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Dethleffs C’Go 565 FMK im Test

Grundriss-Klassiker mit erfrischendem Look

Dethleffs C’Go 565 FMK im Test Foto: Ingolf Pompe, Dieter S. Heinz 22 Bilder

Im neuen 565 FMK stülpt Dethleffs einen erfrischenden Look über einen Grundriss-Klassiker. Dass der 2,50-Meter-Familien-Bolide unter 20.000 Euro kostet, macht uns umso neugieriger.

25.03.2018 Ingo Wagner

Obwohl die erste Generation des C’Go, anno 2015 das neue Einstiegsmodell von Dethleffs, stark polarisierte, fand er Käufer, die den Mut zu weißen Möbeln und knalligen Polstern in Kombination mit attraktiven Preisen goutierten. Dass die Nachfolgegeneration etwas seriöser geworden ist, hat also nichts mit mangelndem Erfolg zu tun. Vielmehr sah sich Dethleffs durch die stetig rotierende Preisspirale gezwungen, mit dem C’Joy eine günstigere Modellreihe unterhalb des C’Go anzusiedeln. Fad ist der neue C’Go trotzdem nicht geworden: Das Reinweiß der Möbel weicht mattem Hellgrau, die größeren Schrank- und Möbeltüren sowie die Innenwände tragen dunkelbraunes Dekor, das aus der Distanz an Siebdruckplatten erinnert. Da es auch durch die offenen Regalecken der Oberschränke lugt, wirkt das Mobiliar sehr plastisch. Bei den Polsterstoffen bleibt es so bunt wie gehabt: Neben Grün gibt es Knallblau und Knallgelb. Sanftere Gemüter werden mit Graublau glücklich.

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Dethleffs C’Go 565 FMK im Test
Dethleffs C’Go 565 FMK im Test Grundriss-Klassiker mit erfrischendem Look
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Konstruktiv hat sich mit dem Modellwechsel nichts geändert. Nach wie vor entsteht der C’Go auf der intern C15 genannten Plattform als Bruder der (braveren) Modelle Bürstner Premio und LMC Style in Hymers Mehrmarken-Caravanwerk Sassenberg, das mittlerweile den Titel Caravan-Kompetenz-Zentrum trägt. In naher Zukunft sollen dort fast alle Wohnwagen der Erwin-Hymer-Group gefertigt werden.

Ist das Familien-Modell reifer geworden?

Dethleffs C’Go 565 FMK im Test Foto: Ingolf Pompe, Dieter S. Heinz
Im Rund zu sitzen ist gemütlicher als nebeneinander und gegenüber. Doch für vier Personen werden Tischfläche und Fußraum knapp. Dabei gibt es sogar ein optionales Dreier-Stockbett.

Beweisen muss der C’Go 565 FMK in diesem Test also nicht nur, ob er als geräumiges Familiendomizil für zwei Erwachsene und zwei bis drei Kinder funktioniert, sondern auch, ob sich seit dem ersten Test im März 2014 ein Reifeprozess erkennen lässt. Fakt ist: 19.000 Euro erscheinen günstig für einen 2,50 Meter breiten Familien-Klassiker mit Längsdoppelbett im Bug, zentraler Rundsitzgruppe und Etagenbetten im Heck. Fakt ist aber auch, dass an 165 Euro für die Zulassungspapiere, an Überführungskosten von Minimum 535 Euro, an der Auflastung von 1600 auf mindestens 1700, besser 1800 Kilo (je 439 Euro) und am Touring-Paket für 1399 Euro kein Weg vorbeiführt. Denn ohne Paket fehlen Truma Therme, Warmluftanlage, Fliegengittertür, Panoramadachhaube samt beleuchtetem Baldachin (zwei höchst willkommene Lichtquellen!) und die verzichtbare Duschausstattung. Familien sollten darüber hinaus in das Sicherheitspaket (769 Euro)investieren, in dem das elektronische Stabilisierungssystem ATC und ein beheizter Gasdruckregler mit Crashsensor stecken. Erst der erlaubt den Gasbetrieb der 5-kW-Heizung und des 142-Liter-Kühlschranks während der Fahrt. Die Serien-Sicherheitsausstattung erschöpft sich im Schlingerdämpfer. Selbstnachstellende Bremsen sind weder serienmäßig an Bord noch optional erhältlich. Überhaupt hält Dethleffs das Angebot an Extras klein. Mit Mover, Markise und TV-Ausstattung darf der Händler Geld verdienen.

