Schritt-für-Schritt zum sauberen Wassertank

Keimfreies und gesundes Frischwasser

Anleitung zur Tankreinigung Foto: Ingolf Pompe, fotalie/Alexander Raths, Shutterstock 22 Bilder

Mit einer gründlichen Tankreinigung legt man den Grundstein für genießbares Trinkwasser im Caravan. CARAVANING nennt Reinigungsprodukte und erklärt das Vorgehen Schritt für Schritt.

Es gibt angenehmere Beschäftigungen, als die Wasseranlage des Caravans zu reinigen – trotzdem beißen mehr als 80 Prozent der Teilnehmer unserer Online-Umfrage regelmäßig in diesen sauren Apfel. Die Einsicht hat sich durchgesetzt: Eine saubere Wasseranlage ist das A und O für eine hygienisch unbedenkliche Wasserversorgung im Caravan. Leitungen und, vor allem, der Tank verlieren ihr blütenreines Innenleben leider mit der Zeit und werden ohne Pflege zu unappetitlichen Keimherden.

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Der Biofilm im Wassertank muss weg

Mit Bürste schrubben Foto: Ingolf Pompe, fotalie/Alexander Raths, Shutterstock
Den Biofilm mit der Bürste entfernen.

Das liegt am sogenannten Biofilm. Darunter versteht man eine schleimige Schicht, die sich um Mikroorganismen herum bildet. Biofilm ist das ideale Umfeld für Bakterienwachstum. Er entsteht in erster Linie in einer wässrigen Umgebung. In der Natur lebt übrigens die Mehrheit der Mikroorganismen in Biofilmen. In der Wasseranlage eines Caravans ernährt sich der Biofilm zum Beispiel von Schmutzpartikeln im Wasser, von Weichmachern, die im Plastik stecken, oder auch von Kalkbelägen.

Der Biofilm ist auch aus einem weiteren Grund ein idealer Lebensraum für Mikroorganismen: Er schützt seine „Bewohner“ vor äußeren Einflüssen wie pH-Wert- und Temperatur-Schwankungen, Chemikalien, UV-Strahlung sowie Nahrungsmangel. So nützlich diese Eigenschaften für Mikroorganismen auch sein mögen: Für denjenigen, der den widerstandsfähigen Biofilm entfernen will, verkompliziert es die Sache, denn viele Reiniger prallen sozusagen am Biofilm ab, anstatt in ihn einzudringen. Daher ist eine manuelle Reinigung mit der Bürste empfehlenswert, um den Biofilm aufzubrechen und den Weg für den Reiniger zu ebnen.

Hausmittel vs. professionelle Reinigungsmittel

Hausmittelchen wie Gebissreiniger zur Desinfizierung der Frischwasseranlage sind umstritten. Denn Gebissreiniger lösen keine Kalkablagerungen, sondern wirken nur bakterizid. Daher kann der Aktivsauerstoff nicht zu den Bakterien hinter den Kalkschichten vordringen und sie abtöten. Ein weiteres Problem sind nicht aufgelöste Bestandteile der Gebissreiniger­tabs: Sie können für Pumpenschäden sorgen und sich am Boden des Tanks sammeln, wo sie die Grundlage für neues Biofilmwachstum sind.

Multiman Foto: Ingolf Pompe, fotalie/Alexander Raths, Shutterstock
Multiman bietet aufeinander abgestimmte Produkte.

Zum Biofilmentfernen gibt es einige Reiniger auf dem Markt. Manche nutzen als Wirkstoff Chlordioxid, andere setzen auf Aktivsauerstoff oder Fruchtsäu­ren. Beliebt sind auch Boxen mit mehreren aufeinander abgestimmten Mitteln, wie zum Beispiel von der Firma Multiman. Hier sind die Gebinde farblich in Gelb, Rot, Schwarz und Grün sortiert: Von der Erst­reinigung von Trinkwasseranlagen in Neufahrzeugen bis zur Sanierung von Härtefällen ist für jede Eventualität etwas dabei.

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Certinox und Katadyn, beide aus derselben Firmengruppe, setzen ebenfalls auf das Boxensystem mit Reinigern und Konservierungsmitteln. Bei Dr. Keddo hat man die Wahl zwischen Reinigern auf Chlor- und auf Fruchtsäurebasis. Einem verschmutzten Füllstandsanzeiger im Wassertank soll das Mittel „Anzeigolan“ zu Leibe rü­cken. Egal, auf welchem Wirkstoff der Reiniger basiert: Ein vorsichtiger Umgang ist in jedem Fall angebracht, denn manche Bestandteile sind ätzend und führen zu erheblichen gesundheitlichen Problemen, wenn sie verschluckt werden oder mit Augen und Schleimhäuten in Kontakt kommen.

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Neben effektiven Reinigern ist der hygienische Umgang mit der Trinkwasseranlage und allen dazugehörigen Komponenten wichtig. So sollte auch der Wasserfüllschlauch regelmäßig gereinigt werden. Dazu füllt man den Reiniger in den Schlauch und hängt diesen dann mit den Enden nach oben für ein paar Stunden auf. Danach gründlich durchspülen.

Auch der Einfüllstutzen bedarf der Reinigung, soll er nicht in kurzer Zeit verkeimen. Mit herkömmlichen Bürsten kommt man hier nicht weit, zweckmäßig sind schmale Schlauchbürsten mit langem Stiel. Wie die Reinigung der Wasseranlage funktioniert, erfahren Sie links.
Auch wenn es Schöneres gibt, als zu putzen: Wer sich mindestens einmal im Jahr diese Mühe macht, wird deutlich länger Freude an seiner Wasseranlage und damit auch an seinem Reisemobil haben.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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