Probleme mit dem Wohnwagen-Kühlschrank

Eine Lösung für alle Probleme

Peugeot 5009 Foto: Dieter S. Heinz 16 Bilder

Den Caravan-Kühlschrank während der Fahrt zu betreiben wird zunehmend komplizierter. Nur eine einzige Praktikable Lösung zeichnet sich ab. CARAVANING zeigt wie sie aussieht.

Moderne Kühlschränke verfügen über die Möglichkeit, die Energiequelle zu wählen: Gas oder 230 Volt im stationären Betrieb, 12 Volt für unterwegs. Doch der 12-V-Modus gestaltet sich zunehmend komplizierter, und – Hand aufs Herz – im Hochsommer war er eh nie besonders effizient. Darum hatten alte Hasen früher den Kühli während der Fahrt auf Gasbetrieb eingestellt. Das war recht wirkungsvoll und bei fehlender 12-Volt-Versorgung im Caravan ohnehin die einzige Lösung.

Energietransfer zwischen PKW und Wohnwagen
Funktionen der Anschlussdose

CARAVANING hat schon verschiedentlich über die Problematik bei der 12-Volt-Kühlung berichtet; elektrische Lösungen zeichnen sich bislang nicht ab. Im Gegenteil. Einerseits werden Hersteller wie Camper immer wieder mit den Grenzen der Physik konfrontiert, und in so manchem Wohnwagen ist der 12-Volt-Betrieb für unterwegs neuerdings gar nicht mehr vorgesehen. So wie es aussieht, bleibt weiterhin nur eine praktikable Lösung: das Kühlen mit Gas.

Problem 1. Leitung nicht angeschlossen

Völlig chancenlos ist der Kühlschrank, wenn die Anschlussdose der Anhängekupplung nicht normgerecht verkabelt ist. Entscheidend sind die Anschlussleitungen an Pin 10 und 11, die Strom zum Hänger liefern, wenn die Zündung im Zugfahrzeug an ist und der Motor läuft. Gerade bei Importfahrzeugen oder wenn eine Hängerkupplung nachgerüstet wurde, ist längst nicht sicher, dass diese Leitungen, über die auch eine eventuell vorhandene Autarkbatterie im Caravan geladen werden soll, vorhanden sind.

Nachrüstung Foto: P. Heise
Nur wenn die Anschlussdose der Kupplung komplett verkabelt ist, wird der Kühlschrank über die Anschlusspins 10 und 11 überhaupt versorgt.

Tatsächlich werden für Anhängekupplungen meist zwei unterschiedliche Kabelsätze angeboten: einmal ohne und einmal mit Leitungen für den geschalteten Plus. Letztere können bis zu 100 Euro teurer sein, und auch der Montageaufwand ist entsprechend höher. Doch selbst wer eine voll verkabelte Anschlussdose hat, kann Kühlprobleme unterwegs nicht ausschließen.

Problem 2. Verluste in den Zuleitungen

Entscheidend ist, was hinten rauskommt, denn jedes Kabel hat einen Eigenwiderstand. Der steigt, je länger und dünner die Leitung ist. Stehen vorne am Kabel die rund 14 Volt der Lichtmaschine an, so nimmt diese Spannung mit jedem Meter Distanz zu ihr ab. Auch die Stromstärke ist von Bedeutung, weshalb der leitungsbedingte Spannungsverlust beim großen 150-Liter-Kühlschrank höher ausfällt als bei der kleineren 90-Liter-Version.

Kühlen unterwegs Foto: Dieter S. Heinz, P. Heise, Schaudt
Spannungsverlust in den Leitungen.

Denn es kommen unterschiedlich ausgelegte Heizpatronen für die Absorberkühlschränke zum Einsatz. Unsere Rechnung für das Diagramm zeigt, wie viele Volt zwischen Lichtmaschine und Kühlschrank schon rein physikalisch auf der Strecke bleiben. Am Elektroblock lassen sich meist weniger als 13 statt der eingespeisten 14 Volt messen, bis zum Kühli fällt der Wert weiter ab. Bei 11 Meter Distanz kann dieser Spannungsverlust schon zwei Volt ausmachen, Auswirkungen auf die Kühlleistung nicht ausgeschlossen.

