Müritz-Region Joachim Negwer
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Camping an der Mecklenburgischen Seenplatte

Wasser & Wald soweit das Auge reicht

Wohin wir dieses Jahr reisen können, wissen wir nicht. Ferien in Deutschland werden aber sicher als erstes wieder möglich sein. Wir träumen also schon mal von der Müritz-Region mit dem Caravan.

Es ist einer jener Spätsommer-Morgen an der Mecklenburgischen Seenplatte, die man so schnell nicht vergisst. Die Sonne ist schon fast da. Also schnell aufstehen, einen Kaffee kochen und dann raus, ans Ufer: Nebelschwaden ziehen über die Müritz, weil das Wasser jetzt noch wärmer ist als die Luft. Die Welt ist ein Pastell – aber nur für kurze Zeit, denn die Sonne hat noch Kraft.

In zwei, drei Stunden werden die Farben mit Wucht zurückkehren. Wir stehen mit unserem Caravan auf dem Campingplatz Pappelbucht in Röbel – auf einer weitläufigen Wiese, die durch einen Radweg vom Müritzstrand getrennt ist. Von hier aus werden wir in den kommenden zwei Wochen die Großseenplatte erkunden.

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Joachim Negwer
Ein Fahrgastschiff inmitten doppelt schöner Wolkenbilder am Fleesensee.

Sie liegt nordwestlich der sogenannten Kleinseenplatte und bildet unter anderem mit der Müritz, dem Plauer See und dem Fleesensee das Herz der Region. Ein wasserverliebter Landstrich, wie man auf einen Blick sieht, wenn man zum Beispiel der Backsteinkirche St. Marien in Röbel aufs Dach – sprich: auf den Turm – steigt. Die Aussicht von dort oben ist grandios. Hier an der Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern werden Segler, Schwimmer, Surfer, Kanuten und Bootsführer glücklich – und natürlich Familien mit kleineren Kindern. Denn vielerorts wird das Wasser vom Ufer aus nur ganz sanft tiefer.

Etwa die Hälfte der Tage genießen wir das Nichtstun, radeln vom Platz aus allenfalls mal in die beschauliche, stille Altstadt von Röbel und bummeln durch die von Fachwerkhäusern gerahmten Ringgassen.

Beim Müritzfischer, der nur ein paar Minuten vom Campingplatz entfernt seine Bude am Ufer hat, holen wir uns Fischbrötchen. Oder wir fahren abends hinüber zur Marina, wo es ein einfaches, aber gutes Fischrestaurant gibt. Wenn uns der Sinn nach etwas mehr Erlebnis steht, dann haben wir hier an der Müritz eine Menge Möglichkeiten: mit einem Schiff der Blau-Weißen-Flotte hinüber nach Waren am Nordufer schippern. Dort gibt es zum Beispiel das Müritzeum – ein Naturerlebniszentrum mit großen Süßwasseraquarien, in denen man die heimische Unterwasserwelt aus der Nähe erleben kann.

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Christiane Würtenberger
Schloss Ulrichshusen liegt umgeben von einem Wassergraben.

Oder mit dem Auto losfahren und das liebevoll renovierte Wasserschloss Ulrichshusen besuchen, dessen Scheune jedes Jahr Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ist. In den ehemaligen Pferdeställen ist heute das Restaurant am Burggraben untergebracht. Ulrichshusen liegt in der Mecklenburgischen Schweiz – einer sanfthügeligen Landschaft, in der man sehr gut spazieren gehen und wandern kann. In Gessin kaufen wir im Dorfladen der Familie Kleist Bioprodukte aus der Region ein und genießen dort gleich auch noch Kaffee und Kuchen, weil es so nett ist. Den Tipp, dort vorbeizuschauen, haben wir von unseren Campingnachbarn bekommen. Relativ nah bei Röbel liegt zudem der Müritz-Nationalpark, der größte Nationalpark Deutschlands an Land.

