Tabbert Da Vinci 540 DM im Test

Wuchtiges Familienmodell mit Etagenbett

Tabbert Da Vinci 540 DM im Test Tabbert Da Vinci 540 DM im Test Tabbert Da Vinci 540 DM im Test Tabbert Da Vinci 540 DM im Test 22 Bilder

Seit drei Jahren stehen die Finest-Edition-Sondermodelle für ein fettes Ausstattungsplus bei schlanken Aufpreisen. 2019 ist der Da Vinci an der Reihe. Test des Familiengrundrisses mit Etagenbett.

Es wird zur Tradition bei Tabbert: Eine Saison vor der tiefgreifenden Modernisierung einer Baureihe wird sie als Finest Edition noch mal richtig lecker gemacht: 20 feine Zutaten gibt es für alle elf Da-Vinci-Grundrisse. So ist unser Testwagen, ein wuchtiges Familienmodell, mit Glattblechwänden, Rahmenfenstern, Alufelgen und beleuchteter Kederleiste deutlich schicker unterwegs als die hammerschlagbeplankte Basisversion. Mit der teilt er sich jedoch den klassischen Wandaufbau mit Holzeinlegern und EPS-Isolierung und das einzigartige Doppeldach, dessen zusätzliche Mineralwolle-Isolierung bessere Wärme- und Geräuschdämmung verspricht.

Tabbert Da Vinci 540 DM im Test Foto: Andreas Becker
Als Finest Edition hat der Da Vinci 540 DM Glattblechseitenwände, Rahmenfenster, Alufelgen und eine beleuchtete Kederleiste an Bord.

Natürlich sind 26.899 Euro eine Stange Geld. Doch der Finest Edition 540DM ist ein 2,50-Meter-Premium-Wagen, der mit identischer Ausstattung als Nicht-Sondermodell 31.654 Euro kosten würde. Die Ersparnis beläuft sich somit auf stolze 4755Euro.

In den Innenraum des fast acht Meter langen Stockbett-Boliden geht es über eine abgesenkte Stufe (46 Zentimeter Einstiegshöhe) mit beleuchtetem Tabbert-Schriftzug. Schade ist, dass die herausstehende Insektenschutztür fünf Zentimeter Einstiegsbreite kostet.

Die Raumaufteilung des 540DM ist ungewöhnlich: Der großzügigen Grundfläche zum Trotz wirkt er enger und verwinkelter als konservativer geschnittene Wagen seiner Größe. Verantwortlich dafür ist der Zickzackkurs des Durchganges, der sich vom Heck aus erst um die Sitzgruppe und anschließend um die hervorstehende, hochgesetzte Spüle schlängelt, bevor er am zweiteiligen Bad endet. Doch mit dem 27.399 Euro teuren, jedoch 2,30 Meter breiten 550 DM hat Tabbert auch einen weniger experimentellen Familien-Spezialisten im Programm.

Nicht trendig, aber dafür edel ist das dunkle Holzdekor. Für Kontraste dazu sorgen ein umlaufender weißer Kunstleder-Zierstreifen und der Boden in hellem Dielen-Design. Auf welchem Niveau sich der Möbelbau mit stabilen Aufstellern und Chromgriffen bewegt, zeigt unter anderem die geringe Anzahl sichtbarer Möbelverbinder. Kurz zusammengefasst: Das Tabbert-Mobiliar ist nicht nur stabil konstruiert und sauberst installiert, sondern wirkt auch wie aus einem Guss. Ein Kritikpunkt, den das dunkle Möbeldekor aufdeckt, ist fehlendes Tageslicht von oben: Ein Midi-Heki im Heck und eine Mini-Version im Bug sind für diesen Grundriss zu wenig.

Komfortable Sitzt- und Schlafgelegenheiten

Tabbert Da Vinci 540 DM im Test Foto: Andreas Becker
Im Bug liegen zwei Watergel-Matratzen (15 cm) auf einem flexiblen Tellerfederrost mit aufstellbarem Kopfteil, das sorgt für einen exzellenten Schlafkomfort trotz zweiteiligem Aufbau.

