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Eriba Feeling 425 im Dauertest

Zeit für eine Zwischenbilanz

Eriba Feeling 425 Foto: Doblers 21 Bilder

Zeit für eine Zwischenbilanz: Seit Beginn des Jahres sammelt unser Dauertest-Caravan fleißig Kilometer. Bis auf kleine Schwächen schlägt sich der Eriba Feeling 425 bisher wacker.

24.10.2017 Philipp Heise

Die Verschleißanzeige der Anti-Schlingerkupplung macht es deutlich: Unser Dauertestkandidat wird nicht geschont und rückt regelmäßig zu Testfahrten aus. Egal ob Familienferien in den Bergen, ein Kurztrip an die Rennstrecke oder ein Sommerurlaub an der Adria, der Caravan mit dem seltenen Schlafdach ist ein gefragter Reisebegleiter. Da wundert es kaum, dass die Schlingerbremse nach neuen Reibbelägen verlangt, damit sie sich wieder wie gewohnt in die Anhängekupplung verbeißen kann.

Im Dauertest zeigt der Eriba Feeling seine Vor- und Nachteile

Eriba Feeling 425 Foto: Doblers
Gutmütig und easy im Gespann: Der Feeling ist fahrtechnisch ein Sunnyboy.

Der 6,07 Meter lange Eriba Feeling 425 überzeugt durchweg mit seinen gutmütigen Fahreigenschaften. Dabei macht ihn die Breite von nur 2,17 Metern auch für Caravan-Einsteiger interessant. Für alle Fahrer mit der Führerscheinklasse B gilt es allerdings, das Gesamtgewicht des Gespannes im Blick zu behalten. Der auf 1,5 Tonnen aufgelastete (395 Euro) Feeling schränkt das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges auf maximal zwei Tonnen ein.

Anlass zur Kritik gibt die Arretierung des Premium-Bugrades mit integrierter Stützlastwaage und Schwingarmfederung(95 Euro). Diese neigt zum Verkanten, was bereits mehrfach dazu führte, dass sich das Bugrad während der Fahrt löste und unter lautem Brummen als siebtes Rad am Wagen mitlief.

Einen guten Job machen dagegen die vier im Moving-Paket (1250 Euro) enthaltenen Alko-Bigfoot-Stützen. Sie stabilisieren den Caravan auch auf weichem Untergrund gut und machen dadurch zusätzliche Brettchen überflüssig. Vor dem Abstützen steht allerdings das Positionieren, was dank der durchgehenden Rangierstange am Heck und stabilen Rangiergriffen am Bug problemlos von der Hand geht.

Eriba Touring vs. Hymer FeelingGestern, heute, morgen

Weniger problemlos gelingt das Öffnen und Schließen von Aufbautür und Stauklappe, da die Qualität der Schlösser nicht besonders hochwertig ist. Bereits nach weniger als einem Jahr verhindern eingedrückte Schlossblenden, dass der integrierte Staub- und Regenschutz wie vorgesehen funktioniert.

Die Inneneinrichtung gefällt mit einer sauber abgestimmten und modern wirkenden Mischung aus Grau- und Brauntönen. Am Möbelbau mit seinen gradlinigen Oberschrankklappen gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Bewährt haben sich indes die vielen Fächer und Ablagen, selbst im verhältnismäßig kleinen Bad sind genügend davon vorhanden. Als anfällig ist uns die Hochglanzfront des Unterbaukühlschrankes aufgefallen. Im Beladungsdurchgang zum Bettstauraum untergebracht, hat diese bereits erste Kratzer.

Wie schläft es sich im Dach des Feelings?

Das optionale Schlafdach (3990 Euro) ist das Ausstattungs-Highlight des Feeling, welches hin und wieder sogar VW-Bus-Fahrer zu neugierigen Blicken veranlasst. Nachts sorgt es bei heruntergeklapptem Bett für zwei zusätzliche Schlafplätze, während es tagsüber für gute Durchlüftung und ausreichend Stehhöhe sorgt. Bei heruntergeklapptem Bett bleiben davon nur 1,75 Meter übrig.

Eriba Feeling 425 Foto: Philipp Heise
Die Leiter hinterlässt Gebrauchspuren.

