KiteX Windcatcher (2021) KiteX
KiteX Windcatcher (2021)
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KiteX Windcatcher (2021)
KiteX Windcatcher (2021) 14 Bilder

KiteX Wind Catcher: Windturbine fürs Camping

KiteX Wind Catcher (2021) Mobiles Windrad fürs autark Campen

Nachhaltig und mobil ist dieser außergewöhnliche Stromgenerator, der sich (fast) überall aufstellen lässt. Die Idee ist dem Drachenfliegen entlehnt.

All diejenigen, die gerne an ungewöhnlichen Orten fernab von Infrastruktur campen, kennen das Problem: Früher oder später geht der Strom aus und man muss in die Zivilisation zurückkehren, um Bordbatterie, Handy oder E-Bike zu laden. Alternativ hatte man bislang man die Wahl zwischen Diesel- oder Gas-betriebenen Stromgeneratoren oder Solaranlagen.

Die junge, dänische Firma KiteX bringt nun eine dritte Möglichkeit zur Stromerzeugung auf den Markt. Mit einem Kickstarter-Projekt finanziert das Start-up derzeit eine zusammenfaltbare Windturbine – mit so großem Erfolg, dass der sogenannte "Wind Catcher" (auf Deutsch: Windfänger) beinahe fast zwei Wochen vor Ende des Crowdfundings über das Finanzierungsziel von 53.000 Euro hinausgeschossen ist.

KiteX Windcatcher (2021)
KiteX
Die Einzelteile des Wind Catchers wiegen zusammen etwa 10 Kilogramm.

Das Erfolgsrezept des mobilen Windrads

Bei Windturbinen denken die meisten an die riesigen, feststehenden Windkraftanlagen, die sonst auf weiten Feldern oder auf Anhöhen tief in die Erde eingelassen sind und mancherorts über 200 Meter gen Himmel ragen. Die Idee einer Turbine für unterwegs klingt daher zunächst ziemlich abwegig. Doch das Windrad-Prinzip ist sehr wohl in kleineren Dimensionen umsetzbar, wie der KiteX Wind Catcher zeigt.

Zusammengefaltet ist das Wind-Catcher-Paket zwei Meter lang, 20 Zentimeter hoch und 20 Zentimeter breit. So passt es in fast jeden Pkw oder Caravan. Angeblich benötigt eine Person nur 15 Minuten, um aus den insgesamt 10 Kilogramm schweren Bauteilen eine nachhaltige Stromquelle zu bauen.

KiteX Windcatcher (2021)
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Zusammengebaut lässt sich die mobile Windkraftanlage einfach von A nach B transportieren.

Das leichte Gewicht verdankt der Wind Catcher seinem cleveren Materialmix. Die drei Rotorblätter bestehen aus Karbon und Glasfaser, die KiteX aus Deutschland bezieht. Die Plastikteile entstehen via 3D-Drucker aus recyceltem Plastik in der Nähe von Kopenhagen. Die Elektrokomponenten kommen aus China.

Aufgestellt ist die Konstruktion sechs Meter hoch und das Windrad selbst hat einen Durchmesser von vier Metern. Das Rad kann sich 360 Grad drehen, um so den Wind optimal aus allen Richtungen zu nutzen. Am Boden benötigt man daher eine Stellfläche von etwa 5,20 Meter.

Der Wind Catcher soll Windstärken von bis zu 20 Meter pro Sekunde standhalten. Verankert ist das Windrad mit Spanngurten an drei Punkten, die man innerhalb einer Spannbreite von 20 Grad in der Erde befestigt. So ist es auch möglich, die Konstruktion auf unebenem oder bis zu zwölf Grad abschüssigem Gelände aufzubauen.

KiteX Windcatcher (2021)
KiteX
Die Windkraftanlage funktioniert auch bei Nacht.

Strom für Laptop und Kühlschrank

Die komplette Anlage ist als Lite-Version 200 Watt und als größere Anlage 600 Watt stark. Der Strom wird via Kontrollsystem in eine eingebaute Batterie gespeist. Bei Produktionsspitzen, beispielsweise wenn der Wind stärker weht, leitet das System die überschüssige Energie in eine zusätzlich angeschlossene Batterie weiter. Eine Solaranlage ließe sich an diese ebenfalls anstöpseln, um den grünen Energiemix zu komplettieren.

Der große Vorteil: Anders als bei einer Solaranlage kann der Wind Catcher auch nachts Strom erzeugen, vorausgesetzt es weht ein Lüftchen. Dazu genügen sogar niedrige Windstärken mit knapp vier Meter pro Sekunde. So bepowert das KiteX-System auch bei wenig Wind Verbrauchsgeräte wie Laptop, Smartphone oder Kühlbox.

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Schnell von nur einer Person auf- und abgebaut: Sieht so die Zukunft der mobilen Stromversorgung aus?

Mehr zu Gründer und Preisen

Das internationale KiteX-Team sitzt im dänischen Roskilde und arbeitet seit 2016 an fliegenden und schwimmenden Windturbinen und Windmessgeräten. Es ist bereits das zweite Start-up des Gründers Andreas Okholm, der einen Hintergrund in Design und Luftfahrttechnik und sich selbst Programmieren beigebracht hat.

Bis 28. März läuft noch das KiteX Crowdfunding auf Kickstarter. Das Early-Bird-Angebot für UnterstützerInnen umfasst die 200-Watt-Version Wind Catcher Lite für 7.390 dänische Kronen (ca. 994 Euro) – inklusive KiteX App. Die Lieferung der Windräder terminiert das Unternehmen auf Dezember 2021.

Fazit

Ein kleiner Nachteil der Windturbine: Sie läuft nicht so geräuschlos wie eine Solaranlage. Allerdings soll man sie schon im Abstand von 20 Metern nicht mehr hören, so KiteX.

Damit eignet sich der Wind Catcher als Back-up-Stromerzeuger für Hütten, auf Survival-Trips oder Expeditionen und beim Off-Grid-Camping nur dann, sofern genügend Platz zur Verfügung steht. Auf handelsüblichen Campingplätzen wird man den Wind Catcher wohl nicht erleben – doch solche Parzellen sind ja sowieso bereits ans Stromnetz angeschlossen.