Unterwegs im Müritz-Nationalpark

In diesem Naturrefugium am Ostufer der Müritz machen wir eine Tour mit Dr. Matthias Hellmund, einem der Amtsleiter im Müritz-Nationalpark. Er wandert mit uns zum Priesterbäker See und zeigt uns zwei seiner Lieblingsplätze – einen Steg mit Aussichtsplattform im Wasser und einen kleinen Pavillon mit Sitzbänken direkt am Ufer. Dort sitzen wir nun, betrachten die Seerosen im blau-grün schimmernden Wasser, die an diesem zwielichtigen Nachmittag wie eine interessante Variation der berühmten Monet-Gemälde aussehen. Und während wir über die Besonderheiten des Nationalparks – Kraniche und andere seltene Wasservögel, tiefe Wälder, Moore und Seen – philosophieren, taucht plötzlich tatsächlich ein Seeadler über unseren Köpfen auf. In aller Seelenruhe fliegt er einmal quer über den See und verschwindet auf der anderen Seite im Wald.

Später erklimmen wir mit Matthias Hellmund noch den nahegelegenen Käflingsbergturm und staunen: Man muss schon pingelig genau schauen, um von hier oben überhaupt noch etwas anderes als Wald zu sehen – wow! Der insgesamt 322 Quadratkilometer große Nationalpark ist zweigeteilt (der kleinere Teil liegt in der Feldberger Seenlandschaft) und wird zu 72 Prozent von Bäumen und zu 13 Prozent von Seen bedeckt. Die Verbindung aus ganz viel Wasser und tiefen, einsamen Wäldern ist übrigens eine Spezialität hier an der Mecklenburgischen Seenplatte. Und die wundervollen Herrenhäuser und Schlösser natürlich auch: Die meisten sind heute Hotels oder Bed & Breakfasts, in denen man abends aber auch sehr nett essen gehen kann – wie zum Beispiel im Romantik Hotel Ludorf in der Nähe von Röbel.

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Christiane Würtenberger
Große Waldkulisse: Matthias Hellmund, Amtsleiter im Müritz-Nationalpark, auf dem Käflingsbergturm.

Wir sitzen abends gerne ganz einfach am Caravan. Am Spätnachmittag kommen die letzten Strandgäste vom See herauf. Stück für Stück kehrt Ruhe ein. Die Farben sind ganz warm in diesen Spätsommertagen. Noch zu angenehm hier draußen auf der Wiese, das Kochen muss warten, bis die Sonne nicht mehr wärmt. Bei einer Weinschorle schmieden wir Pläne: die Fotoausstellung auf Schloss Kummerow besuchen? Oder lieber nach Plau am See? Eine Radtour? Nur eins steht fest: Morgen früh werden wir wieder mit der Kaffeetasse in der Hand den Morgen am Wasser begrüßen.

Mittsommer-Remise

Es ist jedes Jahr eine unvergessliche Sommernacht an der Mecklenburgischen Seenplatte: Zur Mittsommer-Remise rund um die Sommersonnwende am 21. Juni öffnen viele private Herren- und Gutshäuser, Schlösser und Gutshöfe ihre Türen für Gäste und machen Programm. Im Rahmen dieses kleinen Kulturerbefestivals gibt es Kutschfahrten und Spaziergänge im Garten, Konzerte in halb renovierten Sälen, Ausstellungen, Kulinarisches, Führungen mit den Besitzern oder wie hier – im Herrenhaus Vogelsang – eine Feuerschlucker-Show vor der bunt beleuchteten Fassade des neogotischen, halb renovierten Gebäudes von Robert Uhde. Der Rostocker hat die Mittsommer-Remise mitinitiiert und ist jedes Jahr auch dabei. Das Programm startet fast überall am Nachmittag, so dass man die architektonischen Kleinode noch bei Tageslicht erleben kann. Geplanter Termin: 20. Juni 2020. www.mittsommer-remise.de

Die Region im Überblick: Kleine Häfen, schöne Altstädte am Wasser

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In der Müritzregion spielt meist die Natur die Hauptrolle, zu Recht. Aber es ist ja zwischendurch auch mal schön zu bummeln, Fisch am Hafen zu essen oder ins Museum zu gehen. Hier sind sechs Städte und Orte, wo sich das lohnt.

