4 Espressokocher für unterwegs im Vergleichstest

Pump-Maschinen und klassische Kanne im Praxistest

Espressomaschinen Vergleichstest Tchibo Cafissimo Pocket Tchibo Cafissimo Pocket 24 Bilder

CARAVANING hat vier kompakte Esspressomaschinen für unterwegs getestet. Im Wohnwagen muss nicht die schwerste Maschine mitgeschleppt werden. Wir zeigen, welche Maschine zu Ihren Ansprüchen passt.

Nach einem guten Essen wird in Restaurants gerne noch ein Espresso serviert. Diesen Luxus können sich Camper auch in ihrem eigenen Caravan gönnen. Dafür muss man auch nicht die große Siebträgermaschine mit, es gibt viele kleine und handliche Alternativen. CARAVANING hat vier Espressomaschinen für unterwegs getestet. Ganz neu mit dabei ist die Cafissimo Pocket von Tchibo. Das kleine Gerät passt locker in eine Hand und findet eigentlich in jeder Schublade, jedem Schrank oder auch jedem Rucksack Platz. Zum Vergleich haben wir uns die Handpresso Pump hinzugezogen, die Marke ist mittlerweile bei vielen Campern bekannt. Zudem haben wir noch ein Gerät von Rosentein und Söhne im Test - und die klassische Espressokanne durfte auch nicht fehlen.

Tchibo Cafissimo Pocket

Die Tchibo Cafissimo Pocket ist etwa 17,5 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser 5,5 Zentimetern, passt also gut in die Hand. Sie setzt sich aus vier Teilen zusammen: einem kleinen Becher, dem Wasserbehälter und dem Kapselbehälter. Bei Erstbenutzung lohnt sich ein Blick in die Anleitung, aber eigentlich ist die Anwendung recht simpel:

  1. Becher abschrauben und hinstellen.
  2. Kapsel in Kapselbehälter legen und diesen wieder anschrauben.
  3. Heißes Wasser bis zur Linie in Wasserbehälter füllen und auch diesen wieder anschrauben.
Tchibo Cafissimo Pocket Foto: Lisa Geiger
Wenn das heiße Wasser im Behälter ist, umdrehen und pumpen.

Benutzung: Da man hier mit heißem Wasser arbeitet, sollte man darauf achten, dass alles fest verschlossen ist. Dann dreht man die Maschine um, öffnet den Pump-Mechanismus und fängt an zu pumpen. In der Anleitung steht, man müsse etwa 15 Mal pumpen, bis die ersten Kaffeetropfen herauslaufen und etwa 30 Mal bis der gesamte Espresso fertig ist. Das ist gar nicht so einfach. Wer keinen trainierten Daumen hat, merkt schnell, wie anstrengend das ist. Vor allem bei den ersten Anwendungen muss man sehr stark drücken. Nach mehrmaliger Benutzung scheint das etwas einfacher zu funktionieren. Der Espresso läuft allerdings nur tröpfchenweise heraus, was im Vergleich zur Nespresso Pump etwas enttäuscht.

Geschmack: Tchibo ist bekannt für seinen Kaffee. Schon kurz nach der Unternehmensgründung avanciert die Mischung „Gold-Mocca“ zum meist getrunkenen Kaffee Deutschlands. Mit der Einführung jeder neuen Kaffeemaschine stellt sich das Unternehmen quasi selbst unter Druck. Kunden erwarten den perfekten Geschmack. So haben auch wir hohe Ansprüche an den kleinen Espresso. Und wir werden nicht enttäuscht: der Espresso riecht und schmeckt sehr gut. Die Intensität muss natürlich jeder für sich wählen. Bei der Tchibo Cafissimo Pocket sind sich die Kollegen in der Redaktion jedenfalls einig: So sollte ein Espresso schmecken. Auch die feste, schaumige Crema kann Espresso-Liebhaber überzeugen. Den Zuckertest besteht sie mit Bravur: Streut man Zucker auf die Crema, fällt dieser nicht durch sondern taucht langsam ab.

Zeitaufwand: Der ganze Vorgang dauert mit etwas Übung etwa 1:24 Minuten.

