Klappdachzelt Stefan Widua/Unsplash
Klappdachzelt
Hartschalenzelt
Hartschalenzelt
Hybrid-Dachzelt 9 Bilder

Dachzelt mit Hartschale, zum Klappen, als Hybrid

Diese Arten von Dachzelten gibt es

Wer auf dem Auto im Zelt schlafen will, sollte sich überlegen, was für eine Art Dachzelt es sein soll. CARAVANING hat die Vor- und Nachteile der drei gängigsten Dachzeltarten zusammengefasst.

Der Wohnwagen am Haken ist zu unwendig, ein ganzes Wohnmobil zu teuer, auf dem Boden zelten zu nass – es gibt viele Gründe fürs Camping im Dachzelt. Doch Dachzelt ist nicht gleich Dachzelt. CARAVANING hat sich die drei typischen Bauarten genau angesehen und erklärt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme.

1. Klappdachzelt
Maximales Raumangebot

Durch den Verzicht auf eine Hartschale sind Stoffzelte mit Klappdach in der Regel leichter als Dachzelte anderer Bauformen. Diese Dachzeltart ist die am meisten verbreitete. Der Zeltstoff ist wasserdicht, im zusammengefalteten Zustand lässt sich zusätzlich eine Schutzplane überziehen.

Klappdachzelte können je nach Ausführung sowohl längs als auch quer auf dem Auto angebracht werden. Die Fläche im aufgebauten Zustand ist meist doppelt so groß wie das Transportmaß. Preislich sind Dachzelte dieser Bauart in der Regel etwas günstiger als Hartschalenzelte. Der Aufbau erfordert jedoch etwas mehr Zeit als bei anderen Dachzelttypen, da man vor dem Aufklappen die Schutzplane lösen muss und je nach Modell noch ein Teil der Plane abspannen muss.

Klappdachzelt
Michael Aleo/Unsplash
Am meisten verbreitet ist das Klappdachzelt. Je nach Ausführung können sowohl längs als auch quer auf dem Auto angebracht werden.

Vorteile und Nachteile eines Klappdachzelts
 kompaktes Maß
 größeres Platzangebot und Schlaffläche als Hartschalendachzelt
 oft mit überdachtem Einstieg (Iglueinstieg)
 größere Innenhöhe
 großzügiges Raumgefühl dank Spitzdachform
 luftiges Raumklima – auch in heißen Gegenden gut zum Schlafen
 Modelle mit Innenzelt regulieren Raumklima, nehmen Kondenswasser auf
 in der Regel leichter, günstiger als Hartschalendachzelte
 Auf- und Abbau zeitintensiv
 bei feuchtem Wetter werden Innenraum und Bettwäsche klamm
 Klettergeschick beim Befestigen der Abdeckplane bei hohen Fahrzeugen nötig
 bei einigen Modellen sind Abspannungen mit Heringen nötig, da sonst die Überdachung nicht straff gespannt ist
 größerer Platzbedarf bei Nutzung wegen seitlicher Überlappung und Herausklappen
 nicht ohne Leiter nutzbar

2. Hartschalendachzelt
Schnell verfügbarer Schlafplatz

Ein weiterer Klassiker ist das parallel öffnende Hartschalenzelt. Dieser Typ zeichnet sich durch eine hohe Stabilität aus. Außerdem können beispielsweise auf dem GfK-Dach beim James Baroud Explorer auch leichte Gegenstände oder Transportboxen transportiert werden. Die Installation einer Solaranlage ist ebenso oftmals möglich.

Zusätzlich lassen sich Sonnendächer und Vorzelten relativ einfach anbringen, da sich das Zelt sowohl von rechts als auch links betreten lässt, manchmal auch vom Heck. Die Innenhöhe beträgt je nach Modell zwischen 80 und 100 Zentimeter. Manche Dachzelte, wie beispielsweise das Maggiolina von Autohome, können mit einer Kurbel aus- und eingefahren werden. Zusammengeklappt sieht diese Art Dachzelt wie eine große, flache Dachbox aus.

Hartschalenzelt
B. Köbler-Lisner
Hartschalendachzelte zeichnen sich durch eine hohe Stabilität und den leichten Auf- und Abbau aus.

