Caravan-Tour Wachau / Niederösterreich

Malerisches Donautal zwischen Melk und Krems

Dürnstein Foto: Thomas Cernak 11 Bilder

Die Wachau, das schmale, gerade mal 36 Kilometer lange Donautal zwischen Melk und Krems in Niederösterreich. Steile Reblagen und malerische Orte zwischen lieblichen Obstgärten sowie Burgen und Schlösser prägen ihr Bild.

1. Die genussreiche Gegend

Bei Familie Holzapfel im barocken Prandtauerhof in Joching im Herzen der Wachau werden jedes Jahr im Juli die Marillen erntefrisch eingekocht; sie bilden die Grundlage für ein ganzjährig offeriertes Menü aus Marillen-Gerstl-Risotto und Fisch in Marillensenfkruste. Die dazu passenden Weine des Hauses untermauern den exzellenten Ruf, den Karl Holzapfel genießt: Er zählt zu Österreichs besten Winzern. Zuständig für die delikaten Speisen sind Ehefrau Barbara und ihr Team. www.holzapfel.at

Einen guten Namen hat sich auch Bernd Pulker erarbeitet, der in Rührsdorf am Donau-Südufer einen Kultheurigen betreibt; dort kommt zu Omas Schweinsbraten auf Haubenniveau manch edle Weinrarität zum Ausschank. Die Zutaten liefern ausgesuchte Manufakturen aus der Umgebung. Bei schönem Wetter sitzt man draußen zwischen Rebgärten mit Blick auf das bezaubernde Tal. www.pulkers.at

Nikolaihof Foto: Thomas Cernak
Nikolaihof: Garant für lauschige Stunden bei Schrammelmusik und Kerzenschein.

Der besonder Tipp:

Urgemütlich ist‘s im Innenhof des Nikolaihofs in Mautern, des vielleicht ältesten Weinguts in Österreich. Serviert werden Produkte aus biologisch-dynamischem Anbau. www.nikolaihof.at

2. Die schönen Aussichten

Sonnenanbeter und Badegäste tummeln sich vergnügt auf der großen Donauwiese mit Naturstrand in Rossatz-Arnsdorf, direkt neben dem Campingplatz der Gemeinde. Das Ufer bietet einen prächtigen Ausblick hinüber auf die Silhouette von Dürnstein mit dem blau-weißen Glockenturm des Stifts – überragt von der berühmten Burgruine. In den Mauern dort wurde anno 1192 der englische König Richard Löwenherz bei der Heimkehr vom Dritten Kreuzzug aus Palästina für Monate gefangen gehalten.

Schloss Schönbühel Foto: Thomas Cernak
Wallfahrtskirche Maria Taferl mit Doppelturm.

Für erfahrene Wanderer empfiehlt sich der Aufstieg vom westlichen Ortsrand in Dürnstein über den Vogelbergsteig hinauf zur gleichnamigen Höhe (546 Meter). Diese etwas anstrengende Tour gilt als eine Top-Wanderung; sie führt durch ein Meer aus Felsen und eröffnet immer wieder überwältigende Talblicke. Den wohl spektakulärsten Wachaublick, insbesondere im Frühling und Herbst, genießen jene Besucher, die zur Ruine Aggstein hinaufsteigen.

Die sagenumwobene ehemalige Raubritterburg wurde häufig zerstört; gut erhalten ist dennoch der große Wehrgang. Das Burggasthaus verwöhnt die Wanderer mit feinen hausgemachten Mehlspeisen. Eine großartige Aussicht weit über die Donau bis zu den Alpen eröffnet sich an klaren Tagen vom riesigen Vorplatz von Maria Taferl aus, Niederösterreichs beliebtester Wallfahrtskirche.

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3. Die kleinen Kostbarkeiten

Hinter Melk erhebt sich auf einem Felsen das Schloss Schönbühel, ein häufig fotografiertes Wachau-Motiv. Der in privaten Händen befindliche Grafensitz kann nicht besichtigt werden, doch nur wenige Gehminuten dahinter wartet ein besonderer Kunstschatz auf die Spaziergänger: Im ehemaligen Kloster Schönbühel wurde eine Nachbildung der Geburtsgrotte Jesu in den Stein gehauen. Auftraggeber war vor genau 350 Jahren Graf Starhemberg. Eine Bank davor lädt dazu ein, ein Weilchen innezuhalten und auf die Donau zu blicken.

