Wintercamping Redaktion
Truma S
Truma S Wärmetauscher
Truma S Bedienknopf
Truma S Verkleidung 15 Bilder

Alles über Gas-Warmluft- und Gas-Warmwasserheizungen

Vor- und Nachteile gängiger Heizungsarten

Wer sein Heizsystem richtig nutzt, hat es wohlig warm. CARAVANING hat für Sie die wichtigsten Tipps rund um Gas-Warmluft- und Gas-Warmwasserheizungen zusammengefasst. Außerdem: alle Vor- und Nachteile von Truma- und Alde-Geräten.

Heizen ist nicht gleich Heizen – das gilt für die individuelle Wohlfühltemperatur genauso wie für Konzeption und Ausstattung des Heizsystems. Generell unterscheidet man Heizungen nach der Art der Wärmeübertragung sowie nach dem genutzten Brennstoff. In allen Serien-Wohnwagen wird vorwiegend mit Gas geheizt, elektrische Zuheizer helfen Brennstoff zu sparen. Elektrische Fußbodenheizungen indes spielen eine nur untergeordnete Rolle, sie haben lediglich unterstützende Wirkung und gelten nicht als eigenständiges Heizsystem.

In der überwiegenden Mehrzahl kommen gasbetriebene Luftheizungen zum Einsatz, bei denen eine offene Flamme über einen Wärmetauscher die Umgebungsluft anheizt und ein Gebläse diese verteilt. Truma ist seit Jahren führend in diesem Segment. Wird wie in der heimischen Zentralheizung Flüssigkeit zum Wärmetransport herangezogen, spricht man von einer Warmwasserheizung – die Domäne von Alde. CARAVANING stellt alle herkömmlichen Modelle der Gas-Warmluftheizungen und der Gas-Warmwasserheizung von Truma und Alde vor.

1. Gas-Warmluftheizungen

1.1 Truma S: Der Caravan-Klassiker

Truma S: Der Wärmetauscher (im Schnitt) heizt die Umgebungsluft auf.

Steckbrief: Die S-Heizung muss als Heizkörper im Innenraum installiert werden. Verdeckte Montage und Wandkamin sind nicht möglich.

Aufbau, Funktion: Ein Wärmetauscher wird per Gasflamme aufgeheizt und gibt die Hitze an die Umgebungsluft ab. Ein oder zwei zuschaltbare Gebläse (12 oder 230 Volt) verteilen die Luft. Die Zündung erfolgt manuell per Piezo-Drucktaster oder mittels batteriebetriebenem Zündautomaten (nachrüstbar).

Typen: Die S 2200, die S 3004 sowie die S 5004 haben Nennwärmeleistungen von 1850 W, 3500 W und 6000 W. Der Gasverbrauch beträgt zwischen 30 g und 480 g pro Stunde.

Tipps zum Gebrauch der Truma S:

  • Warmluftaustritt an der Heizung nicht behindern, keinesfalls Kleidung zum Trocknen vor oder auf die Heizung hängen.
  • Unterhalb des Gerätes dürfen sich keine wärmeempfindlichen Materialien befinden (Teppichboden ausschneiden).
  • Die Verbrennungsluftansaugung unter dem Fahrzeugboden muss freigehalten werden. Erlischt die Heizung, keinesfalls innerhalb von drei Minuten nachzünden (Verpuffungsgefahr!).
  • Vor der Wintersaison den Wärmetauscher und die Lamellen des Gebläses mit Pinsel und Staubsauger von Staub befreien. Einsprühen des Lüfterrads mit Cockpitspray verlängert die Reinigungsintervalle.
  • In den 90er Jahren gab es die Vorschrift, die Wärmetauscher nach zehn Jahren auszutauschen. Der Zeitraum wurde auf 30 Jahre erweitert. Für Geräte ab 06/2005 ist keine Austauschpflicht mehr vorgesehen.

Alle Vor- und Nachteile der Truma S

 einfache und bewährte Konstruktion
 autarker, völlig stromloser Betrieb möglich
 arbeitet nahezu geräuschlos
 robuste Konstruktion, praktisch wartungsfrei
 keine flexible Unterbringung im Fahrzeug
 Gehäusefront word heiß
 keine Raumthermostat-Regelung
 keine elektronische Ansteuerung möglich
 Eleketrobetrieb nur mit Ultraheat-Nachrüstung

1.2 Truma VarioHeat: die unsichtbare Heizung

Truma VarioHeat
Die Luftheizung VarioHeat von Truma kann stehend und liegend eingebaut werden.

Steckbrief: Die Truma VarioHeat eco ist eine kompakte und leichte Gasheizung. In zwei Leistungsstufen bringt die Heizung den Wohnwagen auf die gewünschte Temperatur. Sie wird mit 12 Volt Strom betrieben.

Aufbau, Funktion: In einem geschlossenen treibt ein Elektromotor sowohl den Umlauf- als auch den Verbrennungslüfter an. Die Thermostatregelung erfolgt über das digitale Bedienteil CP plus mit Timer-Funktion.

