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Landvergnügen Stellplatzführer 2018

Gratis übernachten auf dem Land

28 Bilder

Die Nase voll vom Feinstaub? Dann nichts wie los aufs flache Land! Mit dem Landvergnügen-Stellplatzführer übernachten Camper gratis auf Höfen in ganz Deutschland – kulinarische Duft-Erlebnisse inklusive.

19.03.2018 Stefan Weidenfeld, Franz Güntner

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Hier können Sie den Landvergnügen Stellplatzführer direkt bestellen!
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„Und, riecht das unangenehm für Sie?“ Helmut Rauscher ist mit einem Dutzend Gästen am hinteren Teil des Aussiedlerhofes angelangt, dort, wo in einer großen, runden Lege aus Beton all das zwischengelagert wird, was beim Ausmisten der Ställe eben anfällt.

Zwölf Nasen wenden sich sorgenvoll dem Misthaufen zu, erschnüffeln aber lediglich milde Heunoten mit leicht tierischem Einschlag – keineswegs jene säuerlich-strengen Ausdünstungen, die ein landerfahrener Besucher wohl erwartet hätte. Das liege, doziert Rauscher, am Verzicht auf Silage: Das andernorts gerne eingesetzte Gärfutter sei für den üblen Mist-Geruch verantwortlich. In seinem Familienbetrieb „Hohensteiner Hofkäserei“ auf der Schwäbischen Alb werde feiner Rohmilchkäse produziert, und statt Silage bekomme sein Vieh würziges Heu von den eigenen Wiesen serviert.

Spezialitäten vom Land

Landvergnügen Weide Kühe Foto: Stefan Weidenfeld
Helmut Rauscher zeigt seine Rinder und Büffel.

Während Rauscher schwärmt, wie bekömmlich dieses Heu sei, wie hingegen in der Silage ganze Horden von schädlichen Bazillen ihr Unwesen trieben, wie Heuwirtschaft zur Artenvielfalt und zur Landschaftspflege beitrage und dass Käse aus Heumilch dank deren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren der menschlichen Gesundheit enorm zuträglich sei, bewegt er sich samt Zuhörerschaft weiter zu den Kälbchen im Stall, den Rindern und Wasserbüffeln auf der Weide und biegt schließlich in den Hofladen mit seiner großen Käsetheke ein.

Büffelkäse, das ist eine Spezialität, die Rauschers Betrieb seit etwa zehn Jahren anbieten kann. Sein „Albzarella“ steht dem Vorbild Mozzarella nicht nach. Völlig sorgenfrei dürfen sich die zwölf Besuchernasen aber auch Rauschers weiteren Käsesorten zuwenden, solchen aus Kuhmilch oder aus einer Mischung von Kuh- und Büffelmilch, milden wie auch würzigen Sorten, Weich- und Hartkäsen in schöner Auswahl.

Frische Leckereien

Landvergnügen Käse Foto: Stefan Weidenfeld
Frischer Käse aus der Schwäbischen Alb.

Mit etwas Glück und auf Voranmeldung kann dann vor Ort eine ausgiebige Käseverkostung vorgenommen werden, untermauert mit frischem Bauernbrot aus der Region. Die auf dem großen Foto links erkennbare Käseauswahl wurde ohne vorherige Verkostung erstanden, allein der Geldbeutel und die mobilen Kühlschrankkapazitäten setzten dem lustvollen Großeinkauf Grenzen.

Die Hohensteiner Hofkäserei ist einer von mittlerweile 585 Landvergnügen-Partnerbetrieben und von Anfang an dabei. Wer hier mit der aktuellen Landvergnügen-Vignette aus dem Stellplatzführer vorfährt, darf 24 Stunden lang kostenfrei am Hof stehen bleiben und ist eingeladen, sich ein Bild davon zu machen, wie Landwirtschaft und Käseproduktion auf diesem Bio-Betrieb funktionieren. Ein Einkauf im Hofladen ist ein Gebot der Fairness und die einzige Gegenleistung, die der Betreiber für seine Gastfreundschaft erhält.

