehmlich unterschiedliche Bettformen und -anordnungen verbergen – individualisieren. Die Auswahl wächst somit auf eine fast

unüberschaubare Anzahl von Grundrissen. Alle Imperial sind 2,50 Meter breit und technisch identisch und hochwertig ausgestattet. Bei den Tandemachsern ist durch Auflastungsmöglichkeiten bis 2,8 Tonnen mehr Luft für Zuladung und Extras. Von Letzterem gibt es jede Menge.

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Peter Vlaanderen, Vertriebsleiter Kabe D/A/CH, nimmt Stellung ...

... zu den losen Sitzpolstern: Wir haben eigentlich noch nie gehört, dass die Polster umfallen. Aber das Modell mit Frontküche ist relativ neu, weswegen ich diesen guten Punkt an meine Kollegen von der Produktentwicklung weiterleite. Vielleicht haben wir bald eine Polsterbefestigung in Serie.

... zum teils nachlässigen Finish: Das darf nicht sein. Dieser Imperial 560 XL FK ist zwar das erste 2018er Modell, das wir gebaut haben, muss aber trotzdem 100 % in Ordnung sein. Wenn es Dinge gibt, die wir übersehen haben, muss der Händler das vor der Auslieferung eigentlich beheben.

... zum fehlenden Druckregler mit Crashsensor: Er kommt serienmäßig in den Modellen 2019.

...zu den über zwei Jahre alten Reifen: Gleicher Fall wie in Punkt 2 beschrieben: Die Reifen dürfen nicht älter sein als 18 Monate bei Ablieferung.

Lichtcheck

angelehnt an DIN EN 12464-1; Farbabstimmung auf zirka 3700 Kelvin

  • Die Bettfläche wird mit durchschnittlich 76 Lux erhellt: genug für die Orientierung. Perfekt sind die über 1.300 Lux hellen Lesespots.
  • Auch das Bad erreicht nur durchschnittliche Werte, was auch für die Spiegelfläche gilt.
  • Die Stärke der Mittenbeleuchtung ist nicht die Helligkeit, sondern die lückenlose Ausleuchtung.
  • Die Küchenarbeitsplatte gleißt beinahe im Licht der vielen Spots und LED-Leuchtstreifen. Volle Punktzahl.

Das fiel uns auf

 Starke Dunstabzugshaube über dem Gas- und Induktionsherd. Die Bugfenster sind starr.

  Die Lederpolster sind überaus bequem, doch während der Fahrt fallen sie wild durcheinander.
  Tragfähige Markenreifen (Continental) mit Metallventil – aber schon über zwei Jahre alt.
  Schlafen wie auf Wolke sieben dank Kaltschaummatratze mit Topper. Aber: Bett unter zwei Meter.

 Der Dreh-/Schnappverschluss der Badschiebetür greift ins Leere, weil die Schlossfalle zerbrochen ist.
 Ungleich hohe Türen, unexakte Spaltmaße – hier und da lässt das Mobiliar Präzision vermissen.

Die Technik-Highlights im Kabe Imperial

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz
Die Steuerung der Bordtechnik läuft über das von Dometic entwickelte Smart-D-System.

Die Steuerung der Bordtechnik läuft über das von Dometic entwickelte Smart-D-System. Dabei handelt es sich um ein LIN (Local Interconnect Network). Alle elektrischen Verbraucher und Lichter lassen sich über den großen Farb-Touchscreen und über die Kabe-App steuern respektive dimmen. Dafür müssen der Wagen via eingebauten Router (siehe rechts) und das Mobilgerät online sein. Zu den Besonderheiten von Smart D gehören: schaltbare Bewegungsmelder für Innen- und Außenlicht, Aktivierung der Fahrbeleuchtung beim Abstellen des Wagens, Steuerung und Timer für alle Heizungsfunktionen und den Silent-Mode des Ladegerätes (Reduzierung des Ladestroms von 25 auf vier Ampere, dadurch kein Gebläse), Auswahl des Innentemperatursensors (Sitzgruppe oder Schlafzimmer), Steuerung der serienmäßigen Dometic-Dach-Klimaanlage, Aktivierung des Kabe-Alarmsystems und die Winterschaltung. Ist sie aktiviert, speichert das System die letzten Betriebszustände von Kühlschrank und Heizung. Sobald der Wagen vom Campingplatzbetreiber oder -nachbarn wieder eingesteckt wird, springen beide im 230-Volt-Betrieb wieder an, und der Imperial ist für den anreisenden Besitzer bezugsfertig.

Die Alarmanlage ist mit Smart D Remote gekoppelt. Der Alarm wird durch Bewegungen im Innenraum ausgelöst. Smart D Remote bedient sich der Mobile App sowohl für die Bedienung der Alarmfunktion als auch für die Übermittlung der Nachricht, dass ein Alarm ausgelöst wurde. Bei Alarmauslösung beginnt die Verkehrsbeleuchtung des Wohnwagens zu blinken. Der Alarm lässt sich auch mit einer separaten Fernbedienung steuern.

