Mehr Umweltzonen in Frankreich TIMDAVIDCOLLECTION/Fotolia
Umweltzonen Europa
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Umweltzonen Europa 8 Bilder

Umweltzonen & Fahrverbote für Camper in Europa

Wo darf man mit dem Caravan-Gespann hineinfahren?

Freie Fahrt für freie Bürger? Diese Zeiten sind in immer mehr Regionen vorbei. CARAVANING liefert den Überblick über die Fahrverbotszonen in Europa und die notwendigen Berechtigungsnachweise.

Feinstaub- und Stickoxidbelastung in den Städten führen dazu, dass immer mehr Länder in Europa Umwelt- und Fahrverbotszonen einrichten, um den Grenzwerten gerecht zu werden – teilweise auch erst auf richterlichen Beschluss, wie etwa das Dieselfahrverbot in Stuttgart zeigt. Über Sinn oder Unsinn dieser Maßnahmen lässt sich streiten, Fakt ist allerdings, dass man auch als Caravaner nicht umhinkommt, sich mit den Bestimmungen im Urlaubsland auseinanderzusetzen. Ansonsten riskiert man hohe Bußgelder.

Wer wann wo nicht einfahren darf, ist leider alles andere als einheitlich geregelt. Im Prinzip kocht hier jede Region und jede Stadt ihr eigenes Süppchen. Grundsätzlich unterscheiden kann man Umweltzonen, die das ganze Jahr hindurch gelten, und solche, die nur bei einem gewissen Grad an Luftverschmutzung aktiv werden. Letztere werden meist nur mit 24 Stunden Vorlauf angekündigt, was es unabdingbar macht, sich stets auf dem Laufenden zu halten. Eine Möglichkeit dazu ist zum Beispiel die kostenlose Green-Zones-App, die es in den Appstores für Android und iPhone gibt. Manche Umweltzonen erfordern eine Plakette, andere eine vorhergehende Online-Registrierung.

Umweltzonen Europa
Motor Presse Stuttgart
Orange: Bestehende Einfahrbeschränkungen. Türkis: Bestehende Einfahrbeschränkungen (nicht für Pkw-Gespanne). Grau: Keine Einfahrbeschränkungen.
  • Orangene Länder: bestehende Einfahrbeschränkungen
  • Blaue Länder: bestehende Einfahrbeschränkungen (nicht für Pkw-Gespanne)
  • Graue Länder: Keine Einfahrbeschränkungen

Übersicht: Hier ist mit Einschränkungen zu rechnen

1. Deutschland

Umweltzonen & Dieselfahrverbote

Über 50 Umweltzonen wurden in Deutschland seit 2008 eingerichtet, mittlerweile darf man sie nur noch mit einer grünen Plakette befahren. Eine Übersicht findet sich beim Umweltbundesamt. Die Umweltzonen wurden eingeführt, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Aufgrund schlechter Stickstoffdioxidwerte in einigen Großstädten wurde darüber hinaus die blaue Plakette ins Spiel gebracht, als Kennzeichnung für Fahrzeuge der neuesten Abgasnorm. Ursprünglich im Gespräch für 2017, liegt das Thema momentan allerdings auf Eis. Nach aktuellem Stand würden die blaue Plakette nur Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 6, Benziner der Abgasnorm Euro 3 sowie Elektrofahrzeuge erhalten. Neben dem Zeitpunkt der Einführung ist auch noch unklar, ob dann auch neue Umweltzonen angelegt werden müssen oder nur einzelne Abschnitte ausgewiesen werden.

Deutlich konkreter sind die Pläne hingegen bei den Dieselfahrverboten, die aufgrund überschrittener Grenzwerte in einigen Städten bereits Realität sind. So hat Berlin bereits einige Straßenabschnitte benannt, die für Dieselfahrzeuge mit Euro 1 bis 5 tabu sind. Ausnahmen gibt es etwa für Anwohner und Handwerker. Derzeit muss das Land Berlin die Ausweitung der Fahrverbote auf 120 Straßenabschnitte (insgesamt 15 Kilometer) prüfen. Seit Juni 2019 hat auch Darmstadt Fahrverbotszonen in der Hügel- und der Heinrichstraße ausgewiesen. Betroffen sind Fahrzeuge mit der Diesel-Abgasnorm Euro 1 bis 5 und Benziner der Klassen Euro 1 und 2. Die Fahrverbotszonen in Hamburg gelten für Dieselfahrzeuge mit Euro 1 bis 5 auf einigen Straßen der Innenstadt.

