Landvergnügen Stellplatzführer 2019

Campen auf dem Land

Landvergnügen Ausgabe 2019 Foto: Madlen Krippendorf 28 Bilder

Die Nase voll vom Feinstaub? Dann nichts wie los aufs flache Land! Mit dem Landvergnügen-Stellplatzführer übernachten Camper auf Bauerhöfen in ganz Deutschland – kulinarische Duft-Erlebnisse inklusive.

Hier können Sie den Landvergnügen Stellplatzführer direkt bestellen!

Dick, prall und saftig, so sieht die perfekte Kirsche aus. Armin Kindervatter weiß, wovon er spricht. Als ungekrönter Kirschenkönig von Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis kennt er die Frucht wie kaum ein anderer. 6500 Bäume stehen auf seiner Plantage, insgesamt 15.000 auf seinem Grund und Boden.

Leckere Kirschen aus Nordhessen

Landvergnügen Ausgabe 2019 Foto: Madlen Krippendorf
35 Sorten: Armin Kindervatter erntet auf seiner Kirschplantage von Juni bis August.

Was nach bäuerlicher Idylle aussieht, ist in Wirklichkeit Hightech: Eine Tröpfchenanlage bewässert jeden Baum einzeln. 35 unterschiedliche Kirschsorten werden weitgehend nacheinander reif, so dass von Juni bis August Erntezeit ist. Dank der guten Bodenqualität, der natürlichen Hanglage und der ruhig dahinplätschernden Werra im Tal finden die Kirschen beste Bedingungen vor. „Das wussten auch schon die Mönche, die im 14. Jahrhundert den Kirschanbau hier in die Gegend brachten“, sagt Armin Kindervatter und beißt in eine der süßen Früchte. „Wenn Sie dieselbe Sorte im Alten Land oder im Fränkischen anbauen, gibt es nicht das Aroma.“

Landwirtschaft in Deutschland hautnah mitzuerleben, das ermöglicht der Stellplatzführer Landvergnügen. Nur einen Steinwurf von Kindervatters Kirschgarten entfernt befindet sich neben der alten Scheune der sauber gemähte Stellplatz mit allem, was das Herz begehrt: Stromanschluss, Frischwasserversorgung – und wunderschöne Natur. Nur ganz wenige Freizeitfahrzeuge haben auf der Fläche Platz. „Wir wollen keine Massenabfertigung, sondern den persönlichen Kontakt zu den Gästen“, sagt Kindervatter.

Vom Aroma seiner Kirschen können sich die Gäste im Hofladen überzeugen. Dort gehen nicht nur körbeweise Kirschen über den Tresen, sondern auch alles, was sich aus den Früchten herstellen lässt, vom Saft über Kirschwein und -bier bis hin zu Bonbons und Konfitüre.

Landvergnügen Ausgabe 2019 Foto: Madlen Krippendorf
Große, süße Kirschen von der eigenen Plantage sind die Spezialitäten des Hofs.

Im Hofrestaurant schwingt Tobias Kindervatter den Kochlöffel. Die Speisekarte klingt eher nach Sternegastronomie als nach rustikaler Hofwirtschaft: Parmesanschaumsüppchen, Rumpsteak oder feinen Zander serviert der Koch, gerne mit einer gegrillten Kirsche als Dekoration. Nachmittags gibt es hausgemachten Kuchen. Kinder tollen auf dem Spielplatz vor der Terrasse.

Ein Besuch lohnt auch zur Kirschblüte, wenn die Bäume in weißer Pracht stehen. 2018 eröffnete in Zusammenarbeit mit dem „Geo-Naturpark Frau-Holle-Land“ ein Kirschblütenwanderweg mit Infotafeln entlang der Plantagen.

