Touren-Tipp Grimm-Jahr in Nordhessen

Unterwegs im Märchenland

Reise-Service: Grimm-Jahr in Nordhessen Foto: Marc Reichel, NordHessen Touristik (Paavo Blåfield, Friedhelm Dietrich), K.-U. Häßler/Fotolia 9 Bilder

Auf den Spuren der Gebrüder Grimm: Nordhessen hat im Grimm-Jahr 2013 besonders viel Märchenhaftes zu bieten. Camping-Tipps entlang der Märchenstraße für eine Caravan-Tour im Spätsommer und Herbst.

Die Morgensonne bricht sich im Laub der Alleebäume, über den Feldern liegen Dunstschwaden. Einzelne Gehöfte liegen an den Hängen der Hügel, in der Ferne schlägt ein Hund an. Idylle im Herzen Hessens. Ob es vor über 200 Jahren ähnlich aussah, als Jacob und Wilhelm Grimm diesen Weg nahmen?

Es ist nicht weit von Hanau, der Geburtstadt der Grimms, nach Steinau, wo das Grimm-Haus an die hier verbrachten Jugendjahre erinnert. Den Brunnen am Markt zieren Figuren aus den Grimm’schen Märchen. Ihre Sammlung feierte übrigens 2012 den 200. Jahrestag ihrer Erstausgabe.

In Marburg, ihrem Studienort, verbinden zahllose Treppen Unter- und Oberstadt. „Es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern”, murrte einst Jakob Grimm. Er ahnte nicht, dass heute Aufzüge den Weg nach oben zum Schloss abkürzen. Auch über Bad Wildungen thront ein Schloss, dessen Geschichte die Wurzeln der Grimmschen Märchen erahnen lässt. Von hier aus wurde einst Margarethe von Waldeck von ihrer Stiefmutter nach Brüssel geschickt, das hinter dem Siebengebirge, also den sieben Bergen, lag. Doch nicht ein Apfel machte ihrem Leben ein Ende, sondern vermutlich Arsen.

Nach einem Abstecher zum Edersee geht es nach Wolfhagen, wo sich inmitten des in Fachwerk erhaltenen Stadtkerns auf dem Marktplatz Wolf und Lamm “Gute Nacht„ sagen – zumindest als Bronzestatue. Nicht weit entfernt ein weiteres Kleinod: Auch Naumburg ist mittelalterlich geprägt und erfreut dazu mit einem exzellenten Campingplatz am Ortsrand.
In Kassel, der Stadt der Künste und der documenta, erinnert das Grimm-Museum an den Werdegang der Brüder, die den Großteil ihres Lebens zusammen verbrachten. Mit ihrem Deutschen Wörterbuch legten sie den Grundstein für die Erforschung der Sprache und ihrer Dialekte. Die Märchen, für die sie weltberühmt werden sollten, lauschten sie Erzählerinnen wie Dorothea Viehmann aus dem Brauhaus Knallhütte bei Baunatal ab.

Dem Charme der vielen mittelalterlichen Städte Nordhessens gibt man sich gerne hin. Gleich mehrere Orte beanspruchen für sich, Dornröschen habe hier die Zeit verschlafen. Zum Beispiel auf der Sababurg, wo die Rosenprinzessin einmal pro Woche eine Audienz gibt. Gourmets lassen sich in der angeschlossenen Gastronomie märchenhaft verwöhnen oder absolvieren Kochkurse. Unweit der Burg gibt es noch einen richtigen Urwald, der an einen weitläufigen Tierpark grenzt – ein Paradies für Kinder, gibt es doch so viel zu entdecken.

2013 jährt sich der Todestag von Jacob Grimm zum 150. Mal. Daran erinnert ein bunter Strauß von Veranstaltungen. Die Grimms haben gerade in Nordhessen viele Spuren hinterlassen – unter anderem in Form von Museen und Märchenbrunnen. Richtig märchenhaft aber wird es, wenn auf dem Weg durch das sanfte Hügelland der Region der Dunst über den Feldern liegt und die Sonne durchs Laub scheint – dann liegt jener Zauber über dem Land, der sich auch in Grimms Märchen wiederfindet

Alle Infos im Überblick und Campingplätze in der Region gibt's auf der nächsten Seite.

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