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Mancherorts Realität: Das Dieselfahrverbot.

Die flächenmäßig größte Dieselfahrverbotszone findet sich derzeit in Stuttgart: In der baden-württembergischen Landeshauptstadt gilt ein Verbot für alle Diesel bis Euro 4 im gesamten Stadtgebiet. Ausnahmen bestehen etwa für den Lieferverkehr. Zudem gibt es Fahrverbote für Diesel bis Euro 5 auf einigen großen Straßen im Stadtzentrum. Bei Zuwiderhandlung werden Bußgeld und Verwaltungsgebühren in Höhe von insgesamt 108,50 Euro fällig.

2. Schweiz

Genf nun Umweltzone

Die Schweiz hat in Genf seit Anfang dieses Jahres ebenfalls eine Umweltzone ausgewiesen. Sie tritt bei Luftverschmutzungsalarm zwischen 6 und 22 Uhr in Kraft. Betroffen sind Dieselfahrzeuge mit den Emissionsklassen Euro 0 bis 2 sowie Benzinfahrzeuge mit Euro 0 und 1. Der verpflichtende Nachweis über die Einfahrberechtigung erfolgt mit der schweizerischen Umweltplakette "Stick’Air". Infos hier.

3. Belgien

Umweltzone in Antwerpen und Brüssel

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Martina Sörensen
Seit Anfang 2020 gehört Gent zu den drei belgischen Städten, die Umweltzonen ausgewiesen haben.

In Belgien sind Antwerpen, Brüssel und seit diesem Jahr auch Gent von Umweltzonen betroffen. Seit 1. Januar 2020 gelten verschärfte Einfahrbedingungen. So müssen in Antwerpen und Gent Dieselfahrzeuge mit Euro 0 bis 4 draußen bleiben, in Brüssel betrifft das Einfahrverbot Dieselfahrzeuge mit Euro 0 bis 3 sowie Benziner mit Euro 0 und 1. Für ausländische Fahrzeuge ist die Registrierung zum Befahren der Umweltzone Pflicht.

In der flämischen Stadt Antwerpen besteht seit 1. Februar 2017 eine LEZ-Umweltzone. Die gesamt Innenstadt liegt in dieser Zone, sowie ein Teil des Stadtviertels Lineroever. Der Antwerpener Autobahnring R1 ist jedoch davon ausgeschlossen.

Die Umweltzone in Antwerpen ist ausgeschildert und gilt das ganze Jahr. Nur Fahrzeuge, die die Abgasnorm einhalten oder eine vorübergehende, kostenpflichtige Zulassung haben, dürfen in diese Zone fahren. Betroffen sind im ersten Schritt Dieselfahrzeuge der Euronorm 3 (ohne Rußpartikelfilter) und älter.

Besucher aus dem Ausland müssen vor einer Reise nach Antwerpen ihr Fahrzeug online registrieren. Die Registrierung ist gebührenfrei und kann bis 24 Stunden nach dem Hineinfahren in die Umweltzone erfolgen. Für den Vorgang benötigt man den und das COC Zertifikat mit EG-Übereinstimmungsbescheinigung. Diese Bescheinigung erhält man entweder beim Fahrzeugkauf oder kann sie beim Autohersteller anfordern. Nur registrierte Fahrzeuge können von den Kameras, die in der Umweltzone aufgestellt sind, mit dem Nummernschild abgleichen. 

Fahrzeuge, die die Auflagen nicht erfüllen, können maximal acht Mal im Jahr gegen Erwerb einer Tagesskarte in die Umweltzone fahren. Die Karte ist ebenfalls auf der Website oder an Parkscheinautomaten vor Ort erhältlich.