Bei den Themen Sitzen und Schlafen macht Tabbert mit der Finest Edition alles goldrichtig. Die mittige Dinette verwöhnt dank ergonomisch ausgeformter Rückenlehnen und Sitzflächen mit aufgepolsterter Oberschenkelauflage mit hervorragendem Komfort. Auf den breiten Bänken findet eine vierköpfige Familie locker Platz. Trotzdem wartet an der Stirnseite ein weiterer Sitzplatz, der sich durch den auszieh- und erweiterbaren Einhängetisch schön integrieren lässt. Nachteil: Ausgezogen versperrt der Tisch den Durchgang fast vollständig. Anders als die Sitzmöbel wird das Doppelbett im Bug erst durch die Finest Edition zum Highlight: Komfortschlafsystem heißt die einzeln 349 Euro teure Position, die den Eltern einen Tellerfederrost und eine Watergel-Auflage beschert. Wie formidabel die 15 Zentimeter dicken Matratzen sind, beweist die Tatsache, dass der Spalt zwischen ihnen kaum spürbar ist. Gründe für die Matratzen-Trennung sind das vereinfachte Beladen des Bettstauraumes und die separat aufstellbaren Kopfteile. Störend ist dagegen der beengte Fußschacht unter dem Überbau der Küche. Mit nur 27 Zentimetern entspricht er in etwa der Schuhgröße 43.

Die Etagenbetten sind zwar länger als das Elternbett, mit Schaumstoffmatratzen und schlichten Lattenrosten aber wesentlich simpler ausgestattet. Licht und Luft lässt das große Heckfenster herein, während abends zwei Bettlampen mit Nachtlichtfunktion die Beleuchtung übernehmen. Einen Sinn fürs Praktische beweist Tabbert mit dem zweiteiligen Herausfallschutz, der sich zum Bettenmachen mit zwei Schrauben flugs entfernen lässt. Weitere Punkte sammelt die Klappfunktion des unteren Bettes, die einen großen Stauraum im Caravan-Heck ermöglicht. Eine Garagentür ist für 366 Euro erhältlich.

Die L-Küche des Da Vinci setzt sich aus drei Arbeitsbereichen zusammen: Den tiefsten Teil in der Mitte füllt ein solider Dreiflammkocher mit Gussrost und Zündhilfe. Das erleichtert den Blick in die Töpfe, erschwert aber die Reinigung, da die Rundspüle im höheren linken Schenkel der Küche eingelassen ist. Für Kochvorbereitungen und eine Kaffeemaschine eignet sich die Fläche auf dem Unterbaukühlschrank am besten. Doch dessen 95 Liter Nutzvolumen sind für einen 2,50-Meter-Caravan mit bis zu sechs Schlafplätzen zu wenig. Gut gelungen ist dagegen das von einem Baldachin überspannte Oberschrank-Ensemble, bestehend aus Vitrine, Hängeschrank und Fernsehkästchen mit Rolltür. Punktabzug gibt es indes für den nicht kindgerechten Lichtschalter an der Küchenrückwand.

Tabbert Da Vinci 540 DM im Test Foto: Andreas Becker
Neben drei verschieden hohen Arbeitsflächen gibt es eine beleuchtete Vitrine und einen Fernsehschrank mit Rolltür.

Klassisch aufgeteilt, sind Bad und Waschbereich neben dem Hauptbett im Bug untergebracht. Während der Waschtisch viel Stauraum bietet, sorgt die kleine, schlecht ausgeleuchtete Spiegelfläche für Unmut. Am darunterliegenden Waschbeckensamt edler Schwenkarmatur gibt es nichts auszusetzen: Es ist groß und gut nutzbar. Für die Banktoilette im Bad mit Ausstellfenster trifft Letzteres leider nicht zu: Die insgesamt zu kleine Öffnung der Toilettenschüssel und deren Einbauposition nah am Schrank machen es schon einem durchschnittlich großen Mann nahezu unmöglich, im Sitzen zu urinieren. Auf der Habenseite des Bades steht die komplette Duschausstattung.