Die Cafissimo Pocket ist für ca. 30 Euro hier bei Amazon erhältlich.

Handpresso Pump

Handpresso Pump Foto: Lisa Geiger
Die Handpresso Pump erinnert an eine Fahrradpumpe.

Die Marke Handpresso dürfte Campern mittlerweile geläufig sein. Seit 2008 vertreibt der Hersteller die portablen Kaffeemaschinen auf der ganzen Welt. Für unseren Vergleichstest haben wir das aktuelle Modell der Handpresso Pump bestellt. In ganzen 16 Schritten wird in der Anleitung der Umgang mit der Maschine erklärt. Neben der Schritt-für-Schritt-Beschreibung in Textform gibt es die passenden Skizzen. Für Erstanwender erscheint dies zunächst einmal etwas kompliziert. Dabei ist die Anwendung überhaupt nicht schwierig. Übung macht bekanntlich den Meister. Auf den ersten Blick sieht die Handpresso Pump ein wenig wie eine Fahrradpumpe aus. Die Maschine kann mit Pads oder Kaffeepulver betrieben werden.

  1. Man öffnet die Handpresso Pump indem man den kleinen weißen Strich auf das geöffnete Schloss dreht, dann kann man den Deckel einfach abnehmen.
  2. Die Pumpe öffnet sich ebenfalls durch Drehen. Dann muss man solange pumpen, bis der Pfeil der Bar-Anzeige im grünen Berich ist.
  3. Dann wird heißen Wasser bis knapp über die drei Streben in den geöffneten Behälter gefüllt.
  4. Pads oder Kaffeepulver im vorhandenen Sieb in den Behälter geben, Deckel drauf und zudrehen.
  5. Jetzt muss man einen kleinen Knopf drücken und schon läuft der Espresso in die Tasse.

Benutzung: Anders als bei der Tchibo-Maschine braucht man bei der Handpresso Pump eine eigene Tasse oder Becher. Auf Knopfdruck kommt der gesamte Espresso raus, ein weitaus befriedigenderes Erlebnis als das Tröpfeln bei der Tchibo Cafissimo Pocket. Die letzten Schlucke des Espresso kommen in schaumigen Blasen aus dem Gerät. Was wohl eine Art Crema werden sollte, sieht in unseren Tests eher unappetitlich aus und das Endergebnis ist eine kaum vorhandene Crema auf dem Espresso.

Geschmack: Von der dürftigen Crema abgesehen, schmeckt der Espresso aus den Pads gut. In der Redaktion haben wir einen Versuch mit Kaffeepulver gestartet, heraus kam ein ziemlich verwässerter Espresso.

Zeitaufwand: Die Prozedur mit der Handpresso Pump dauert etwa 1:20 Minuten.

Die Espresso-Maschine ist für ca. 99 Euro hier bei Amazon erhältlich.

Übrigens gibt es mit der Handpresso Auto Capsule auch ein elektronisches Modell, das über 12-Volt-Strom betrieben wird und bei dem kein Pumpen nötig ist.

Rosenstein und Söhne

Bei der Recherche haben wir die Kaffee- und Espresso-Maschine von Rosenstein und Söhne enteckt. Die 21 Zentimeter lange Maschine wirkt etwas minderwertiger als die beiden anderen. In der Packung liegt keine Anleitung bei. Trotzdem versteht man das Prinzip ziemlich schnell. Es gibt zwei Adapter für Dolce-Gusto- oder Nespresso-Kapseln. Man kann auch einfach Kaffeepulver einfüllen, das haben wir allerdings nicht getestet.

  1. Zunächst schraubt man den Becher und Kapsel-Adapter ab.
  2. In den Adapter legt man eine Kapsel hinein und schraubt ihn wieder dran.
  3. Am Deckel drehen, um den Wasserbehälter zu öffnen.
  4. Heißes Wasser bis zum Rand hineinfüllen und den Deckel aufschrauben.
  5. Dann wird gepumpt und schon läuft der Espresso unten heraus.
Rosenstein und Söhne Espressomaschine Foto: Lisa Geiger
Der Espresso fließt direkt in den Becher.

