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Dethleffs Camper gegen Dethleffs Nomad

Baureihen-Vergleich Teil III

Baureihen-Vergleich 1 Foto: Daniel Bitsch 17 Bilder

Dethleffs Camper und Nomad bilden die Camper-Klasse, der technisch gleiche Beduin rangiert in der 4000 Euro teureren Komfort-Klasse. Woher kommt der Preisunterschied und sind sie sehr verschieden?

08.04.2014 Ingo Wagner

So unterschiedlich, wie es auf dem Hauptmotiv dieses Baureihen-Vergleichs scheint, sind Dethleffs Camper 500 FR und Beduin 500 FR nicht. Denn selbst beim Beduin, dessen Grundpreis 4.000 Euro über dem des Camper liegt, kosten silbernes Glattblech, Alufelgen, die breiten Dachkantenleisten samt (nicht belastbarer) Dachreling, Deichselabdeckung und die dunkel getönten Trapezfenster Aufpreis. Wer sich also die 1.999 Euro für das "Styling-Paket Silber" verkneift, bekommt für 21.499 Euro einen Caravan, der bis auf den Schriftzug exakt so aussieht wie das 17.499 Euro teure Modell Camper daneben.

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Viele gleiche Bauteile: Karosserie und Chassis

Kein Wunder: Karosserie, Anbauteile und Chassis sind optisch wie konstruktiv identisch. Einzig die einteilige Eingangstür mit Fenster haben Beduin und Nomad, der sich mit 18.499 Euro näher am Camper positioniert, ab Werk. Für den Camper kostet sie 219 Euro. Umgekehrt lässt sich jeder Camper und Nomad via "Styling-Paket" zu identischen Preisen genauso aufhübschen wie der Foto-Beduin.

Unterschiedliche Serienausstattung

Zieht man also 219 Euro für die Tür ab, trennen Camper und Beduin 500 FR noch 3.781 Euro. Also weiter gesucht, wobei die Preisliste maßgeblich hilft. Der Vergleich der Serienausstattung fördert weitere Verrechnungspositionen zutage. Den Warmwasserbereiter Truma Therme, die Panorama-Dachhaube Heki II samt Innenbeleuchtungs-Baldachin sowie die LED-Lichtleisten für die indirekte Beleuchtung, beim Beduin von vornherein an Bord, versammeln sich beim Dethleffs Camper im 899 Euro teuren "Family-Paket".

Zusammen mit dem beim Beduin serienmäßigen Einsäulen-Hubtischfuß (139 Euro) ist die Basis noch 2.743 Euro günstiger als die Top-Baureihe. Die Rechnung gilt exakt so auch für den Nomad, der folglich 1.743 Euro günstiger ist als der Beduin. Ab hier wird es diffiziler, denn Rechenschieber und harte Währung haben ausgedient. Es bleiben die Augen als Urteilsquelle – und die Stellungnahme des Herstellers.

Möbelbau im Dethleffs Camper und Beduin

Die optischen Unterschiede zwischen Camper und Beduin sind offensichtlich. Im Camper setzt Dethleffs schmalere Klappen vor die Oberschränke, wodurch die Ablagen darunter sichtbar sind. Im Beduin verdecken breitere Deckel mit anderen Griffen Haupt- und Unterfach. Eine Aluminiumleiste als Rüttelkante statt eines Kunststoffprofils erweckt einen etwas hochwertigeren Eindruck. Der aber nichts daran ändert, dass sich die Möbelkonstruktion inklusive Verbindungstechnik, Beschlägen und Materialien nicht unterscheidet. Was bis auf die fehlenden Verschlüsse an den Oberschränken des Wohnraums kein Manko darstellt – mit den intelligent untergebrachten Kabelkanälen und der durchgängigen Air-Plus-Hinterlüftung ist das Dethleffs-Mobiliar up to date.

Luxus strahlen im Beduin die Plexiglastüren der drei zusätzlich innenverspiegelten und mit Glashaltern ausstaffierten Oberschränke über dem Sideboard aus. In Camper und Nomad sind die Schränke leer und von Holztüren verschlossen. Gut möglich, dass Spiegel und Plexiglas etwas teurer sind als Holz. Aber 2.743 respektive 1.743 Euro lassen sich damit trotzdem nicht so einfach rechtfertigen. Auch bei der Bordtechnik kann sich die Komfort- nicht von der Camper-Klasse absetzen.  Von der enormen Zahl der 230-Volt-Steckdosen (nämlich acht Stück) über Lampen und Leuchten, Umformer, Heizung (Truma S 3002), 96-Liter-Kühlschrank bis zum 38-Liter-Wassertank – alles identisch. Nicht einmal einen aufwendigeren Lattenrost oder eine komfortablere Matratze weist der Beduin auf – obwohl es Letztere als 369 Euro teure Option für alle Modelle gibt. Unterschiede sind außer beim Innendesign auch im Grundrissportfolio erkennbar. Geht es bei der 16-köpfigen Camper-Familie bereits mit dem 390er los, starten Nomad (22 Modelle) und Beduin (17 Modelle) bei Aufbaulänge 450 beziehungsweise 470. Doch das Gros der Grundrisse überschneidet sich.

Fazit

Das Fazit ist daher einfach: Die Plattform, auf der Camper, Nomad und Beduin samt dem mit allerlei Extras versehenen Beduin VIP basieren, ist trotz herkömmlichem Karosseriebau mit Styropor-Dämmung und Holzeinlegern qualitativ und konstruktiv so gut, dass davon Camper und Nomad profitieren. Der Beduin muss sich vorwerfen lassen, über den Preis zur "Komfort-Klasse" geadelt worden zu sein. Wer das Design mag, muss diese Kröte schlucken. Oder hart verhandeln. Oder gleich einen Camper kaufen. Denn schon der hat wie Nomad und Beduin serienmäßig das Anti-Schleuder-System ATC an Bord.

Statement von Helge Vester, Marketingleiter bei Dethleffs

"Der Beduin ist vom Interieur her deutlich aufwendiger als der Camper.
Das beginnt bei der Möbelkonstruktion mit großen Dachschrankklappen im Bicolor-Design (ohne offene Ablagen) und reicht über viele andere Details bis hin zur teuren, indirekten Beleuchtung im Toilettenraum. Hinzu kommt, dass der Camper aufgrund größerer Stückzahlen einfach günstiger produziert werden kann und wir diesen Preisvorteil 1:1 weitergeben."

BaureiheDethleffs Beduin 500 FRDethleffs Camper 500 FR
Preis21.499 Euro17.499 Euro
Länge/Breite/Höhe5.900/2.300/2.650 mm5.900/2.300/2.650 mm
Masse im fahrbereiten Zustand1.230 kg1.205 kg
Zulässiges Gesamtgewicht1.350 kg1.350 kg
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