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Touren-Tipp Markgräflerland

Kleines Paradies zwischen Schwarzwald und Rheintal

Staufen Foto: Fotos: Joachim Negwer 22 Bilder

Zwischen Schwarzwald und Rheintal liegt das Markgräflerland – ein kleines Paradies mit schönen Dörfern, guten Weinen und ganz besonderen Stimmungen. Ideal für aktive Camper, die gerne Fahrradfahren oder Wandern.

10.10.2017 Michael Adler

Donnerwetter, das geht gleich mal so richtig bergauf: Von Schliengen hoch nach Feldberg – da müssen wir in die Pedale steigen. Dafür ist der Ausblick traumhaft, der „Blauen“ ist fast immer im Blick. Er ist der Hausberg des Markgräflerlands, liegt am Westabfall des südlichen Schwarzwalds, der Gipfel auf 1165 Metern – hoch über den Weinbergen. Er wird den ganzen Tag unser Orientierungspunkt bei der Radtour bleiben, die zu den schönsten Punkten im Markgräflerland führt. „Blick uf de Blaue“ heißt die Tour dann auch folgerichtig – und wir sind froh, dass wir E-Bikes dabeihaben, denn es geht ständig auf und ab. Die Wege führen fast immer abseits der großen Straßen, auf Feldwegen oder auf schmalen Pfaden zwischen den Weinbergen – wunderbar.

Markgräfler Panoramica mit dem Fahrrad erkunden

Bei dieser Reise haben wir einen Reiseführer von Wolfgang Abel im Gepäck. Er ist Autor und Schriftsteller, der hier zu Hause ist und mit stets kritischem und oft auch liebevollem Blick die Seele des Markgräflerlandes erklärt. Er ist immer auf der Suche nach dem perfekten Restaurant, nach der unverfälschten Küche, nach dem besten Kartoffelsalat, dessen Zubereitung – das wissen wir ja alle – hohe Kunst ist.

„Hinten umme“, schreibt Abel, sei das Markgräflerland am besten zu entdecken, wenn man von Staufen über Badenweiler nach Kandern fährt. Die beiden Landstraßen 125 und 132 erklärt er zur „Markgräfler Panoramica“, die „in cremigen Schwüngen Dörfer, Rebhänge und Stimmungen“ erschließen. Und da hat er recht, unser Markgräfler Lieblingsautor, so wurde schon unser erster Ausflug zum Genuss.

Ein glückliches Gemüt haben Wein-Regionen ja in vielfacher Hinsicht: Die Sonne scheint öfter als anderswo, die Menschen haben irgendwie die Ruhe weg, es gibt traditionell eine gute Küche und, natürlich, es gibt überall Wein. All dies gilt in besonderem Maß fürs Markgräflerland.

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Heute Morgen sind wir direkt vom Campingplatz in Badenweiler aus gestartet. „Cremige Schwünge“ fahren wir auch mit dem Rad über die Wirtschaftswege, die in fast malerischen Windungen durch die Weinberge zwischen Müllheim und Auggen führen. Immer wieder halten wir an, genießen den Blick zum Schwarzwaldrand und weit über Weinberge und Dörfer bis zum Rhein. Und genau dazwischen liegt das Markgräflerland. Südlichster Punkt unserer Tour ist Schliengen. Und dann wird’s anstrengend: Nach Feldberg führt der Radweg erst mal in Richtung Schwarzwald – und das geht in die Beine. Dort oben aber zieht sich das „Dichterwegli“ kreuz und quer durch die Weinberge. 20 Mundartdichter aus der Region werden mit mehr oder weniger intelligenten Lebensweisheiten zitiert – wenn man bisschen Zeit mitbringt, dann ist das ganz witzig. So erfährt man zum Beispiel, dass ein „Chratte“ ein Henkelkorb und ein „Dudel“ ein Rausch ist.

Für das leibliche und seelische Wohl ist gesorgt

Pflegt fässerweise gute Tropfen: Kellermeister Martin Schneider von der Winzergenossenschaft in Hügelheim. Foto: Joachim Negwer
Guter Wein aus dem Markgräflerland

Apropos Dudel: Gutedel ist der Wein des Markgräflerlandes, einfach, im Idealfall schnörkellos und trocken ausgebaut. Mehr als ein Drittel der Rebfläche vor Ort ist mit der ertragreichen weißen Traube bepflanzt. Es gibt jedes Jahr den Gutedel-Cup, bei dem die Winzer der Region zum Wettstreit antreten. Gutedel gibt’s fast nur hier – und in Frankreich als Chasselas oder als Fendant in der West-Schweiz.

