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Rangierhilfen/Mover
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Caravan-Rangiersysteme im Test

Wie von Geisterhand bewegt

Wenn Wohnwagen wie von selbst über Campingplätze fahren, ist meist eine Rangierhilfe im Spiel. Die aktuellen Helfer im Überblick.

Wer zu Hause und auf dem Campingplatz mit seinem Caravan auch in kniffligen Situationen unabhängig sein will, kann unter diversen Hilfsmitteln wählen. Am bequemsten rangiert es sich mit einer motorisierten Rangierhilfe. Die so genannten Mover bieten dabei die beste Kraftumsetzung durch zwei von Elektromotoren angetriebene Reib­räder, die an die Caravanreifen gepresst werden und diese in Bewegung setzen. Gelenkt wird dadurch, dass nur der kurvenäußere Motor betätigt wird. Sogar eine Drehung auf der Stelle ist möglich; dabei wird das eine Rad vorwärts und das andere Rad rückwärts angetrieben. Den Strom beziehen diese Antriebe von einer Batterie, die am besten an Bord des Caravans untergebracht wird. Die Steigleistung kann bis zu 25 Prozent betragen, die Geschwindigkeit zwei bis drei Kilometer pro Stunde. Das Gewicht des kompletten Antriebs liegt zwischen 25 und 35 Kilogramm, der Preis je nach Fabrikat und Ausführung zwischen 1500 und 2500 Euro. Wir zeigen die möglichen Lösungen und erklären Vor- und Nachteile.

Tipp: Schieben ist besser als ziehen

Die beiden Hauptprobleme beim Rangieren mit dem Gespann sind für die meisten die eingeschränkte Sicht nach hinten und die Reaktio­nen des Hängers auf die Lenkbewegungen am Zugwagen. Der Metallbauer Josef Buchner im bayerischen Eresing entwickelte zur Linderung eine Bug- oder Rangierkupplung, die an der Front des Zugwagens montiert wird. Hier angekuppelt, kann der Fahrer des Gespanns unmittelbar sehen, wohin der Hänger läuft und welche Kurve er fährt.

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Die neueste Version der Bugkupplung wird einfach in das Gewinde eingeschraubt, das bei den meisten modernen Pkw für die Abschleppöse reserviert ist – ein Vorgang, der nicht mehr als eine Minute beansprucht. Die neuartige Rangierkupplung ist für alle gängigen Fahrzeugtypen mit einer einschraubbaren Abschleppöse erhältlich. Sie kos­tet je nach Modell zwischen 200 und 350 Euro. Das Truma-Gerät wird von einer Funkfernbedienung gesteuert, und die Motoren schwenken auf Knopfdruck und elektrisch betätigt an die Reifen. Der komplette Mover ist vor Spritzwasser und gegen Korrosion geschützt.

Ein anderes Prinzip beim elektrischen Antrieb eines Caravans verfolgt der seit Jahren erhältliche und ausgereifte Wowamat: Ein Zwillings-Stützrad, das um einen kräftigen Elektromotor und eine abnehmbare Lenkstange mit Betriebsschalter erweitert wird. Der Wowamat bleibt immer am Caravan montiert und schafft bei besten Bedingungen 1,5 km/h Spitze. Den notwendigen Strom holt sich der knapp 1300 Euro teure Edelhelfer aus der Bordbatterie oder über einen separat mitgeführten Akku-Kraftspender.

Der Hitch-Drive von Eufab hingegen setzt zwar ebenfalls auf den Antrieb des Bugrads, verzichtet aber auf einen elektrischen Antrieb. Bei ihm findet man stattdessen einen manuellen Spindelantrieb für die Vor- und Rückwärtsbewegung sowie einen weiteren für den Hebe- und Senkmechanismus der Deichsel. Mit relativ sparsamem Kurbeleinsatz können damit Caravans bis zu zwei Tonnen Gesamtgewicht zentimetergenau rangiert werden. Mit rund 600 Euro ist der Hitch-Drive eine vergleichsweise günstige Alternative.