2018 waren wir bei Helmut Rauscher auf der Schwäbischen Alb

„Und, riecht das unangenehm für Sie?“ Helmut Rauscher ist mit einem Dutzend Gästen am hinteren Teil des Aussiedlerhofes angelangt, dort, wo in einer großen, runden Lege aus Beton all das zwischengelagert wird, was beim Ausmisten der Ställe eben anfällt.

Zwölf Nasen wenden sich sorgenvoll dem Misthaufen zu, erschnüffeln aber lediglich milde Heunoten mit leicht tierischem Einschlag – keineswegs jene säuerlich-strengen Ausdünstungen, die ein landerfahrener Besucher wohl erwartet hätte. Das liege, doziert Rauscher, am Verzicht auf Silage: Das andernorts gerne eingesetzte Gärfutter sei für den üblen Mist-Geruch verantwortlich. In seinem Familienbetrieb „Hohensteiner Hofkäserei“ auf der Schwäbischen Alb werde feiner Rohmilchkäse produziert, und statt Silage bekomme sein Vieh würziges Heu von den eigenen Wiesen serviert.

Spezialitäten vom Land

Landvergnügen Weide Kühe Foto: Stefan Weidenfeld
Helmut Rauscher zeigt seine Rinder und Büffel.

Während Rauscher schwärmt, wie bekömmlich dieses Heu sei, wie hingegen in der Silage ganze Horden von schädlichen Bazillen ihr Unwesen trieben, wie Heuwirtschaft zur Artenvielfalt und zur Landschaftspflege beitrage und dass Käse aus Heumilch dank deren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren der menschlichen Gesundheit enorm zuträglich sei, bewegt er sich samt Zuhörerschaft weiter zu den Kälbchen im Stall, den Rindern und Wasserbüffeln auf der Weide und biegt schließlich in den Hofladen mit seiner großen Käsetheke ein.

Büffelkäse, das ist eine Spezialität, die Rauschers Betrieb seit etwa zehn Jahren anbieten kann. Sein „Albzarella“ steht dem Vorbild Mozzarella nicht nach. Völlig sorgenfrei dürfen sich die zwölf Besuchernasen aber auch Rauschers weiteren Käsesorten zuwenden, solchen aus Kuhmilch oder aus einer Mischung von Kuh- und Büffelmilch, milden wie auch würzigen Sorten, Weich- und Hartkäsen in schöner Auswahl.

Frische Leckereien

Landvergnügen Käse Foto: Stefan Weidenfeld
Frischer Käse aus der Schwäbischen Alb.

Mit etwas Glück und auf Voranmeldung kann dann vor Ort eine ausgiebige Käseverkostung vorgenommen werden, untermauert mit frischem Bauernbrot aus der Region. Die auf dem großen Foto links erkennbare Käseauswahl wurde ohne vorherige Verkostung erstanden, allein der Geldbeutel und die mobilen Kühlschrankkapazitäten setzten dem lustvollen Großeinkauf Grenzen.

Die Hohensteiner Hofkäserei ist einer von mittlerweile 585 Landvergnügen-Partnerbetrieben und von Anfang an dabei. Wer hier mit der aktuellen Landvergnügen-Vignette aus dem Stellplatzführer vorfährt, darf 24 Stunden lang kostenfrei am Hof stehen bleiben und ist eingeladen, sich ein Bild davon zu machen, wie Landwirtschaft und Käseproduktion auf diesem Bio-Betrieb funktionieren. Ein Einkauf im Hofladen ist ein Gebot der Fairness und die einzige Gegenleistung, die der Betreiber für seine Gastfreundschaft erhält.

So oder so ähnlich funktioniert Landvergnügen auch bei allen übrigen Partnerbetrieben. Freunden ländlicher Kulinarik hat die Mehrzahl von ihnen Leckeres zu bieten, seien es Käser, Obstbauern, Schnapsbrenner, Winzer, Brauer, Imker, Bäcker, Kaffeeröster, Ölmüller oder Fischer. Vier Exempel sind auf dieser Seite versammelt.

