Vergleichstest: Navigationsgeräte Ingolf Pompe
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Camping Navis im Test: Navigationsgeräte für Caravaner

Navigationsgeräte im Test Das perfekte Navi für die Caravan-Tour

Navigationssysteme für Gespannfahrer sollen nicht nur sicher ans Ziel führen und vor unpassierbaren Straßen warnen, sondern den Fahrer auch bei der Reiseplanung unterstützen – Ein Vergleichstest.

Der Atlas hat endgültig ausgedient: Seit sich Navigationsgeräte auf breiter Front durchgesetzt haben, ist es nicht mehr nötig, kiloschwere Wälzer auf der Fahrt im Caravan mitzunehmen. Kein Blättern, kein Raten, keine Unstimmigkeiten – auf einen Klick berechnen die schlauen Navis in Sekunden die Route zum nächsten Etappenziel, führen um Durchfahrten oder Unterführungen herum, die für Gespanne zu eng sind, und helfen auch noch bei der Suche nach Sehenswürdigkeiten oder Campingplätzen. Grund genug für CARAVANING, sechs Camping-Navis zwischen 199 und 649 Euro einem ausführlichen Test zu unterziehen.

Was muss ein Camping-Navi können?

Kernfunktion der speziellen Camping-Navis ist die fahrzeuggerechte Navigation in Abhängigkeit von Größe und Gewicht des Gespanns – Durchfahrtsverbote, zu niedrige Brücken oder andere Engstellen sollen damit umschifft werden. Grundsätzlich beherrschen dies alle Testgeräte zuverlässig.

Fünf der sechs Kandidaten im Navi-Test arbeiten mit Karten von Nokia Here (früher Navteq) und nutzen dementsprechend dieselben Datenbanken. Hundertprozentige Sicherheit darf man zwar nicht erwarten, grobe Fehler sind aber selten, und der Zugewinn an Sicherheit ist enorm: Die Systeme warnen auch vor engen Kehren oder Gebieten, in denen erhöhte Gefahr, etwa durch Seitenwind, herrscht. Nur das Tomtom Go Live Camper & Caravan, das mit dem hauseigenen Kartenmaterial kommt, patzt: Als Maximalgewicht erlaubt das 399 Euro teure Modell nur eine Eingabe von bis zu fünf Tonnen – für schwerere Gespanne ist dieses Gerät ungeeignet.

Unterschiede im Detail

Das 219 Euro günstige Navgear RSX 60 vom Technik-Versender Pearl beispielsweise verzichtet auf voreingestellte Profile für Gespanne und Reisemobile, hier muss man sich manuell durch die Menüs tippen und die Profile für Bus oder Lkw passend auf seinen Einsatzzweck abändern. Wie es besser geht, zeigen die Kandidaten von Becker, Falk, Garmin und Snooper, die vorkonfigurierte Einstellungen bereithalten, die nur noch etwas Feintuning brauchen.

Ohne aktive Zielführung zeigen übrigens nur die Modelle von Garmin und Snooper Durchfahrtsbeschränkungen direkt auf der Karte an. Ein Vorteil für den, der das Navi einfach nebenher mitlaufen lassen will. Bei den Reiseführerfunktionen holt das Tomtom-Modell wieder auf, denn es bietet mit den Campingplatz-Datenbanken von ADAC und dem holländischen ANWB umfangreiche Möglichkeiten bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten in ganz Europa. Noch mehr Daten hält das 649 Euro teure Ventura Pro Sound bereit, das neben Informationen von ACSI und Camperstop auch umfangreiche Sammlungen per Internet zum Download bereitstellt. Allerdings lassen sich keine POI-Datenbanken direkt aufspielen und die grafische Gestaltung des Geräts ist Geschmacksache: Die Oberfläche wirkt altbacken und zum Teil umständlich.

Welches Navi punktet?

Unterm Strich am besten schneidet in dieser Disziplin das 399 Euro teure Garmin Camper 760 LMT-D ab – es bietet die modernste Oberfläche, bedient sich schnell, hat die ACSI- und MHF-Daten an Bord und steht auch externen Quellen offen. Dagegen fallen die Kontrahenten etwas ab: Das mit 199 Euro günstigste Navi Falk Neo 640 Camper kann per Internet immerhin mit den Daten des ADAC nachgerüstet werden. Bei Pearl muss man umständlich die Camper-Daten des Anbieters POI-Base nachinstallieren.

