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Caravan-Tour nach Flandern in Nordbelgien

Für Familienurlauber oder Städtebummler

Brügge Flandern Foto: Steffen Zink 30 Bilder

Historische Städte mit prächtigen Bauten und Gassen, Kulinarik vom Feinsten, gute Campingplätze: Flandern in Nordbelgien lockt mit vielen Vorzügen und ist auch gut für einen Familienurlaub am Strand.

06.02.2017 Thomas Zwicker

Die kunterbunten Drachen der Kinder taumeln im Wind, weicher Sand umschmeichelt die Füße, es riecht nach frischer Seeluft und ein wenig nach Kaffee aus dem nahen Strandrestaurant. Flanderns Küste zwischen französischer und niederländischer Grenze ist mit knapp 70 Kilometern nicht allzu lang, hat aber oft hunderte Meter breite Strände und etliche gute Campingplätze zu bieten. Kompas Camping in Westende etwa liegt nur zehn Gehminuten vom Wasser entfernt, hier steht der Wohnwagen prima als Basis für einen entspannten Familienurlaub. Zumal es am Meer – speziell in der Nebensaison – meist Platz in Hülle und Fülle gibt. Und man kann so viel unternehmen!

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Mit der „Kunsttram“, die als längste Straßenbahnlinie der Welt direkt am Atlantik entlangfährt, lassen sich zum Beispiel tolle Küstenorte wie Oostende entdecken. Oder man radelt auf schönen Wegen durchs Dünenmeer. Und wenn dann die Kinder und Oma am Strand die Sonne genießen, können wir in Tagesausflügen einige von Flanderns urbanen Kleinoden erkunden. Sie sind die eigentlichen Highlights dieser Region, und wegen der geringen Entfernungen lässt sich der Besuch gut mit einem Urlaub am Meer verbinden – die traditionsreiche Stadt Brügge etwa ist nur knapp eine Autostunde von Westende entfernt.

Die Märchenstadt Brügge

Pferdehufe klappern über blank geschliffenes Kopfsteinpflaster, die offene einspännige Kutsche mit ihren roten Speichenrädern startet am großen Marktplatz von Brügge zur geruhsamen Stadtrundfahrt. Die luftige Kalesche rollt vorbei am markanten Belfried aus dem 13. Jahrhundert, der 83 Meter hoch ins Firmament ragt – sein Carillon, ein historisches Glockenspiel, wird noch regelmäßig zum Klingen gebracht. Weiter geht die Fahrt im Schatten prächtiger Bürgerhäuser und Kirchen, aus den vielen kleinen Restaurants und Bistros am Straßenrand dringen Gelächter und Gläserklingen.

Brügge ist eine zauberhafte, romantische Stadt, fast wie einem Märchen entsprungen, in den schmalen Gassen fühlt man sich bisweilen in längst vergangene Tage versetzt. Der Ort hat im Mittelalter eine große Blütezeit als Handelsmetropole erlebt, das Stadtgefüge im Zentrum blieb bis heute nahezu erhalten und wurde komplett zum Welterbe der Unesco erklärt. Aus allen Ecken und Winkeln wispern Geschichten, Geschichte – wie in so vielen anderen flandrischen Orten auch.

Wie Adern ziehen sich die Grachten, schmale Kanäle, durch Brügges Altstadt. Von fünf Anlegestellen starten Bootsrundfahrten zur etwa 30-minütigen Tour, vorbei an ehrwürdigem Mauerwerk und prächtigen Fassaden, und unzählige Brücken und Brückchen verlaufen oft so dicht über dem Wasser, dass die Passagiere die Köpfe einziehen. Wieder an Land, wird der Stadt- dann leicht zu einem Einkaufsbummel, der Ort ist berühmt für sein Kunsthandwerk. Unter dem Titel „Handmade in Brügge“ werden lokale Spezialisten gefördert, Berufe wie Spitzenklöppler oder Goldschmied haben hier Tradition – entsprechend üppig ist das Angebot in den schönen Shops und Boutiquen, ein Souvenir ist da ganz schnell gefunden.

