Praxis-Tipp: Beladung im Wohnwagen

Zugfahrzeug und Wohnwagen richtig packen

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Wer mit dem Caravan-Gespann verreist hat schnell mehr geladen als erlaubt. Mit diesen Tipps vermeiden Sie Bußgelder aufgrund von Überladung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie richtig packen.

Vorzelt, Tisch und Stühle müssen unbedingt mit. Auch die Getränkekisten und Konservendosen. Nicht zu vergessen Lektüre und Sportausrüstung. Dann dürfte für den Urlaub aber alles an Bord sein – und das Gespann hoffnungslos überladen? Wenn die Reifen des Caravans und der Hinterachse des Zugfahrzeugs langsam in den Radkästen verschwinden und die Deichsel in der Seitenansicht keine annähernd waagerechte Linie bildet, sind das deutliche Zeichen, dass mit der Beladung etwas nicht stimmt. Und das kann im In- wie im Ausland richtig ins Geld gehen.

Zuladung des Gespanns ermitteln

Ratgeber: Beladung, Kofferraum
Die Zuladung des Zugwagens verringert sich um die tatsächliche Stützlast.

Ob ein Gespann zu viel geladen hat, das entscheidet sich an mehreren Gewichtsgrenzen. Zugfahrzeug und Caravan können zusammen oder jeweils für sich überladen sein. Auch die Hinterachse des Zugwagens ist angesichts der Zusatzbelastung durch die Stützlast des Caravans heikel. Vor dem Packen sollte man daher einen Blick in beide Zulassungsbescheinigungen (Teil 1) werfen. Das zulässige Gesamtgewicht ist unter den Ziffern F1 und F2 zu finden, bei älteren Fahrzeugen im Ziffernfeld 15. So weiß jeder, wie viel Kilo Zugwagen und Caravan laden dürfen – wenn die Leergewichte bekannt sind. Also ruhig auch mal beide leer auf die Waage fahren.

Entscheidend sind die Leermasse und das technisch zulässige Gesamtgewicht, aus denen die jeweiligen Zuladungen resultieren. Ferner interessieren die Stütz- und Achslasten sowie beim Caravan der Reifentragfähigkeitsindex auf der Reifenflanke und beim Zugwagen zusätzlich die Anhängelast. Achten Sie außerdem auf Angaben zu einer etwaigen erhöhten Anhängelast, zur Tempo-100-Freigabe und zum zulässigen Zug-Gesamtgewicht.

Grundsätzlich sollten Zugwagen und Caravan mit Blick aufs Gewicht zueinanderpassen. Darauf sollte man beim Kauf von Hänger und Pkw achten. Wichtig zu wissen ist, dass sich mit einem Caravan am Haken die Zuladung des Pkw um die tatsächliche Stützlast verringert. Gleichzeitig darf der Anhänger – im Rahmen seiner zulässigen Gesamtmasse – um diesen Betrag schwerer sein als die Anhängelast.

Wichtig sind Leergewicht und Zuladung. Die Zuladung ergibt sich aus der Differenz des zulässigen Gesamtgewichts (zGG) und des Leergewichts. Wichtig: Achs- und Stützlast dürfen zusammen das zGG nicht übersteigen. Da die Zuladungen oft nicht üppig sind, heißt die Devise Gewicht sparen.

Kompliziert? Ein Beispiel: Der Pkw verfügt über ein zulässiges Gesamtgewicht von 2000 Kilogramm bei einer Anhängelast von 1500 Kilo. Die Stützlast liegt bei 75 Kilo. Dann darf der Anhänger maximal 1575 Kilo wiegen, damit die zulässige Anhängelast nicht überschritten wird. Obacht:  Nicht immer stimmen die für Zugwagen und Caravan ausgewiesenen Stützlasten überein. Entscheidend ist der kleinere von beiden Werten. Tipp: Die erlaubte Stützlast möglichst ausnutzen. Das verleiht dem Gespann höhere Fahrstabilität.

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Wie berechnet man das zulässige Gesamtgewicht?

Apropos Gespann – sein zulässiges Gesamtgewicht entspricht im Regelfall der Summe aus der Gesamtmasse des Pkw und der gebremsten Anhängelast. Auf ein niedrigeres zulässiges Gespanngewicht muss in den Papieren gesondert hingewiesen werden.

In Sachen Gewicht ist außerdem noch die 1:1-Regel von Belang. Sie besagt, dass die Gesamtmasse des Wohnwagens das Gewicht des leeren Zugwagens nicht übertreffen darf, eine von mehreren Voraussetzungen für die Tempo-100-Freigabe.

Mit den zulässigen Gewichtsangaben im Hinterkopf kann es ans Beladen gehen. Um Überladung zu vermeiden gilt es dabei ein paar Tipps zu beherzigen, um ein sicheres Fahrverhalten zu gewährleisten. Die oberen Schränke und Staufächer werden nur leicht beladen. Schwere Gegenstände möglichst tief und möglichst achsnah platzieren. Andernfalls könnten sie Kräfte freisetzen, die sich auf Stabilität, Kippneigung und Lenkgenauigkeit des Gespanns auswirken und zum gefährlichen Aufschaukeln des Caravans führen.

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Caravan und Zugwagen richtig packen

Das gleiche Pack-Prinzip gilt auch im Kofferraum des Zugwagens. Schwere Gepäckstücke ausreichend gesichert möglichst nahe der Hinterachse lagern. Die Ladungssicherung verdient im Zugwagen besondere Beachtung: Lose verstaute Gegenstände können bei Bremsmanövern andernfalls umherfliegen und die Insassen verletzen. Auch Haustiere gehören angeschnallt. 

