Caravan optimieren: Armaturen austauschen

Neuer Glanz und frische Schläuche

Armaturen tauschen Foto: Ingolf Pompe 22 Bilder

Zu wenig Wasserdruck. Spritzende Armaturen. Oder einfach nur hässliche Wasserhähne. Der Tausch der alten Teile funktioniert grundsätzlich leicht, wenn die Platzverhältnisse im Fahrzeug es zulassen.

  1. Vorbereitung
  2. Armaturentausch
Armaturen tauschen Foto: Ingolf Pompe
Armaturen ohne Perlator sprühen im Stil der Haushaltsdusche mit Wasser um sich. Kalk oder Verschmutzungen verstopfen leicht die Öffnungen.

Beim Armaturentausch ist die Art der Wasserpumpe wichtig. Bei einer Tauchpumpe muss die Armatur einen Mikroschalter haben, der die Pumpe aktiviert. Eine Druckpumpe hat diesen Schalter nicht nötig, da sie selbstständig startet und stoppt. Wegen der häufig einfachen Verarbeitungsqualität bieten sich aufwendige Reparaturen in der Regel nicht an. Stattdessen empfiehlt sich der Austausch. Armaturen gibt es im Zubehörhandel in allen gängigen Formen und Größen. Der Tausch der Armatur ist prinzipiell keine große Sache. Man sollte ihn aber sorgfältig vorbereiten.

1. Benötigte Werkzeuge und Materialien

  • Wasserpumpenzange
  • Schlitzschraubendreher
  • Fön
  • Lüsterklemme
  • Klebeband, Kugelschreiber
  • eventuell Arbeitslampe
  • eventuell Handtücher

Vorbereitung ist alles

Armaturen tauschen Foto: Ingolf Pompe
Gut zugängliche Befestigung der Armatur. Auch die Schläuche und Kabel sind leicht erreichbar.

Als Erstes gilt es, die Zugänglichkeit der Kabel, Schläuche und Muttern zu prüfen. Im Küchenblock müssen dazu meist Schubladen oder Zwischenböden entfernt werden. Die Schubkästen lassen sich einfach durch ein leicht schräges Anheben der Auszüge oder nach dem Lösen von zwei Schrauben in der Schublade herausnehmen. Die Armatur ist von unten mit einer großen Überwurfmutter am Becken oder der Arbeitsplatte fixiert. Hier sollte man testen, ob diese von Hand zu lösen ist oder, wenn nicht, ob man mit einer Wasserpumpenzange herankommt. Ein paar Fotos der Einbausituation helfen dabei, am Ende alles wieder richtig zusammenzubauen. Im Badezimmer gibt es viele verschiedene Einbauvarianten. In unserem Wohnwagen kommt man aber gut durch den Unterschrank an die Armaturenbefestigung.

Wenn die Zugänglichkeit geklärt ist, geht es ans Ausmessen. Wichtig ist hierbei die Bohrung, in der der Wasserhahn montiert wird. Es gibt sie von 20 bis 54 Millimeter Durchmesser, wobei 33 Millimeter das häufigste Maß ist. Anschließend muss man prüfen, ob der Wasseranschluss des Wohnwagens direkt am Hahn endet, wie in unserem Fall in der Küche, oder, wie im Bad, Verbindungsschläuche vom Hahn zum Wassersystem des Fahrzeugs vorhanden sind. Auch hier gibt es keine Normlänge der Schläuche. Deshalb messen und die neuen Armaturen mit den dazu passenden Schläuchen kaufen. Oder die Schläuche später mit einem Teppichmesser oder einem Schlauchschneider kürzen.

Da oft Restwasser in den Leitungen steht, sollten Sie sich vor dem Ausbau Handtücher parat legen, um eine Überschwemmung zu vermeiden. Zudem empfiehlt es sich unter Umständen, Warm- und Kaltwasserzulauf zum Beispiel mit Klebeband zu markieren, damit sie nicht verwechselt werden.

2. Armaturenwechsel leicht gemacht

Armaturen tauschen Foto: Ingolf Pompe
Um die Armatur zu entnehmen, muss die große – hier kupferfarbene – Mutter mittels Rohrzange gelöst werden.

Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen und sämtliche benötigten Teile vorhanden, kann der Wechsel starten.

  • Zuerst wird die Wasserpumpe vom Strom genommen. Entweder per separatem Schalter oder durch das Abschalten des Bordstroms.
  • Dann den Wasserhahn öffnen, damit das in den Schläuchen befindliche Wasser aus dem Hahn und in den Tank zurückfließen kann. Ein Handtuch unter dem Arbeitsbereich nimmt Restwasser auf und fängt herunterfallende Schrauben ab. So können diese nicht in den Tiefen des Wohnwagenaufbaus verschwinden.
  • Zuerst löst man die große Mutter, die den Hahn am Becken fixiert. Hier sind gelenkige Arme von Vorteil, da der Zugang oft verbaut ist.
  • Danach demontiert man die Verbindungsschläuche vom Wassersystem zur Armatur. Im hier umgerüsteten Wohnwagen müssen dazu in der Küche zwei Schraubverbinder gelöst werden. Im Bad sind die Schläuche mit Steckverbindern mit zwei Schraubschellen gesichert. Diese lösen, anschließend die Schläuche abziehen.
  • Damit das einfach funktioniert, erwärmt man die Kunststoffschläuche mit einem Fön, um sie zu weiten. Bei manchen Fahrzeugen ist unter Umständen auch ein Schnellverbindersystem eingebaut, was den Wechsel deutlich erleichtert, weil die Leitungen hier nur gesteckt sind.
  • Zu guter Letzt noch die beiden Kabel des Mikroschalters lösen und den Wasserhahn nach oben aus der Bohrung ziehen.
Armaturen tauschen Foto: Ingolf Pompe
Durch den neuen Einhebelmischer in der Küche (Reich Twist) fließt ein gleichmäßiger Wasserstrahl. Nichts spritzt und spotzt.

Wenn man an alles problemlos herankommt, ist die Demontage eine Sache von wenigen Minuten. Sind die Armaturen demontiert, können Kalkflecken an den Becken einfach und schnell beseitigt werden, bevor es an den Einbau der neuen Armaturen geht. Wir verwenden zwei Hähne des Herstellers Reich. Die große, klappbare Mischbatterie in der Küche aus der Twist-Serie ist aus Kunststoff, mit einer Keramikkartusche, und kostet gut 70 Euro. Die Armatur ist hoch genug, damit auch ein großer Topf darunter passt. Im Badezimmer bauen wir eine Armatur mit dem klangvollen Namen Cascada ein. Für rund 55 Euro bekommt man hier einen schicken Wasserhahn mit Keramikkartusche und Wellness-Oasen-Flair.

Die Montage läuft in umgekehrter Reihenfolge der Demontage. Wichtig ist, auf die richtige Polung der Kabel zu achten, damit die Pumpe auch Wasser aus dem Tank und nicht Luft in den Tank befördert. Außerdem muss zwischen dem Abschlussring der Armatur und der Spüle ein Dichtungsring sitzen. Dieser darf nicht gequetscht werden, damit kein Wasser in den Schrank sickert.

Schritt-für-Schritt zum sauberen Wassertank
Keimfreies und gesundes Frischwasser

Fazit

Das Tauschen kostet nicht viel: Armaturen sind ab 40 Euro, Tauchpumpen bereits ab 15 Euro erhältlich. Der Aufwand lohnt sich: Mehr Druck und einen satten, gleichmäßigen Wasserstrahl.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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