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Campingstühle im Vergleichstest

Welcher Stuhl ist am bequemsten?

Campingstühle Vergleichstest Foto: Ingolf Pompe 40 Bilder

Campingstühle gehören zwingen ins Urlaubsgepäck eines jeden Campers. Im großen Vergleich messen sich 16 Sitzmöbel unterschiedlicher Bauarten. Dabei kommt es nicht nur auf den Komfort an.

02.07.2017 Benjamin Köbler-Linsner

Campingstühle gehören zur Grundausstattung eines jeden Caravans. Das zeigt sich nicht nur im Sommer, wenn scheinbar alle Urlauber auf dem Campingplatz im Freien sitzen. Auch bei den Bestellungen der Stühle für diesen Test wurde deutlich, wie groß die Nachfrage ist. Kaum in den Katalogen verzeichnet, sind manche Produkte zum Start der Saison schon vergriffen und waren nicht rechtzeitig zum Test lieferbar.
Dennoch konnten wir 16 aktuelle Campingstühle für einen ausgiebigen Vergleichstest zusammentragen, darunter acht Hochlehner, fünf Regie- und drei Faltstühle. 

Komfortvergleich der Stühle mit mehreren Personen

Zur Ermittlung der Komfort- und Handlingsnoten nahmen elf Kolleginnen und Kollegen auf den Stühlen Platz. Für jeden der Testkandidaten bewerteten sie den Auf- und Abbau sowie den Komfort von Sitzfläche, Rücken- und Armlehnen. Bei den Hochlehnern ermittelten sie zudem, wie komfortabel sich die Lehnenneigung verstellen lässt. Fast alle Stühle mit verstellbarer Lehne besitzen auf der Unterseite der Armlehnen sägezahnförmige Rasten aus Kunststoff. 

Um den Winkel der Rückenlehne zu verstellen, müssen die Armauflagen leicht angehoben und nach vorne beziehungsweise hinten geschoben werden. Das funktioniert bei den meisten Modellen auch recht gut, lediglich beim Brunner Kerry Slim bemängelte das Testteam das grobe Ansprechverhalten des Mechanismus. Eine Änderung um ein oder zwei Rasten erfordert Feingefühl. Isabella und Westfield statten die Armlehnen der Modelle Thor und Advancer mit Metallschienen aus. Damit lässt sich die Lehne geschmeidig verstellen. Auf den Bewertungsbögen der Tester schlug sich dies aber nicht in signifikant höheren Punktzahlen nieder. Ob sich durch den Materialunterschied eventuell Vorteile in der Langlebigkeit ergeben, konnte bei diesem Vergleich nicht ermittelt werden. 

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den Scharnieren, die das Auf- und Zuklappen der Stühle ermöglichen. Bei den Hochlehnern bestehen diese aus Kunststoff oder genieteten Blechen (Frankana und Isabella). Sie lassen sich geräuschlos öffnen, während die Metallscharniere der Regiestühle hörbar knarzen. Beim Defa Luxe Regie klemmen sie beim Zusammenklappen sogar so, dass sie mühsam einzeln gelöst werden müssen.

1. Kategorie: die Hochlehner 

Die Hochlehner mit verstellbarer Rückenlehne und optionaler Beinauflage sind die Komfort-Könige unter den Campingstühlen. Die Auflage funktioniert den Stuhl zur Liegefläche um und erspart somit die Mitnahme einer sperrigen und schweren Liege. Für alle Stühle muss die Beinauflage gesondert bestellt werden. Je nach Hersteller und Modell fallen bis zu 45 Euro extra an. 

Die Verbindung von Stuhl und Beinauflage stellen die Testkandidaten auf drei unterschiedliche Weisen her. Bel Sol, Brunner und Westfield legen ihren Auflagen je zwei Kugelköpfe mit Kunststoffgewinde bei. Diese werden an den vorderen Enden der Sitzfläche ins Gestänge geschraubt. Die Auflage lässt sich einfach von oben auf dem Kugelkopf einrasten. Auch wenn der Stuhl leicht verschoben wird, verrutscht die Beinauflage nicht. 