Ist alles verstaut, bleibt oft die bange Frage nach dem Gewicht. Am besten wiegt man Pkw und Hänger im Leerzustand, dann beladen. TÜV oder Dekra sind dafür Anlaufstellen. Dort können auch die Achslasten ermittelt werden. So geprüft, kann die nächste Gewichtskontrolle ruhig kommen.

So sparen Sie Gewicht

Bereits ein paar einfache Tipps schaffen bei dem vermeintlich lästigen Problem Abhilfe. Bei der Beladung stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Was soll mit in den Urlaub, und wie soll es mit in den Urlaub? Zu Beginn jeder Reise deshalb überprüfen, ob treue Reisebegleiter durch Alternativen ersetzt werden könnten. Zum Beispiel wiegen Dosenkonserven deutlich mehr als Tütengerichte. Zubereitet werden können diese dann in Alutöpfen, als Geschirr empfiehlt sich leichtes Melamin-Geschirr.

  • Wassertank nicht voll machen, das spart viele Kilos
  • Alu-Gasflaschen statt Stahlflaschen verwenden, die wiegen nur die Hälfte 
  • Die Achs- und Stützlast beim Beladen im Auge behalten: Eine geschickte Verteilung des Gewichts sorgt für Fahrstabilität und somit Sicherheit
  • Die Dachlast abklären, bevor Gepäck dort transportiert wird 
  • Eine Packliste hilft, den Überblick zu bewahren.

Strafen für Überladungen

Laut dem aktuellen Bußgeldkatalog fallen bei einem Caravan mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu zwei Tonnen bei einer Missachtung der Vorschriften zwischen 10 und 235 Euro an – für Fahrer und auch Fahrzeughalter, sollte sich Letzterer ebenfalls im Zugfahrzeug befinden.

Bußgeldkatalog bei Überladung Deutschland

Verkehrsdelikt Caravan überladen

Bußgeld für Fahrer und Halter

Punkte

über 5 Prozent

10 Euro

über 10 Prozent

30 Euro

über 15 Prozent

35 Euro

über 20 Prozent

95 Euro

1

über 25 Prozent

140 Euro

1

über 30 Prozent

235 Euro

1

Ein Fahrverbot auf deutschem Gebiet gibt es nicht, dafür aber je nach Vergehen Post aus Flensburg. Denn übersteigt das Gesamtgewicht die zulässige Gesamtmasse um mehr als 20 Prozent, steigt das Punktekonto. Eine Weiterfahrt ist erst dann möglich, wenn das Gewicht Angaben gemäß reduziert wurde.

Bei unseren Nachbarn sieht die Rechtslage anders aus. Während zum Beispiel in Dänemark wortwörtlich jedes Kilogramm zählt, gibt es in anderen Staaten wie den Niederlanden, Schweden oder Schweiz eine feste Staffelung. Vielmehr unterscheiden sich die Länder aber in der Bußgeldhöhe: In Frankreich ist bei 750 Euro Schluss, in Österreich geht es da erst richtig los: Ab einer Überladung von 15 Prozent wird ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet.

Bußgeldkalatag Überladung Europa

Land

Toleranz

Strafe

Belgien

bis zu 2 Prozent

bis zu 330 Euro (Ausländer müssen bar zahlen)

Dänemark

bis zu 1 Prozent

Gestaffelt: 10 Euro je 1 Prozent Überschreitung

Frankreich

keine Toleranz

bis zu 750 Euro (bei mehr als 5 Prozent Überladung keine Weiterfahrt)

Großbritannien

keine Toleranz

bis zu 6000 Euro

Italien

bis zu 5 Prozent

bis zu 1700 Euro

Niederlande

bis zu 10 Prozent

bis zu 470 Euro

Österreich

keine Toleranz

bis zu 5000 Euro

Schweden

bis zu 1 Prozent

bis zu 400 Euro

Schweiz

keine Toleranz

bis 170 Euro (bei mehr als 5 Prozent Überladung Anzeige)

Spanien

bis zu 5 Prozent

bis 4600 Euro

Aber wie steht es eigentlich um die Strafzahlung im Ausland? Seit 2010 gilt der von der EU verabschiedete Rahmenbeschluss zur Geldsanktionsvollstreckung. Hört sich kompliziert an, ist in der Sache aber ganz einfach: Bußgelder im Ausland, die nicht sofort bezahlt werden, können auch ins Heimatland verschickt werden. Das soll den Straßenverkehr in Europa sicherer machen.

Richtig teuer kann es bei einem Unfall werden. Denn Bußgelder sind nur ein Aspekt, auf einen anderen weist Rechtsanwalt Rüdiger Zipper hin: „Besteht bei einem Unfall der Verdacht, dass die Unfallursache auf eine Überladung zurückzuführen ist, kann die Versicherung die Schadensbegleichung verweigern – unter Umständen sogar, ohne eine Toleranz einzuräumen. Ob dann ein 3,5-Tonnen-Gespann mit 3590 Kilo bereits als überladen gilt, muss ein Gericht entscheiden.“

Beladungs-Tipps kompakt

  • Zulässiges Gesamtgewicht und Achslasten beachten.
  • Schweres Gepäck nach unten und in den Bereich zwischen den Achsen packen.
  • Obere Staufächer nur mit leichten Gegenständen beladen.
  • Offene Ablagen während der Fahrt leer lassen.
  • Gegenstände in Innenraum und Garage rutschsicher verstauen.
  • Schränke mit Tür in Fahrtrichtung nicht schwer beladen.
  • Gepäck im Alkoven mit Netz sichern.
  • Maximalzuladung der Heckgarage und Auswirkungen auf die Gewichtsverteilung beachten.
  • Fahrräder auf Außenträger mit Schloss sichern.
  • Vor der Reise öffentliche Waage (TÜV, Dekra etc.) aufsuchen.

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