Vorteile und Nachteile eines Hartschalendachzelts
 schneller Auf- und Abbau
 oft mehrere Eingänge
 bessere Kälteisolierung dank festem Dach und Verkleidung
 oftmals zusätzliche Transportmöglichkeit auf Dachzeltdach
 vergleichbar wenig Platz nötig bei Benutzung
 Leiter nicht tragend, kann nachts eingeholt werden
 Platzbedarf auf Fahrzeugdach ist höher, da die komplette Grundfläche aufs Fahrzeug passen muss
 Liegefläche begrenzt auf Grundfläche des Zeltes
 in der Regel unüberdachter Eingang
 heizt im Sommer schnell auf
 im Vergleich schwerer und teurer als Klappdachzelt

3. Hybrid-Dachzelt
Das Beste aus zwei Welten?

Der steile Winkel ist typisch für Klappdachzelte mit Hartschale. Die beiden Kunststoffschalen sind über Scharniere verbunden und ergeben aufgeklappt ein liegendes V, ähnlich wie man es von Aufstelldächern bei Campingbussen kennt. Das Öffnen und Schließen geht schnell, da nur eine Seite des Dachzelts angehoben werden muss. Dank ausklappbarem Teil bietet das Hybrid-Dachzelt in der Regel mehr Platz im Innenraum als Hartschalendachzelte mit vergleichbarer Grundfläche. Außerdem sind Hybrid-Klappdächer durch die große Höhe empfindlicher bei starkem Wind.

Hybrid-Dachzelt
Nakatanenga
Hybrid-Dachzelte schlagen die Brücke zwischen Klappdachzelt und Hartschalenzelt. Im ausgeklappten Zustand bieten sie oftmals mehr Platz als die Grundfläche der Hartschale es hergibt.

Vorteile und Nachteile eines Hybrid-Dachzelts
 robuste Packform wie Hartschalenzelt
 schneller Auf- und Abbau
 oftmals Transportmöglichkeit auf Dach wie Hartschalendachzelt
 in der Regel großes Platzangebot und längere Liegefläche als Hartschalendachzelt
 oft vergleichbarer, geschützter Iglueinstieg wie beim Klappzelt
 Modelle mit Innenzelt regulieren Raumklima, nehmen Kondenswasser auf wie Klappdachzelt
 Platzbedarf auf Fahrzeugdach ist hoch, da die komplette Grundfläche auf den Pkw passen muss
 viele Modelle ohne Leiter nicht nutzbar, weil Teil der Stützkonstruktion
 größerer Platzbedarf bei Nutzung wegen seitlicher Überlappung und Herausklappen
 schwerer als Klappdachzelt
 teurer als Klapp- und Hartschalendachzelt
 windanfälliger

Vorzelte, Markisen und Thermohauben für Dachzelte

Erweiterungen wie Vorzelte machen den Aufenthalt im Dachzelt angenehmer. Gut, dass zu fast jedem Dachzelt Anbauteile angeboten werden. Beispielsweise erlaubt die Einstiegsschleuse vom Klappdachzelt Offroad Manni die Unterbringung von Schuhen und Bekleidung, bevor man die Leiter hinaufklettert. Das Vorzelt erweitert den Wohnraum, auch können im Zelt bis zu drei Personen übernachten. Ein Boden aus PVC-Gewebe dichtet den Bereich des Vorzelts nach unten hin ab.

Dachzelt mit Vorzelt
Offroad Manni
Der Wohnraum der Dachzelte kann durch optionales Zubehör wie Vorzelte erweitert werden.

Das Vorzelt des James Baroud besteht aus einer Markise und Seitenwänden, die über eine Kederschiene eingezogen werden. Der Auszug beträgt 270 Zentimeter, die Breite liegt je nach Ausführung zwischen 130 und 250 Zentimetern. Die Fenster lassen sich blickdicht verschließen, dann bietet das Vorzelt eine geräumige Umkleidekabine. Diese Art von Markise mit Seitenwänden ist sowohl für die Klappdach- als auch die Hartschalendachzelte der Marke erhältlich.

Damit das Übernachten im Dachzelt auch während der kälteren Jahreszeit gelingt, bietet verschiedene Hersteller Thermohauben für ihre Zelte. Diese Isolationshauben, die über das komplette Dachzelt gezogen sind, sind sowohl für einige Klappdach-, als auch Hartschalen- und Hybrid-Dachzelte verfügbar.

Fazit

Das Klappdachzelt ist am preisgünstigsten und bietet am meisten Platz. Es eignet sich aufgrund des aufwändigen Auf- und Abbaus aber eher für Camper, die länger als nur eine Nacht beziehungsweise ein paar Tage an einem Ort übernachten wollen. Das Hartschalendachzelt ist perfekt für alle, die gerne schnell irgendwo übernachten und dann wieder weiterfahren. Für viel Platz ist hier allerdings auch ein entsprechend großes Fahrzeug darunter nötig. Das Hybrid-Dachzelt ist ein Mix aus vorigen Macharten und vereint die Vorteile von beiden. Das schlägt sich wiederum im Preis nieder.

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Mit Auto und Zelt zwei Wochen unterwegs in Richtung Atlantikküste.