So oder so ähnlich funktioniert Landvergnügen auch bei allen übrigen Partnerbetrieben. Freunden ländlicher Kulinarik hat die Mehrzahl von ihnen Leckeres zu bieten, seien es Käser, Obstbauern, Schnapsbrenner, Winzer, Brauer, Imker, Bäcker, Kaffeeröster, Ölmüller oder Fischer. Vier Exempel sind auf dieser Seite versammelt.

Die schönsten Früchte zum Beispiel prangen je nach Jahreszeit im Hofladen von Knolls Obstbau & Brennerei in Überlingen am Bodensee; auch Nüsse, Nussöle und Obstbrände aus der eigenen Brennerei genießen die mobilen Gäste hier.

Wohnmobil-Tour NiederlandeHollands Käsemärkte

Landwirtschaft erleben

Zweites Beispiel: die Hofgemeinschaft Arpshof in Wenzendorf in der Nordheide, 35 Kilometer von Hamburgs Zentrum entfernt. Hier wird nach Demeter-Richtlinien gewirtschaftet; eine bunte Vielfalt aus Landwirtschaft, Gartenbau, traditioneller Backkunst, Kultur und pädagogischer Arbeit mit Schulen und Kindergärten ist da erlebbar. Neben Schweinen und Kühen bevölkern 1100 Legehennen und 25 Hähne den Hof – untergebracht in einem mobilen Stall, der auf Kufen immer wieder auf frisches Grün gezogen werden kann.

Landvergnügen wohnmobil Foto: Stefan Weidenfeld
Die Stellfläche am Scheunentor ist ein gutes Ziel zum Urlaub in der Natur.

Hühner, Rinder wie auch Schweine leben gleichfalls auf dem Hof & Edelbrennerei Gerhard Wössner, gelegen zwischen Schwarzwald und Baar. Wössners vielfach prämierter Parade-Tropfen ist sein feines „Pfirsichwasser“.

Mitten im Rothaargebirge im Sauerland liegt Bad Berleburg. Hier, auf einer Anhöhe in Wingeshausen in der Nähe des Rothaarsteigs, empfängt der Sonnenhof mobile Landvergnügen-Gäste. Silke und Mirko Sonneborn widmen sich der Tierhaltung, betreiben ihren vielfältig bestückten Hofladen und ein Café-Restaurant, in dem sie von Mittwoch bis Sonntag unter anderem selbst gebackene Kuchen servieren.

Das riecht nach mehr: Auf, aufs Land zu all den Genüssen!

2017 waren wir beim Sepp'n Bauer in Bernau

Vor dem Hofladen vom Sepp'n Bauer parken bereits einige Einheimische. Die Landwirte Mariele und Alois verkaufen dort ihre eigenen Erzeugnisse, ergänzt um regionale Produkte. Das machen fast alle Gastgeber des Reiseführers. Die „Bestseller“ beim Sepp'n Bauer sind natürlich die eigenen Fleischwaren.

Kuh Foto: Franz Güntner
Die "Bestseller" beim Sepp'n Bauer sind natürlich die eigenen Fleischwaren.

„Das Geflügel schlachten wir noch selbst. Das andere Vieh kommt zum Metzger und wird hier auf dem Hof weiterverarbeitet“, erklärt mir Landwirtin Mariele in ihrer herzlichen Art, als sie das Frühstück serviert.

Das Morgenmahl ist natürlich nicht im Buchpreis inbegriffen, und nicht jeder Gastgeber bietet solch einen Service an: So vielfältig die Höfe, so unterschiedlich deren Angebot. Manchmal gibt es nur einen Stellplatz ohne Strom und Toilette, manchmal mehrere Freiflächen mit komfortabler Ausstattung und der Möglichkeit, bewirtet zu werden.

Diese Informationen findet man im Buch. Bei allen Anbietern aber gelten gewisse Regeln: „Auf jedem Hof darf man nur 24 Stunden stehen bleiben, und zumindest bei uns müssen sich die Wohnmobilisten telefonisch anmelden“, erklärt Mariele. Anders als Campingplätze leben die Höfe nicht von den Wohnmobilisten. Die Verbindung zwischen Gast und Hof ist daher sehr viel persönlicher, aber auch leichter zu stören: „Wir müssen alle sehr früh aufstehen, da ist es nicht sehr höflich, wenn Gruppen bis Mitternacht eine laute Party feiern.“ Außerdem wird es vor Ort gern gesehen, wenn man in den jeweiligen Hofläden einkauft und sich auf diese Weise für die Gastfreundschaft bedankt.

