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Camping-Tour spanische Costa Daurada

Urlaubs-Ziel in der Nebensaison

Ihren Namen verdankt die Goldene Küste der Farbe der langen Strände. Foto: Silke Tokarski, Thomas Zwicker 24 Bilder

Endlos lange Strände, viel Sonne auch im Winter und ein spannendes Hinterland – eine geruhsame Reise entlang der Costa Daurada südlich von Barcelona lohnt ganz besonders in der Nebensaison.

22.10.2016 Thomas Zwicker

Die Morgensonne färbt den Himmel über dem Mittelmeer in schönsten Orange- und Rottönen. Der Campingplatz Cala d’Oques an Spaniens Costa Daurada, der Goldenen Küste, erwacht zum Leben. Hier stehen die Caravans teils auf schönen Terrassenplätzen unter knorrigen Bäumen mit Blick auf das blaue Mittelmeer, sanfte Wellen rauschen nur wenig vom Kopfkissen entfernt ans Ufer, man kann gleich vom Frühstückstisch aufbrechen zu einem Strandspaziergang. Und Strand gibt es an dieser Küste wahrlich wie Sand am Meer. 

Die Costa Daurada beginnt kurz hinter der Boomtown Barcelona und reicht über die Provinzhauptstadt Tarragona nach Süden etwa bis zum Ebro-Delta; über die Küstenautobahn AP-7 sind alle Orte bequem erreichbar. Ihren Namen „Goldene Küste“ hat sie von der Farbe des Strandes, der sich oft goldgelb und fein schier endlos lang an den Meeresgestaden erstreckt. 

Für den Caravan-Urlaub bietet die Region jede Menge Campingplätze, teils direkt in Ufernähe gelegen und rund ums Jahr geöffnet. Entsprechend gut eignet sich die Goldene Küste für eine geruhsame Reise auch und gerade in der Nebensaison und zur Winterzeit.

Dann heißt das Motto eben nicht mehr baden in den blauen Fluten (außer für die ganz Hartgesottenen), sondern gemütlich flanieren am Meeressaum, oft bei schönstem Sonnenschein. Bei lauschigen Temperaturen von 20 Grad und mehr Pause machen auf der Terrasse eines kleinen Restaurants oder Cafés, wo man gut geschützt ist vor dem Mistral-Wind aus Nordwest und genüsslich Tapas zu einem Glas Weißwein isst. 

Sie will aber erobert sein, die Goldene Küste mit ihren wunderschönen Orten und Stränden. Die Region gleicht einer Zwiebel, bei der man zunächst durch die braune Außenhaut hindurchmuss, um an ihr würziges Innere zu gelangen. So liegen besonders um die Provinzhauptstadt Tarragona herum weithin sichtbare Industrieanlagen, und die Eisenbahnlinie führt oft direkt an der Küste entlang und halbiert viele Badeorte. Zum Meer hin erstreckt sich dann die moderne Ferien-Urbanisation samt Strandpromenade, Shops, Bars, Apartmentblocks (und in der Nebensaison viel Platz zum Parken), im Landesinneren der alte Ortskern mit schönen Gassen, Museen, guter Gastronomie und Plätzen, auf denen sich gut die Tage verträumen lassen. 

Im Badeort Cambrils, rund 100 Kilometer von Barcelona entfernt gelegen, bildet das alte Zentrum zusammen mit der sanft geschwungenen, goldgelben Strandbucht und dem großen Yacht- und Fischerhafen eine harmonische Einheit; der eingangs erwähnte Campingplatz Cala d’Oques befindet sich rund 20 Kilometer südwestlich, es gibt auch etliche Anlagen dichter am Ort. Gute Parkplätze für einen Tagesbesuch liegen unweit der Küstenstraße N-340 am Flussbett des Riera d’Alforia, zudem gibt es eine große Tiefgarage unter der Uferstraße.

Dann gelangt man direkt vom Auto zur Hafenpromenade Passeig Miramar, an deren Stegen hunderte kleine und große Yachten schaukeln. An der langen Mole de Ponent nebenan ankern ab mittags die Fischkutter der Ortschaft, die in der Frühe ausgelaufen sind und deren Fang nun in der Markthalle und auf den Tellern der vielen guten Restaurants der Stadt oder in Barcelona landet. 