Für die letzten Meter vor dem Ankuppeln gibt es auch einige Systeme. So entschärft der Caravan Airbag von Reich die Annäherung zwischen Zug- und Wohnwagen entscheidend. Der stumme Helfer besteht aus einem gepolsterten Puffer, der in der Caravan-Kupplung befestigt wird und das Zugfahrzeug bei leichtem Anrempeln vor Kratzern und Dellen schützt. Über der Kupplung thront ein Wimpel, den der Fahrer zum Peilen nutzen kann. Den Caravan Airbag gibt’s für rund 40 Euro.

Wer bei der Annäherung an den Caravan von Berührungsängsten geplagt wird, darf auch aussteigen und die letzten Zentimeter mit einer Winde oder einem Flaschenzug überbrücken. Easy Pull nennt sich eine Einmann-Ankuppelhilfe von Alko, die nach dem Flaschenzugprinzip funktioniert und fest im Zuggabelholm des Caravans montiert wird. Von hier aus legt sich ein breiter Gurt in einer Schlaufe um den Hals der Anhängekupplung. Per Kurbel wird der Gurt aufgewickelt und der Caravan, der bis zu zwei Tonnen wiegen darf, Zug um Zug herangezogen. Die maximale Zug­last beträgt 120 Kilogramm in einfachem und 240 Kilogramm in schwerem Gelände. Der Preis dieser Einrichtung liegt bei knapp 95 Euro.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt auch der Lifty, erhältlich im gut sortierten Fachhandel. Die Rangierhilfe wird bei Bedarf per Haken und Clips an Anhängevorrichtung und Stützrad befestigt. Der Kraftaufwand liegt dank des integrierten Flaschenzuges ungefähr bei einem Drittel der tatsächlich benötigten Kraft. Der finanzielle Einsatz hält sich mit rund 60 Euro ebenfalls in Grenzen.
Bei der neuen Lifty-Plus-Anhänge- und Rangierhilfe wurde die Kraftumsetzung eines Flaschenzuges mit einem Greifzug kombiniert, und dadurch können laut Hersteller auch Caravans bis etwa 1600 Kilogramm bewegt werden. Der anzukuppelnde Hänger kann mit dem Hebel des Greifzuges zum Beispiel aus Mulden heraus "gehebelt" werden oder mit dem Flaschenzug über Distanzen bis zwei Meter genau über den Kupplungskopf gezogen werden. Knapp 90 Euro werden dafür fällig.

Ganz neu und einfach in der Funktion: der Campmover von Sandner Gerätetechnik. Er wird auf die Radschrauben auf­ge­setzt und mit einer verlängerten Knarre bewegt. Eine zweite Person muss den Anhänger lenken und die Hand­bremse bedienen. Preis: 320 Euro.

Die aktuellen Lösungen im Überblick

Mover haben ganz schön was drauf – die Spannbreite reicht vom Elektro- bis zum Handbetrieb. Den Move Control II von Reich gibt es in verschiedenen Ausführungen. Standard nennt sich die Version, bei der die Antriebsrollen auf der linken und rechten Seite mit einem Hebel an die Räder gepresst werden. Beim Comfort-Modell kann dies der Akkuschrauber oder eine Handkurbel auf einer Seite übernehmen. Bedient wird der Mover über eine Fernbedienung.

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Der englische Hersteller Powrmover (früher Powrwheel) hat mit dem Caravan Mover ebenfalls einen Reibradantrieb im Programm. Seine fernbedienbaren Motoren verfügen über einen ruckfreien Soft-Start und einen Sofort-Stopp für sorgenfreies Einparken. Sie sind lieferbar für alle Rahmen sowie für Mono- und Tandemachser.

All diese Punk­te gelten auch für den Dritten im Bunde: Den Truma Mover, der darüber hinaus auch noch ein besonders schickes Äußeres an den Tag legt – eine Tatsache, die ihm den begehrten Design-Preis Red Dot Award einbrachte. Das Truma-Gerät wird von einer Funkfernbedienung gesteuert, und die Motoren schwenken auf Knopfdruck und elektrisch betätigt an die Reifen. Der komplette Mover ist vor Spritzwasser und gegen Korrosion geschützt.