Und wenn man Glück hat und abends in einer schönen Straußenwirtschaft landet, dann hat man zu Kalbsbratwürsten mit Kartoffelsalat oder Ochsenmaulsalat mit Brägele die Wahl zwischen ganz verschiedenen Gutedeln, direkt von den Weinbergen nebenan: trocken, mild, vom Fass und noch ein paar Varianten. Ein wunderbarer kühler Sommerwein, den man hier in der Regel auch auf der Speisekarte des Campingrestaurants findet.

Kurorte und Bäder gibt es reichlich im Markgräflerland. Man könnte hier in der Region gleich ein paar Badetage einlegen, in den Thermen von Bad Krozingen oder Bad Bellingen zum Beispiel oder im hübschen Städtchen Badenweiler. Die eigenwillige Queen unter den Warmwasserzielen im Süden hat eine beeindruckende Burgruine hoch über dem Ort und die schöne Cassiopeia-Therme. Badenweiler war schon vor mehr als 2000 Jahren ein Spaßbad mit Thermal-Badebecken, wie man gut in der Römischen Badruine sehen kann. Sie ist das wahrscheinlich am besten erhaltene Zeugnis der antiken Badekultur nördlich der Alpen.

Zuerst hoch auf die Ruine, die über dem schönen Kurpark liegt und einen herrlichen Ausblick übers Rheintal bietet, oder lieber in die Therme? Beides lohnt sich. Wir bewältigen den Anstieg zum Ausblick, und zur Belohnung gibt’s dann ein ausgiebiges Wellnessprogramm.

Übrigens: Unser Lieblingsautor Abel hat den perfekten Kartoffelsalat gefunden, und auch der Rest der Küche hält seinem kritischen Blick stand: Im Hirschen in Britzingen, einem netten Städtchen, direkt an der L 125 gelegen. Sie wissen schon, eins von den schönen Landsträßchen, die in „cremigen Schwüngen“ das Markgräflerland erschließen.

Aufgepasst: Die Bächle in Freiburg

Bächle Foto: Fotos: Joachim Negwer
Kleine Bäche gibt es überall in Freiburg.

Überall in der Freiburger Innenstadt plätschert und gluckst es. Das Sonnenlicht bricht sich im Wasser der Dreisam, das hier in Dutzenden kleinen Kanälen durch die schöne Stadt im Breisgau fließt. Die Freiburger „Bächle“, ein mittelalterliches Kanalsystem, das der Frischwasser-Ver- und Schmutzwasser-Entsorgung diente, zählen zu den historischen Wahrzeichen der Stadt. Auch heute noch sorgen die Wasserläufe im oftmals warmen Freiburg für ein angenehmes Klima und dienen zuweilen natürlich auch als Wasserspielplatz für den Nachwuchs. Für Touristen und Zugereiste heißt es allerdings: unbedingt aufpassen! Ein falscher Schritt kann hier recht plötzlich feuchte Folgen haben. Und: Eine badische Legende besagt, dass jeder, der in eines der Bächle fällt, früher oder später eine Freiburgerin oder einen Freiburger heiraten wird – also: Augen auf.

5 schöne Orte im Markgräfler Land

Burgruinen, mittelalterliche Städtchen,hervorragende Weine und studentisches Großstadtleben– das Markgräflerland gehört zu den reizvollsten Regionen der Bundesrepublik. Sechs schöne Ausflugsziele im Überblick.

Breisach Foto: Fotos: Joachim Negwer
Breisach liegt direkt an der französischen Grenze.

1. Breisach: Die 15.300-Einwohner-Stadt liegt am Oberrhein an der deutsch-französischen Grenze auf halbem Weg zwischen Colmar und Freiburg. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählen das hoch gelegene St. Stephansmünster, ein großes Freilichttheater und das Museum für Stadtgeschichte im Rheintor. tourismus.breisach.de

2. Freiburg: Mit ihren 226.400 Einwohnern ist Freiburg zugleich die südlichste Großstadt Deutschlands. Wahrzeichen sind das Münster und die Bächle (Kasten vorherige Seite). Die studentisch geprägte Atmosphäre und ein breit gefächertes Kultur- und Veranstaltungsprogramm machen Freiburg jederzeit zu einem lohnenden Ziel. www.freiburg.de

