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Keine Chance für Einbrecher dank Diebstahlschutz

Sicherheitsausrüstung und GPS-Tracker im Test

Alarmanlage Foto: D. Heinz, Philipp Heise 29 Bilder

Keine Chance für Diebe: Vom Deichselschloss bis zur GPS-Ortung gibt es einige Möglichkeiten, einen Diebstahl zu verhindern. CARAVANING hat sich verschiedene Sicherheitsprodukte und GPS-Tracker einmal genauer angesehen.

24.10.2017 Philipp Heise 1 Kommentar

Wo ein Wille ist, da ist meistens auch ein Weg. Die Original-Aufbautür und die Riegel der Ausstellfenster haben roher Gewalt in Kombination mit massivem Werkzeug häufig wenig entgegenzusetzen. Wer seinen Caravan also öfters abseits gesicherter Campingplätze abstellt oder ein besonders teures und begehrtes Gefährt sein Eigen nennt, sollte zusätzlich in die mechanische Sicherheitsausrüstung investieren.

1. Technik gegen den Caravan-Klau

GPS-Tracker im Test

Auch auf den schlimmsten Fall, den Diebstahl des gesamten Caravans, kann man sich vorbereiten: GPS-Tracker heißen die technischen Geräte, die Dieben auch nach vorerst geglücktem Raubzug noch zum Verhängnis werden. Ist ein entsprechendes Gerät aktiv, kann der Besitzer vom Handy aus die Position des Caravans bis auf wenige Meter genau bestimmen und die GPS-Daten an die Polizei weiterleiten.

Doch bevor es so weit ist, gilt es den richtigen GPS-Tracker zu finden und diesen zu aktivieren. Da nicht alle Caravans über eine Bordbatterie verfügen, haben wir uns bei einem Praxisversuch auf drei autarke Geräte beschränkt. Das kleinste Modell, der PAJ Allround Finder für rund 100 Euro, ist nur etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und hat eine Akkulaufzeit von bis zu 30 Tagen. Wem das nicht reicht, der wird beim nächstgrößeren Modell, dem PAJ Power Finder mit 60 Tagen Laufzeit für 149 Euro, fündig. Getoppt wird dieser Wert nur noch vom Langzeittracker TK 106 (89 Euro) des Anbieters Incutex, der mehrere Monate ohne externe Spannungsversorgung auskommt.

GPS Tracker Foto: D. Heinz, Philipp Heise
GPS-Tracker schicken ihre Position als SMS mit Koordinaten oder direkt an ein Online-Portal.

Bevor die Positionsbestimmer ihren Job erledigen können, ist allerdings noch eine SIM-Karte notwendig, da Tracker per SMS und Datenvolumen kommunizieren. Sogenannte Prepaid-Karten für rund 10 Euro reichen völlig aus. Mit eingelegter SIM-Karte informieren alle Geräte mit farbigen LED-Anzeigen über GSM-Netzabdeckung, GPS-Empfang und Ladezustand. Die erstmalige Einrichtung erfolgt bei allen via SMS und ist in den beiliegenden Anleitungen gut erklärt. Steht die Verbindung, erhält man nach einem Anruf bei seinem Tracker eine SMS mit dem Gerätestatus, der aktuellen Position und einem entsprechenden Link zum Online-Kartendienst Google Maps. Wer den ganzen Funktionsumfang nutzen möchte, kann über die zugehörige App oder herstellereigene Portale sogar Bewegungsdaten erfassen, auswerten und speichern. Aber Vorsicht: Die Portal- oder App-Nutzung (Incutex: 20 Euro jährlich ab dem 2. Jahr; PAJ ab 35,88 pro Jahr) ist mit Folgekosten verbunden.

Ist der Tracker in oder am Wohnwagen gut versteckt, steht der Überwachung nichts mehr im Wege. Sowohl der Power Finder als auch der Incutex TK 106 haben bei der Suche nach dem richtigen Versteck Vorteile, da sie mit ihrem spritzwassergeschützten (PAJ) beziehungsweise wasserdichten Gehäuse (TK 106) auch außen am Fahrgestell des Caravans angebracht werden können. Dabei helfen starke Magneten an der Unterseite der Tracker. Werden diese Geräte entfernt, erfassen dies ein Licht- und ein Bewegungssensor, und der Tracker sendet ebenfalls einen entsprechenden Alarm.

