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Unterbodenschutz für den Wohnwagen

So pflegen Sie Ihren Caravan richtig

Unterbodenschutz Foto: Dieter S. Heinz, Korrosionsschutz Depot, Archiv 17 Bilder

Auch der Unterboden braucht Pflege. Wir sagen, wie oft und womit, und zeigen zudem, wie und mit welchem Aufwand er sich im Falle eines Schadens reparieren lässt.

02.12.2017 Dieter S. Heinz

Nicht immer hilft das Stöbern im Internet weiter. Wer wissen möchte, ob, wie oft, und womit er den Unterbodenschutz seines Caravans nacharbeiten soll, trifft auf viele gut gemeinte Ratschläge – und nicht minder zahlreiche kontroverse Meinungen.

Unterbodenschutz Foto: Dieter S. Heinz, Korrosionsschutz Depot, Archiv

Und auch die Bedienungsanleitungen der Caravanhersteller helfen nur bedingt weiter. Bürstner und Dethleffs beispielsweise bleiben vage: „Der Unterboden des Fahrzeugs ist teilweise mit alterungsbeständigem Unterbodenschutz beschichtet. Bei Beschädigungen den Unterbodenschutz sofort ausbessern.“ Und weiter: „Nur vom Hersteller freigegebene Produkte verwenden.“ Beratung soll der Kunde bei Handelspartnern und Servicestellen bekommen. Einigkeit indes herrscht in dieser Aussage: „Flächen, die beschichtet sind, nicht mit Sprühöl behandeln.“ Es gibt allerdings auch Herstellerinformationen, in denen der Unterbodenschutz komplett ignoriert wird.

Diese Unterböden gibt es

Heutzutage üblich sind zwei unterschiedliche Bodenkonstruktionen: die klassische Holz-Sandwich-Bauweise, die auf einen Schutzanstrich angewiesen ist, und die modernere und pflegeleichtere GfK-Konstruktion. Für beide gilt gleichermaßen: Leicht muss die Bodenplatte sein, robust und langlebig sollte sie sein.

Der Klassiker: die viele Jahre bewährte Unterbodenkonstruktion mit  Sperrholzplatten, Holzgerüst, Styroporisolierung und Unterbodenschutz. Foto: Dieter S. Heinz, Korrosionsschutz-Depot, Archiv
Der klassische Unterboden: Sperrholzplatten, Holzleisten, EPS-Styroporisolierung und Unterbodenschutz.

Der Klassiker bedient diese Anforderungen mit einem Holzlattenfachwerk, das mit EPS-Styroporplatten ausgelegt und nach innen wie außen mit einer in etwa sechs Millimeter starken Pappelsperrholzplatte verklebt ist. Innen kommt gleich noch der PVC-Kunststoff-Bodenbelag mit in die Presse, und auf die Außenseite wird anschließend noch eine atmungsaktive, weil erstaunlich dünne Schicht Unterbodenschutz aufgetragen.

GfK-Bodenkonstruktionen finden zunehmende Verbreitung. Sie verzichten komplett auf Holzlatten als Trägermaterial sowie auf die äußere, mit Unterbodenschutz beschichtete Sperrholzplatte. Stattdessen werden stabilisierende Streben aus ebenso leichtem wie stabilem PU-Material eingelegt. Als Isolationsmaterial dient häufig geschlossenporiger XPS-Schaum, der im Gegensatz zu den bisher verwendeten EPS-Platten (vulgo: Styropor) keine Feuchtigkeit aufnimmt. Den Abschluss nach außen bildet eine lediglich 1,5 Millimeter starke, jedoch umso robustere Platte aus Glasfaserkunststoff. GfK ist besonders beständig gegen mechanische Belastungen wie gegen Witterungseinflüsse.

Inspektionen helfen beim Instandhalten

Unterbodenschutz Wohnwagen Foto: mail@ingolfpompe.de
Regelmäßige Kontrollen sind wichtig.

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig, egal um welche Bodenkonstruktion es sich handelt. In den ersten Jahren erfolgt dies im Rahmen der Dichtheitsgarantie. Später ist eine turnusmäßige Untersuchung spätestens alle zwei Jahre ratsam. Im Rahmen dieser Prüfungen wird in aller Regel selektiv auch die Unterbodenschutzschicht aufgefrischt – zumindest an neuralgischen Stellen wie etwa Fugen oder an Wandübergängen.