Das 399 Euro teure Becker Transit 70 LMU verzichtet komplett auf einen speziellen Campingplatz-Führer. Bei der Hardware hingegen schlägt die Stunde des Becker: Sein exzellent verarbeitetes Gehäuse mit dem kapazitiv auf Berührung reagierenden Display ist derzeit konkurrenzlos. Außerdem begeistert die Möglichkeit, sich bis zu vier Routen berechnen zu lassen und deren Höhenprofil im Vergleich anzeigen zu lassen. Ebenfalls top ist das Gerät von Garmin, das keine Blendempfindlichkeit kennt und sehr gut auflöst. Dahinter sammelt sich die Konkurrenz: Das massige und schwere Snooper und das Tomtom mit seinem nur fünf Zoll großen Display. Beim Pearl könnte der zu dünne Haltearm Sorgen bereiten, und das Falk fällt mit seiner insgesamt schlechteren Qualitätsanmutung zurück.

Aktuelles Kartenmaterial und Staumeldungen

Kartenupdates sind mittlerweile bei allen Anbietern mehr oder weniger kostenlos. Einzig Falk erlaubt nur eine einzige kostenlose Aktualisierung 30 Tage nach dem Kauf. Bei Pearl sind die Updates auf zwei Downloads innerhalb von zwei Jahren beschränkt. In Sachen Staumeldungen hat Tomtom die Nase vorn: Dank eines integrierten Mobilfunkmoduls ruft es Live-Staumeldungen per Internet ab – europaweit ohne Zusatzkosten. Leider ist dieser Dienst nur zwöf Monate im Kauf enthalten, danach kostet er 50 Euro im Jahr. Kaum schlechter steht das Garmin da, das mit einem neuen Staudienst über einen DAB-Empfänger im Ladekabel auch ohne Internetverbindung sehr genaue Staumeldungen empfängt, aber per Bluetooth über eine kostenlose Smartphone-App ebenfalls ans Internet gekoppelt werden kann. Da kann höchstens noch das Becker mithalten, das per W-LAN ebenso Staumeldungen aus dem Internet laden kann. Hier kostet der Dienst aber bereits nach einem Monat 29 Euro pro Jahr.

Die Konkurrenten von Falk, Pearl und Snooper bieten nur die deutlich ungenaueren TMC-Meldungen. Die Zusatzfunktionen der Modelle von Snooper und Pearl überzeugen dagegen: Beide haben einen DVB-T-Fernsehempfänger an Bord, Videoclips und Musik von einer Speicherkarte spielen sie ebenfalls ab, dazu sorgt ein FM-Transmitter dafür, dass man ihren Ton auch ohne Kabelsalat empfangen kann. Snooper geht sogar noch einen Schritt weiter und integriert einen DAB+-Digitalradio-Empfänger in sein Gerät. Die Konkurrenten von Garmin und Becker beschränken sich konsequent auf einen Eingang für eine Rückfahrkamera; ebenfalls sinnvoll ist eine integrierte Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die in allen Geräten außer den Modellen von Becker und Falk enthalten ist.

Wer navigiert am besten?

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Ingolf Pompe

Wer mit dem Caravan unterwegs ist, will sich den kürzesten und schnellsten Weg anzeigen lassen und ist auf der Suche nach Campingplätzen. Welches Navi schnitt im Test gut ab? Ganz vorne liegt hier das Garmin Camper, das mit klarer und lauter Sprachausgabe, einer übersichtlichen Kartendarstellung und der praktischen Seitenleiste absolut überzeugen kann. Ebenfalls weit vorne landet das Becker, das vor allem aufgrund des tollen großen Displays und seiner schicken Darstellung überzeugt. Direkt dahinter folgen die softwaretechnisch verwandten Modelle von Pearl und Falk, die im Test keine groben Schwächen aufwiesen. Bei Tomtom krankt es im Zugwagen an dem kleinen Display, dessen Ablesbarkeit bei großer Entfernung grenzwertig ist. Das recht teure Snooper wiederum ist Geschmacksache: Die Funktionalität ist grundsätzlich in Ordnung aber die Grafik wirkt arg angestaubt und ist unterwegs schwer ablesbar.