Mini-Keeper im Test

Mini Keeper Foto: D. Heinz, Philipp Heise
Mit seinem integrierten PIR-Sensor erkennt der Mini-Keeper Bewegungen im Raum.

Für den Caravan-Innenraum ist der Mini-Keeper eine Option. Der unauffällige schwarze Kasten verfügt über eine LED-Statusleiste und einen kleinen Bewegungsmelder in der Front. „Der Rest des Aufbaus gleicht in großen Teilen einem Mobiltelefon“, erläutert Lutz Wenger aus dem Entwicklungsteam. Um das stille Alarmsystem zu betreiben, ist auch beim Mini-Keeper eine SIM-Karte notwendig. An das Stromnetz angeschlossen und mit eigener Telefonnummer ausgestattet, muss der Mini-Keeper zur Einrichtung dreimal angerufen werden, damit die Anrufer als Alarmkontakte abgespeichert werden. Zum aktivieren dient eine kleiner Magnetkegel. Wird der besagte Kegel von seiner gekennzeichneten Position auf dem Mini-Keeper genommen, bleiben drei Minuten, bevor sich das Alarmsystem aktiviert. Der integrierte PIR-Sensor reagiert anschließend auf Änderungen der Infrarot-Wärmesignaturen im Raum. „Die Wärmesignatur eines Menschen wird bis zu 4–6 Metern weit erfasst“, erläutert Wenger die Funktion. Wird der Raum betreten, bleiben 20 Sekunden, um den Mini-Keeper zu deaktivieren. Geschieht dies nicht, ruft das Alarmsystem die gespeicherten Telefonnummern an und lässt sie mit dem Mikrofon 30 Sekunden in den Raum hineinhören. Wird die Stromversorgung bei einem Einbruch

Alarmanlagen

Klassische Alarmanlagen Foto: D. Heinz, Philipp Heise

Klassische Alarmanlagen wie das Modell CAS III vom Hersteller Thitronik (ca. 340 Euro) schrecken Diebe mit Sirene und Blitzlicht ab. Kombiniert mit verschiedenen Sensoren für Fenster, Tür und Innenraum, entgeht dem Alarmsystem keine Bewegung in und am Caravan. Für den dauerhaften Betrieb ist allerdings ein Anschluss am Bordnetz von Vorteil. Daher lohnt der Betrieb vorrangig für Caravans mit eigener Bordbatterie.

2. Sicherheit rund um den Wohnwagen

Diese Bereiche des Caravans können speziell geschützt werden

Aufbautür: Schloss und Riegel sind Schutzmaßnahmen, die in verschiedenen Formen für die Aufbautür angeboten werden. In der Bedienung unterscheiden sie sich durch ihren Dreh-, Klapp- oder Schiebemechanismus. Um die nötige Stabilität zu gewährleisten, werden Zusatzschlösser und Riegel meist durch die Aufbautür oder den Türrahmen verschraubt. Weniger universell ist eine Lösung der Firma Heosafe, bei der der Original-Aufbaugriff und das darin befindliche Schloss von einem abschließbaren Schiebestück abgedeckt und blockiert werden (60 Euro). Beim Security-Handrail für 100 Euro kombiniert Thule zwei Funktionen: Entsperrt als Handgriff nutzbar, dient dieser bei Bedarf als abschließbarer Riegel für die Aufbautür.

Abschließbare Radkralle Foto: D. Heinz, Philipp Heise
Eine abschließbare Radkralle wirkt optisch abschreckend und verhindert zuverlässig ein ungewolltes Wegziehen des Caravans.

Rad: Abschließbare Radkrallen sind eine weitere Möglichkeit, um den Bewegungsradius eines Caravans deutlich einzuschränken. Auf dem Markt sind verschiedene Ausführungen ab etwa 30 Euro zu haben. Da die Montage von Radkrallen meist etwas aufwendiger ausfällt, ist diese Form der Absicherung eher für Dauercamper oder Winterquartiere geeignet. Kleinere Versionen wie die Kralle von Reimo greifen nur an einer Stelle über den Reifen in die Felge.

