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Basiswissen Rangiersysteme für Wohnwagen

So parken Sie mit dem Mover ein

Basiswissen Rangiersysteme Foto: Alko, Truma 7 Bilder

Rangiersysteme wie Mover & Co. erleichtern den Umgang mit dem Caravan ganz erheblich – sowohl beim Camping als auch zu Hause. Die Rangiersysteme werden ohne zu bohren am Chassis angeklemmt.

22.10.2017 Dieter S. Heinz

Rangiermanöver mit dem Caravan können ganz schön lästig sein, denn sie erfordern ordentlich Muskelkraft und Umsicht, vor allem auf unbefestigtem und unebenem Gelände sowie bei beengten Platzverhältnissen. Während man auf dem Campingplatz noch die Möglichkeit hat, den einen oder anderen Helfer an die Rangiergriffe zu bitten, sieht es zu Hause schon schlechter aus: Den Urlaubscaravan mit der Familie auf den Abstellplatz zu wuchten, kann ein ganz schöner Kraftakt werden, selbst wenn genügend Platz zur Verfügung steht.

Rangiersysteme für einfaches einparken des Wohnwagens

Darum stehen Wohnwagen-Rangiersysteme als Zusatzausstattung hoch im Kurs. Das sind in aller Regel Antriebseinheiten mit kräftigen Elektromotoren, die über eine Walze die Caravanräder drehen. Einzige Alternative: der Camper Trolley von Kronings – ein autonomes, akkubestücktes Raupenfahrzeug,das an der Deichsel ansetzt und so den Caravan per Fernbedienung in die gewünschte Position rangiert. Vorteil: geringer Installationsaufwand am Caravan, es wird lediglich eine Adapteraufnahme an einem der beiden Deichselholme angeschraubt. Der Preis: ab rund 1.200 Euro. Alle anderen Systeme benötigen eine zusätzliche, leistungsfähige Stromversorgung im Caravan, denn die Motoren ziehen ordentlich Strom. Batterie und Ladegerät, Trennschalter und Sicherheitseinrichtung erhöhen zwar Einbauaufwand, Gewicht und Kosten, machen den Caravan allerdings auch autark – gewissermaßen als Nebeneffekt. Wer bereits eine Bordbatterie samt Ladegerät installiert hat, kann freilich auf diese Zusatzinvestition verzichten.

Die bekanntesten Rangierantriebe stammen von Truma (Mover SR und XT), Alko (Mammut und Ranger) sowie von Reich (Easydriver). Aber auch Kronings, Enduro und Powrmover haben ein vielfältiges Kontingent für Mono- und Tandemachser der unterschiedlichsten Gewichtsklassen im Programm.

Je nach Bauart und Ausstattung starten die Preise für ein Rangiersystem schon bei unter 1000 Euro, können für einen schweren Tandemachser, wo dann gleich vier Antriebseinheiten erforderlich sind, aber auf über 5.000 Euro steigen – zuzüglich Batteriesatz und Montagekosten. Interessenten erkundigen sich daher am besten nach einem Komplettpreis.

Rangiersysteme anbringen – so geht's

Basiswissen Rangiersysteme Foto: Alko, Truma
Rangiersysteme werden ohne bohren befestigt.

Bei den einfacheren Rangiersystemen muss die Antriebswalze manuell ans Caravanrad angelegt werden. Das kann bei Versionen mit Hebelumlegung einen recht ordentlichen Kraftaufwand erfordern. Leichter geht es bei Modellen, bei denen ein Kurbeltrieb zum Einsatz kommt oder die Walzen sogar auf Knopfdruck und per Fernbedienung an- und abgeschwenkt werden. Diese Funktion ist bei den Modellen der oberen Preisklasse Standard.

Die Nachrüstung eines Rangierantriebs ist in den allermeisten Fällen problemlos möglich. Durch die Standardmontage ohne Bohren und Schweißen ist sogar eine TÜV-Abnahme überflüssig.

Basiswissen Rangiersysteme Foto: Alko, Truma
Hindernisse sollten kein Problem für den Mover darstellen.

Bei hochwertigen Rangierantrieben erfolgt eine Kommunikation zwischen den Antriebseinheiten. Das garantiert, dass der Wohnwagen immer sauber in der Spur bleibt, auch wenn ein Rad an ein Hindernis heranfährt und mehr Kraft zu dessen Überwindung erforderlich wird. Bei einfacheren Bauarten kann solch eine Situation zu einer Richtungsänderung führen, die mittels Tastendruck korrigiert werden muss. Gleichzeitig ist bei den Top-Antrieben ein besonders sanftes und ruckfreies Anfahren und Abbremsen möglich.

Fachleute raten, die praktisch wartungsfreien Rangierantriebe etwa alle zwei Jahre auf Rost, festen Sitz der Anbauteile sowie auf ordnungsgemäßen Zustand aller sicherheitsrelevanter Teile überprüfen zu lassen. Beim Reinigen keinesfalls ein Hochdruckgerät verwenden, sondern nur mit einem Wasserschlauch Schmutz und Schlamm lösen; danach die Führungen der Antriebseinheiten mit Sprühöl oderwasserabweisenden Schmiermitteln leicht einsprühen.

Feingefühl auf Fingerdruck

Basiswissen Rangiersysteme Foto: Alko, Truma
Fernsteuerung mit Joystick von Alko.

Bei den Fernsteuerungen haben sich unterschiedliche Systeme etabliert. Neben den einfacheren Varianten, die für jede Bewegungsrichtung einen eigenen Knopf haben, gibt es Modelle, die eine besonders feinfühlige Steuerung erlauben. Für die Easydriver-Rangierantriebe von Reich ist sogar eine Handyapp zur Steuerung zu haben.

Die Truma-Version trennt beim Mover XT Lenken und Fahren in zwei Bedienebenen auf. Das klappt mit Drehrad und Schieber sehr gut, erfordert aber Zweihandbedienung für Fahrtrichtung und Geschwindigkeit.

Beim Mammut von Alko wird der Caravan einhändig und zielgenau per Joystick gesteuert. Mit zunehmender Auslenkung steigt die Geschwindigkeit.

Strom to Go

Rangiersysteme brauchen Strom. Der kommt nicht aus der Steckdose, sondern von einer Bordbatterie. Je effizienter der Antrieb, desto kleiner kann diese ausfallen. Die Hersteller bieten oft Sets mit Akku und Ladegerät an. Kosten: rund 300 bis über 500 Euro.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
CAR 04/17
Heft 06 / 2017 9. Mai 2017 Heftinhalt anzeigen
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