Der Router baut, sofern er mit einer SIM-Karte bestückt ist, ein internes WLAN-Netz auf und sorgt gleichzeitig für die Verbindung des Smart- D-Systems mit dem Internet. Daneben eingebaut ist das Original-Bedienpanel der Alde-Heizung, dessen Inhalt auf den Smart-D-Bildschirm gespiegelt wird.

Die serienmäßige Dachantenne sorgt für den Empfang digitaler Radio- und Fernsehprogramme.

Die Winterlüftung sorgt für frische Luft, auch wenn ein Schneesturm tobt. Aber auch im Sommer ist sie eine sichere Lüftungsmöglichkeit.

Der Aufbau: Kabe baut das Sandwich mit Aluminium innen und außen, dazwischen dämmt Ecoprim (XPS). Die Tapete reguliert die Feuchtigkeit. Aluprofile am Dach kombiniert Kabe mit belüfteten PU-Profilen am Boden, die Kabelkanäle lassen die Warmluft ungehindert aufsteigen.

AGM-Batterie und zwei HiFi-Verstärker sitzen unter dem Einzelsessel. Die Batterie hat eine Kapazität von 115 Amperestunden, die Verstärker leisten mehrere hundert Watt. Zum Sound der vier Lautsprecher und des Subwoofers können wir nichts sagen – sie funktionierten nicht. Ein Kippschalter schickt Musik zu den Lautsprecherklemmen in der Versorgungsbox.

Die Außenversorgungsbox ist eine skandinavische Spezialität (unterbindet Zugluft hinter der Einspeisung). Unter dem abschließbaren Deckel mit Kabelaussparung versammeln sich Stromeinspeisung, die Vorzeltsteckdose, eine 12-Volt-Steckdose, TV- und Telefoneingang, Lautsprecheranschlüsse und eine Innenbeleuchtung mit Schalter. Als Option gibt es einen digitalen Stromzähler.

Kabe Imperial im Test Foto: D. Heinz
Zwei Induktionskochfelder ergänzen die zwei Gasbrenner zu einem Vierflammkocher.

Zwei Induktionskochfelder ergänzen die zwei Gasbrenner zu einem Vierflammkocher. Die Wirkung der 230-Volt-Kochstellen ist famos: Ein Liter Wasser (im WMF-Topf) kocht bereits nach vier Minuten sprudelnd! Die Gasflammen brauchen bei derselben Konstellation fast 13 Minuten. Unter dem Herd stecken Gasbackofen und Gasgrill. Zum Zünden der Flamme müssen die Klappen offen stehen. Kurios: Beim Grill sogar während der Benutzung. Gut, dass der Imperial eine kräftige Dunstabzugshaube hat – die Bugfenster lassen sich nicht ausstellen. Wenn’s ganz schnell gehen soll, gibt’s auch noch eine Mikrowelle.

Die Außendusche ist ans Warmwassersystem angeschlossen. Vor der Benutzung müssen innen zwei Ventile geöffnet werden. Der Schalter für die Pumpe sitzt mit unter der Außenklappe.

Der Kühlschrank hat serienmäßig einen Ventilator zur Verbesserung der Kühlleistung an heißen Tagen.

Der Frischwassertank fasst bescheidene 40Liter und wird beheizt. Im Smart-D-System lässt sich ein Befüll-Alarm aktivieren, der ertönt, sobald der Tank voll ist. Auch der Füllstand wird angezeigt. Wie der Abwassertank lässt sich auch der Frischwassertank fernentleeren: Optional ist ein elektrisch schaltbarer City-Wasseranschluss.

Zwei Lüftungen sind im Imperial 560 XL FK Serie. Der Schieber betätigt eine Klappe über den mit Drahtgittern gesicherten Bodeneinlässen. Während der Fahrt muss der Lüfter auf MIN stehen. Auf MAX strömt mehr Luft am Konvektor der Warmwasserheizung vorbei in den Innenraum: ideal bei sehr tiefen Außentemperaturen.

Fazit

Teuer, eigensinnig, gut: Ganz speziell sind und waren Kabe-Caravans schon immer. Auch im Top-Modell Imperial liegt der Fokus auf Gemütlichkeit und Funktionalität – auch bei extremem Klima. Dieses Ziel erreicht Kabe mit dickem Aufbausandwich ohne Holzeinleger, Warmwasserheizung, Schlechtwetter- Lüftungsklappen und vielen weiteren teils einmaligen Details. Eine etwas untergeordnete Rolle scheint die handwerkliche Umsetzung zu spielen: Zwar ist das Mobiliar robust und mit hochwertigen Beschlägen versehen, lässt hier und da aber Präzision und Detailliebe vermissen. Die exzellente Ausstattung relativiert den hohen Grundpreis. Kurz: Kabe bereichert den Markt der Oberklassecaravans auf eine angenehme, ganz eigene Art und Weise.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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