Fehlende Garderobe – aber genügend Stauraum

Wichtige Kaufkriterien für einen Familiencaravan sind auch Stauräume und Zuladung: Aufgelastet auf 1.900 Kilogramm dürfen akzeptable 204 Kilogramm Reisegepäck mit an Bord. Sperriges ist in einem der beiden Bettstauräume gut aufgehoben. Für Kleidung gibt es neben dem Kleiderschrank auch einen gut nutzbaren, deckenhohen Wäscheschrank. Ergänzend bietet die linke Sitztruhe Raum, der dank kurzer Stauklappen leicht zugänglich ist. Vermisst haben wir eine richtige Garderobe und eine Schuhklappe. Für Jacken gibt es lediglich ein Paar Haken an der Aufbautür.

Beim Thema Bordtechnik und Sicherheitsausstattung macht Tabbert keine Kompromisse: Neben der großen S 5004-Heizung, Tuma-Therme und Rahmenfenstern mit Sperrknöpfen überzeugt auch die Gasanlage mit Monocontrol, Gasfilter und Crashsensor. Damit dieser möglichst nie zum Einsatz kommt, sind Antischleudersystem (ATC), Antischlingerkupplung (AKS), selbstnachstellende Bremsen (AAA) sowie eine im Bugrad integrierte Stützlastwaage mit an Bord. Einzig den Hinweis auf den richtigen Reifenfülldruck haben wir sowohl am Radlauf als auch im Gaskasten vermisst. Da hilft nur der Blick in die Bedienungsanleitung.

Das fiel uns auf

 Das Komfortschlafsystem mit Tellerfedern als Unterbau wird seinem Namen in jeder Form gerecht.
 Zum Beladen lässt sich die Schottwand des unteren Bettes einfach nach oben herausziehen.
 Schwenkbar montiert, kann der Fernseher vom Bett oder von der Sitzgruppe aus genutzt werden.

  Viel Platz, aber eine offene Ecke im Dachschrank überm Bett, in der Kleinkram verschwindet.

 Die knappe Öffnung der Toilette erschwert Männern das Urinieren im Sitzen.
 Halogenlampen sind wegen ihrer Hitzeentwicklung und ihres Stromverbrauchs nicht zeitgemäß.

Der Tabbert Da Vinci 540 DM im Überblick

  • Schlafplätze: 4+2
  • Zul. Gesamtgewicht: 1.900 kg
  • Gesamt Länge/Breite/Höhe: 7,85/2,50/2,65 m
  • Grundpreis ab 24.830 Euro

Innenraumausstattung

Alle Angaben (l x b bzw. b x h x t)

  • Sitzgruppe 113 x 47 cm (li)/113 x 47 cm (re), ergibt Umbaubett 194 x 113 cm plus Zusatzsitz gegenüber 79 x 44 cm. Erweiterbarer Einhängetisch 115/153 x 64 cm. 4 Hängeschränke mit offenen Ablagen darunter.
  • Küchenblock 173 x 103/92/102 x 97/57/64 cm. Unterschrank mit 2 Schubladen und Klappenstaufach sowie Unterschrank mit 2 Einlegeböden. 2 Hängeschränke, 4 offene Ablagen, beleuchtete Vitrine und 4 Wandschienen.
  • Doppellängsbett zweigeteilt 198 x 156/128 cm; Watergel-Matratze (15 cm) auf Tellerrost, Holzrahmen mit Hydraulik- Aufstellern und aufstellbaren Kopfteilen. Darunter Stauraum, mit Truma-Therme. 4 Hängeschränke mit offenen Ablagen.
  • Kleiderschrank 65 x 120 x 59/51 cm, beleuchtet. Zus. Wäscheschrank36 x 197 x 59 cm mit 4 Einlegeböden. 2 Jackenhaken an der Aufbautür.
  • Sanitärraum 73 x 196 x 108/94 cm mit Ausstellfenster und Pilzlüfter, abgedichtete Bodenwanne mit Eckablauf, Papierhalter, klappbare Trockenstange, 2Handtuchhaken, zweitüriger Schrank mit darüberliegender Ablage.
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Daten und Messwerte