Attraktives Mobiliar

Also hinein in die moderne Stube, was sich wegen der Einstiegshöhe von 53 und der Türbreite von 50 Zentimetern bei einer Höhe von 164 Zentimetern gut, aber nicht reibungslos gestaltet. Dafür vermeidet Dethleffs im Einstieg erfolgreich eine Schmutzfalle.

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Das luftig gestaltete Mobiliar präsentiert sich solide verschraubt und gewinnend attraktiv, jedoch simpel konstruiert. Wo man auch hinschaut, prangen die weißen Kunststoffkappen der zahlreichen Möbelverbinder, Klebe-Konfettis auf Schraubenköpfen, hier und da ist mal eine Klappe minimal schräg oder eine angeleimte Regalkante einen Millimeter zu kurz. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Funktional ist alles in Butter. Scharniere und Schlösser entsprechen gutem Standard, nichts ist windig-wackelig. Nur ist Finesse das Ding des C’Go nicht, was sich auch in der ungeschützten Verlegung von Kabeln und Warmluftschläuchen unter dem stabilen Bugbett äußert. Das Kabel zum Anhängerstecker kommt gar direkt im Ladebereich der großen Außenstauklappe aus dem Boden.

Stauraum ist knapp

Gepäck unterzubringen ist eine Paradedisziplin des 565 FMK, selbst wenn die Sitztruhen nur partiell und wegen der langen Rückenpolster nur umständlich zu beladen sind, die Heckgarage keine Ladungssicherungsmöglichkeiten aufweist und weder der Dusch-/Toilettenraum noch der Waschbereich übereinen geschlossenen Schrank verfügen. Denn der Kleider- und zwei Wäscheschränke samt Unterfächern, zehn Oberschränke plus offene Ablagen, der Bettstauraum und der Küchenblock schlucken jede Menge. Die Auflastung auf 1800 Kilo sorgt für üppige Zuladungsreserven, ohne die Latte für die Tempo-100-Zulassungallzu hoch zu legen.

Betten, Bad und Küche

Dethleffs C’Go 565 FMK im Test Foto: Ingolf Pompe, Dieter S. Heinz
Zu den Pluspunkten des Etagenbetts zählen große Liegeflächen, große Kopffreiheiten und die Stabilität.

Gewicht spart der C’Go neben der luftigen Möbelkonstruktion auch durch dünne Matratzen. Jene des in weiten Bereichen bis zu 1,64 Meter breiten Bugbettes misst nur zehn Zentimeter Dicke. Hier steht früher oder später der Tausch gegen eine dauerhaft bequemere ins Haus. Die bis 80 Kilo belastbaren Etagenbetten gefallen durch jugendtaugliche Liegemaße und ordentliche Kopffreiheiten oben wie unten, gute Absturzsicherung und ausreichend sicheren Aufstieg über die feste Leiter. Allerdings ist der Kinderbereich optisch und technisch karg. Optisch ansprechende Lampen, USB-Steckdose, Ablagen? Fehlanzeige.

Eine Rundsitzgruppe an sich ist für Familien eine feine Sache. Doch ist jene des 565 FMK mit Kompromissen behaftet. Denn um nicht zu viel Raum zu verpulvern, geht Dethleffs bei den Abmessungen an die Grenze dessen, was für vier Personen tauglich ist. Dabei nerven vor allem die kleine Tischfläche und das Scherengestell, das wenig Beinfreiheit lässt. Wer mit drei Kindern reist, kommt schnell in die Bredouille.

Platz genug herrscht in und vor der Küche, die sogar Platz für eine kompakte Kaffeemaschine unterhalb der Einzelsteckdose vorhält. Trotzdem bleibt genug Arbeitsfläche neben dem Dreiflammkocher mit Zünder und der Rechteck-Spüle. Das Licht aus zwei asymmetrisch montierten Spots im Metallgehäuse muss hier genügen.

Beim Aufbau setzt Dethleffs auf Bewährtes in guter Verarbeitungsqualität: Dach, Bug und Heck bestehen aus GfK, die Seitenwände aus Hammerschlag-Alu, die Dämmung aus EPS, vulgo Styropor. Sehr einfach ist der Gaskastendeckel.