1. Plau am See
Bootfahren, Schwimmen, Angeln, Segeln – der Luftkurort am Plauer See ist ein Wassersportzentrum Südmecklenburgs. Schöne Besonderheit: die stählerne Hubbrücke zwischen dem See und der Elde im Herzen der kleinen Stadt. Lohnend ist auch ein Ausflug in den nahe gelegenen Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

2. Lenz
Ein lauschig und zauberhaft am Wasser gelegener Ortsteil der Stadt Malchow: Lenz liegt am kleinen Verbindungskanal zwischen Plauer See und Petersdorfer See. Der Ferienort hat einen schönen Badestrand mit Imbissbude und einen kleinen Hafen, wo man auch Boote leihen kann. Die Schifflinie hält direkt am Lenzer Krug.

3. Malchow
Einst wurde die Stadt auf einer Insel im Malchower See erbaut – heute liegt nur noch die Altstadt dort. Sehenswert sind die Drehbrücke und das Kloster Malchow mit seiner Kirche, die einen Teil des Mecklenburgischen Orgelmuseums beherbergt. Malchow liegt im Herzen der Großseenplatte.

4. Waren
Das touristische Zentrum an der Seenplatte – das Leben spielt hier am Stadthafen. Waren liegt am Nordufer der Müritz und ist ein Heilbad. Südlich von Waren beginnt der Müritz-Nationalpark. Tipp für Kulturfreunde: An besonderen Plätzen der Stadt stehen Plastiken, die eigens für den jeweiligen Ort erschaffen wurden.

5. Röbel
Berühmt ist vor allem der Blick vom Turm der wunderschönen frühgotischen Backstein-Kirche St. Marien in Röbel – von dort aus hat man bei schönem Wetter eine grandiose Sicht über die Seenplatte. Röbel liegt am südwestlichen Ufer der Müritz und hat eine Altstadt mit schönen Fachwerkhäusern.

6. Mirow
Die Stadt verbindet die beiden Urlaubsregionen der Großseen- und der südöstlich gelegenen Kleinseenplatte geografisch miteinander. Mirow besitzt eine romantische Schlossinsel und liegt direkt an der Müritz-Havel-Wasserstraße. Wassersport spielt hier also eine besonders wichtige Rolle.

F(r)isch aus dem See

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Joachim Negwer
Frischen Fisch im Brötchen? Gibt es zum Beispiel hier in Röbel.

Zander, Barsch, Forelle, Karpfen – die Mecklenburgische Seenplatte ist mit einem großen Fischreichtum gesegnet. Deshalb steht natürlich sehr oft Fisch auf der Speisekarte. Und auch für Angler ist die Region ein überaus reizvolles Ziel. Wer keinen Fischereischein hat, erwirbt einen Touristen-Fischereischein und dazu die Angelkarte für das jeweilige Gewässer. Am schönsten isst man Fisch natürlich in einem Restaurant mit Blick auf einen der Seen. In vielen Orten gibt es außerdem auch Fischer, die ihren Fang direkt vor Ort oder an kleinen Imbissbuden verkaufen – oft geräuchert oder paniert und immer sehr frisch im Fischbrötchen.

Campingplätze an der Seenplatte

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Naturcamping Malchow 17213 Malchow (D) 5 Bewertungen
Naturcamping Zum Hexenwäldchen 17252 Mirow (D) 26,20 EUR/Nacht
Campingplatz Boek C 16 17248 Rechlin (D) 22,50 EUR/Nacht
Camping am See 17214 Alt Schwerin (D) 2 Bewertungen
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"Camping und mehr" Useriner Mühle 17237 Userin (D) 15 Bewertungen 20 EUR/Nacht
Campingpark Zuruf am Plauer See 19395 Plau am See (D) 2 Bewertungen 23 EUR/Nacht
Campingplatz Pappelbucht 17207 Röbel/Müritz (D) 3 Bewertungen 18 EUR/Nacht
Campingpark Kamerun 17192 Waren (Müritz) (D) 5 Bewertungen 36 EUR/Nacht
Campingplatz Ecktannen 17192 Waren/Müritz (D) 74 Bewertungen 25 EUR/Nacht
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Naturcamping Zwei Seen am Plauer See 17209 Zislow (D) 29,20 EUR/Nacht
Wald- und Seeblick-Camp 17209 Zislow (D) 1 Bewertung
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