Schloss Schönbühel Foto: Thomas Cernak
Hinter Melk erhebt sich auf einem Felsen das Schloss Schönbühel, ein häufig fotografiertes Wachau-Motiv.

Schon aus der Ferne fasziniert das ungewöhnliche Aussehen von Schloss Artstetten. Etwa drei Kilometer nördlich des Flusses blinken zwischen dem Grün mächtiger Baumkronen fünf zwiebelbekrönte schneeweiße Türme hervor. Das mehrfach umgebaute Schloss geht auf das 13. Jahrhundert zurück; heute präsentiert es sich im Renaissancestil. Berühmtester Besitzer war Erzherzog Franz Ferdinand, der 1914 in Sarajevo ermordet wurde. Ein Museum im Haus dokumentiert die damaligen Ereignisse und deren dramatische Folgen.

4. Krems und die Kunst

Die Stadt Krems hat knapp 24 000 Einwohner, weshalb die Zahl von bis zu 140 000 Besuchern, welche die Kunstmeile vor Ort jährlich verzeichnet, als überragender Erfolg zu werten ist. Berühmtheiten wie Yoko Ono und Mordillo stellen in der Wachau aus. Die Gründe für das große Interesse auf beiden Seiten sind vielfältig: Zum einen gilt das, was dort zu sehen ist, als ungeheuer spannend und brandheiß, zum anderen kommt die neue, frische Art der Präsentation beim Publikum sehr gut an. Zum Beispiel darf man sich auf den ausgelegten Kissen und Polstern in der Kunsthalle auch mal langlegen, um das Gezeigte entspannt zu betrachten – beziehungsweise von einem anderen, ganz ungewohnten Blickwinkel aus.

Schaufenster Wachau Foto: Thomas Cernak
Buntes Schaufenster kreativer Schrägdenker.

„Die Menschen in der Wachau, diesem uralten Kulturland, haben den Mut zur Kunst“, sagt Gottfried Gusenbauer, Direktor des Karikaturmuseums in Krems. Besonders am Herzen liegt ihm das Deix-Haus im Obergeschoss. Manfred Deix, 67-jährig im Juni 2016 verstorben, war ein begnadeter Zeichner, Grafiker und Cartoonist, der sich auch als Musiker und Autor betätigte. Seinen Werken sagt man nach, sie seien genial, böse, gar bitterböse, schrullig, oft gnadenlos – in jedem Fall einzigartig. Deix selbst sprach vom „liebevollen Blick auf die Österreicher“. Ein weiteres wichtiges Museumsthema ist die satirische ORF-Krimireihe „Kottan ermittelt“ (1976–1983), die später auch in Deutschland zahlreiche Fans fand.

Und weil es mit der Kunst in Krems so gut läuft, ist auch schon bald das nächste große Projekt zu bestaunen. Im Sommer 2018 soll die „Galerie Niederösterreich“ eröffnet werden: mit Kunstschätzen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

5. Die beliebten Radrouten

Sowohl das Süd- als auch das Nordufer sind in den Donau-Radweg eingebunden. Die rund 35 Kilometer lange nördliche Route führt von Emmersdorf nach Krems. Stationen sind Aggsbach Markt, Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein. Aus steilen Waldhängen ragen Felsen; Weinberge, Ruinen, alte Dörfer und gastfreundliche Heurige säumen den Weg. Der Ort Willendorf verdankt seinen Ruhm einem archäologischen Fund: Die „Venus“, eine kleine Frauenskulptur (heute im Naturhistorischen Museum Wien), zeugt davon, dass die Gegend vor 50 000 Jahren besiedelt war. Die Südetappe von Melk nach Mautern ist gut 33 Kilometer lang. Sie verläuft am Fuß des Dunkelsteiner Waldes, eines der größten Waldgebiete in Mitteleuropa.