Feinste Kulinarik in Flandern

Pommes Flandern Foto: Martina Sörensen

Dann wird es Zeit für ein gutes Mittagessen. Wer sich nicht mit den berühmten belgischen Pommes (denen hier eigens ein „Frietmuseum“ gewidmet ist) begnügen mag, der hat nun die Qual der Wahl – zwischen bodenständig-flämischer Kost oder den Kreationen hiesiger Spitzenköche, immerhin 36 von ihnen werden derzeit von Michelin & Co empfohlen. Zum Dessert gibt es natürlich eine süße Leckerei – die Kreationen Brügger Chocolatiers und Patissiers genießen zu Recht Weltruf.

Gute Kulinarik ist überhaupt ein Thema in Flandern, auch in den anderen historischen Städten. Gent etwa, wie Brügge gut auf einem Abstecher von der Küste erreichbar, ist berühmt für seine Spezialitäten – das reicht vom würzigen Ganda-Schinken, der in der alten Fleischhalle „Groot Vleeshuis“ an langen Seilen von der Decke baumelt, bis hin zu den Gentse Neuzen, Genter Näschen – die sehr süßen Geleeberge sind sicher nicht jedermanns Geschmack. Die Stadt mit ihrem historischen Kern, den vielen Grachten und Flohmärkten gilt zudem als „Veggie-Hauptstadt“ der Region – passend zu den vielen alternativen Concept- und Fair-Trade-Shops, die es im Zentrum gibt.

Und dann ist da noch ein weiteres großes Kulinarik-Thema in Flandern: das Bier. Mehr als 130 Brauereien logieren hier, teils haben die Unternehmen ihre Wurzeln im Mittelalter. Weit über 1.000 Biersorten werden in zahllosen Bars und Kneipen verkostet, manche Rohrleitung bringt den kühlen Gerstensaft gar von der Produktion direkt bis zum Zapfhahn am Tresen.

Flanderns Traumstädte verlocken natürlich auch zum längeren Bleiben. Campingplätze gibt es jeweils in Ortsnähe, Camping Memling etwa bei Brügge oder die Anlage Blaarmeersen unweit von Gent sind gute Quartiere für erholsame Tage. Von Gent aus sind zudem Ziele wie die Studentenstadt Leuven, das quirlige Antwerpen und die EU-Kapitale Brüssel schnell mit dem Auto erreicht. Und wir ahnen, dass dies nicht unser letzter Urlaub im kontrastreichen Norden Belgiens war.

Flanderns großer Maler: Rubens in Antwerpen

Peter Paul Rubens Antwerpen Foto: Martina Sörensen

Die Hafenstadt Antwerpen, im Norden Flanderns am Fluss Schelde gelegen, wird gerne auch City of Art, Kulturstadt, genannt. Nicht weniger als 1.163 Denkmäler und Sehenswürdigkeiten werden hier gezählt, neben vielen Antiquitäten- und Kunsthandlungen gibt es zudem jede Menge Galerien, Museen und drei Welterbestätten der Unesco. Und Antwerpen hat einen besonders berühmten Sohn: Der Barockmaler Peter Paul Rubens (1577–1640) wohnte und arbeitete die meiste Zeit seines Lebens in der flämischen Metropole. Seine Spuren sind allgegenwärtig, mehr als 50 Gemälde des Meisters zieren die Wände von Kirchen und Museen, etwa in der gotischen Liebfrauenkathedrale oder im Rubenshuis, einem üppigen Renaissancepalais, das der erfolgreiche Maler zu Lebzeiten bauen ließ. Einen Besuch lohnt auch der alljährlich abgehaltene Rubens-Antikmarkt mit vielerlei Darbietungen. Mehr Informationen gibt es unter www.visitflanders.com.

Mode aus Antwerpen

Antwerpens Modeschöpfer haben einen hervorragenden Ruf, die Hafenstadt gilt als eine der größten Talentschmieden für Designer weltweit – das liegt unter anderem an ihrer traditionsreichen Modeakademie. Eine Fashion-App gibt praktische Tipps für den Einkaufsbummel (www.fashioninantwerp.be/de). Neueste Trends zeigen die alljährlichen Modenschauen der Absolventen der Akademie. Außerdem zählt die Stadt zu den weltgrößten Handelsplätzen für Diamanten – es gibt vier Börsen und jede Menge Geschäfte für die Glitzersteine.

Die Region Flandern in Nordbelgien im Überblick

Sechs Orte in Flandern

Im Norden Belgiens locken nicht nur das Meer, sondern auch die historischen Städte. Sechs der schönsten stellen wir hier kurz vor – jede von ihnen lohnt einen Tagesausflug oder auch einen längeren Besuch.

