Erhöhte Unfallgefahr im Herbst

Vorsicht vor "Bauernglatteis" und Matsch

Das Hofgut Hopfenburg beherbergt nicht nur seltene Haustierrassen, hier versieht auch ein historischer Traktor seinen Dienst. Foto: Volker Hammermeister

Ende Steptember wird der Mais geerntet. Mancherorts können Fahrbahnen dadurch rutschig sein, da Erntemaschinen Matsch verteilen, warnen TÜV und DEKRA. Vor allem bei Regen droht Schleudergefahr.

Im Herbst sollten alle Verkehrsteilnehmer vom Gas gehen und Abstand halten. Einer der Gründe dafür ist das sogenannte "Bauernglatteis", Schmutz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, das Fahrbahnen in Rutschbahnen verwandelt. Nebel, Laub und Nachtfrost machen die Straßen zusätzlich glatt.

Vorsicht auf Landstraßen im Herbst

Schon ein kurzer Regenguss kann die Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandeln. Laut Experten der DEKRA braucht ein Auto auf trockener Fahrbahn bei Tempo 80 etwa 53 Meter zum Anhalten. Auf nasser Fahrbahn ist diese Strecke mit 72 Metern rund ein Drittel länger. Wenn die Fahrbahn verschmutzt ist, kann die Strecke noch weiter ansteigen.

Außerdem müssen sich Autofahrer im Herbst auf Landstraßen darauf einstellen, hinter Kurven oder Kuppen auf einen langsam fahrenden Schlepper mit vollem Anhänger zu treffen.

Warum sollte man im Herbst vorsichtiger fahren?

Laut statistischem Bundesamt kamen 2015 bei Unfällen, die durch Nebel verursacht wurden, insgesamt 456 Menschen zu Schaden. Die Statistik weist außerdem für die Monate September bis Dezember überdurchschnittlich viele Unfälle aus. Nasse Straßen, Stürme, Wildwechsel und Dunkelheit lassen das Unfallrisiko im Herbst ansteigen.

Wenn Nebel oder Regen die Sicht einschränken, heißt es: Runter vom Gas, Abstand halten und Licht an! Laut Straßenverkehrsordnung darf die Fahrgeschwindigkeit dann nicht höher sein als die Sichtweite. Das bedeutet: Wer nur 50 Meter weit sieht, darf nicht schneller als Tempo 50 fahren. Auch muss er das Tempo so weit drosseln, dass er innerhalb der übersehbaren Strecke halten kann. Die Nebelschlussleuchte darf nur dann eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite unter 50 Meter liegt.

Je nach Region und Wetterlage tritt spätestens im Oktober der erste Frost auf. Winterreifen sind bei Reif, Eis und Schnee Pflicht. Der TÜV empfiehlt, sich nicht zu sehr auf die Außentemperaturanzeige zu verlassen, da die Temperatur auf dem Asphalt wesentlich niedriger sein kann. Unterhalb von drei Grad sollten Autofahrer, außer bei sehr trockener Witterung, stets mit Glätte rechnen.

Wie reagiert man richtig bei Wildwechsel?

Im Herbst müssen Autofahrer morgens und abends in der Nähe von Waldgebieten mit Wildwechsel rechnen. Gefährdete Strecken verlangen eine besonders aufmerksame und defensive Fahrweise. Läuft ein Tier auf die Fahrbahn, sollte man abbremsen, hupen und abblenden, jedoch nicht versuchen auszuweichen. Kommt es zu einer Kollision, sollte man das Tier nicht berühren, da es zu Infektionen und Verletzungen kommen kann. Stattdessen sollte man die Unfallstelle sichern und die Polizei verständigen.

Wie bereitet man das Fahrzeug auf die dunkle Jahreszeit vor?

TÜV SÜD empfiehlt in der dunklen Jahreszeit, generell mit Licht zu fahren. Ansonsten sollten sich Autofahrer im Zweifel stets für das Einschalten entscheiden. Die DEKRA rät zu einem Check der Beleuchtungsanlage. An trüben Tagen, in der Dämmerung und bei Dunkelheit können Mängel an der Lichtanlage ein Risiko sein, denn Dunkelmänner, Blender und Einäugige gefährden auch andere Verkehrsteilnehmer. Für klare Sicht sind außerdem saubere Scheiben und intakte Scheibenwischer erforderlich.

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