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7 Mittelklasse-SUVs im Vergleich

Sind sie die perfekten Zugwagen für Wohnwagen?

Der neue Kompakt-SUV macht bis auf den TURBO-BENZINER als Zugwagen eine exzellente Figur. Foto: Ingo Wagner 46 Bilder

SUVs sind voll im Trend und gerade als Zugwagen sind sie echte Multitalente. Wir haben uns sieben Modelle mit Allradantrieb, die sich schon im CARAVANING-Zugwagentest beweisen mussten, im Check.

17.11.2017 Lisa Geiger

Sport Utility Vehicle auf Deutsch Sport-Nutzfahrzeug oder einfach kurz SUV ist eine PKW-Gattung, die dank hoher Bodenfreiheit und Allradantrieb eine gewissen Geländegängigkeit verspricht. SUVs sind voll im Trend. Das unterstreichen auch die Verkaufsstatistik vom Oktober 2017 (Kraftfahrt-Bundesamt). Mit 67.925 neu zugelassenen Fahrzeugen steigen SUVs zum stärksten Segment im Pkw-Bereich auf. Kein Wunder, dass wir sie auch immer öfter vor den Wohnwagen gespannt sehen, sind SUVs doch echte Alleskönner. Personen und Gepäck haben ausreichend Platz, die Anhängelast liegt meist um die 2.000 Kilogramm und mit Allradantrieb machen sie auch im Winter eine gute Figur. Deshalb kommen sie im CARAVANING-Zugwagentest natürlich auch nicht zu kurz. Wir haben uns sieben Modelle rausgepickt und verraten, welche Vor- und Nachteile sie bieten und welcher Wohnwagen angehängt werden kann.

VW Tiguan

Der VW Tiguan (2.0 TSI 4motion) gewann bei der Leserwahl „Best Cars“ von auto motor und sport in der Kategorie der SUVs. Auch im CARAVANING Zugwagen-Test schnitt der Mittelklasse-SUV von Volkswagen überdurchschnittlich gut ab. Locker zieht der Tiguan einen zwei Tonnen schweren Anhänger. So kann der Volkswagen etwa den 1.900 Kilo schweren Tandemachser Hobby Prestige 660 WFC, den 2.000 Kilo schweren Dethleffs Camper 650 FMK oder etwa den gleich schweren Fendt Opal 650 SFD ziehen und diese mit dem Assistenzsystem „Trailer Assist“ auch noch an den gewünschten Platz rangieren.

USB-Anschluss, separate Heizung, Tische und Platz. Foto: Ingo Wagner
Großzügiger Fond im VW Tiguan.

Wie für die Familie gemacht scheint der Innenraum. Auf der Rückbank finden sowohl kleine wie auch große Passagiere gut Platz und dank klappbarer Tische können sich Kinder auch während der Fahrt gut selbst beschäftigen. Die Rückbank lässt sich verschieben und umklappen, so wird aus 615 Litern Volumen wahlweise noch mehr. Als Benziner schwächelt der Tiguan ein wenig bei den Schaltvorgängen, bei denen teils lange Pausen entstehen. Ein starker TDI-Motor mit DSG sollte dem aber Abhilfe schaffen. Auch der Benzinverbrauch von 14,4 Litern im Gespann-Betrieb lässt sich mit einem Diesel sicher unterbieten. Der Grundpreis liegt bei 36.950 Euro. Unser Test-Fahrzeug hatte einen Gesamtpreis von 47.525 Euro. Übrigens gibt es den VW Tiguan neuerdings auch als Allspace mit längerem Radstand und sieben Sitzen.

Testwagengrundpreis: 36.950 Euro
Testwagenendpreis:
47.525 Euro
Anhängelast: 2000 kg

Seat Ateca

Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive im Zugwagen-Test Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive im Zugwagen-Test Der komptaktere und günstigere VW Tiguan

Der Seat Ateca (2.0 TDI 4Drive) nutzt die gleiche technische Basis wie der VW Tiguan, ist allerdings etwas kleiner als sein deutscher Bruder. In der Topausstattung kostet der Ateca immer noch etwa 4.000 Euro weniger als der Tiguan. Diese Ersparnis spiegelt sich in der Ausstattung wider, die etwas weniger hochwertig ausfällt, aber trotzdem solide und leicht bedienbar ist. Der 2.0 TDI zieht den Wohnwagen problemlos durch die Gegend, allerdings zögert er etwas beim Anfahren. Die schwenkbare Anhängekupplung für 750 Euro ist bei beiden Fahrzeugen identisch. Da die Steckdose und eine große Öse für das Abreißseil direkt am Kugelhals montiert sind, ist die Vorrichtung äußerst komfortabel zu bedienen. Im Gegensatz zum Tiguan kann der Seat sogar einen 2,1 Tonnen schweren Wohnwagen wie einen Tabbert Puccini 655 D oder den Tandemachser Adria Alpina 753 HT ziehen.

