Truma Combi-Heizung Truma
Truma Combi Heizung
Schnittmodell Truma Combi
CP Plus Truma Combi
Truma Frost-Control 5 Bilder

Heizsystem für den Wohnwagen

So funktioniert die Truma Combi-Heizung

Die Combi-Heizung von Truma erwärmt Luft und Brauchwasser in einem Gerät und kommt in immer mehr Wohnwagen zum Einsatz. Wir erklären ihre Funktion und nennen Vor- und Nachteile.

Seine erste Wohnwagenheizung produzierte der Hersteller Truma schon vor bald 60 Jahren. Das gleichzeitige Erwärmen von Luft und Brauchwasser in einem Gerät wurde aber erst mit der Trumatic C von 1994 möglich.

2007 kamen mit Truma Combi 4 und 6 kompaktere und leichtere Nachfolger, die in Wohnwagen mittlerweile verstärkt zum Einsatz kommen, dabei allerdings auf eine 12-Volt-Stromversorgung angewiesen sind. Der Unterschied zwischen den beiden Geräten liegt in der Wärmeleistung.

Die Truma Combi 4 heizt mit 4000, die 6 entsprechend mit 6000 Watt. Bei den Topmodellen mit dem Zusatz "E" sind zudem zwei Elektro-Heizstäbe in den Wärmetauscher eingepresst, die mit 900 respektive 1800 Watt heizen können. In der Übergangszeit lässt sich so auf geräuschlose Art eine gewisse Grundwärme im Fahrzeug aufrechterhalten. Ist mehr Leistung nötig, springt der Gasbrenner an. Auch als Frostschutz während der Einwinterung leisten die Heizstäbe gute Dienste. Tipps zum richtigen Heizen im Caravan lesen Sie hier.

Das Gebläseheizungsprinzip

Aber zurück zur Truma. Basis der Combi-Multitalente, die versteckt in Sitztruhe oder Stauraum untergebracht werden, ist das Gebläseheizungsprinzip. Dabei wird Frischluft von außen in einen liegend angeordneten, zylindrischen Brennraum eingeblasen. Zuständig dafür ist der Verbrennungsluftmotor. Der Umluftmotor hingegen kümmert sich um die Umwälzung der Raumluft. Beim Druck auf den Startknopf des Bedienteils fängt Ersterer direkt an zu laufen, "spült" den Brennraum und verhindert so, dass sich eventuell vorhandenes Restgas entzünden kann.

Schnittmodell Truma Combi
Truma
Die Truma Combi-Heizung im Schnittmodell.

Hat der Gasbrenner gezündet, bläst der Motor weiter Luft ein und stabilisiert so das Flammbild. Die Verbrennung erhitzt den Wärmetauscher, der die Energie an die im Fahrzeug umgewälzte Heizluft abgibt. Die Abgase werden zwischen dem Wärmetauscher und dem Brennraum hindurch übers Abgassystem nach außen geführt. Abluft und eingeblasene Warmluft sind strikt getrennt, sodass keine Abgase in den Wohnraum gelangen. Die erwärmte Raumluft wird über vier Anschlussstutzen und das entsprechende Rohrsystem im Fahrzeug verteilt.

Bedienfreundliche Systemsteuerung

Die Steuerung der Temperatur erfolgt über ein Bedienpanel mit Drehregler, oder in der modernsten Form, CP Plus genannt, mit Display. Die Raumtemperatur kann hier digital in 1°C-Schritten eingestellt werden, ebenso auch die Wassertemperatur im Boiler vorgewählt werden; 40 Grad bei "Eco", 60 Grad bei "Hot". Zusätzlich können die Ventilatorstufen, der Energiemix bei der E-Version und die Zeitvorwahl programmiert werden.

CP Plus Truma Combi
Truma
Mit dem Bedienteil CP Plus schöpft man ihre Möglichkeiten voll aus.

Dank der optionalen digitalen Erweiterung i-Net-Box ist inzwischen auch die Systemsteuerung per Smartphone möglich. Wer beim Skifahren also doch früher als gedacht zu frieren beginnt, kann damit schon von der Piste aus die Wohnwagen-Heizung hochdrehen.

Doch wie erzeugen die Truma-Kombigeräte eigentlich das warme Wasser?

Möglich wird das durch einen Wassermantel, der das Heizsystem konzentrisch umhüllt und so automatisch miterwärmt wird. So wird nicht nur durch die kompakte Bauweise Gewicht gespart, sondern auch eine effektive Nutzung der Brennerwärme erreicht. Zehn Liter Inhalt sorgen dafür, dass einem beim Duschen nicht gleich das warme Wasser ausgeht. Für sehr ausgiebiges Duschvergnügen reicht es aber meist nicht. Wollen zwei Personen hintereinander unter der Brause stehen, sollte man dem Boiler dazwischen rund 20 Minuten Nachheizzeit geben. Im Sommer kann auch das Wasser alleine erwärmt werden, wobei dabei einfach das Gebläse ausgeschaltet bleibt.

Integrierter Winterschutz

Frostschäden am Boiler beugt die optionale Truma-Frost-Control vor. Hat man das Ablassen des Wassers vor Standzeiten im Winter vergessen, öffnet ein stromlos arbeitendes, automatisches Ventil bei zirka drei Grad Raumtemperatur die Schleusen und das Wasser fließt nach außen ab. Um es wieder schließen zu können, muss die Lufttemperatur rund ums Ventil erst wieder auf mindestens sieben Grad Celsius steigen.

Truma Frost-Control
Truma
Die optionale Frost-Control verhindert Schäden im Winter.

Knackpunkt bei der Heizungssteuerung ist die Position des Temperaturfühlers, die der Caravan-Hersteller festlegt. Dieser Fühler arbeitet mit Hilfe eines Thermistors – eines elektrischen Bauelements, das seinen Widerstand entsprechend der Umgebungstemperatur verändert. Meist unmittelbar neben dem Bedienpanel auf Kopfhöhe angebracht, misst der Fühler die Raumtemperatur in luftiger Höhe, was schon mal zu kalten Füßen führen kann. Auch ein Platz in der Außenwand kann das Messergebnis verfälschen. Für solche Fälle bietet das CP-Plus-Bedienteil die Möglichkeit, den Sensor neu zu kalibrieren oder einen Fernfühler an passende Stelle zu setzen.

Wer am Ende eines langen Skitages frisch geduscht und wohlig warm im Caravan sitzt, kann so den Winterurlaub in vollen Zügen genießen.

Im Überblick: Technische Daten

Truma Combi 4 (E)

Wärmeleistung: 4000 W
Elektrische Heizstäbe der E-Version: 900/1800 W
Wasserinhalt: 10 l
Warmwassertemperatur: bis 60 Grad
Leistungsaufnahme: 12 V maximal 67 W
Wassererwärmung: 15 auf 60 Grad ca. 20 min
Gewicht: 14,4 kg (E-Variante 15,5 kg)
Preis* Combi 4: 2042 Euro, Combi 4 E: 2451 Euro

Truma Combi 6 (E)

Wärmeleistung: 6000 W
Elektrische Heizstäbe der E-Version: 900/1800 W
Wasserinhalt: 10 l
Warmwassertemperatur: bis 60 Grad
Leistungsaufnahme: 12 V maximal 67 W
Wassererwärmung: 15 auf 60 Grad ca. 20 min
Gewicht: 14,4 kg (E-Variante 15,5 kg)
Preis* Combi 6: 2503 Euro, Combi 6 E: 2939 Euro

*gemittelte Marktpreise, Stand April 2020