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Alle Infos zur Camping-Region Wachau

Anreise: Autobahn 1 Richtung Wien Ausfahrt Melk oder mautfrei via Schärding und Linz über die Bundesstraßen 129 und 3.
Sehenswertes: Schallaburg: Ursprünglich unter den Herren von Schallach im 13. Jahrhundert als gotische Burg erbaut und später zum Renaissanceschloss ausgebaut. Einzigartig: der prunkvolle zweigeschossige Große Arkadenhof, gesäumt von Götterfiguren und mythologischen Gestalten aus Terrakotta. www.schallaburg.at
Stift Melk: Mächtige Klosteranlage, die sich 57 Meter hoch über der Donau am Westeingang der Wachau erhebt. Zu den Hauptattraktionen zählen die reich geschmückte Stiftskirche und die barocke Bibliothek mit 100 000 Bänden, darunter viele kostbare mittelalterliche Handschriften. www.stiftmelk.at
Auskunft: Donau Niederösterreich Tourismus GmbH, Schlossgasse 3, 3620 Spitz/Donau, Österreich, Telefon 00 43/2 71 33 00 60 60, E-Mail urlaub@donau.com, www.donau.com, www.austria.info

Campingplatz-Tipps im Donautal

A-3671 Marbach: Camping Marbacher Freizeitzentrum
Solide ausgestatteter Campingplatz am westlichen Ortsrand in Nähe eines Bootshafens zwischen linkem Donauufer und der Bundesstraße. Parzellen auf ebenem Wiesengelände, teilweise geschottert, mit verschiedenartigen Laub- und Nadelbäumen. Bootsslip und Aufenthaltsraum vorhanden. Platz nicht ständig beaufsichtigt. Am Donau-Radweg. 1 ha, 40 Stellplätze, davon 20 mit Anschlüssen für Frisch- und Abwasser, wenige Mietunterkünfte. Zum Zentrum 500 m.
Geöffnet von Anfang April bis Mitte Oktober.
Standort: B 3, GPS 48°12’47”N, 15°08’18”E, Telefon 00 43/7 41 32 07 33, www.marbach-freizeit.at

Campingplatz-Tipp Österreich Donaupark Camping Tulln

A-3500 Krems: Donaupark-Camping
Solide ausgestatteter Platz auf ebener Wiese mit Terrasse und schönem Blick auf das Stift Göttweig. Am Westrand des Ortes an der Straße neben Bootshafen. Imbiss mit Frühstücksservice. 0,8 ha, 40 Stellplätze, wenige Mietunterkünfte. Zur Stadtmitte, zum Sportzentrum mit Hallenbad und zur Haltestelle 500 m.
Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober.
Standort: Yachthafenstraße 19, GPS 48°24’14”N, 15°35’34”E, Telefon 00 43/2 73 28 44 55, www.donauparkcamping-krems.at

A-3602 Rossatz-Arnsdorf: Wachaucamping Rossatz
Solide ausgestatteter Campingplatz auf lang gestrecktem Wiesenstreifen mit Obstbäumen am rechten Flussufer. Weiter Blick auf den gegenüberliegenden Ort Dürnstein mit Burg. Kiosk und Imbiss am Platz, Restaurant nebenan. Unmittelbar am Donau-Radweg. Bootsslip vorhanden. 1,5 ha, 60 Stellplätze. Angrenzend große öffentliche Liegewiese mit Sandstrand und Fähranleger. Zum Dorfzentrum 1 km, zur Haltestelle 300 m. Reservierung in Hauptsaison empfohlen.
Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober.
Standort: Rossatzbach 21, GPS 48°23’25”N, 15°31’00”E, Telefon 00 43/67 68 48 81 48 00, www.wachaucamping-rossatz.at

A-3392 Schönbühel: Gasthof-Camping Stumpfer
Gut ausgestatteter Campingplatz an renommierter Gaststätte mit Blick auf Schloss Schönbühel. Parzellen auf ebenen Wiesenareal – teilweise gekiest – mit alten Obstbäumen. Aufenthaltsraum, Kiosk und Spielplatz. 1,5 ha, 60 Stellplätze, davon 10 Dauercamper, wenige Mietunterkünfte. Reservierung ist in der Hauptsaison empfehlenswert.
Geöffnet von Anfang April bis Ende Oktober.
Standort: Schönbühel 7, GPS 48°15’14”N, 15°22’16”E, Telefon 00 43/27 52 85 10, www.stumpfer.com

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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