Ganz wichtig: Beschädigungen, die durch aufgewirbelte Steine oder andere scharfkantige Gegenstände entstehen können, sollten möglichst schnell instand gesetzt werden. Denn eindringendes Wasser kann – vor allem bei konventionellen Holzboden-Konstruktionen – erhebliche Langzeitschäden nach sich ziehen. Gleiches gilt, wenn sich an eng anliegenden Schürzen, an Spalten oder Durchbrüchen Schmutznester festsetzen, die Feuchtigkeit lange speichern. Und die lässt offenliegendes Holz auf Dauer faulen.

GfK-Böden sind zwar nicht ganz so anfällig, doch Risse oder gar Löcher im Glasfaserkunststoff, die nicht nur oberflächlich sind, müssen auch hier repariert werden. Dies übernimmt der Fachmann, der die schadhafte Stelle durch Laminieren ausbessert und, wenn gewünscht, der Optik wegen beilackiert. Der zusätzliche Einsatz von Unterbodenschutz-Materialien ist nach Aussage von Kundendienstfachleuten bei Unterböden aus GfK jedoch nicht erforderlich, auch nicht an Stößen oder Durchbrüchen.

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Werksseitig eingesetzte Materialien für den Unterbodenschutz von Caravans lassen sich problemlos auffrischen. Eine komplette, großflächige Nachbehandlung des gesamten Unterbodens ist jedoch in aller Regel nicht erforderlich. Ganz im Gegenteil: Es genügt, die kritischen Stellen, genau wie bei der Dichtheitsprüfung, in Augenschein zu nehmen, verdächtige Bereiche abzuklopfen und eigenartig dumpf klingende Stellen intensiver unter die Lupe zu nehmen. Gleiches gilt für Bereiche, an denen sich die vorhandene Schutzschicht ablöst oder aufwölbt. Auch hier ist rasch zu reagieren, bevor der Schaden größer und damit teurer wird.

Standard-Unterbodenschutze nützen nichts

Hinsichtlich der zu verwendenden Mittel kursieren mitunter abenteuerliche Empfehlungen. Absolut ungeeignet sind Standard-Unterbodenschutze, die auf dem lackierten Bodenblech von Autos zum Einsatz kommen, oder gar einfache Holzschutzlasuren aus dem Baumarkt – auch wenn im Netz mancher etwas anderes behauptet.

Die vom Hersteller auf Caravanholzböden aufgebrachte Schutzschicht ist in der Regel diffusionsoffen und wasserabweisend, ähnlich wie die Membran einer guten Regenjacke. Und das sollten auch die nachträglich verwendeten Mittel leisten. Nur dann nämlich kann die in Holz und Isolationsmaterial durch Temperaturunterschiede eingelagerte Luftfeuchtigkeit auch wieder nach außen abdampfen. Spezielle Produkte auf Bitumenbasis gibt es beispielsweise von Elaskon (Caravan C-UBS, 1-Liter-Spraydose, rund 17 Euro),von Dekalin (Dekaphon 9735, 500-ml-Spraydose, um 20 Euro) und das ebenfalls diffusionsoffene, auf Naphta basierende Mittel für die Fachwerkstatt namens „Unterbodenschutz Spezial“ vom Anbieter Würth.

Wer in Eigenregie den Unterbodenschutz nach- oder ausbessern möchte, sollte vorab unbedingt die Verarbeitungshinweise studieren. So muss der Untergrund stets sauber und fettfrei sein – und vor allem richtig trocken. Ideal ist es, wenn der Caravan vor der Behandlung einige Tage in einer trockenen, gut durchlüfteten Halle abgestellt werden kann. Sprühdosen vor dem Auftragen immer einige Minuten gut schütteln und dann den Unterbodenschutz in dünnen Schichten auftragen. Obacht: Der Ansaugstutzen der Heizung darf unter keinen Umständen durch Sprühnebel zugekleistert werden. So behält dann jeder Unterboden auf Dauer seine tragende Rolle.

Mittel zum Zweck

Unterbodenschutz Foto: Dieter S. Heinz, Korrosionsschutz Depot, Archiv

Spezialprodukte für den Unterboden müssen für Caravans geeignet sein und dürfen weder die vorhandene Schutzschicht noch Dichtmasse oder die Isolierung der Bodenkonstruktion angreifen. Owatrol-Öl ist stark hydrophob und verdrängt Feuchtigkeit sogar aus Holzböden. Die ideale Basis für eine erfolgreiche Reparatur. Gleiches gilt für KSD-Streichharz, das mit Härter gemischt und zur Reparatur beschädigter oder maroder Stellen eingesetzt wird. Der spezielle Caravanunterbodenschutz auf Bitumenbasis von Elaskon schließlich versiegelt instandgesetzte Bereiche, ergibt einen sicheren Schutz gegen Steinschlag und Korrosion und ist verträglich mit dem bereits ab Werk aufgebrachten Material.

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