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Urteil: Radbruch kommt vor dem Fall

Gericht in Österreich macht Herstellungsfehler für einen Unfall auf der Autobahn verantwortlich.

In einer leichten Rechtskurve der Autobahn gerät der nahezu neuwertige Caravan in heftiges Pendeln und stürzt schließlich um. Der Fahrer hatte noch versucht, dies durch beherztes Bremsen zu vereiteln – vergebens. Beide Räder brechen dem Caravan weg, ein kapitaler Schaden. Auch der Zugwagen trägt Blessuren davon.
Wie konnte es dazu kommen? Eine äußere Einwirkung, die zu Materialbruch führte – ein Herstellungs- oder Materialfehler, der ohne äußere Einwirkung nachhaltige Wirkung zeigte, oder schlichtweg ein Fahrfehler?
Genau darum ging es in einer Klage, die ein Caravaner im Jahr 2000 in Österreich gegen seinen Verkäufer anstrengte: Der Hänger habe unvermittelt ein Rad samt Radnabe verloren, worauf er auf den Rahmen gestürzt und geschlingert sei. Dann habe der Caravan auch das linke Rad samt Nabe verloren und stürzte daraufhin um. In erster Instanz hatte der Kläger keinen Erfolg – der vom Gericht bestellte Gutachter schloss einen werksseitigen Fehler aus.
Doch der Caravaner drang auf Wiederaufnahme des Verfahrens – mit Erfolg.
Ein weiteres, sehr detailliertes Gutachten kam zum Schluss, dass am Caravan zu großes Radlagerspiel vorgelegen habe, was letztlich den Hänger in leichtes Pendeln versetzt habe. Ursache des Unfalls müsse also „ein Herstellungsfehler im weitesten Sinne" gewesen sein.
Viele Jahre nach dem Unfall wurde das Verfahren vom Landesgericht Salzburg zugunsten des Caravaners geschlossen (Aktenzeichen 14 Cg 1/02p-55). Ihm wurde Schadenersatz in Höhe von 41 000 Euro zugesprochen, mit dem sowohl der Wert des Wohnwagens wie auch die angefallenen Gerichtskosten ersetzt wurden. Die Schäden am Zugwagen musste der Caravaner allerdings selbst berappen.

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