3. Staufen: Gut 7700 Einwohner zählt das kleine Städtchen südlich von Freiburg. Neben der denkmalgeschützten Altstadt lohnt vor allem ein Besuch der Burgruine Staufen. Am Marktplatz erinnert eine Inschrift an Dr. Johann Faust, der einer Legende nach hier im Gasthaus Löwen sein Ende gefunden haben soll. www.stadt-staufen.de

4. Müllheim: Der Name der 19.000-Einwohner-Stadt leitet sich von den zahlreichen Mühlen ab, die hier früher standen. Dem trägt auch ein kleines Mühlenmuseum Rechnung. Sehenswert sind zudem die vielen Kirchen der badischen Weinhauptstadt; sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche lohnen einen Besuch. www.muellheim-touristik.de

5. Badenweiler: Die kleine Gemeinde Badenweiler trägt ihre Bezeichnung als Heilbad mit Stolz und zu Recht. Seien es der große Kurpark mit dem Hildegard-von-Bingen-Garten, das Lindebad, die Cassiopeia-Therme oder das Großherzogliche Palais – an Entspannungs- und Erholungsangeboten mangelt es hier ganz sicher nicht. www.badenweiler.de

6. Auggen: Der 2700 Einwohner kleine Wein- und Erholungsort liegt inmitten schönster Weinberge. Er ist Heimstatt des Auggener Schäf, einer der bekanntesten Gutedel-Lagen des Markgräflerlandes. Ein gut ausgebautes Wanderwegenetz inklusive Weinlehrpfad lädt zu ausgedehnten Touren oder auch Ausritten ein. www.auggen.de

Der gute Gutedel

Jung getrunken schmeckt er am besten, sehr bekömmlich soll er sein und hervorragend zur leichten Küche passen – der Gutedel gehört zu jenen süffigen Trinkweinen, die mit Recht als Markgräfler Spezialität bezeichnet werden können. Nahezu der gesamte Anbau in Deutschland konzentriert sich auf den Landstrich zwischen Freiburg und Schweizer Grenze. Zu den Vorzügen des Gutedel gehört die eher geschmacksneutrale Rebe. So kann jeder Wein abhängig von Boden, Klima und Lage des Rebstücks einen ganz eigenen Charakter entwickeln.

Markgräflerland: Camping & Info

79410 Badenweiler: Kur- und Feriencamp Badenweiler
Gehobener Campingplatz, an einem Hang gelegen mit Blick auf Badenweiler. Cassiopeia-Therme mit Saunalandschaft etwa 800 m entfernt. Kinderspielplatz, Leihbücherei sowie Aktionen wie Weinproben oder Themenessen auf dem Gelände. 1,6 ha mit 95 Touristenplätzen, wenigen Dauercampern und Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet. Preisgruppe 4*. Standort: Weilertalstraße 73, GPS 47°48’36”N, 07°40’37”E, Telefon 0 76 32/15 50; www.camping-badenweiler.de

79206 Breisach-Hochstetten: Campingplatz Münsterblick Breisach
Top-Platz auf ebenem, durch hohe Bäume gegliedertem Wiesengelände. Hinter dem Gasthof und Hotel Adler. 0,6 ha, 45 Touristenplätze und wenige Dauercamper. Ende März bis Anfang November geöffnet. Preisgruppe 4*. Standort: Hochstetter Straße 11, GPS 48°01’08”N, 07°36’30”E, Telefon 0 76 67/9 39 30; www.adler-breisach.de

79104 Freiburg: Camping am Hirzberg
Gemütlicher Wiesenplatz mit altem Baumbestand, direkt am Stadtrand. Standplätze auf leicht geneigtem, teils terrassiertem Gelände. Altstadt zu Fuß erreichbar. 1,2 ha mit 65 Touristenplätzen sowie wenigen Dauercampern und Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet. Preisgruppe 4*.
Standort: Kartäuserstraße 99, GPS 47°59’32”N, 07°52’26”E, Telefon 07 61/3 50 54; www.freiburg-camping.de

79117 Freiburg: Camping am Möslepark
Gemütliche Anlage, angrenzend an das „Waldkurbad“. Hohe Laubbäume auf teils ebenem und teils leicht geneigtem Wiesengelände. Etwa 2,5 km bis in die Altstadt. 0,7 ha mit 82 Touristenplätzen und 18 Mietunterkünften. Geöffnet von Ende Februar bis Mitte Dezember. Preisgruppe 4*. Standort: Waldseestraße 77, GPS 47°58’53”N, 07°52’52”E, Telefon 0 76 17 /67 93 33; www.camping-freiburg.com