In Cambrils kann man schön den Tag verbringen, speziell in der Nebensaison. Der Ort mit seinen kleinen Gassen, dem alten Wehrturm am Hafenkai und seinem Stadt- und Landwirtschaftsmuseum lebt einen entspannten spanischen Alltag, nur im Hochsommer kann es voll werden an den langen Sandstränden und in den Apartmentsiedlungen ringsum. Am Abend bummeln viele Einwohner über die Uferpromenade, die von zwei skurrilen Kunstwerken bewacht wird, man hält Schwätzchen mit den Nachbarn, und in den vielen Bars und Restaurants im Zentrum herrscht Hochbetrieb. 

Nordwärts führt die Uferstraße dann durch den großen Badeort Salou mit seiner schönen Palmen-Promenade bis zur Provinzhauptstadt Tarragona, die auf einer Anhöhe über dem Meer thront. Das Auto parkt auch hier gut in einer Tiefgarage unter der zentralen Rambla oder am Stadtstrand Platja de Miracle. Zu Fuß steigt man dann hoch in die historische Altstadt der 150000-Einwohner-Kapitale. Deren Zentrum mit guten Shops, Bars und Cafés ist geprägt von Spuren der Römer, für die ihr „Tarraco“ eine der wichtigsten Bastionen auf spanischem Boden war – wahre Leckerbissen beim Sightseeing. 

Am nächsten Tag lockt dann vielleicht ein Ausflug in die Berge, nach Montblanc mit langer Stadtmauer um den historischen Kern und dem nahegelegenen Monestir de Poblet, Kataloniens bedeutendstem Zisterzienserkloster. Oder man fährt weiter nach Süden. Erkundet die malerischen Zentren von Tortosa und Amposta und landet dann im Ebro-Delta, Spaniens Reiskammer, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Wer hier an den einsamen Stränden nicht zur Ruhe kommt, dem wird das schwerlich woanders gelingen.

Reus mit dem Museum Gaudí Centre

Das quirlige Wirtschaftszentrum Reus, einst reich geworden durch den Handel unter anderem mit Wein, Öl und Früchten, ist rund 100000 Einwohner groß und ein Stück westlich von Tarragona gelegen. Heute zählt die Stadt zu den kulturellen Brennpunkten der Region. Die Ruta del Modernisme (Route des Jugendstils) ist ein interessanter Rundweg durchs Zentrum, der zu 26 besonders schönen Jugendstilgebäuden führt, darunter die Casa Navàs von 1901 an der Placa del Mercadal. Besonders sehenswert ist das Gaudí-Zentrum direkt nebenan – auf drei Etagen werden hier Leben und Werk des Architekten Antoni Gaudí (1852–1926) präsentiert, der in Reus als Sohn eines Kupferschmieds geboren wurde. Eine gute Audioführung gibt es in diversen Sprachen, darunter auch in Deutsch. www.reusturisme.cat 

Menschenpyramide

Eine Mischung aus Folklore und Volkssport ist die Tradition der Castellers, der Menschentürme. Seit dem 18. Jahrhundert bilden Menschen eine Pyramide, indem einer auf die Schultern des anderen klettert. Je höher der Turm wächst, umso leichter werden die Protagonisten, bis die kleinsten Jungen (und zunehmend auch Mädchen) die Spitze bilden. Es gibt verschiedene Formen und Größen dieser Castells, die bis zu zehn „Stockwerke“ hoch werden können. Dabei werden regelrechte Wettbewerbe ausgetragen, als wichtiger noch gilt aber die Stärkung des Gemeinschaftssinns. Trotz mancher Einstürze sind Verletzungen übrigens dem Vernehmen nach selten.

Sechs spannende Ziele zwischen Bergen & Meer 

Die Costa Daurada verzaubert zwar in erster Linie mit ihren schönen, goldgelben Stränden – die hier genannten Orte bieten aber noch mehr Attraktionen, oder sie verführen zu einem Abstecher ins Landesinnere.

