Schritt für Schritt zum Profi-Camper

8 Fahrtipps fürs Caravan-Gespann

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Die erste Fahrt mit dem Gespann ist ein kleines Abenteuer. Damit Sie nicht auf der Strecke bleiben, zeigt CARAVANING, worauf Sie im Verkehr achten müssen, wenn sie mit dem Wohnwagen unterwegs sind.

Endlich ist es so weit: Die erste richtige Tour mit dem Caravan steht an. Bevor Sie sich ins Vergnügen stürzen, sollten Sie sich aber erst einmal an die neuen, größeren Dimensionen gewöhnen. Länge, Breite und Höhe sind im Vergleich zum Pkw schon eine andere Hausnummer. Allein die Länge des Gespanns und der damit einhergehende größere Wendekreis machen in manchen Situationen bereits anderes Verhalten notwendig.

Caravan fahren und rangieren in der Stadt

Arbeitsalltag Wohnwagen rangieren: Da unsere Redaktion mitten in Stuttgart liegt, müssen wir unsere Test-Caravans immer wieder durch schmale Straßen manövrieren und auf engen Parkplätzen unterbringen. Manchmal wird das Fahren zum Beispiel mit großen Caravans daher zu einer Geduldsprobe. Vor allem das Einparken ist eine Kunst für sich. Während man beim kleineren Caravan noch alles im Blick hat, kann es mit einem großen Luxus-Wohnwagen schon mal eng werden.

Tipps Caravan-Fahren Rausfahren Foto: Lars Kohstall
Die Fahrt mit dem über neun Meter langen Caravan kann beginnen.

Um zu zeigen, dass man mit der richtigen Technik und etwas Übung trotzdem geht, haben wir mit dem über 7,95 Meter langen und 2,50 Meter breiten Hobby Prestige ein Video gedreht. Hier sieht man ganz genau: Bedingt durch die Tandemachsen am Caravan muss man sich auf ein besonderes Fahrverhalten einstellen, beispielsweise dass bei Kurven das lange Heck ausschwenkt. Chefredakteur Ingo Wagner zeigt im Film, worauf es ankommt.

Die 8 wichtigsten Fahrtipps fürs Wohnwagen-Gespann

1. Immer locker bleiben
Ganz wichig: Bleiben Sie stets gelassen. Jede noch so knifflige Situation lässt sich mit Ruhe und Umsicht meistern notfalls sogar mit Abkuppeln und von Hand wenden. Sollten Sie einmal nicht weiterkommen, scheuen Sie sich nicht, den Caravan abzuhängen und ihn von Hand zu schieben. Das ist umsichtig und nicht ehrenrührig.

2. Holen Sie sich Rangierhelfer
Sie müssen auch nicht alles alleine hinbekommen: Gerade beim Rangieren oder Einparken ist ein Helfer Gold wert. Bitten Sie, wann immer nötig, einen Einweiser um Hilfe. Als Faustregel gilt: Wenn der Einweiser Sie im Spiegel sieht, sehen Sie auch ihn. Besprechen Sie die Gesten im Voraus, der Abstand wird mit beiden Händen angezeigt.
Vier Augen sehen mehr als zwei. Das gilt auch für die Fahrt selbst: Wenn Sie unerfahren sind, sollten Sie sich voll auf das Gespann konzentrieren. Überlassen Sie die Navigation dem Beifahrer.

3. Spiegel richtig eintstellen
Einparken mit dem Gespann erfordert vor allem Übung. Stellen Sie zuerst die Außen- und die Weitwinkelspiegel ein: Sie sollten sowohl die Unterkante des Caravans als auch das Heck und die Umgebung desselben sehen. Haben Sie beim Fahren und Rangieren immer beide Seitenspiegel im Blick!

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Spezial- gegen Universal-Spiegel

4. Einschlagsrichtung = entgegengesetzte Fahrtrichtung des Caravans
Einer Besonderheit sollte man sich beim Rangieren mit dem Gespann bewusst sein: Wenn man nach links einschlägt, fährt der Caravan nach rechts und umgekehrt. Haben Sie sich an diesen Umstand erst einmal gewöhnt, ist der Rest nur noch Übungssache.

5. Den Wendekreis des Gespanns beachten
Damit sollten Sie sich vor der ersten Fahrt schon einmal vertraut machen: Die größeren Abmessungen des Gespanns haben ein paar ungewohnte Effekte. Zum einen muss man beim Abbiegen darauf achten, dass man nicht zu früh einschlägt und über den Bordstein poltert. Zum anderen darf man aber auch nicht zu weit ausholen, da der Gegenverkehr sonst gefährlich nahe rückt. Besondere Aufmerksamkeit sollte man vor allem bei langen Caravans auf das Heck legen, da es weit ausschwenkt und dabei den Nebenmann touchieren kann.