Wer also einen günstigeren Tiguan sucht, ist mit dem Seat Ateca bestens bedient. Zwar fehlen einige Assistenzsysteme wie der Trailer Assist, auch adaptive Scheinwerfer gibt es nicht, doch wem das nicht wichtig ist, hat hier sein passendes Zugfahrzeug gefunden.

Testwagengrundpreis: 35.580 Euro
Testwagenendpreis:
41.445 Euro
Anhängelast: 2100 kg

Mercedes GLC

Das Offroad-Exterieur mit größerem Böschungswinkel vorn steht dem GLC. Foto: H.-D. Seufert (4), Ingo Wagner
Der GLC ist der Nachfolger der GLK.

Der Mercedes GLC (250d 4motion) ist gar nicht so „suvig“. Technisch ist er mit der C-Klasse verwandt, sieht von hinten aber eher wie ein SUV aus und tritt als GLK-Nachfolger an. Dass der GLC alles andere als günstig ist, sieht man schon an der 1000 Euro teuren Anhängevorrichtung. Die ist dafür vollelektrisch ausschwenkbar und vom Kofferraumdeckel und Armaturenbrett bedienbar. Noch komfortabler wird es mit der 2261 Euro teuren Luftfederung Air-Body-Control, die neben der Niveauregulierung auch einen Anhängermodus hat, der Pumpbewegungen des Hecks spürbar reduziert.

Das von uns getestete 9-Gang-Automatikgetriebe schaltet weich und ist perfekt abgestuft. Mit 12,5 Litern ist der Gespannverbrauch des Mercedes akzeptabel. Mit 2.500 Kilo Anhängelast kann der GLC übrigens die schwersten Wohnwagen unter unseren sieben Kandidaten ziehen. Das kann dann gerne einmal ein Tabbert Cellini 655 DF oder ein Hobby Premium 660 WFU sein. Der Mercedes GLC ist insgesamt ein super Zugwagen, der durch hohen Gespannkomfort überzeugt, einzig ein Anhänger-Assistent würde dem SUV noch gut stehen. Der Preis ist allerdings happig.

Testwagengrundpreis: 46.827 Euro
Testwagenendpreis:
69.752 Euro
Anhängelast: 2500 kg

Gespanne für den B-Klasse Führerschein15 beliebte Caravans für den VW Golf

Suzuki Vitara

Suzuki Vitara Foto: Ingo Wagner
Der Suzuki Vitara ist ein echtes Fliegengewicht.

Im Gegensatz zu Tiguan, Ateca und GLC ist der Suzuki Vitara (1,6 DDiS 4x4) mit nur 1,4 Tonnen ein echtes Leichtgewicht. Entsprechend liegt die Anhängelast auch deutlich unter den Konkurrenten des VW Konzerns und von Mercedes. Der 1,6 DDiS etwa kann nur einen 1,2 Tonnen schweren Wohnwagen ziehen. Familien müssen sich aber nicht abschrecken lassen, gibt es doch noch genug Wohnwagen für vier Personen unter dieser Gewichtsgrenze. Wie etwa den Weinsberg Caraone 450 FU oder den Knaus Sport 450 FU.

Außerdem ist der Vitara ein bärenstarker Zugwagen und zieht auch einen schweren Caravan mühelos, dazu ist er mit 10 Litern auf 100 Kilometern Diesel-Verbrauch auch noch richtig sparsam. Der Fond ist sehr komfortabel und großzügig bemessen, allerdings fällt der Kofferraum mit 375 Litern Ladevolumen nicht gerade groß aus. Der Suzuki Vitara ist also ein guter Zugwagen, eignet sich aber eher für gelegentliche und kurze Camping-Trips, bei denen man nicht so viel Gepäck benötigt.

Testwagengrundpreis: 29.590 Euro
Testwagenendpreis:
32.254 Euro
Anhängelast: 1200 kg

Mazda CX 5

Die 665 Euro teure Steck-AHK schickt 12-Volt-Dauerstrom zum Caravan. Foto: H. D. Seufert, C. Hass (2)
Die Anhängerklupplung des Mazda CX 5 kostet 665 Euro extra.

Noch ein Japaner will sich in diesem Vergleich gegen die Deutschen behaupten. Dabei hat er gleich einen schweren Star. Da der Mazda CX 5 (2,2 175 AWD) keine schwenkbare Anhängevorrichtung besitzt und der steckbare Kugelhals mit Elektrosatz für 665 Euro vom Händler eingebaut werden muss. Auch fehlt ihm eine Gespannstabilisierung via ESP. Punkten kann der CX 5 mit einer ausgewogenen Fahrwerksabstimmung und einem günstigen Preis. So kostet unser 2,2 Liter Bi-Turbo-Diesel im Test gerade einmal 40.805 Euro.

Der Mazda hat eine fern entriegelbare Rückenlehne und sorgt dank seiner Breite für eine große stufenlose Ladeebene. Passagiere müssen auf der Rückbank jedoch mit recht knapp bemessener Beinfreiheit auskommen. Mit einer Anhängelast von zwei Tonnen ist der SUV nicht zu verachten. So kann der CX 5 etwa einen Kabe Royal oder Haciende oder auch einen Fendt Diamant 560 SG ziehen.