Benutzung: Bei der Wassermenge sind wir uns ein wenig unsicher, ansonsten kommt auch hier ein guter Espresso heraus. Im Gegensatz zur Maschine von Tchibo oder Handpresso wird hier von oben gepumpt und die Maschine steht fest auf dem Tisch. Mit dem Handballen kann man den größten Druck ausüben. Die Crema ist ebenfalls nicht zu verachten und besteht den Zuckertest. Der Espresso fließt spritzsicher direkt in den dazugehörigen Becher, wer das allerdings nicht so stilvoll findet kann den Espresso auch in eine Tasse umfüllen.

Geschmack: Der Geschmack ist gut. Nicht der Beste des Vergleichstest, aber durchaus zufriedenstellend. Auch Geruch und Temperatur sind gut. Auf dem Espresso liegt auch eine gute Creme, die sogar den Zuckertest besteht.

Zeitaufwand: Die gesamte Anwendung dauert etwa 1:43 Minuten, obwohl es einem eigentlich einfacher und schneller vorkommt, als bei den zwei vorigen Geräten.

Das Geräte von Rosenstein und Söhne ist ab ca. 26 Euro hier bei Amazon erhältlich.

Espressokanne

Die silberne Espressokanne gibt es in zahlreichen Deko-Shops schon zum kleinen Preis. Es gibt aber auch edlere und teurere Versionen davon. Wir haben sie zum Vergleich herangezogen, da sie ein echter Klassiker ist. Außerdem sind die anderen drei Maschinen ebenfalls nicht ganz unabhängig verwendbar und benötigen alle heißes Wasser. Die Espressokanne braucht zwar kein heißes Wasser für die Zubereitung, dafür allerdings eine Herdplatte.

  1. Zunächst schraubt man den unteren Teil der Kanne ab. Zum Vorschein kommt dann auch der Sieb.
  2. In den unteren Behälter füllt man heißes Wasser bis über das Ventil.
  3. Dann füllt man Kaffeepulver in den Sieb. Den darf man ruhig ganz voll machen.
  4. Ab auf die Herdplatte damit und warten bis es raucht und blubbert.
Espressokanne Foto: Lisa Geiger
Die Espressokanne muss auf der Herdplatte stehen.

Benutzung: Vorsicht beim Öffnen der heißen Kanne – ist der Brühvorgang noch nicht abgeschlossen, könnte einem heißer Kaffee entgegengeschleudert werden. Der größte Vorteil an dieser Zubereitungsart: Hier kommt mehr als eine Tasse Espresso heraus. Die Espressokanne ist also eher gesellschaftsfähig als die anderen drei Maschinen. Daher ist die Klassiker-Kanne unser Tipp, wenn Sie für mehr als eine Person auf dem Camping-Trip Kaffee kochen möchten. Allerdings: Als wir den den Espresso in eine Tasse gießen, entsteht leider gar keine Crema.

Geschmack: Vielleicht liegt es an unserer Kaffeeauswahl, vielleicht auch an der Maschine, aber der Espresso hat uns nicht so wirklich gut geschmeckt.

Zeitaufwand: Je nach Hitze der Herdplatte, dauert das Befüllen und Kochen ab zwei Minuten.

Eine Espresso-Kanne in verschiedenen Größen gibt es hier bei Amazon.

Was hat es mit der Crema auf sich?

„Es ist die Crema, die aus einem Espresso für den Kaffeeliebhaber erst den kompletten Genuss macht“ sagt Dr. Boris Haefele, Kaffee-Experte im Roast Market Magazin. Der goldbraune Schaum oben auf dem Espresso sieht also nicht nur schön aus, sondern verrät Kaffee-Experten auch etwas über die Qualität des Espressos. Die optimale Crema entsteht durch eine hohe Wassertemperatur von 90 bis 95 Grad und einen hohen Brühdruck, außerdem sollten die Bohnen sehr fein gemahlen sein.

Preiswerte Geräte täuschen die Crema oft nur vor. Bei ihnen wird der Kaffee lediglich am Ende aufgeschäumt. Ob der Espresso eine gute Crema hat, lässt sich mit dem Zuckertest feststellen. Dabei muss ein wenig Kristallzucker etwa drei bis fünf Sekunden auf der schaumigen Decke liegen bleiben.

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