  1. Montblanc: Rund ums Zentrum dieser 7000 Einwohner großen historischen Ortschaft im bergigen Inland zieht sich eine etwa 1,5 Kilometer lange Stadtmauer mit 30 Türmen und zwei großen Toren. Die opulente Kirche, diverse Klöster und Herrenhäuser zeugen von Montblancs Bedeutung im Mittelalter – unbedingt einen Besuch wert!
  2. Tarragona: Auf einer Anhöhe über dem Meer gelegen, zählt das Zentrum der Provinzhauptstadt mit seinen archäologischen Fundstätten aus römischer Zeit zum Welterbe der Unesco. Neben vielen Jugendstilbauten bietet Tarragona eine gute Bar- und Kneipenszene, dazu viele Ausstellungen wie das Museu d‘Art Modern.www.tarragonaturisme.cat/de
  3. Salou: Dieser Ferienort mit seinen rund 28000 Einwohnern hat besonders lange Strände und eine der schönsten Palmen-Promenaden der Mittelmeerküste. Alte Villen und Herrenhäuser säumen die Uferstraße, im Sommer lockt ein ausgeprägtes Nachtleben. Und nahebei liegt der riesige Vergnügungspark Port Aventura.www.visitsalou.eu
  4. Cambrils: Der Fischerei- und Yachthafen prägt das Bild der 33000-Einwohner-Stadt, dazu die langen schönen Strände. Die Restaurants zählen zu den besten der Costa Daurada. Eine Besichtigung wert sind die Ausstellungen im Museu Torre de l’Ermita (Stadtmuseum) sowie im Mühlen- und Landwirtschaftsmuseum.www.cambrils-tourist-guide.com 
  5. Tortosa: Der Aufstieg ist mühsam, doch der Blick vom zur Zeit der Mauren-Regentschaft erbauten Castell de la Suda über die Kathedrale und die Dächer der 35000-Einwohner-Stadt ist besonders abends großartig. Ein Besuch der im 15. Jahrhundert fertiggestellten Kathedrale lohnt ebenso wie ein Altstadtbummel.www.tortosaturisme.cat/en
  6. Amposta: Das kleine Städtchen am Ufer des Ebro ist mit einer gewaltigen Hängebrücke gesegnet, die 1921 eröffnet wurde und von zwei 24 Meter hohen Pfeilern gehalten wird. Der 22000-Einwohner-Ort gilt auch als Tor zum flachen Ebro-Delta mit seinen riesigen Reisfeldern und langen, selbst im Sommer ruhigen Stränden.www.turismeamposta.cat/en

Infos und Campingplätze in der Region Costa Daurada

Camping Eucaliptus
Campingplatz im Nationalpark Ebro-Delta, ebenes Wiesengelände mit Laubbäumen. Spielplatz, Outdoor-Fitnesspark und ein öffentliches Freibad vor Ort. 4,5 ha mit 187 Touristenplätzen, 45 Dauercampern und 39 Mietunterkünften. Geöffnet Mitte März bis Ende September (Mindestaufenthalt in der Hauptsaison sieben Tage).
Standort: Platja Eucaliptus, ES-43870 Amposta, GPS 40°39`24„N, 00°46`47“O, Telefon 00 34/9 77 47 91 48,www.campingeucaliptus.com

Playa Cambrils Don Camilo
Familiärer Campingplatz zwischen Cambrils und Salou. Ebenes, ausgedehntes Gelände mit verschiedenen Bäumen. Sportbereich, Supermarkt und Restaurant am Platz. Akzeptiert Camping Cheques. 9 ha mit 419 Touristenplätzen, 30 Dauercampern und 276 Mietunterkünften. Geöffnet Mitte März bis Mitte Oktober.
Standort: Av. Oleastrum, 12, ES-43850 Cambrils, GPS 41°04`00„N, 01°04`59“O, Telefon 00 34/9 77 36 14 90, www.playacambrils.com/de

Camping Vendrell Platja
Gute Anlage am Strand von Sant Salvador und Coma-Ruga. Verschiedene Laubbäume, Pinien und Palmen auf ebenem Gelände. Zwischen Küstenstraße und Bahnlinie gelegen. Außenpool und Sportanlagen. Akzeptiert Camping Cheques. 7,3 ha mit 279 Touristenplätzen, 180 Dauercampern und 124 Mietunterkünften. Ende März bis Anfang November geöffnet.
Standort: Avda. Sanatori s/n, ES-43880 Coma Ruga, GPS 41°11`08„N, 01°33`20“O, Telefon 00 34/9 77 69 40 09, www.camping-vendrellplatja.com 