Die schönsten Früchte zum Beispiel prangen je nach Jahreszeit im Hofladen von Knolls Obstbau & Brennerei in Überlingen am Bodensee; auch Nüsse, Nussöle und Obstbrände aus der eigenen Brennerei genießen die mobilen Gäste hier.

Wohnmobil-Tour Niederlande
Hollands Käsemärkte

Landwirtschaft erleben

Zweites Beispiel: die Hofgemeinschaft Arpshof in Wenzendorf in der Nordheide, 35 Kilometer von Hamburgs Zentrum entfernt. Hier wird nach Demeter-Richtlinien gewirtschaftet; eine bunte Vielfalt aus Landwirtschaft, Gartenbau, traditioneller Backkunst, Kultur und pädagogischer Arbeit mit Schulen und Kindergärten ist da erlebbar. Neben Schweinen und Kühen bevölkern 1100 Legehennen und 25 Hähne den Hof – untergebracht in einem mobilen Stall, der auf Kufen immer wieder auf frisches Grün gezogen werden kann.

Landvergnügen wohnmobil Foto: Stefan Weidenfeld
Die Stellfläche am Scheunentor ist ein gutes Ziel zum Urlaub in der Natur.

Hühner, Rinder wie auch Schweine leben gleichfalls auf dem Hof & Edelbrennerei Gerhard Wössner, gelegen zwischen Schwarzwald und Baar. Wössners vielfach prämierter Parade-Tropfen ist sein feines „Pfirsichwasser“.

Mitten im Rothaargebirge im Sauerland liegt Bad Berleburg. Hier, auf einer Anhöhe in Wingeshausen in der Nähe des Rothaarsteigs, empfängt der Sonnenhof mobile Landvergnügen-Gäste. Silke und Mirko Sonneborn widmen sich der Tierhaltung, betreiben ihren vielfältig bestückten Hofladen und ein Café-Restaurant, in dem sie von Mittwoch bis Sonntag unter anderem selbst gebackene Kuchen servieren.

Das riecht nach mehr: Auf, aufs Land zu all den Genüssen!

2017 waren wir beim Sepp'n Bauer in Bernau

Vor dem Hofladen vom Sepp'n Bauer parken bereits einige Einheimische. Die Landwirte Mariele und Alois verkaufen dort ihre eigenen Erzeugnisse, ergänzt um regionale Produkte. Das machen fast alle Gastgeber des Reiseführers. Die „Bestseller“ beim Sepp'n Bauer sind natürlich die eigenen Fleischwaren.

Kuh Foto: Franz Güntner
Die "Bestseller" beim Sepp'n Bauer sind natürlich die eigenen Fleischwaren.

„Das Geflügel schlachten wir noch selbst. Das andere Vieh kommt zum Metzger und wird hier auf dem Hof weiterverarbeitet“, erklärt mir Landwirtin Mariele in ihrer herzlichen Art, als sie das Frühstück serviert.

Das Morgenmahl ist natürlich nicht im Buchpreis inbegriffen, und nicht jeder Gastgeber bietet solch einen Service an: So vielfältig die Höfe, so unterschiedlich deren Angebot. Manchmal gibt es nur einen Stellplatz ohne Strom und Toilette, manchmal mehrere Freiflächen mit komfortabler Ausstattung und der Möglichkeit, bewirtet zu werden.

Diese Informationen findet man im Buch. Bei allen Anbietern aber gelten gewisse Regeln: „Auf jedem Hof darf man nur 24 Stunden stehen bleiben, und zumindest bei uns müssen sich die Wohnmobilisten telefonisch anmelden“, erklärt Mariele. Anders als Campingplätze leben die Höfe nicht von den Wohnmobilisten. Die Verbindung zwischen Gast und Hof ist daher sehr viel persönlicher, aber auch leichter zu stören: „Wir müssen alle sehr früh aufstehen, da ist es nicht sehr höflich, wenn Gruppen bis Mitternacht eine laute Party feiern.“ Außerdem wird es vor Ort gern gesehen, wenn man in den jeweiligen Hofläden einkauft und sich auf diese Weise für die Gastfreundschaft bedankt.