So testet CARAVANING

Navigationssysteme testet CARAVANING in den Kategorien Ausstattung, Bedienung und Zielführung. Wichtig bei der Ausstattung sind die caravan-spezifischen Einstellungen bezüglich der Routenführung und Datenbanken mit Campingplätzen. Auch Zusatzfunktionen wie ein Fernsehempfänger oder eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung bringen Pluspunkte, stehen letztlich aber nicht im Vordergrund des Tests. Bei der Bedienung ist neben einem großen Display, das man auch auf Entfernung gut ablesen kann, vor allem die Menügestaltung wichtig. Große Buttons, eine klare Bezeichnung der Funktionen und die angenehme optische Gestaltung helfen hier im Alltag, das Gerät sicher zu bedienen. Zur Bewertung der Navigationsleistung montiert CARAVANING die Geräte in einem Zugwagen, testet den Schwenkbereich und die Stabilität der Halterung und fährt mit den Geräten im realen Straßenverkehr verschiedene Routen ab. Auch die Ablesbarkeit der Karte ist hier wichtig.

Navigation mit Apps und Co.

So mancher Gespannfahrer dürfte bereits auf die Idee gekommen sein, anstatt mit einem speziellen Navigationssystem einen Tablet-PC oder ein Smartphone mit einer App zur Navigation zu nutzen. Diese Kombination funktioniert grundsätzlich auch genauso gut, schließlich stammen die meisten Navi-Apps von denselben Herstellern wie die dezidierten Navigationsgeräte. Allerdings ist es eben ein Kompromiss, und den merkt man in der Praxis durchaus: Je nach Modell sind die Displays der Tablets nicht so hell wie die der Navis, die Lautstärke ist meist begrenzt und die Bedienung im Alltag trotz verwandter Oberflächen nicht so unkompliziert wie die der Navigationssysteme – so manches Mal schmuggelt sich eine Systemmeldung des Betriebssystems in den Vordergrund der Navigation. Das irritiert und lenkt ab. Zudem ist der Preisunterschied nicht so groß, wie man auf den ersten Blick meinen könnte: Nur die teuren Tablet-Modelle haben einen GPS-Empfänger, und es fallen Extra-Kosten für eine Halterung an – damit schwindet der vermeintliche Preisvorteil dahin.

Falk NEO 640 Camper

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Das Navi Falk NEO 640 Camper ist das preiswerteste Navi im Test und kostet nur 199 Euro, bietet aber die wichtigsten Eigenschaften, auf die man mit einem Carvan-Gespann angewiesen ist: Das Sechs-Zoll-Display ist groß genug, dass man es auch mit weiterem Abstand gut ablesen kann, und die im Kartenmaterial hinterlegten Durchfahrtsbeschränkungen verhindern, dass man mit dem Caravan auf der falschen Straße landet. Den Preisdruck merkt man vor allem am Display, das unter Winkel flaue Farben zeigt und spiegelt – und an der kargen Ausstattung bei sonstigen Funktionen.

 Günstiger Anschaffungspreis
 ADAC-Campingplatz-Datenbank (via Internet zum Download)
 Geringe Ausstattung
 Hardware im Vergleich wenig hochwertig

Becker Transit 70 LMU

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Vor allem die Qualität der Hardware überzeugt am 399 Euro teuren Becker-Navi: Das kapazitive Display reagiert schon auf leichteste Berührungen, die Darstellung ist gestochen scharf und kontrastreich, jedoch stören bei starker Sonneneinstrahlung Spiegelungen. Exzellent ist die Routenauswahl nach deren Höhenprofilen sowie die per W-LAN empfangbaren Live-Verkehrsinfos. Leider packt Becker keine Camping- oder Stellplatzdaten bei, dafür gibt es einen Marco-Polo-Reiseführer, der via PC-Suite auch kostenpflichtig erweitert werden kann.