Camping Ametlla
Gehobener Platz direkt am Meer. Durch einen öffentlichen Weg geteiltes, teils terrassiertes Gelände mit einigen Oliven- und Nadelbäumen. Animation für Kinder und Erwachsene. 8,5 ha großes Gelände mit 266 Touristenplätzen, wenigen Dauercampern und 136 Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Paratge Stes Creus s/n, ES-43860 L’Ametlla de Mar, GPS 40°51`54„N, 00°46`44“O, Telefon 00 34/9 77 26 77 84, www.campingametlla.com 

Camping Cala d´Oques
Familiär geführter Campingplatz direkt am Sand- und Kiesstrand südlich von Cambrils. Teils ebenes, teils terrassiertes Gelände auf einem Hügel und rund um denselben. Zwischen Küstenstraße und Meer gelegen. Unweit des katalanischen Litoral-Gebirges. Achtung: Fernsehverbot auf dem Platz. 2,7 ha mit 135 Touristenplätzen, 28 Dauercampern und wenigen Mietunterkünften. Ganzjährig.
Standort: Via Augusta, s/n, ES-43890 L’Hospitalet de L’Infant, GPS 40°58`39„N, 00°54`12“O, Telefon 00 34/9 77 82 32 54, www.caladoques.com 

Camping La Masia
Drei-Sterne-Campingplatz direkt am Strand L’Almadrava gelegen. Gepflegte Anlage mit verschiedenem Bewuchs und gekiesten Standplätzen. Schwimmbad mit Whirlpool und ein Spielplatz sind vorhanden. Akzeptiert Camping Cheques. 4 ha großes Gelände mit 264 Stellplätzen und 86 Mietunterkünften. Geöffnet von Anfang Februar bis Ende November. Standort: Playa de la Almadraba, GPS: 40°58‘51„N, 00°51‘17“O, Telefon: 00 34/9 77 82 05 88, www.camping-lamasia.com 

Camping Resort Sangulí Salou
Recht exklusive Anlage mit Parzellen in verschiedenen Kategorien. Meist ebenes Gelände mit verschiedensten Baumbeständen und Palmen, gärtnerisch gestaltet. Mehrere Badelandschaften, Amphitheater sowie eine medizinische Bereitschaftspraxis sind auf dem Platz vorhanden. Animation für Kinder und Erwachsene. 25 ha mit 1087 Touristenplätzen und 262 Mietunterkünften. Ende März bis Anfang November geöffnet.
Standort: Prolongació C/E s/n, ES-43840 Salou, GPS 41°04`31„N, 01°07`03“O, Telefon 00 34/9 77 38 16 41, www.sanguli.es/de 

Camping Las Palmeras
Top Anlage am Playa Larga de Tarragona gelegen. Große Stellplätze auf lang gestrecktem, dreigeteiltem, leicht geneigtem Wiesengelände mit Laubbäumen und Palmen. Sandstrand mit kleinen Dünen. Akzeptiert Camping Cheques. 16 ha großes Gelände mit 600 Touristenplätzen, 57 Dauercampern und 134 Mietunterkünften. Geöffnet von Ende März bis Mitte Oktober.
Standort: Ctra. N. 340, km 1168, Tarragona, ES-43080 Tarragona, GPS 41°07`49„N, 01°18`44“O, Telefon 00 34/9 77 20 80 81, www.laspalmeras.com/de 

Camping Relax-Sol
Solide ausgestatteter Campingplatz in einem lichten Pinienhain. Ebenes Gelände mit festem Sandboden, zwischen Bahnlinie und Straße gelegen. Fußgängerunterführung zum Sandstrand. Akzeptiert Camping Cheques. 2,5 ha mit 66 Touristenplätzen, 10 Dauercampern und 35 Mietunterkünften. Anfang März bis Mitte Oktober geöffnet. Standort: Passeig Miramar 246, ES-43830 Torredembarra, GPS 41°08`55„N, 01°25`06“O, Telefon 00 34/9 77 64 62 71, www.campingrelaxsol.com 

Information

Auskunft: Auf der Website des spanischen Fremdenverkehrsamts Turespaña kann man u. a. Prospekte bestellen (www.spain.info). Gute Infos für einen Urlaub an der Costa Daurada finden sich auch auf der Website der Katalonischen Tourismus Agentur:  Palmengartenstraße 6, 60325 Frankfurt/Main, Telefon 0 69/74 22 48 73,www.katalonien-tourismus.de

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Caravaning 10/2016
Heft 10 / 2016 13. September 2016 Heftinhalt anzeigen
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