Kurbelstütze als Wegfahrsperre: Sind die Stützen am Heck ausgefahren, lässt sich die Deichsel kaum noch anheben und somit der Caravan nicht mehr bewegen. Mit der Alko Safety-Compact (2 Stück: 75 Euro) wird dieser Effekt als Wegfahrsperre genutzt: Der Sechskant zum Ein- und Auskurbeln wird mit einer abschließbaren Abdeckung versehen. Sind die Kurbelstützen auf die gewünschte Position ausgefahren, verhindert die abgeschlossene Abdeckung unerwünschten Zugriff


Deichselschloesser Foto: D. Heinz, Philipp Heise
Deichselschlösser blockieren den Verriegelungshebel der Anhängekupplung.

Deichselschlösser: Was liegt für Langfinger näher, als den Caravan erst einmal selbst an den Haken zu nehmen, um ihn in ein sicheres Versteck zu bringen? Damit dieses Vorgehen schon beim Ankuppeln scheitert, helfen sogenannte Deichselschlösser. Diese blockieren den Sperrhebel, der zum An- und Abkuppeln notwendig ist. Der Hersteller Alko hat mit der roten Safety-Compact (ab 80 Euro) und der verstärkten schwarz gehaltenen Safety-Premium (ab 120 Euro) zwei Deichselschlösser im Angebot, die den Sperrhebel auch im angekuppelten Zustand sperren können. Eine sinnvolle Ergänzung ist der Safety-Ball, der die abgeschlossene Kupplung zusätzlich blockiert.

Fenster: Verstärkung durch Metall: Aufbaufenster bieten mit ihren Kunststoffsperrriegeln von Haus aus nur eine geringe Sicherheit gegen ein gewaltsames Eindringen. Der Lösung dieses Problems haben sich zwei Camper verschrieben: Dietmar Henschel vertreibt auf seiner Webseite Wohnmobil-Sicherheit.de Metallleisten, die mit zwei zusätzlichen Schrauben in den Fensterrahmen greifen (ab 75 Euro). Gerhard Kurz hat dagegen den bestehenden Riegelmechanismus durch eine Metallausführung mit Schraube ersetzt. Zur Montage werden (Camping-Fenstersicherheit.de; ab 60 Euro) die Original-Verschraubungen der Kunststoffriegel verwendet.

3. Tricks für Wertsachen im Innenraum

Dosensafe Foto: D. Heinz, Philipp Heise
Tarnung: Der Dosensafe ist ein klasse Versteck.

Dieben geht es nicht immer um den gesamten Caravan, auch Smartphones oder Geldbörsen können Begehrlichkeiten wecken. Wertsachen sollten daher niemals offen einsehbar im Wohnwagen liegenbleiben, wenn niemand zugegen ist. Für den Schutz der Wertsachen bieten sich zwei Möglichkeiten: Schützen oder Tarnen. Schutz bietet beispielsweise ein klassischer Tresor (Alko 145 Euro), der mit dem Fahrzeug verschraubt wird. Zum Tarnen kann beispielsweise ein Dosensafe (13,99 Euro) dienen, der bei Reimo erhältlich ist.

Neuester Kommentar

Hallo, geht es nur mir so oder vermissen auch noch andere den Test?

Ich habe mir von der Headline viel mehr erwartet. Es werden drei GPS-Tracker getestet? Zwei von ein und dem gleichen Hersteller? Und als vermeintlich bestes Produkt wird dann ein "Langzeittracker TK 106" angepreisen, der günstiger ist, als die anderen beiden Geräte?

Warum sollte ich also laut eurem Test einen PAJ kaufen?

Wie lange haben die Tracker den nun durchgehalten? Was kann ich als Kunde mit der Anzahl: "bis zu 30 Tage" anfangen?

Über eine Beantwortung der Fragen bin ich dankbar!

carafan 25. Oktober 2017, 16:33 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 10 / 2017 12. September 2017 82 Seiten Heftinhalt anzeigen
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