 Zeigt Höhenprofile verschiedener Routen im Vergleich
 Sehr gute Hardware-Qualität
 Keine Stellplatzdatenbanken
 Wenig Multimedia-Zusatzfunktionen

Navgear RSX-60 DVB-T Camper

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Das Navgear RSX-60 DVB-T Camper ist günstig im Preis und unser CARAVANING Kauftipp. Man kann das Navi sogar mit einer Rückfahrkamera erweitern. Preiswert, aber oho präsentiert sich das Camper-Navi vom Technik-Versender Pearl. Trotz seines geringen Preises von 219 Euro bringt es einen DVB-T-Empfänger und einen Medienplayer mit – auch das ordentlich verarbeitete Gehäuse sieht nicht nach Verzicht aus. Die zu den Modellen von Becker und Falk verwandte Navigations-Software bietet eine schicke Grafik, allerdings sind die Durchfahrtsbeschränkungen kompliziert zu konfigurieren. Die mitgelieferte POI-Datenbank von POI-Base muss mit kargen Infos auskommen.

 Günstiger Preis, verhältnismäßig gute Ausstattung
 Ordentliche Verarbeitung und gutes Display
 Kartenupdates nur für zwei Jahre kostenlos
 Halterung sehr dünn

Garmin Camper 760 LMT-D

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Das perfekte Navigationsgerät für Caravaner? Das Garmin Camper 760 LMT-Dist leicht zu bedienen und führt leicht ins Ziel. Das beste Gesamtpaket im Test bot das Garmin-Navi: Für 399 Euro kommt es nicht nur mit den Campingdatenbanken des ACSI und MHF, sondern auch einer komfortablen Suchfunktion mit vielen Texten und Bildern, die optimal bei der Reiseplanung unterstützt. Unterwegs gefiel es mit seiner übersichtlichen Kartendarstellung, klaren Sprachanweisungen und der praktischen Seitenleiste, in die Zusatzinfos eingeblendet werden können. Nicht zuletzt die kostenlosen Kartenupdates und die topaktuellen Staumeldungen sorgen auch für ein absolut angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

 Praxisgerechte Ausstattung
 Einfach zu bedienen und klare Zielführung
 Gratis Updates und Staudienst
 Keine Multimedia-Funktionen

Snooper Ventura Pro. DB8500

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Das Snooper Ventura Pro. DB8500 hat eine Multimedia-Ausstattung mit digitalem TV und Radio. Es ist das teuerste Navi in diesem Test.Der Ausstattungsmeister in diesem Test kommt von Snooper, kostet mit 649 Euro aber auch am meisten Geld. Neben den umfangreichsten Camping- und Stellplatzdatenbanken bietet das Gerät einen DVB-T-Fernsehempfänger und sogar digitales DAB-Radio. Ebenfalls top sind die Routenfunktionen mitsamt Durchfahrtsbeschränkungen. Das lässt Fans auch die Schwächen des Geräts übersehen: Die Grafikqualität ist verbesserungswürdig, POI-Datenbanken können nicht manuell importiert werden, und die Bedienung ist hier und da gewöhnungsbedürftig.

 Multimedia-Ausstattung mit digitalem TV und Radio
 Sicheres Routing und umfangreiche POI-Datenbanken
 Geringe Grafikqualität
 Kein Import von POI-Daten

TomTom Go Live Camper & Caravan

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Das TomTom Go Live Camper & Caravan punktet mit seinen Live-Diensten auch im Ausland. Das kleinste Navi in diesem Test kommt von Tomtom und kostet dennoch 399 Euro. Leider ist das kleine Display nicht die einzige Einschränkung, die Software berücksichtigt zur Routenberechnung nur Gewichte bis fünf Tonnen – wer ein schwereres Gespann fährt, wird nicht sicher geleitet. Dafür kommt das Tomtom mit umfangreichen Stellplatz- und Camping-datenbanken, die jedoch nicht alle in deutscher Sprache verfügbar sind. Ebenfalls ein Plus: Die Internetdienste (zum Teil gegen Gebühr) funktionieren auch im europäischen Ausland.

 Umfangreiche Camping- und Stellplatz-Datenbanken
 Live-Dienste auch im Ausland
 Gewichtseinstellung für Routing nur bis fünf Tonnen
 Kleines Fünf-Zoll-Display

PDF
Übersicht über alle Navigationsgeräte für Camper 0,21 MByte