Daten und Messwerte

Karosserie

  • Aufbau: Sandwichbauweise mit EPS- Schaum-Isolierung. Dach GfK (28 mm), Seitenwände Alu-Hammerschlag (28 mm), Bug/Heck GfK. Boden Sperrholz-Sandwich (41 mm). Deichselkasten aus ABS, Klappdeckel mit zentralem Aufsteller. Einteilige Aufbautür 164 x 50 cm mit Müllsammler, Einstiegshöhe 50 cm. Serviceklappe 97 x 40 cm, Garagenklappe links 52 x 111 cm.
  • Anbauteile: einteiliger Heckleuchtenträger, 2 aufgesetzte Rangiergriffe. Bugelement aus ABS, aufgesetzte Rangiergriffe.
  • Fenster/Hauben: 5 Ausstellfenster mit Rastaufstellern und Rastrollo-Verdunkelung, Panoramafenster. 1 Dachluke 40 x 40 cm, 2 Dachluken 30 x 30 cm.

Möbel

  • Material/Beschläge: Sperrholzmöbel mit Metallscharnieren, integrierte Federaufsteller, Kunststoffschnäpper an Oberschränken, Pushlocks an Küchenschubladen und Kleiderschranktüren, Hakenschnäpper an Küchenoberschränken. Fallenschloss an Badtür.

Bordtechnik

  • Heizung: Truma S 5004, 230-Volt-Gebläse, 4 Ausströmer (1 x Sitzgruppe, 1 x Eingang, 1 x Bad, 1 x Bettkasten).
  • Wasseranlage: 45-Liter-Frischwassertank, Tauchpumpe, Truma Therme.
  • Elektrik: Umformer Dometic SMP 301-01, 340 W. 6 Steckdosen (2 x TV-Platz, 1 x Sitzgruppe, 1 x Küche, 1 x Waschbereich, 1 x Bett).
  • Beleuchtung:4 Deckenspots, 4 verschiebbare Lesespots, 2 Küchenspots, 2 Deckenspots im Waschbereich 1 Spot im Sanitärraum. 2 Kammerleuchten Kinderbetten, Vorzeltleuchte.
  • Küchenausstattung: Dreiflammkocher mit Zündhilfe, Rechteckspüle mit abgesetztem Hebelmischer, separate Glasabdeckungen. Kühlschrank Thetford N 3142 mit 136,5 Liter Nutzinhalt und 15 Liter Gefrierfach.
  • Sanitär:Dometic-Drehtoilette mit Keramikeinsatz. Rundwaschbecken mit Hebelmischer.
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Preise und Ausstattung

  • Grundpreis: 18.999 Euro
  • Testwagenpreis: 21.420 Euro

TÜV/Zulassungsbescheinigung II: 165 Euro

✘ Auflastung auf 1800 kg (24 kg) ✔439 Euro
✘ Reserverad im Gaskasten (22,5 kg) ✔219 Euro
✘ Stabilformstützen mit Big-Foot-Tellern: 199 Euro
✘ Touring-Paket m. Truma Therme, Warmluftverteilung, Fliegengittertür, Duschausstattung und Panoramadachhaube inkl. beleuchteter Baldachin (45 kg) ✔1399 Euro

Autark-Paket m. 95-Ah-Batterie und Ladegerät (30 kg): 699 Euro
Paket „Sicherheit to go“ m. Sabilisierungssystem Alko ATC und Gasdruckregler mit Crashsensor und Eis-Ex ✔769 Euro
Bug-/Badfenster (4/3 kg): 339/279 Euro

Das fiel uns auf

 Praktische Garderobe neben der Eingangstür, die ebenfalls zwei Kleiderhaken hat.
 Fahrsicherung des Tisches mit Gummikegeln und Löchern in den Sitztruhendeckeln.

 / (–) Gut: angenähter Klettstreifen an den Polstern. Schlecht: kein Gegenstück an den Möbeln.

 Das Scherenhubtischgestell schränkt den Fußraum in der Sitzgruppe zu stark ein.
 Heizungsrohre, Kabel sowie die Kabel-Bodendurchführung im Bugstauraum sind völlig ungeschützt.
 Da sich nur die Klobrille dreht, ist das Loch nicht in der Mitte. Und: ungedichtete Duschwanne.

Fazit

Groß, leicht und solide: Diese drei Attribute erfüllt der Dethleffs C’Go. Darüber hinaus sieht er wirklich gut aus. Nicht zu übersehen ist aber, wo Dethleffs den Rotstift ansetzt. Die Möbelkonstruktion ist einfach, die Matratzen sind dünn, und der Badbereich hat keinen einzigen geschlossenen Schrank. Der Raumeindruck im 2,50 Meter breiten 565 FMK ist toll – doch die Rundsitzgruppe ist ein wenig zu kompakt, um ihre Vorteile gegenüber einer Dinette, wie sie die günstigeren 2,30-Meter-Familienmodelle haben, voll auszuspielen.

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Heft 3 / 2018 6. Februar 2018 90 Seiten Heftinhalt anzeigen
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