Sepp'n Bauer Bernau Hofladen Foto: Franz Güntner
Der Hofladen von Sepp'n Bauer verkauft eigene, regionale Produkte.

Beim Blick in die Fleischtheke fällt mir das nicht schwer: Hier gibt es gerade Wild aus der eigenen Jagd – und ein paar Kochtipps von Mariele obendrauf. Für die weitere Reise lasse ich mir ein paar Brote belegen. Auch die stammen vom Hof, denn jeden Freitag wird gebacken.

Verschiedene Betriebe erleben

Dann geht es Richtung Westen. Zwar gibt es in der Nähe noch mehr Stellplätze, die an Landvergnügen teilnehmen, aber man findet hier meist nur Bauernhöfe – typisch für Oberbayern. Ich hingegen möchte nun das Leben auf einem Weingut kennenlernen. Erkenntnis: Wer auf einer Tour verschiedene Betriebe erleben will, muss weite Wege einplanen.

Etwa 400 Kilometer später treffe ich bei Helmut und Dorothee Staib ein, zwei Weinbauern, deren Hof vor den Toren Stuttgarts liegt. So kann man zuerst die Natur genießen und später einen Stadtbummel unternehmen. Auch die Staibs hat das Konzept von Landvergnügen überzeugt: „Genau das stellt man sich unter Campingurlaub vor – neue Orte zu entdecken, die man sonst nie sieht.“ Das Paar hat zwei Stellplätze eingerichtet, mindestens 20 Leute kommen pro Jahr hierher. „Die meisten nehmen ein paar Flaschen Wein mit, und einer hat sogar mal nachbestellt“, erinnert sich Helmut. Für mich geht es nach einer Verkostung und einer Führung durch die Streuobstwiesen und Weinstöcke früh ins Bett: Wer weiß, ob mich morgen früh nicht wieder ein Tier daran erinnert, dass das Hofleben viel spannender ist als das Heckbett.

So funktioniert Landvergnügen

Landvergnügen Buch Foto: Landvergnügen
Der Landvergnügen-Stellplatzführer.

Mehr als ein dickes Buch: Wer den Landvergnügen-Stellplatzführer kauft, erhält nicht nur ein exklusives Verzeichnis ländlicher Gastgeber mit bis zu drei Stellplätzen, sondern zugleich auch eine Vignette, die zur gebührenfreien Nächtigung dort berechtigt. 585 solche Gastgeber in ganz Deutschland sind derzeit Partner von Landvergnügen. Meist sind Hunde erlaubt, individuell werden Stromanschluss und sanitäre Anlagen vorgehalten, häufig ist eine Bewirtung möglich, und in aller Regel können die vor Ort erzeugten Produkte direkt und günstig erworben werden. Zu den Gastgebern gehören Obst- und Gemüsebauern, Winzer, Braumeister, Imker, Kaffeeröster, Bäcker, Ölmüller, Käser, Fischer, Schaf-, Alpaka-, Ziegen-, Wasserbüffel- und Galloway-Züchter und Betreiber von Pferdehöfen. Der Stellplatzführer Landvergnügen erscheint jährlich. Die Edition 2018 gilt bis zum 31. März 2019. Sie erscheint im März 2018, kostet 29,90 Euro inklusive Vignette und wird Ihnen von promobil in Deutschland versandkostenfrei geliefert.

Landvergnügen erhalten Sie zum Preis von 29,90 Euro beim promobil-Bestellservice, 70138 Stuttgart, Tel. 07 11/89 22 52 00, Fax 07 11/182-25 50, E-Mail bestellservice@promobil.de, oder direkt im promobil Online-Shop. Ihr Bonus: zügige Lieferung, in Deutschland kostenfrei.

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