4. Niederlande

Arnheim & Amsterdam

In den Niederlanden gibt es Umweltzonen in mehreren Städten, für Pkw relevant sind aber nur die in Arnheim und Amsterdam. In Arnheim dürfen Dieselfahrzeuge mit Erstzulassung vor 2005 nicht einfahren. In Amsterdam ist ab November 2020 dieselbetriebenen Pkw und Kleintransportern mit Euro 0 bis 3 die Einfahrt untersagt.

5. Großbritannien

Umweltzone LEZ in der Region um London

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Die Innenstadt von London ist rund um die Uhr eine Ultra Low Emission Zone. Zusätzlich wird noch Citymaut fällig.

Auch in London gibt es jetzt eine Umweltzone. Zusätzlich zur Stau-Zonen-Gebühr müssen Autofahrer in London jetzt noch eine Umwelt-Gebühr bezahlen. Die Low Emission Zone (LEZ) umfasst den Großraum von London, darunter auch Teile der M1 und M4, verschärfte Bedingungen gelten in der Innenstadt. Ausgenommen von der LEZ sind Fahrzeuge unter einem Gewicht von 1,205 Tonnen. 

In der LEZ müssen Dieselfahrzeuge mit Emissionsklassen Euro 0 bis 2 eine Tagesgebühr bezahlen. Das gilt auch für im Ausland zugelassene Fahrzeuge. Wer in die LEZ einfahren will, muss sein Fahrzeug vorher postalisch oder per E-Mail bei der Organisation "Transport for London" registrieren, was bis zu zwei Wochen dauern kann. Die Umweltzone wird mit Videokameras überwacht, die das Kennzeichen scannen. Unbefugtes Einfahren kann bis zu 500 Pfund Bußgeld kosten. Wer unbedingt in die LEZ fahren muss, aber die Anforderungen nicht erfüllt, kann eine Tagesgebühr entrichten, die je nach Fahrzeuggröße zwischen 100 und 200 Pfund liegt.

6. Frankreich

Umweltzonen in immer mehr Großstädten

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Nach Deutschland hat Frankreich das umfangreichste Netz an Umweltzonen in Europa. Es wird ständig ausgebaut.

Die Umweltplakette "Crit’Air" und die damit verbundenen Umweltzonen wurden in Frankreich bereits 2016 eingeführt. Durch diese Maßnahme soll die atmosphärische Verschmutzung, vor allem Stickoxide und Feinstaub in der Luft, reduziert werden. Daher wird nur noch neueren und schadstoffärmeren Fahrzeugen die Zufahrt zu den Umweltzonen gestattet. Diese Zonen umfassen hauptsächlich Städte – zum Beispiel Paris, Grenoble und Straßburg – beziehungsweise Ballungsgebiete mit besonders starker Luftverschmutzung.

Die Fahrzeuge werden in sechs verschiedene Kategorien eingeteilt und erhalten eine entsprechende Plakette. Ausschlaggebend dafür sind das Jahr der Erstzulassung und die Abgaswerte nach europäischer Euro-Abgasnorm. Gut zu wissen für Besitzer von Campingbus-Wohnwagen-Gespannen: Reisemobile unter 3,5 Tonnen werden als Pkw eingestuft.

Die Einstufung in die Crit’Air-Kategorien erfolgt folgendermaßen: Die grüne Plakette bleibt Fahrzeugen mit Wasserstoff- und Elektroantrieb vorbehalten. In die Kategorie 1 werden Gas- und aufladbare Hybridfahrzeuge einsortiert. Diesel-Pkw mit Euro 5 oder 6 landen in Kategorie 2, während Diesel-Lkw nur mit Euro 6 in diese Klasse eingeordnet werden. Die Zuordnung zu den Kategorien 3 bis 5 erfolgt analog zu Kategorie 2. Keine Plakette erhalten Pkw mit Euro 1 und Lkw mit Euro 1 oder 2.

Erhältlich ist die Plakette zum Preis von 3,11 Euro zuzüglich Versandkosten beim französischen Umweltministerium, andere Anbieter sind meist bedeutend teurer. Gut aufbereitetes Infomaterial inklusive Karten findet man auch hier. Fährt man ohne Plakette in eine Umweltzone, wird ein Bußgeld in Höhe von 68 Euro für Pkw und 135 Euro für Lkw und Gleichgestellte fällig.