1) Oostende
Die Hafenstadt mit rund 70.000 Einwohnern liegt etwa in der Mitte von Flanderns Küste. Ihre lange Strandpromenade mit Kurhaus, Spielbank und opulentem Arkadengang zeugt von einer großen Geschichte als Seebad. Viele (Meeresfrüchte-)Restaurants, Shops und Museen. Regelmäßig große Kunst-Events.

2) Brügge
Die 120.000-Einwohner-Stadt hat ein besonders schönes historisches Zentrum. Zu den Glanzlichtern zählen der Marktplatz mit Belfried, die Kunstmuseen, das futuristische Konzertgebäude, viele Grachten, Hanseviertel und der Beginenhof, der einst von sozial und religiös engagierten Frauen bewohnt wurde.

3) Gent
Mit gut 250.000 Einwohnern ist Gent nach Antwerpen die zweitgrößte Stadt in Flandern. Zu den Highlights der historischen Altstadt gehören die Kathedrale mit dem berühmten Genter Altar, die alten Gildenhäuser am Grachtenufer, gute Museen und viele Flohmärkte. Ein Großteil des verwinkelten Zentrums ist autofrei.

4) Antwerpen
Flanderns größte und nach Brüssel Belgiens zweitgrößte Stadt mit rund einer halben Million Einwohnern liegt an der weithin schiffbaren Schelde, rund 80 Kilometer von der Nordsee entfernt. Neben dem Hafen locken große Sammlungen wie das MAS (Museum am Strom), zudem taugt Antwerpen top fürs Shopping.

5) Brüssel
Obwohl inmitten von Flandern gelegen, ist Belgiens Hauptstadt (rund 1,1 Mio. Einwohner) eine eigene Region des Königreichs. In ihrem Zentrum findet sich der ständige Sitz der EU und der Nato. Das Atomium und die schöne Grand Place zählen zu den touristischen Highlights, trendige Shops und Lokale gibt es in großer Zahl.

6) Leuven
Als Bier- und Studentenhauptstadt ist Leuven bekannt, fast ein Drittel der rund 100.000 Einwohner besucht die hier ansässige älteste Universität Belgiens mit ihrer opulenten Bibliothek. Entsprechend geprägt ist das Stadtbild durch junge Leute und eine besonders bunte Kneipenszene, dazu kommen viele Brauereien.

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Campingplätze und Infos für Flandern

B-8310 Brügge: Camping Memling
Einfacher Platz, von Laubbäumen umgeben. Ebenes, teils leicht welliges Gelände mit Hecken und Laubbäumen. Schwimmhalle in der näheren Umgebung. Idealer Ausgangspunkt für Touren ins Stadtzentrum von Brügge. 1,2 ha mit 100 Touristenplätzen und wenigen Dauercampern sowie Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Veltemweg 109, GPS 51°12'25„N, 03°15'47“O, Telefon 00 32/50 35 58 45

B-8450 Bredene: Camping 17 Duinzicht
Familiencampingplatz etwa 300 m vom Strand entfernt. Durch Bäume und Hecken gegliedertes, ebenes Wiesengelände. Angrenzend ein Wohngebiet. Spielplätze und ein Kinder-Bauernhof sowie verschiedene Sportplätze auf dem Gelände. Animation für Kinder in den Sommermonaten. Hunde erlaubt. 10 ha großer Platz mit 65 Touristenplätzen und wenigen Mietunterkünften, von Dauercampern geprägt. Geöffnet Mitte März bis Mitte Oktober.
Standort: Rozenlaan 23, GPS 51°14'53„N, 02°58'02“O, Telefon 00 32/59 32 38 71

B-8421 De Haan: Ter Duinen
Gut ausgestatteter Campingplatz, nicht weit vom Strand entfernt. Wiesengelände mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Zugang zum Strand durch einen Tannenwald. Tropisches Erlebnisbad mit Fitnessraum, Sauna und Solarium in der Umgebung. Akzeptiert Camping Cheques. 13 ha große Anlage mit 108 Touristenplätzen, von Dauercampern geprägt. Geöffnet von Mitte März bis Mitte Oktober.
Standort: Wenduinesteenweg 143, GPS 51°16'55„N, 03°03'21“O, Telefon 00 32/50 41 35 93