Testwagengrundpreis: 37.390 Euro
Testwagenendpreis: 40.805 Euro
Anhängelast: 2000 kg

Kia Sportage

Das kompakte Allrad-SUV ist GERÄUMIG UND SPARSAM Foto: Andreas Becker
Das Automatikgetriebe des Kia Sportage kann nicht ganz überzeugen.

Allradantrieb sollte einen SUV in allen Lebenslagen sicher auf der Fahrbahn halten. Beim Kia Sportage (2.0 CRDi AWD GT-Line) mit 6-Gang-Automatik muss man am Berg aufpasssen. Beim Anfahren an Steilstellen, bei denen der Allradantrieb durch schnelle Reaktion überzeugt, hat der verschleißfreie Wandler Mühe, den Kraftschluss schnell herzustellen. Wenn der Sportage dann einmal rollt, kann man am Fahrkomfort nicht meckern, nur das Deichselnicken spürt man recht deutlich.

Vier Personen halten es im Kia Sportage auch gut auf längeren Fahrten aus. Die Sitze sind bequem und der Platz üppig. Mit der Rückfahrkamera hat man einen perfekten Blick auf den Kugelkopf und kann so problemlos einen bis zu 1.900 Kilo schweren Wohnwagen ankoppeln. Das kann etwa ein 1.800 Kilo schwerer Bürstner Averso 600 TK mit ganzen sechs Schlafplätzen oder ein Hobby DeLuxe Edition 650 KMFe sein. Insgesamt ist der Kia als Zugwagen durchaus zu empfehlen und wenn man sich für eine Handschultung entscheidet entfällt auch die Trägheit beim automatischen Hochschalten.

Testwagengrundpreis: 37.390 Euro
Testwagenendpreis:
43.220 Euro
Anhängelast: 1900 kg

Hyundai Tucson

Hyundai Tucson 4WD im Zugwagen-Test Hyundai Tucson 4WD im Zugwagen-Test Ab sofort mit Gespann-ESP

Der Hyundai Tucson (2.0 CRDi Allrad) ist eine echte Verbesserung zu seinem Vorgänger iX35, da er jetzt größer, breiter und stärker geworden ist. Den Zweiliter-Diesel gibt es wahlweise mit Handschaltung und 2,2 Tonnen Anhängelast oder 6-Gang-Automatik mit zwei Tonnen Anhängelast. Eine Besonderheit ist die Anhängevorrichtung: Eine kardanische Aufhängung macht den Einsteck-Kugelkopf zu einem Schwenksystem, dessen Bedienung Übung erfordert, damit Kugelhals und Steckaufnahme zusammenfinden. Da wir von dieser Vorrichtung im Test nicht überzeugt waren, empfehlen wir die 200 Euro günstigere Kupplung mit abnehmbaren Haken (499 Euro).

Der Tucson sorgt dank gefühlsechter Lenkung und straffer Fahrwerksabstimmung für ein sicheres Fahrverhalten und guten Komfort. Beim Überholen muss aber ab und zu aus dem sechsten Gang zurückgeschaltet werden. Toll ist auch, dass das Gespann-ESP serienmäßig an Bord ist. Alle Passagiere reisen im Tucson bequem, ob vorne oder hinten. Die Lehnenneigung der Rücksitze lässt sich hier sogar verstellen. Praktisch ist auch der Kofferraum, der sich berührungslos öffnet. Für die 2,2 Tonnen tragfähige Anhängekupplung würde sich beispielsweise ein LMC Vivo 735 K eignen. Ein Wohnwagen für den Tucson mit Automatikgetriebe ist etwa der Dethleffs Nomad 730 FKR.

Testwagengrundpreis: 37.900 Euro
Testwagenendpreis:
41.800 Euro
Anhängelast: 2200/2000 kg

Fazit

SUVs eignen sich tatsächlich hervorragend als Zugwagen. Mit Gespann-ESP und weiteren Assistenzsystemen sind sie besonders sichere Begleiter. Vor allem der VW Tiguan mit dem Trailer Assist und der Mercedes GLC mit seiner Anhängelast von 2.500 Kilo sind echte Spitzen-Zugwagen. Alle diese Gespanne, bis auf den leichten Suzuki Vitara, überschreiten die 3,5-Tonnen-Grenze natürlich deutlich und sind somit für Fahrer mit dem Klasse B-Führerschein eher weniger interessant. Allerdings wiegen die Meisten der aufgezeigten Gespanne unter 4,25 Tonnen, was die Begrenzung des B96 Führerscheins ist. Dieser Führerschein kann an einem Tag absolviert werden und berechtigt sie dazu schwerere Gespanne zu fahren. Diese Investition ist bei Wohnwagen-Besitzern definitiv eine Überlegung wert, da man dafür ein Top-Gespann fahren darf.

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