Karosserie

  • Aufbau: Sandwichbauweise mit EPS-Schaumisolierung. Dach GfK (58 mm), Seitenwände Alu-Glattblech(31 mm), Bug/Heck Glattblech. Boden Sperrholz-Sandwich (47 mm). Deichselkasten aus ABS, Deckel an Parallelogramm-Beschlag. Zweiteilige Aufbautür 175 x 50 cm mit Fenster, Ablagefach und Mülleimer, Einstiegshöhe 46 cm mit abgesenkter und beleuchteter Trittstufe. Serviceklappe 96 x 27 cm.
  • Anbauteile: Heckleuchtenträger mit Opferecken und Rangierstange. Bugelemente aus ABS, integrierte Rangiergriffe.
  • Fenster/Hauben: 6 Ausstell-Rahmenfenster mit Rastaufstellern, Duoplissee-Verdunkelung, Mini- und Midi-Heki.

Möbel

  • Material/Beschläge: Sperrholzmöbel mit Metallscharnieren, integrierten Federaufstellern, Küchenschubladen mit Selbsteinzug.Drehstangenschloss Schrank, Magnetfallenschloss Badtür.

Bordtechnik

  • Gas/Heizung: Monocontrol mit Crashsensor. Gasheizung Truma S 5004, 12-Volt-Gebläse, 4 Ausströmer (2 x Sitzgruppe, Eingang, Bad), perforierte Warmluftschläuche.
  • Wasseranlage: 45-Liter-Frischwassertank mit Tauchpumpe, F.-Anzeige,Truma-Therme.
  • Elektrik: Umformer Schaudt CSV 402, 400 W. 8 Steckdosen (2 x TV-Platz, Sitzgruppe, 2 x Küche, Bad, Bett, außen), USB-Anschluss in der Küche.
  • Beleuchtung: Deckenleuchte, Ambientebeleuchtung, 5 Lesespots, zwei Kinderbettleuchten mit Nachtlichtfunktion, LED-Leuchtstab und 4 LED-Spots als Küchenarbeitslicht, Halogen-Spot und Ambientebeleuchtung im Bad. 2 Halogen-Spots im Waschbereich, Vorzeltleuchte mit Bewegungsmelder, beleuchtete Kederleiste.
  • Küchenausstattung: Dreiflammkocher mit Zündhilfe, Rundspüle mit abgesetztem Hebelmischer. Kühlschrank Dometic RMS 8550 mit 95 Liter Nutzinhalt und 12 Liter Gefrierfach.
  • Sanitär:Thetford-Banktoilette C402X, Kunststoffwaschbecken mit separatem Hebelmischer.

Preise

  • Grundpreis 24.830 Euro
  • Testwagenpreis: 28.329 Euro

Wertung

  • Wohnen 3,5
  • Beladen 3,2
  • Technik 3,8
  • Fahren 3,9
  • Preis & Service 3,6

Fazit

Ein tolles Angebot

Qualitativ bewegt sich der Da Vinci als Finest Edition auf hohem Niveau und überzeugt mit exzellentem Sitz- und Schlafkomfort. An Möbelbau und Sicherheitsausstattung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Weniger überzeugend: die teilweise veraltete Beleuchtung, die verwinkelte Raumaufteilung des 540 DM und sein knapper Unterbaukühlschrank. Da ist es gut zu wissen, dass es alle elf Da-Vinci-Grundrisse als Finest Edition gibt. Die 2.000–3.000 Euro Aufpreis für das Sondermodelllohnen sich damit auf jeden Fall.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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