Ebenso stabil sind die Auflagen bei Frankana Freiko und Outwell eingehängt. Bei den Stühlen HighQ Comfortable und Kenai fallen die kantigen Adapter jedoch sehr groß aus und stören beim normalen Sitzen an der Wade. Da hilft nur, die Adapter gegen die standardmäßigen Stopfen auszutauschen und nur bei Bedarf einzuschrauben. Die eingangs erwähnten Kugelkopf-Adapter können dagegen ohne störenden Nebeneffekt dauerhaft an Ort und Stelle bleiben.

Crespo, Fritz Berger und Isabella verzichten auf einen Schraubadapter. Stattdessen lässt sich die Beinauflage bei diesen Stühlen mit einem Clip auf der vorderen Querstrebe des Stuhlgestells einhängen.

2. Kategorie: die Regiestühle

Der Vorteil dieser Konstruktion: Dem Stuhl liegen keine Kleinteile bei, welche verloren gehen können. Bei Crespo bleibt die Beinauflage allerdings nur so lange stabil, wie der Camper still darauf sitzt. Denn der Clip rastet nicht an der Strebe ein, sondern liegt lediglich auf. Dadurch kann die Auflage schon bei einem leichten Stoß verrutschen. Die Clips von Fritz Berger und Isabella gehen dagegen eine festere Verbindung mit dem Stuhlgestell ein und rasten hörbar ein. 

Und der Sitzkomfort? Das pauschale Urteil, dass kompakte Stühle stets unbequemer sind, lässt sich nicht treffen. So attestieren die Tester den Regiestühlen von Brunner und Isabella guten Komfort, gleichzeitig zeigen sich die beiden Stühle durch tadelloses Packmaß und Gewicht auch angenehm beim Transport. Das ist besonders in kleinen Caravans wichtig, wo Stauraum und Zuladung oft gering ausfallen. 

Auch auf Defas Regiestuhl Luxe lässt es sich angenehm sitzen. Er zeichnet sich durch einen durchgehenden Übergang von Sitzfläche zur Lehne aus, wodurch man sich richtig hineinlümmeln kann. Ein gutes Gesamtergebnis verspielt sich der Luxe aber nicht nur wegen der für einen Regiestuhl üppigen Packmaße. Viel mehr störten im Test die erwähnten fummeligen Scharniere sowie das knarzende Gestell. 

Die weich gepolsterten Hochlehner von Fritz Berger, Outwell, Crespo und Frankana sichern sich jeweils vier Punkte für das Sitzgefühl. Isabellas Thor erreicht sogar die Höchstpunktzahl. Am anderen Ende der Bewertungsskala rangieren die Regiestühle von Bel Sol und Jan-Kurtz. Maßgeblich für die Abwertung waren bei Bel Sol der straff gespannte Bezug, die tief angebrachten Armlehnen und die mit 44 Zentimetern schmale Sitzfläche. 

Neu im Sortiment von Movera sind die Campingstühle von Designer Jan Kurtz. Der Anblick des grünen Regiestuhls sorgt für gute Laune. Positiv macht sich der nur 2,14 Kilogramm leichte Stuhl auch im Handling und beim Transport bemerkbar. Komfortabel sitzt es sich auf dem Regiestuhl aber kaum. Das Gestell wirkt instabil, und statt gepolsterter Armlehnen finden sich nur blanke Aluminiumrohre. Im Vergleich zu den günstigeren Regiestühlen der Konkurrenz darf man für 70 Euro mehr erwarten. 

Welche Art von Stuhl die geeignetste ist, hängt neben dem vorhandenen Stauraum auch davon ab, wie man ihn nutzen möchte. Das zeigt sich an den Faltstühlen von Brunner und Outwell, die je drei von fünf Punkten in der Komfortwertung erreichen. Die Sitzposition im Brunner Raptor ist jedoch stark nach hinten gekippt. 

3. Kategorie: die Faltstühle

Zum Relaxen ist das bequem, bei Tisch wäre eine waagerechte Sitzfläche aber angenehmer. So wie sie Outwells Catamarca hat. Der schwarze Faltstuhl eignet sich mit seiner großzügigen Sitzfläche vor allem für große und schwere Menschen. Bis zu 150 Kilogramm hält der Faltstuhl ohne nennenswerte Verformungen aus – das sieht man ihm auf den ersten Blick gar nicht an. 