B-9000 Gent: Camping Blaarmeersen
Gut ausgestattete Vier-Sterne-Anlage in einem Freizeitgebiet. Durch Hecken und Sträucher unterteiltes Wiesengelände. Teils befestigte Standplätze. See, Kinderspielplatz und einige Sportplätze in der Umgebung. 6 ha mit 220 Touristenplätzen, 30 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Geöffnet von Anfang März bis Anfang November.
Standort: Zuiderlaan 12, GPS 51°02'47„N, 03°40'51“O, Telefon 0032/92 66 81 60

B-1850 Grimbergen: Camping Grimbergen
Solide ausgestatteter Drei-Sterne-Campingplatz. Von der Gemeinde gestellter Platz auf leicht geneigtem, durch verschiedene Laubbäume und Hecken unterteiltem Wiesengelände. Angrenzendes Freibad. Günstiger Ausgangspunkt für Touren nach Brüssel, Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe. Mittagsruhe von 11.30 bis 14 Uhr. 1,5 ha mit 94 Touristenplätzen. Geöffnet von Anfang April bis Ende Oktober.
Standort: Veldkantstraat 64, GPS 50°56'06„N, 04°22'57“O, Telefon 00 32/4 79 76 03 78

B-8490 Jabbeke: Camping Klein Strand
Top Platz nahe Brügge. Ebenes Wiesengelände, zweigeteilt durch eine öffentliche Straße, mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern. An einem See gelegen mit leicht geneigtem Strand und Spielfloß. Wasserski-Schule sowie ein großer Spielbereich für Kinder, Spielplätze sowie ein Kinder-Planschbecken am Platz. 22 ha mit 96 Touristenplätzen und 62 Mietunterkünften, von Dauercampern geprägt. Ganzjährig.
Standort: Varsenareweg 29, GPS 51°11'07„N, 03°06'05“O, Telefon 00 32/50 81 14 40

B-8620 Nieuwpoort: Kompas Camping
Gehobener Platz auf ebenem, mit Hecken und Bäumen versehenem Gelände. Wassersport am angrenzenden Wassergewinnungsbecken der IJzer. Große interessante Spiellandschaft sowie ein Freibad. Akzeptiert Camping Cheques. 25 ha mit 354 Touristenplätzen, 500 Dauercampern und einigen wenigen Mietunterkünften. Geöffnet Ende März bis Mitte November.
Standort: Brugsesteenweg 49, GPS 51°07'49„N, 02°46'19“O, Telefon 00 32/58 23 60 37

B-2960 St. Job in t’Goor: Camping Floreal Het Veen
Vier-Sterne-Campingpark in einem Mischwald, nahe Antwerpen. Durch Hecken und Bäume unterteiltes, ebenes Wiesengelände. Angrenzender Schiffskanal. Organisierte Aktivitäten in den Sommermonaten. Wander- und Radwege am Platz. 7 ha mit 88 Touristenplätzen und wenigen Mietunterkünften, von Dauercampern geprägt. Ganzjährig.
Standort: Eekhoornlaan 1, GPS 51°18'20„N, 04°35'07“O, Telefon 00 32/36 36 13 27, E-Mail camping.hetveen@florealgroup.be

B-8434 Westende: Kompas Camping
Komfortable Anlage mit großen Standflächen. Bäume, Büsche und Hecken auf ebenem Gelände. 10 Gehminuten zum Strand. Akzeptiert Camping Cheques. 11 ha mit 208 Touristenplätzen, 48 Miet-unterkünften und vielen Dauercampern. Geöffnet Ende März bis Mitte November.
Standort: Bassevillestraat 141, GPS 51°09'30„N, 02°45'37“O, Telefon 00 32/58 22 30 25

Information

Tourismus Flandern: Bei dem in Köln ansässigen Tourismus-Büro für Flandern und Brüssel erhält man vielerlei Material zur Vorbereitung der Reise, gute Informationen auch über die Website.
50667 Köln, Stolkgasse 25-45, Fax 0021/2 70 97 77, www.visitflanders.com

Den kompletten Reise-Tipp aus dem Heft 01/2017 finden Sie hier auch als pdf-Datei zum download.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Caravaning 10/2016
Heft 01 / 2017 13. Dezember 2016 Heftinhalt anzeigen
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