Für den Zugang zum Dachgeschoss liefert Eriba eine zweiteilige Aluleiter mit Klemmverschlüssen, die beim Zusammenstecken eine Fehlbedienung zulässt: Falsch verbunden hinterlassen die Leiterfüße unschöne Abdrücke auf dem Fußboden des Caravans.

Im Schlafdach selbst wartet der Feeling mit drei Reißverschlussfenstern im Zeltstoff auf. Zwei dieser Fenster bewirken mit Moskitonetzen eine gute Luftzirkulation. Das dritte Fenster ist aus wasserfester Folie gefertigt und sorgt so auch bei schlechtem Wetter für mehr Tageslicht im Innenraum.

Bordtechnik-Bewertung: Von Beleuchtung bis Bordbatterie

Für die Innenraumbeleuchtung des Feeling setzt Eriba lobenswerterweise komplett auf effiziente LED-Technik. Das schont die Bordbatterie und sorgt für eine gute Lichtausbeute. Probleme haben bisher eigentlich nur die drei berührungsgesteuerten LED-Spots in der Küche bereitet: Wird die Bordspannung über den 12-V-Trennschalter im Eingangsbereich aktiviert, gehen alle drei Spots an und müssen zum Abschalten einzeln angetippt werden. Als Schwachstelle hat sich die mittlere der drei Leuchten herauskristallisiert: Beim Kochen im Dunstabzugsbereich des Herdes montiert, entwickelt die Touch-Lampe zeitweise ein Eigenleben, wobei sie sich von allein an- oder ausschaltet. Ein herkömmlicher Schalter wäre hier sicherlich weniger anfällig.

Die Schaltung der Lesespots an Bett und Sitzgruppe ist ebenfalls verbesserungswürdig: Auf den angenehm gedimmten Einschlaf-Modus, bei dem nur ein Ring um den berührungsempfindlichen Bedienknopf blau leuchtet, folgt nochmals die volle Lichtleistung, bevor sich die LED-Spots löschen lassen.

Eriba Feeling 425 Foto: Philipp Heise
So spektakulär kann man den Eriba Feeling beleuchten.

Dank Bordbatterie und Warmwasserversorgung lässt sich der Feeling ein paar Tage autark nutzen, ohne die Batterie des Zugfahrzeuges leerzusaugen. Dabei drängt sich allerdings die Frage auf, warum der Feeling trotz ausreichend groß dimensioniertem Warmwasserboiler nicht über eine Duschvorrichtung verfügt. Die Antwort liefert ein Blick in die Ausstattungsliste: Wer das Schlafdach ordert, muss sowohl auf eine Markise als auch auf die Duschvorrichtung verzichten.

Etwas mehr Informationen hätten wir uns über den Ladezustand der 95 Amperestunden starken Bordbatterie oder über den Füllstand des45-Liter-Frischwassertanks gewünscht. Ein entsprechendes Display wäre hier eine willkommene Ergänzung der Ausstattung.

So schlägt sich der Eriba Feeling im Winter

Seine Wintertauglichkeit hat der Eriba direkt zu Beginn seines Testzeitraumes unter Beweis stellen können. Dank doppelter Kederleiste sogar mit passendem winterfestem Vorzelt. Durch seine hochwertige PU-Schaum-Isolierung in den Glattblechwänden hält der Caravan die Kälte draußen – zumindest solange das Schlafdach geschlossen bleibt.

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Bei tiefen Außentemperaturen haben wir die einfache Thermostatregelung und die nahezu geräuschlos arbeitende Truma-Combi-4-Heizung schätzen gelernt. Die Wärmeverteilung gab uns dabei ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Ein Vorteil der Schlafdachausführung: Der Kamin der Heizung ist in der linken Seitenwand untergebracht, somit ist auch bei Neuschnee keine separate Verlängerung nötig.

Für das letzte Drittel des Dauertests bleibt abzuwarten, ob der Eriba Feeling 425 den weitestgehend positiven Eindruck untermauert oder ob sich doch noch Schwachstellen zeigen. Eines ist trotz fortgeschrittener Saison unverändert: Der Einsatzkalender ist nach wie vor gut gefüllt. Neben einigen Wochenendtrips an den Hockenheimring geht im Oktober auf größere Tour durch Italien. Für Camping-Abenteuer mit offenem Dach und hoffentlich jeder Menge ungetrübtem Spätsommer-Feeling.

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