Ein Zusatzargument für einen Stuhlkauf kann auch dessen Extraausstattung sein. Praktische Details finden sich in Form von zwei Dosenhaltern am Outwell Catamarca. Noch mehr Abstellmöglichkeit hat der Regiestuhl von Bel Sol. Er ist mit einem Klapptischchen ausgestattet, auf dem locker ein Getränk und ein belegtes Brötchen Platz haben. 

Bei den Hochlehnern stechen sieben der acht getesteten Modelle durch ihre besonderen Kopfstützen hervor. Diese sind bei Crespo und Outwell ganz ähnlich gestaltet. Sie stecken mit zwei Metallstäben in der Rückenlehne und können um einige Zentimeter herausgezogen werden. Im Liegen ist das angenehm, sitzend störten sich einige Tester jedoch besonders am Outwell-Exemplar, dessen Kopfstütze zu leicht verrutscht. Die meisten anderen Hochlehner sind mit Kissen ausgestattet, die mit einem Band befestigt sind und einfach abgezogen werden können. 

Es fällt schwer, bei der Kaufentscheidung nicht zwischen den Stühlen zu sitzen. Alle Hochlehner bieten einen hohen Sitzkomfort. Nimmt man auch noch das Handling mit dazu – lässt aber das Packmaß außer Acht –, liegt der Isabella Thor eindeutig vorn. Neben dem tadellosen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt beim Testsieger auch die Lehnenverstellung mit dem im Vergleich flachsten Winkel. 

Gemütlicher Hochlehner von Fritz Berger

Der günstigste Hochlehner im Test ist der Slimline von Fritz Berger. Weil er auch sonst gut abschneidet, kann man zum Kauf raten. Einziges Manko: das hohe Gewicht. Wer aufs letzte Gramm Zuladung achten muss, sollte sich den leichten Bel Sol ansehen. Auf ein besonders kompaktes Packmaß lassen sich die allerdings teuren Stühle von Crespo und Outwell zusammenfalten. 

Aber auch kompakte Campingstühle können mehr als ein Kompromiss sein. Das zeigen allen voran der Regiestuhl von Isabella und Fritz Bergers Faltstuhl. Das leichte und recht günstige Modell von Brunner eignet sich gut als Reserveplatz für unerwarteten Besuch.

Hersteller/ModellPreisHandlingKomfortStandsicherheitPreis/Leistung
REGIESTÜHLE
Bel Sol-Regiestuhl52,40 Euro4,5 / 52,5 / 53 / 53,5 / 5
Brunner-Bravura38,90 Euro4 / 52,5 / 53 / 54 / 5
Defa-Luxe Regie64,95 Euro2,5 / 53 / 53 / 53 / 5
Isabella-Regiestuhl29,95 Euro5 / 53 / 54 / 54 / 5
Jan-Kurtz-Regiestuhl69,95 Euro5 / 52 / 53 / 52,5 / 5
FALTSTÜHLE
Brunner-Raptor Classic44,90 Euro 3,5 / 53 / 54 / 53 / 5
Fritz Berger-Faltstuhl Comfort23,99 Euro4 / 53 / 54 / 54 / 5
Outwell-Catamarca XL49,95 Euro 4 / 53 / 54 / 53 / 5
HOCHLEHNEN-CAMPINGSTÜHLE
Bel Sol-Aluminium Stuhl94,95/15,95 Euro4 / 53 / 54 / 53,5 / 5
Brunner-Kerry Slim Hover89,90/37,90Euro3 / 53 / 54 / 54 / 5
Crespo-ADC-80135,95/44,95 Euro4 / 54 / 54,5 / 53 / 5
Frankana-HighQ Comfortable94,95/29,95 Euro4 / 54 / 54 / 54 / 5
Fritz Berger-Slimline69,99/26,99 Euro4 / 54 / 54 / 54,5 / 5
Isabella-Thor87,00/27,00 Euro4 / 55 / 55 / 54,5 / 5
Outwell-Kenai109,95/34,95 Euro3,5 / 54 / 54,5 / 54 / 5
Westfield-Advancer109,95/39,95 Euro4 / 54 / 54,5 / 54 / 5
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