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Jährliche Dichtigkeitsprüfung für neue Caravans

Garantie erhalten und Wasserschäden vermeiden

Dichtigkeitsprüfung Foto: Dieter S. Heinz 8 Bilder

Die jähriliche Dichtigkeitsprüfung hilft bei alten Caravans, Wasserschäden zu vermeiden. Bei neuen sorgt sie für die Garantie-Erhaltung. CARAVANING war bei einer Prüfung dabei.

11.11.2017 Anne Mandel

Es ist der Alptraum aller Caravanbesitzer: Kleine, zu lange unbemerkte Lecks, durch die Wasser zwischen Außenhaut, Dämmung und Innenwand dringt. Dort entfaltet es mit der Zeit sein zerstörerisches Werk: Holz quillt und verrottet, der ganze Aufbau oder gar der Boden wird weich und löchrig.

Ursachen für die Undichtigkeit

Wie kann es überhaupt zu Undichtigkeiten kommen? Besonders gefährdet sind konventionell mit Holzeinlegern als Widerlager für Möbel und Co. aufgebaute Caravans. Dringt erst einmal Wasser ans Holz im Aufbausandwich vor, saugt es sich voll und fängt an zu schimmeln und zu verrotten.

Aus diesem Grund wird heutzutage immer häufiger auf Holz verzichtet. Ein quasi holzfreier Aufbau ist aber noch keine Garantie für ein dichtes Fahrzeug, denn Wasser findet auf vielen Wegen in den Caravan. Verbindungskanten, an denen die Dichtmasse spröde wird, lockere Schrauben, arbeitendes Material oder unsachgemäße Umbauten können zu Feuchteschäden führen.

Wie häufig passiert das? Rund 30 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage auf www.caravaning.de gaben an, dass sie bei ihrem Wohnwagen schon einmal einen Dichtigkeitsschaden reparieren lassen mussten. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, zeigt sie doch, dass auch im Zeitalter verbesserter Aufbautechnik Feuchteschäden noch immer ein Thema sind.

Anspruch auf Garantieleistungen

Hygrometer Foto: Dieter S. Heinz
Die Feuchtigkeit in den Aufbauwänden sollte gemessen werden.

Auch die Caravanhersteller wissen um die Gefahren von Undichtigkeiten und geben daher auf ihre Produkte eine Dichtigkeitsgarantie. Diese greift, wenn durch eindringendes Wasser Schäden am Aufbau entstehen. Da eine Garantie eine freiwillig zugesagte Leistung des Herstellers ist, kann er daran Bedingungen knüpfen. Im Fall der Dichtigkeitsgarantie ist eine jährliche, kostenpflichtige Dichtigkeitsprüfung obligatorisch. Diese muss bei einer autorisierten Servicewerkstatt durchgeführt werden, sonst verfällt der Anspruch auf Garantieleistungen. Wichtig: genau auf das Prüfungsintervall achten. Was bei der Inspektion zu tun ist, gibt der Hersteller seinen Händlern vor. Zur Kontrolle gehört unter anderem ein Rundum-Check der Wände und Dichtungen.

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Dichtigkeitsprüfung im Erwin Hymer Zentrum Stuttgart

Dichtigkeitsprüfung Foto: Dieter S. Heinz
CARAVANING recherchiert vor Ort.

Beim Lokaltermin im Erwin Hymer Zentrum Stuttgart konnte sich CARAVANING ein Bild davon machen, wie die Dichtigkeitsprüfung hier abläuft. Auch wenn es sich dabei um eine Standardprozedur handelt, gehört doch auch ein gewisses Maß an Erfahrung dazu, um alle neuralgischen Punkte zu finden und zu überprüfen. Das sind in erster Linie Kanten, Fugen, Fenster und das Dach, außerdem bei älteren Fahrzeugen ab etwa sechs Jahren der Unterboden. Zusätzlich zur Sichtprüfung kommt auch ein Feuchtemessgerät zum Einsatz. Mit seiner Hilfe werden Wände, Decke und Boden untersucht. Bis maximal 20 Prozent Feuchtigkeit darf das Messgerät anzeigen, das ist noch normal. Im Caravan werden bevorzugt kapazitive Messgeräte verwendet, die man nur auflegen muss – im Gegensatz zu Messgeräten mit Widerstandsmessung, wo zwei Spitzen in die Wand gepikst werden.

So lange gibt's Garantie bei den Herstellern

Die Dichtheitsgarantie ist bei allen Caravan-Herstellern unterschiedlich. So lange ist sie in Jahren:

  • Adria: 7
  • Bürstner: 5
  • Caravelair: 5/7 (7 Jahre bei Modellen mit GfK-Aufbau)
  • Dethleffs: 6
  • Eriba: 6
  • Fendt: 6
  • Hobby: 5
  • Kabe: 7
  • Knaus: 10
  • LMC: 12
  • Sprite: 10
  • Sterckeman: 5/7 (siehe Caravelair)
  • Tabbert: 10
  • Weinsberg: 10
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 10 / 2017 12. September 2017 82 Seiten Heftinhalt anzeigen
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