Ein anderes Prinzip beim elektrischen Antrieb eines Caravans verfolgt der seit Jahren erhältliche und ausgereifte Wowamat: Ein Zwillings-Stützrad, das um einen kräftigen Elektromotor und eine abnehmbare Lenkstange mit Betriebsschalter erweitert wird. Der Wowamat bleibt immer am Caravan montiert und schafft bei besten Bedingungen 1,5 km/h Spitze. Den notwendigen Strom holt sich der knapp 1300 Euro teure Edelhelfer aus der Bordbatterie oder über einen separat mitgeführten Akku-Kraftspender.

Der Hitch-Drive von Eufab hingegen setzt zwar ebenfalls auf den Antrieb des Bugrads, verzichtet aber auf einen elektrischen Antrieb. Bei ihm findet man stattdessen einen manuellen Spindelantrieb für die Vor- und Rückwärtsbewegung sowie einen weiteren für den Hebe- und Senkmechanismus der Deichsel. Mit relativ sparsamem Kurbeleinsatz können damit Caravans bis zu zwei Tonnen Gesamtgewicht zentimetergenau rangiert werden. Mit rund 600 Euro ist der Hitch-Drive eine vergleichsweise günstige Alternative.

Für die letzten Meter vor dem Ankuppeln gibt es auch einige Systeme. So entschärft der Caravan Airbag von Reich die Annäherung zwischen Zug- und Wohnwagen entscheidend. Der stumme Helfer besteht aus einem gepolsterten Puffer, der in der Caravan-Kupplung befestigt wird und das Zugfahrzeug bei leichtem Anrempeln vor Kratzern und Dellen schützt. Über der Kupplung thront ein Wimpel, den der Fahrer zum Peilen nutzen kann. Den Caravan Airbag gibt’s für rund 40 Euro.

Wer bei der Annäherung an den Caravan von Berührungsängsten geplagt wird, darf auch aussteigen und die letzten Zentimeter mit einer Winde oder einem Flaschenzug überbrücken. Easy Pull nennt sich eine Einmann-Ankuppelhilfe von Alko, die nach dem Flaschenzugprinzip funktioniert und fest im Zuggabelholm des Caravans montiert wird. Von hier aus legt sich ein breiter Gurt in einer Schlaufe um den Hals der Anhängekupplung. Per Kurbel wird der Gurt aufgewickelt und der Caravan, der bis zu zwei Tonnen wiegen darf, Zug um Zug herangezogen. Die maximale Zug­last beträgt 120 Kilogramm in einfachem und 240 Kilogramm in schwerem Gelände. Der Preis dieser Einrichtung liegt bei knapp 95 Euro.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt auch der Lifty, erhältlich im gut sortierten Fachhandel. Die Rangierhilfe wird bei Bedarf per Haken und Clips an Anhängevorrichtung und Stützrad befestigt. Der Kraftaufwand liegt dank des integrierten Flaschenzuges ungefähr bei einem Drittel der tatsächlich benötigten Kraft. Der finanzielle Einsatz hält sich mit rund 60 Euro ebenfalls in Grenzen.
Bei der neuen Lifty-Plus-Anhänge- und Rangierhilfe wurde die Kraftumsetzung eines Flaschenzuges mit einem Greifzug kombiniert, und dadurch können laut Hersteller auch Caravans bis etwa 1600 Kilogramm bewegt werden. Der anzukuppelnde Hänger kann mit dem Hebel des Greifzuges zum Beispiel aus Mulden heraus "gehebelt" werden oder mit dem Flaschenzug über Distanzen bis zwei Meter genau über den Kupplungskopf gezogen werden. Knapp 90 Euro werden dafür fällig.

Ganz neu und einfach in der Funktion: der Campmover von Sandner Gerätetechnik. Er wird auf die Radschrauben auf­ge­setzt und mit einer verlängerten Knarre bewegt. Eine zweite Person muss den Anhänger lenken und die Hand­bremse bedienen. Preis: 320 Euro.

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