Problem 3. Moderne Autos liefern viel zu wenig oder keine Spannung

Ein echtes Problem ist die Tatsache, dass moderne Autos während der Fahrt ganz einfach den Generator – umgangssprachlich die Lichtmaschine – abkoppeln. Denn der schluckt Motorleistung, was letztlich Verbrauch und Abgaswerte steigert. Der gesamte Strombedarf wird während dieser Abschaltphasen allein von der Batterie gedeckt, die gerade mal 12 Volt liefert.

Stromversorgung Foto: Dieter S. Heinz, P. Heise, Schaudt
Wenn das Energiemanagement moderner Autos die Lichtmaschine abkoppelt, liegen am Kühlschrank über weite Strecken längst keine 12 Volt mehr an.

CARAVANING überprüft das Verhalten der Zugfahrzeuge mit einem Datenlogger, der die am Kühlschrank anliegende Spannung während der Fahrt aufzeichnet. Das Beispieldiagramm oben zeigt, dass über längere Zeit weniger als 10,5 Volt anliegen. Unterversorgung herrscht vor allem bei Konstantfahrt und beim Beschleunigen. Beim Bremsen oder Fahren mit Licht schaltet sich flugs die Lichtmaschine wieder zu und die Spannung steigt. Den Kühlschrank trifft also keine Schuld, er tut, was er kann. Ohne genügend Spannung bleibt die Kühlleistung eben auf der Strecke.

Problem 4. Ein Booster stößt an die Grenzen der Physik

Schön wäre es, wenn die im Caravan ankommende Spannung einfach wieder auf ein brauchbares Niveau angehoben werden könnte. Das geht tatsächlich – Booster heißt das Zauberwort. Das sind Geräte, die im Wohnwagen unterwegs eine Bordbatterie sauber aufladen können, wie beispielsweise der WA1208 von Schaudt. Der Gedanke liegt nahe, solch einen Booster auch dem Kühlschrank vorzuschalten. Die Crux an der Sache ist einmal mehr die Physik: Die elektrische Leistung wird durch Spannung und Strom bestimmt; sinkt die Spannung, muss der Strom steigen. So zieht der große 170-Watt-Kühlschrank bei 14 Volt schon 12,2 Ampere.

Soll ein Booster bei angelieferten 10 Volt ebenfalls die 170 Watt ausspucken, müsste er theoretisch 17 Ampere ziehen. Wirkungsgradverluste nicht eingerechnet. Die Absicherung im Zugfahrzeug (meist 15 A) lässt jedoch eine sichere Entnahme von nur 13,5 Ampere zu. Da wäre im Fall unseres 170-Watt-Kühlis bei 12,6 Volt das Limit erreicht. Batterielade-Booster sind somit ungeeignet, weil ohnehin auf acht Ampere ausgelegt

Die einzige Lösung – Ein Gasregler mit Crashsensor

Der Ausweg aus dem Dilemma ist der Betrieb des Kühlschranks während der Fahrt mit Gas. Doch schreibt die europäische Heizgeräterichtlinie vor, dass auch im Caravan nach einem Leitungsabriss infolge eines Unfalls keinerlei Gas austreten darf. Dem wird ein spezieller Gasregler gerecht, den Truma im Programm hat, die Monocontrol CS für eine oder die Duocontrol CS für den Betrieb mit zwei Gasflaschen. Bei beiden sitzt eine Stahlkugel mittig in einer Halterung und hält dadurch das Gas-Absperrventil offen.

DuoControl CS Foto: Dieter S. Heinz
Die Lösung für den Gasbetrieb unterwegs besteht aus der Truma Duocontrol CS mit Crashsensor, zwei Gasfiltern und passenden Hochdruckschläuchen.

Schon bei einem geringen Aufprall fällt die Kugel aus der Becherhalterung, das Ventil schließt die Gaszufuhr. Zusätzlich müssen noch Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung verwendet werden. Die Anlage für zwei Flaschen kostet rund 350 Euro, dazu kommen noch Einbaukosten je nach Aufwand zwischen 60 und 140 Euro. Obacht: Beim Betrieb mit Gas muss der Kühlschrank an Tankstellen, auf Fähren und während des Transports mit Abschleppfahrzeug abgeschaltet werden.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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