79108 Freiburg-Hochdorf: Camping Tunisee
Solide ausgestatteter Campingplatz auf ebenem Grundstück und durch Bäume aufgelockert. Direkt am See gelegen. Angrenzend ein Nachbarplatz. Kiosk, Gaststätte mit teilweise überdachter Gartenwirtschaft sowie eine eigene DLRG-Station am Platz. 30 ha mit 150 Touristenplätzen, 370 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Geöffnet Anfang April bis Ende Oktober. Preisgruppe 3*. Standort: Seestraße 30, GPS 48°03’52”N, 07°48’53”E, Telefon 0 76 65/22 49; www.tunisee.de

79108 Freiburg-Hochdorf: Breisgau-Camping am Silbersee

Ihringen Foto: Fotos: Joachim Negwer
In Ihringen lässt es sich gut wandern.


Einfacher Platz mit hohen Laubbäumen, auf ebenem Wiesengelände. Badesee mit abgetrenntem FKK-Bereich sowie ein separater Platzabschnitt für Urlauber mit Hund. Zwei Spielplätze, überdachtes Tischtennis, Boulebahnen sowie zwei Restaurants auf dem Areal. 15 ha mit 230 Touristenplätzen und 400 Dauercampern. Ganzjährig. Preisgruppe 3*.
Standort: Seestraße 20–22, GPS 48°03’38”N, 07°49’13”E, Telefon 0 76 65/23 46
www.camping-freiburg.net

79241 Ihringen: Kaiserstuhl-Camping
Vier-Sterne-Anlage, umgeben von hohen Erdwällen. Durch Hecken und Bäume gegliedertes, ebenes Wiesengelände. Angrenzend an ein Sport-/Freizeitzentrum und ein Freibad. Reiterhof und Wanderwege in der unmittelbaren Umgebung. 9,5 ha mit 200 Touristenplätzen und wenigen Dauercampern. Geöffnet Mitte März bis Anfang Oktober. Preisgruppe 5*.

Standort: Nachtwaid 5, GPS 48°01’48”N, 07°39’27”E, Telefon 0 76 68/95 00 65
www.kaiserstuhlcamping.de

79244 Münstertal: Camping Münstertal
Hervorragende 5-Sterne-Campinganlage mit Blick auf bewaldete Höhen. Durch eine öffentliche Straße zweigeteiltes Gelände mit vielen Büschen, Bäumen und Hecken. Kleiner Teich mit Insel, Abenteuerspielplatz sowie eine Praxis für Physiotherapie mit verschiedenen Kur- und Wellnessangeboten auf dem Gelände. Angrenzende Bahnlinie. 7,3 ha mit 305 Touristenplätzen, wenigen Dauercampern und 19 Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet. Preisgruppe 5*.
Standort: Dietzelbachstraße 6, GPS 47°51’37”N, 07°45’50”E, Telefon 0 76 36/70 80; www.camping-muenstertal.de

79219 Staufen: Ferien-Campingplatz Belchenblick
Sehr gut ausgestatteter Vier-Sterne-Platz mit Blick auf die Weinberge. Zwischen Straße mit Bahnlinie und dem Fluss Neumagen gelegen. Ebenes Wiesengelände, mit verschiedenen Laubbäumen und Büschen. Hallenbad und Physiotherapie am Platz. 2,5 ha mit 155 Touristenplätzen, 55 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet. Preisgruppe 4*.
Standort: Münstertäler Straße 43, GPS 47°52’21„N 07°44’08“E, Telefon 0 76 33/70 45; www.camping-belchenblick.de

79295 Sulzburg: Terrassen-Camping Alte Sägemühle
Familiär geführter Campingplatz, in einem schmalen Tal. Terrassiertes, durch eine wenig befahrene Straße und einen Bach zweigeteiltes Wiesengelände. Naturschwimmbad etwa 150 m entfernt. 2,5 ha mit 50 Touristen- plätzen und wenigen Dauercampern. Ganzjährig geöffnet. Preisgruppe 3*.
Standort: Badstraße 57, GPS 47°50’09”N, 07°43’24”E, Telefon 0 76 34/55 11 81; www.camping-alte-saegemuehle.de

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
CAR 04/17
Heft 07 / 2017 13. Juni 2017 Heftinhalt anzeigen
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