6. Wenn das Gespann schlingert: Bremsen!
Sollte das Gespann einmal schlingern, gibt es nur eines: Sofort abbremsen, damit es sich wieder stabilisiert. Damit man nicht aufsitzt, sollte auch bei Rampen und steilen Auffahrten ein Helfer parat stehen, denn das Caravan-Heck sinkt oft sehr weit ab.

7. Beim Fahren und Abstellen: Höhe und Breite nicht vergessen
Niedrige Äste oder Verkehrsschilder verursachen bei einem hohen Fahrzeug schnell ungewollten Kontakt. Der tote Winkel ist beim Gespann größer als beim Pkw – aufsteckbare Außenspiegel, die im Übrigen breiter als der Caravan sein müssen, verschaffen einen guten Überblick. Parkt man sein Gespann am Straßenrand, sollte man die aufgesteckten Außenspiegel abmontieren. Sonst besteht die Gefahr, dass ein unachtsamer Fußgänger dagegen läuft oder sie auf der Straßenseite sogar abgefahren werden.

8. Übung macht den Meister
Wenn Sie unsicher sind, besuchen Sie einen Übungsplatz. Dort können Sie in aller Ruhe testen, wie sich das Fahren mit einem Gespann anfühlt. Erkundigen Sie sich aber vorher, ob auf dem Platz Gespanne überhaupt erlaubt sind, ob die Zufahrt breit genug ist und wie es mit dem Versicherungsschutz aussieht. Wer Übung braucht, kann sich an einem Sonntag auf einem Supermarkt- oder Großparkplatz versuchen – dann kriegen Sie bald auch das größte Gespann in die Lücke.

Gespannfahren bei Schnee, Eis und Glätte

Wer im Winterhalbjahr oder in nördlichen Gefilden mit dem Gespann unterwegs ist, muss früher oder später mit Schnee und Eis rechnen. Das Gespann reagiert aufgrund seiner größeren Masse dabei anders als ein Pkw, was eine angepasste Fahrweise erforderlich macht. Prinzipiell gilt: Winterreifen und auf manchen Strecken auch Schneeketten sind ein Muss. Letztere sind vor allem auf festgefahrenem Schnee hilfreich, bei Glatteis entfalten sie nicht die gleiche Wirkung. Vor Kurven, Kehren oder auch vor dem oftmals vereisten Wartebereich vor Ampeln sollte man deshalb schon frühzeitig bremsen.

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Bei glatten Gefällstrecken ist ein ruckfreies Ansprechen der Radbremsen besonders wichtig. Ein Auflaufdämpfer und eine korrekt eingestellte Auflaufeinrichtung garantieren das. Aquaplaning kann bei starkem Regen eine Gefahr sein, eine umsichtige Fahrweise und genügend Profiltiefe der Reifen sind der beste Schutz. Es versteht sich von selbst, dass die Caravan-Reifen nicht hinter der Qualität der Pkw-Reifen zurückbleiben dürfen. Eine Schlechtwetterperiode kann auch schon im Sommer den Campingplatz auf der grünen Wiese in ein Schlammloch verwandeln. Traktionshilfen wie zum Beispiel Rampen oder Unterlegmatten aus Kunststoff leisten hier gute Hilfe. Sie können als Unterlegkeil, Anfahrhilfe oder auch Auffahrrampe verwendet werden. In jeder Situation gilt gleichermaßen: Ruhe bewahren.

Führerschein: Alter „Lappen“ oder neue Chipkarte

Das schönste Gespann bringt nichts, wenn man es nicht fahren darf.

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Diesbezüglich hat die ältere Generation einen Vorteil, denn wer den Pkw-Führerschein vor 1999 gemacht hat, hat beim Gespannfahren rechtlich keine Probleme. Er darf sämtliche am Markt vorhandenen Pkw-Caravan-Kombinationen bewegen. Anders sieht es hingegen bei Inhabern des neuen Führerscheins aus, die nur noch Fahrzeuge und Gespanne bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (zGG) bewegen dürfen.

Ab 2013 gibt es für diese Zielgruppe die Möglichkeit, durch ein eintägiges Seminar bei einer Fahrschule den sogenannten B-96-Führerschein zu erwerben. Mit ihm dürfen Gespanne bis zu 4,25 Tonnen bewegt werden. Eine andere Option ist der Anhängerführerschein BE, mit dem Anhänger bis zu 3,5 Tonnen zGG bewegt werden dürfen. Der Nachteil dabei: Es muss eine Prüfung abgelegt werden, diese entfällt beim B-96-Führerschein.

CARAVANING Basiswissen: Schritt für Schritt zum Proficamper

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