Die Einrichtung von Umweltzonen obliegt der jeweiligen Kommune. Diese legt auch fest, welche Crit’Air-Kategorien zu welchen Zeiten die Umweltzone befahren dürfen. Dies ist meist mit einem zusätzlichen Hinweis unter dem Schild der Umweltzone gekennzeichnet. Anders als in Deutschland gelten die Einfahrverbote, sofern nicht anders angegeben, Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr. Die Zahl der Umweltzonen steigt kontinuierlich, für das Jahr 2020 sind 15 dauerhafte Umweltzonen geplant.

7. Italien

Verkehrseinschränkungen in Städten

Fiat Ducato (2020)
Fabio Ferrari
In vielen italienischen Großstädten gibt es gebührenpflichtige verkehrsbeschränkte Zonen, die sogenannten "Zona Traffico Limitato" (ZTL).

In Italien gibt es mehrere sogenannte "zona traffico limitato" (ZTL) in verschiedenen Städten wie Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Pisa, Rom und Verona, die alle alle nicht ortsansässigen Fahrzeuge betreffen. Die Zonen sollen Staus und Umweltverschmutzung verringern und sind mit einem Fahrverbotsschild gekennzeichnet.

Generell gilt: Nicht in die ZTL einfahren dürfen Dieselfahrzeuge mit Emissionsklassen Euro 0, 1 und 2 sowie Benzinfahrzeuge mit Euro 0. Ab 2020 gilt in manchen Gemeinden ganzjährig zudem ein Verbot von Diesel mit Euro 3. Bei Luftverschmutzung sind auch Diesel mit Euro 4 verboten.

Die Regelung variiert je nach Region. In Mailand muss im Historischen Stadtzentrum ein Umweltpass unter der Woche tagsüber gekauft werden. Diesen erhält man etwa in Tabacchi-Läden oder bei Zeitungskiosken. Von der Einfahrt ausgeschlossen sind Dieselfahrzeuge bis Euro 4 sowie Fahrzeuge mit einer Länge über 7,5 Meter. In Bologna müssen Fahrzeuge ein Umwelt-Ticket für die verkehrsbeschränkte Zone ZTL erwerben, wenn sie zwischen 7 und 20 Uhr dort hineinfahren. In Südtirol gibt es in Brixen und Bozen von Montag bis Freitag stundenweise für viele Fahrzeuge ein Fahrverbot. 

8. Spanien

Einschränkungen in Madrid und Barcelona

Die spanische Hauptstadt Madrid hat die Umweltzone "Madrid Central" im Stadtzentrum ausgewiesen. Diese ist an jedem Tag rund um die Uhr aktiv. Dieselfahrzeugen mit Emissionsklassen Euro 0 bis 3 sowie Benzinern mit Euro 0 bis 2 ist die Zufahrt untersagt. Der Nachweis der Einfahrberechtigung erfolgt über die spanische Umweltplakette. Fahrzeuge, die nicht in Spanien zugelassen sind, müssen sie vorab beim Büro von Madrid Central (nur spanisch) bestellen. Infos und Bestellung auf Deutsch gibt es hier.

In der Metropole Barcelona gilt seit 1. Januar 2020 dauerhaft Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr die Umweltzone "Zona de baixes emissions" im gesamten Stadtgebiet innerhalb der Ringstraßen Ronda de Dalt (B-20) und Ronda Litoral (B-10) und Teilen umliegender Gemeinden. Für Dieselfahrzeuge mit Euro 0 bis 3, Benzinfahrzeuge mit Euro 0 bis 2 sowie Motorräder mit Euro 0 bis 1 ist die Einfahrt untersagt. Berechtigte Fahrzeuge müssen sich online registrieren.

9. Portugal

Umweltzone in Lissabon

In Portugal gibt es eine Umweltzone in der Hauptstadt Lissabon, die in zwei Gebiete aufgeteilt ist. Je nach Gebiet gelten werktags von 7 bis 21 Uhr Einfahrverbote für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Januar 2000 beziehungsweise vor dem 1. Januar 1996.