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Stromkabel am Wohnwagen reparieren

Soforthilfe wenn das Kabel schleift

Defektes Kabel Foto: Dirk Vincken, Ingo Wagner 16 Bilder

Durch das verletzliche Anschlusskabel des Caravans jagen Ströme und Impulse vom und zum Zugwagen. Beim Kontakt mit der Strasse kann das Kabel kaputt gehen. CARAVANING zeigt wie es geflickt wird.

25.06.2017 Dirk Vincken

Es gibt Momente im Camperleben, da ist gepflegtes Fluchen angesagt. So etwa, wenn trotz aller Sorgfalt das Anhängerkabel des Wohnwagens während der Fahrt unbemerkt durchhängt und auf dem rauen Asphalt schleift. Diese mörderische Tortur machen Gummimantel und Kabel im Innern nicht lange mit. Je nach Schwere führt das bis zum Totalausfall der Elektrik des rollenden Hauses. Und nun? Urlaubsfahrt gefährdet? Aber nein. 

Gehen wir mal vom unangenehmsten Fall aus, sprich: Es erwischt Sie unterwegs und nicht auf dem Campingplatz mit seinen vielen hilfsbereiten Mitmenschen. Nein, es muss sofort repariert werden, sonst dürfen Sie die Fahrt gar nicht fortsetzen – zumindest nicht mit angehängtem Caravan. Meist ist der Kabelbaum nicht vollständig durchtrennt, eher hat es „nur“ drei oder vier Kabel erwischt, die nun hässlich und blank aus dem eröffneten Kabelbaum blitzen. 

Express-Reperatur des Stromkabels am Wohnwagen

Nur zwei Dinge brauchen Sie für die Express-Reparatur, ein scharfes Messer/Cutter und ein robustes Isolierband. Und los geht’s: Trennen Sie den Gummimantel an der Schadstelle mit dem Messer rundum sowie in Längsrichtung zu beiden Seiten etwa handbreit auf – alles ganz behutsam, sodass die unverletzten Kabel das auch bleiben.

Durchtrennen Sie die beschädigten Kabel. Nun bündeln Sie die gesunden Kabel und ziehen diese zu einem Bogen zur Seite. Dadurch erhalten Sie ausreichend Arbeitsraum und können die Kabelenden leichter zusammenführen. Jetzt die zuvor gekappten Kabel sauber abisolieren und die offenen Kupferlitzen paarweise eng miteinander verdrillen. Den sich bildenden Steg umlegen und das Ganze gut mit Tape umwickeln. So gehen Sie Kabelpaar für Kabelpaar vor, zum Schluss das ganze Set fest zusammendrücken und als Ganzes nochmals eng umwickeln. Nun können Sie Ihre Fahrt fortsetzen, vorher noch alle Funktionen prüfen. 

Diese Improvisationslösung ist zwar technisch nicht zu beanstanden, doch ästhetisch ist das nicht. Hier kommt unsere Profi-Reparaturlösung ins Spiel – der Einsatz eines Sets aus fliegender Kupplung und Stecker. Dieses gibt es als Paar im gut sortierten Handel vor Ort oder im Internetkaufhaus. Unser Tipp: ein solches Set bereits vor Reiseantritt beschaffen und zum Werkzeug legen. 

Bei Variante 2 alle Kabel durchtrennen

Anders als bei Variante 1 werden hier sämtliche Strippen durchtrennt. Nachdem die beiden Kabelstümpfe durch das neue Gehäuse mit Dichtungen und Überwurfmutter gesteckt wurden und alle 2 mal 13-Kabel auf gleiche Länge abisoliert sind, werden die Enden sinn- und farbgemäß in den ihnen zugewiesenen Steckplätzen fest verschraubt. Der Rest ist einfach: Stecker und Gehäuse wie gewohnt miteinander verrasten, Funktionsprüfung, geschafft! 

Wer’s wieder original haben möchte, kauft sich beim Händler einen kompletten Ersatz-Kabelbaum. Dessen Weg von der Deichsel bis in den Innenraum verfolgen und das Altteil Schritt für Schritt lösen. Beim Durchfädeln des Ersatz-Kabelbaums auf penible Abdichtung mit geeigneten Materialien (Auskunft gibt der Händler oder Hersteller) achten. Nun noch die Kabel am Elektroblock einrasten oder nach Vorgabe verbinden.

Variante 1: Schritt für Schritt Anleitung

  1. Den Gummimantel aufschneiden und -ziehen, bis die Kabel gerade zum Vorschein treten. 
  2. Die verletzten Kabel im gesunden Bereich abtrennen und ca. 20 mm abisolieren. 
  3. Die unbeschädigten Kabel zu einer Schleife nach unten ziehen. 
  4. Zugehörige Kabelenden verdrillen, querlegen und einzeln isolieren. 
  5. Den Bogen fest andrücken, danach den gesamten Verbund mit Tape umwickeln.

Variante 2: Profi-Reparatur 

  1. Mit einem Seitenschneider die verletzten Kabel zu beiden Seiten der Schadstelle sauber abtrennen. 
  2. An allen 2 x 13-Kabeln mit einer Abisolierzange auf ca. fünf mm abisolieren. 
  3. Kabelpaket durch Gehäuse, Dichtungen und Überwurfmutter führen. Kabelenden nach Plan verschrauben. 
  4. Der 13-polige Kabeligel kurz vor dem Zusammenbau des fliegenden Steckers. 
  5. Letzte Kontrolle von korrektem Anschluss und festem Sitz aller 13 Schrauben. 
  6. Der Zusammenbau des Gegenstücks erfolgt analog. Verbindung herstellen, Funktionskontrolle über Zugwagen.

Variante 3: Aus alt mach neu 

  1. Fertig konfektionierte Ersatz-Kabelbäume gibt es für nahezu jeden Wohnwagen zu kaufen.
  2. Ausclipsen und Aushängen des beschädigten Kabelbaums bis zur Verteiler-/Anschlussstelle. 
  3. Sehr einfach ist der Wechsel, wenn fertige Verbindungselemente nur umgesteckt werden. 
  4. Am Elektroblock die alten Kabel ausrasten, anschließend die neuen 1:1 wieder einstecken.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
CAR 04/17
Heft 06 / 2017 9. Mai 2017 Heftinhalt anzeigen
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