Bremsentechnik für den Caravan Einbau von Caravanbremsen und Technische Infos

Sie wollen selbst Ihre Bremse wechseln und Genaueres über Bremsentechnik erfahren? CARAVANING hat die wichtigsten Infos zusammengestellt.

So funktioniert die selbstnachstellende Alko-Bremse

Die wesentlichen Funktionselemente sind bei der normalen Bremse und der selbstnachstellenden AAA-Bremse identisch. So funktioniert der Nachstellmechanismus:
Am Spreizschloss ist ein zusätzlicher Bolzen angenietet. Er überträgt die Bewegungen des Spreizschlosses auf einen Hebel. Er wirkt über einen Drahtzug 4 auf den Hebel des Nachstellmechanismus. Dieser hat am Ende eine Nase, die in die 16 Klinken des Bremsnachstellungs-Zahnrads greift und dieses dreht. Ein Gewinde schiebt die Bremsbeläge weiter an die Trommel. Je größer das Lüftspiel wird, desto größer wird die Bewegung im Nachstellmechanismus. Ab einem bestimmten Punkt ist sie so groß, dass die Nase das Zahnrad weiterdreht. Sobald die Bremsung beendet ist, springt der Dorn wieder zurück. Da der Verstellhebel auf seiner Achse gefedert gelagert ist, kann er jederzeit vom Zahnrad weggeschoben werden, um es wie gehabt manuell zu justieren. Übrigens: beim Rückwärtsfahren wird die Bremse nicht nachgestellt, weil der Drehpunkt des oberen Hebels sich nicht verändert, obwohl sich die Bremsbeläge durch die
"Rückmatic"-Funktion in der Trommel bewegen.

So wird die AAA-Bremse eingebaut

Rund eine Stunde dauert der Einbau der selbstnachstellenden Alko-Bremse an einem neuen Einachser – ungefähr eineinhalb Stunden bei einem Doppelachser. Die Umrüstung muss nicht in die Papiere eingetragen werden. Ab 2015 könnten selbstnachstellende Bremsen an Caravans Pflicht werden. Allerdings nur für Neufahrzeuge. Eine Nachrüstpflicht ist nicht zu erwarten.

  1.  Zwei Einbausätze à 199 Euro liegen für den Einbau im Dethleffs-Tandemachser bereit.
  2. Zuerst hängt der Mechaniker die Bremsseile der nicht angezogenen Bremse aus.
  3. Dann werden die Räder abgenommen und die silbernen Staubkappen abgehebelt. 
  4. Nach dem Lösen der Sicherungsmutter rutscht die Bremstrommel vom Achsstummel.
  5. Die Position des Bremsschilds und der Achsstummel wird vor dem Abbau markiert.
  6. Die AAA-Bremse muss wegen der Zugführung die identische Montageposition haben.
  7. Die Staubkappe trägt nun das AAA-Signet. Der Monteur schließt die Züge wieder an.
  8. Rote statt grüne Abdeckkappen auf dem Bremsschild verraten die AAA-Bremse.
  9. Der Monteur schlägt ein "A" hinter die Achsnummer. Wichtig für die Ersatzteil-Dispo.

7 wichtige Tipps und Infos rund um Caravanbremsen

  1. Bergab fahren: Bei Passfahrten darauf achten, dass die Bremsen nicht überhitzen. Sie verlieren dadurch Bremswirkung. Außerdem kann der Reifen durch die erhitzte Felge platzen. Gegenmaßnahmen: Möglichst nicht Dauerbremsen, sondern zwischendurch auch mal "laufen lassen". Lieber kürzer und heftiger bremsen. Nach langen Bremsungen die Bremsen bei regelmäßigen Pausen abkühlen lassen.
  2. Bremsenwartung: Trommelbremsen spätestens alle zwei Jahre warten lassen. Dabei werden alle Teile auf Funktion geprüft, geschmiert und verschlissene Komponenten ersetzt. Bremsen ohne Selbstnachstellung (AAA) müssen dabei nachjustiert werden. Das passiert über eine Öffnung im Bremsschild. Alle 10.000 Fahrkilometer oder alle 12 Monate Bremsanlage auf den Belagverschleiß prüfen und ggf. Bremse nachstellen. Eine Kontrollöffnung zeigt an, wie viel Belag noch auf den Backen ist. Bei neuen Caravans sollte unbedingt nach 1.500 Kilometern oder sechs Monaten die Bremsanlage geprüft und gegebenenfalls die Bremse nachgestellt werden. Bei AAA-Radbremsen mit automatischer Nachstellung entfällt dieser Service. Auflaufeinrichtung jährlich an den Schmiernippeln abschmieren.
  3. Bremsgestänge: Die Nachstellung der Bremse erfolgt ausschließlich an der Bremse (siehe Punkt 2). Am Bremsgestänge darf sie nicht nachgestellt werden! Das Gestänge sollte fast spielfrei eingestellt werden, so dass es nicht durchhängt und bei leichtem Zug bremst.
  4. Auflaufdämpfer: Er reduziert den Auflaufstoß und sorgt so für Komfort bei möglichst kurzem Bremsweg. Gleichzeitig schont er Zugfahrzeug und Caravan. Eine schlecht eingestellte Bremse beschädigt den Auflaufdämpfer. So überprüfen Sie ihn: Handbremse anziehen und mit dem Fuß gegen die Auflaufeinrichtung drücken. Die Anhängevorrichtung muss ruckfrei ein- und wieder ausfahren. Dabei auch den Faltenbalg auf guten Sitz überprüfen.
  5. Bremsbeläge: Sollten nach sechs Jahren gegen neue Beläge getauscht werden, auch wenn sie noch nicht abgenutzt sind. Versprödung beeinträchtigt die Bremsleistung erheblich. Beim Wechsel auf Original-Bremsbacken achten. Nachbauten weisen laut Alko oft einen erheblichen Metallanteil im Belag auf, der bereits nach 24 Stunden zu deutlicher Rostbildung und dadurch zum Bremsausfall führen kann.
  6. Räder und Reifen: Bitte am Caravan – genauso wie am Pkw – beachten, dass die Radschrauben immer mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Nach dem Winter Radschrauben kontrollieren und Reifendruck prüfen. Das richtige Drehmoment kennt der Caravan- bzw. Felgenhersteller.
  7. Handbremse: Handbremse bei langen Standzeiten lösen. Dabei Caravan mit Kurbelstützen und Unterlegkeilen unbedingt gegen Wegrollen sichern.
Übersicht: Bremsentechnik für den Caravan