Sepp'n Bauer Bernau Hofladen Foto: Franz Güntner
Der Hofladen von Sepp'n Bauer verkauft eigene, regionale Produkte.

Beim Blick in die Fleischtheke fällt mir das nicht schwer: Hier gibt es gerade Wild aus der eigenen Jagd – und ein paar Kochtipps von Mariele obendrauf. Für die weitere Reise lasse ich mir ein paar Brote belegen. Auch die stammen vom Hof, denn jeden Freitag wird gebacken.

Verschiedene Betriebe erleben

Dann geht es Richtung Westen. Zwar gibt es in der Nähe noch mehr Stellplätze, die an Landvergnügen teilnehmen, aber man findet hier meist nur Bauernhöfe – typisch für Oberbayern. Ich hingegen möchte nun das Leben auf einem Weingut kennenlernen. Erkenntnis: Wer auf einer Tour verschiedene Betriebe erleben will, muss weite Wege einplanen.

Etwa 400 Kilometer später treffe ich bei Helmut und Dorothee Staib ein, zwei Weinbauern, deren Hof vor den Toren Stuttgarts liegt. So kann man zuerst die Natur genießen und später einen Stadtbummel unternehmen. Auch die Staibs hat das Konzept von Landvergnügen überzeugt: „Genau das stellt man sich unter Campingurlaub vor – neue Orte zu entdecken, die man sonst nie sieht.“ Das Paar hat zwei Stellplätze eingerichtet, mindestens 20 Leute kommen pro Jahr hierher. „Die meisten nehmen ein paar Flaschen Wein mit, und einer hat sogar mal nachbestellt“, erinnert sich Helmut. Für mich geht es nach einer Verkostung und einer Führung durch die Streuobstwiesen und Weinstöcke früh ins Bett: Wer weiß, ob mich morgen früh nicht wieder ein Tier daran erinnert, dass das Hofleben viel spannender ist als das Heckbett.

So funktioniert Landvergnügen

Landvergnügen 2019 Foto: Madlen Krippendorf
Der Stellplatzführer Landvergnügen für 2019.

Mehr als ein dickes Buch: Wer den Landvergnügen-Stellplatzführer kauft, erhält nicht nur ein exklusives Verzeichnis ländlicher Gastgeber mit Stellplätzen, sondern auch eine Vignette, die zur gebührenfreien Nächtigung dort berechtigt. 675 solche Gastgeber in Deutschland sind aktuell Partner von Landvergnügen, die Mehrzahl davon empfängt neben Reisemobilen auch Caravangespanne. Meist sind Hunde erlaubt, teils werden Stromanschluss und sanitäre Anlagen vorgehalten, häufig ist eine Bewirtung möglich, und in aller Regel können die vor Ort erzeugten Produkte direkt und günstig erworben werden. Neben Bauern gehören auch Winzer, Braumeister, Imker, Ölmüller, Wasserbüffel-, Lama-, Alpaka- und Galloway-Züchter zu den Gastgebern. Der Stellplatzführer Landvergnügen erscheint jährlich. Die Edition 2019 gilt bis zum 31. März 2020. Sie erscheint im März 2019, kostet 29,90 Euro inklusive Vignette und wird Ihnen von CARAVANING in Deutschland versandkostenfrei geliefert.

Landvergnügen erhalten Sie zum Preis von 29,90 Euro beim promobil-Bestellservice, 70138 Stuttgart, Tel. 07 11/89 22 52 00, Fax 07 11/182-25 50, E-Mail bestellservice@promobil.de, oder direkt im promobil Online-Shop. Ihr Bonus: zügige Lieferung, in Deutschland kostenfrei.

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