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Anhängekupplung nachrüsten

So wird ein Gebrauchtwagen zum Zugwagen

Anhängerkupplung nachrüsten Foto: P. Heise, Westfalia 16 Bilder

Welche Arten von Anhängekupplungen für eine Nachrüstung infrage kommen und worauf Sie bei der Wahl des passenden Elektrokabelsatzes achten müssen, zeigt Ihnen CARAVANING.

01.12.2017 Philipp Heise

Wer schon einmal nach einem Gebrauchtwagen gesucht hat, kennt das Problem: Ein Großteil der angebotenen Fahrzeuge hat keine Anhängekupplung. Das muss Caravaner aber nicht unbedingt abschrecken, da sich diese meist einfach nachrüsten lässt. Eine der wichtigsten Fragen, nämlich die, ob das Wunschfahrzeug den angestrebten Zugaufgaben gewachsen ist, lässt sich vorab über die eingetragene Anhängelast im Fahrzeugschein ermitteln. Stimmt diese mit den persönlichen Anforderungen überein, steht einer Nachrüstung nichts im Wege.

Anhängekupplung einfach nachrüsten

Anhängerkupplung nachrüsten Foto: P. Heise, Westfalia
Das benötigen Sie zum Nachrüsten einer Anhängekupplung.

Diese teilt sich grob in zwei Bereiche: in die Montage der mechanischen Zugvorrichtung und in die Verlegung und Verkabelung des Elektrosatzes. „Meist reichen mir schon Marke, Modell und Baujahr, um meinen Kunden eine passende Anhängekupplung herauszusuchen“, erklärt Björn Diegler, Nachrüstspezialist und Inhaber der Stuttgarter Vertretung der Janssen-Gruppe. „Bei den Nachrüstsätzen kann man je nach Fahrzeug zwischen den Varianten fest, abnehmbar und mechanisch schwenkbar wählen“, zählt Diegler auf.

Die günstigste Variante ist die starre Kupplung, die permanent am Heck des Fahrzeuges prangt. Aktuell gebräuchlicher sind abnehmbare Lösungen, bei denen der sichtbare Haken der Anhängekupplung bei Nichtgebrauch abgenommen und separat verstaut werden kann. Wem das mit einem Kniefall einhergehende Anbringen des Hakens zu unkomfortabel ist, der kann zur teuersten Lösung greifen und sich eine mechanisch schwenkbare Kupplung montieren lassen. Diese klappt, über einen Hebel entsperrt, hinter die Heckstoßstange, wenn keine Zugaufgaben anstehen.

Anhängerkupplung nachrüsten Foto: P. Heise, Westfalia
Verkabelung der dreizehnpoligen Anhängersteckdose.

Auf die richtige Verkabelung kommt es an: „Wer beim Elektrosatz spart, sitzt im schlimmsten Fall im Dunkeln“, erläutert Diegler mit einem Lächeln, während er den Kabelstrang durch einen schmalen Spalt in der Kofferraumseitenverkleidung zwängt. In der einfachsten Version wird über die Anhängersteckdose nur die vorgeschriebene Beleuchtung mit den notwendigen Signalen versorgt. Damit aber auch die Caravan-Innenraumbeleuchtung über die Zugfahrzeugbatterie nutzbar ist, bedarf es einer Verkabelung mit Dauerplus auf Pin 9. Camper, die darüber hinaus nicht auf den Betrieb des Kühlschrankes und auf das Laden einer eventuell vorhandenen Wohnwagenbatterie verzichten wollen, sollten zusätzlich eine sogenannte Ladeleitung (Pin 10) verlegen lassen. In Fachkreisen wird diese auch als geschaltetes Plus bezeichnet, da die Stromversorgung nur dann aktiv ist, wenn der Motor des Zugfahrzeuges läuft. Dadurch wird gewährleistet, dass die Batterie im Fahrzeug nicht über die Maßen belastet wird. Die nachgerüsteten Stromversorgungskabelverfügen dabei natürlich über eigene Sicherungen, sodass im Falle einer Fehlfunktion die Elektrik des Zugfahrzeuges verschont bleibt.

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Einbau dauert drei Stunden

Anhängerkupplung nachrüsten Foto: P. Heise, Westfalia
Der Einbau beim Kia dauert ca. drei Stunden.

„Für die Nachrüstung beim Kia Sportage brauche ich in etwa drei Stunden“, erklärt Diegler und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: „Der Zeitaufwand variiert aber je nach Modell. Bei einigen Autos liegen beispielsweise die entsprechenden Anschlusskabel bereits im Kofferraum bereit und müssen nur noch verbunden werden.“ Das ist beim Kia leider nicht der Fall. Einfluss auf die Dauer der Nachrüstung hat natürlich auch der Einbauort der Starterbatterie im Fahrzeug. Befindet sich diese im Kofferraum, fällt die Verkabelung entsprechend leichter.

Erhebliche Unterschiede gibt es auch bei den Kosten für ein Nachrüst-Komplettpaket. Je nach angefragtem Betrieb waren das in unserem Fall bis zu 300 Euro. „Da wir auf Anhängekupplungen spezialisiert sind, können wir mit unseren Niederlassungen größere Stückzahlen beim Material abnehmen und den daraus resultierenden Preisvorteil in unsere Preiskalkulation einfließen lassen“, erläutert Diegler die Gesamtrechnung. Diese fällt inklusive Ladeleitung und Dauerplus mit knapp 700 Euro verhältnismäßig günstig aus. Der separate Kabelsatz für Dauerplus und Ladeleitung trägt mit etwa 100 Euro zur Gesamtsumme bei, ist für Caravaner aber unverzichtbar.

Eine Eintragung in den Fahrzeugpapieren ist bei Nachrüstsätzen mit E-Prüfnummer meist nicht mehr notwendig. Es reicht aus, wenn die Montageanleitung mit der entsprechenden Prüfnummer im Fahrzeug mitgeführt wird.

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