Typen: Die VarioHeat wird in zwei Leistungsklassen angeboten. Die VarioHeat Eco (380 x 123 x 248 mm, 5,1 kg) bringt eine Nennwärmeleistung von 2800 W, die Version comfort schafft in der dritten Stufe eine Wärmeleistung von 3700 W. Der Stromverbrauch liegt je nach Wärmestufe zwischen 0,65 A und 2,75 A (5,4 A Stufe 3 der comfort-Version).

Tipps zum Gebrauch der Truma VarioHeat:

  • Bei tiefen Außentemperaturen soll die VarioHeat auf voller Leistung anlaufen.
  • Falls der Kamin in der Nähe eines zu öffnenden Fensters platziert ist, muss eine Abschaltvorrichtung vorhanden sein, die den Betrieb bei offenem Fenster verhindert.
  • Das Abgasdoppelrohr sollte regelmäßig auf Unversehrtheit und festen Anschluss überprüft werden, ebenso die Befestigung des Gerätes und des Kamins.
  • Wird das Gerät längere Zeit nicht benutzt, immer die Kaminkappe aufsetzen.

Alle Vor- und Nachteile der Truma VarioHeat

 aufgrund der kompakten Maße und geringem Gewicht besonders für kleine Caravans geeignet
 gradgenaue Steuerung der Temperatur
 kann verdeckt in verschiedene Einbaulagen installiert werden
 integrierte Boost-Funktion sorgt für schnelles Aufwärmen
 intelligente Lüfterstufenregelung und leiser Nacht-Modus
 autarker Betrieb erfordert 12-V-Betriebsstrom
 schwächere Leistung als Truma S oder Combi

Übrigens: Sowohl bei der Truma S als auch bei Trume VarioHeat handelt es sich nur um zwei Heizungen. Wer eine zusätzliche Warmwasseraufbereitung im eigenen Caravan wünscht kann beispielsweise die Truma Therme oder die Truma Ultra Heat nachrüsten. Beide Systeme bieten die Möglichkeit bis zu 5 Liter Wasser zu erwärmen.

1.3 Truma Combi: das Universalgenie

Truma Combi
Truma
Die Truma Combi vereint Luftheizung und Warmwasserboiler in einem Gehäuse.

Steckbrief: Die Truma Combi ist eine Warmluftheizung zur verdeckten Montage mit integriertem Warmwasserboiler. Der fasst zehn Liter

Aufbau, Funktion: In der Brennkammer wird Flaschengas mit Gebläseunterstützung verbrannt und die Abgase über einen Kamin ausgeleitet (Dach oder Wandmontage). Heizung und Warmwasserbereitung können unabhängig in Betrieb genommen werden. Bei Temperaturen unter etwa 3 Grad Celsius öffnet automatisch das Sicherheitsablassventil Frostcontrol und entleert den Boiler. Die Truma Combi erfordert einen 12-Volt-Anschluss.

Typen: Die Truma Combi gibt es in zwei Leistungsklassen als Combi 4 (Nennwärmeleistung bis 4000 W) sowie für größere Fahrzeuge als Combi 6 (bis 6000 W). Außerdem gibt es mit der Truma Combi D 6 auch eine leistungsstarke Dieselvariante und alle drei Combi-Modelle gibt es auch in der E-Version mit integrierten elektrischen Heizstäben für Gas-, Elektro- oder Mischbetrieb.

Tipps zum Gebrauch der Truma Combi:

  • Für das Heizen während der Fahrt ist eine Sicherheitsabsperreinrichtung vorgeschrieben.
  • Beim Tanken, in Garagen oder auf Fähren Anlage abstellen (offene Flamme).
  • Bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius im Einbauraum erst die Heizung einschalten (Frostcontrol erwärmen), dann Boiler befüllen.
  • Frostcontrol mindestens zwei Mal jährlich manuell auslösen, um Kalkablagerungen zu entfernen und die Funktion zu kontrollieren.
  • Eine extrem lange Aufheizzeit deutet auf Verkalkung des Wasserbehälters hin. Zum Entkalken des Boilers nur einfache Zitronensäure verwenden.

Alle Vor- und Nachteile der Truma Kombi

 Heizung und Warmwasserboiler in einem Gerät
 verdeckter Einbau in Stauraum möglich
 integriertes Gebläse mit vier Auslassöffnungen
 Regelung über Bedienpanel mit Raum-Thermofühler
 geringes Gewicht
 Frostwächter-Ablassventil arbeitet stromlos
 autarker Betrieb erfordert 12-V-Betriebsstrom
 digitales Bedienpanel CP plus teils nicht im Serienumfang enthalten
 Elektrobetrieb (230 Volt) nur mit Modellversion „Combi E“ möglich

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Tipps & Tricks

2. Gas-Warmwasserheizung

2.1 Alde Compact: die Komfortlösung

Alde Compact
Alde
Alde Compact: Warmwasserheizung und Boiler in einem Gehäuse zur verdeckten Montage.

Steckbrief: Die Alde Compact 3020 HE ist Warmwasserheizung und Boiler (8,4 Liter) in einem Gehäuse. In den Wasserheizkreisläufen zirkuliert ein frostsicheres Glykol-Gemisch. Der separate Betrieb von Heizung und Boiler ist möglich. Verdeckter Einbau ist möglich.

Aufbau, Funktion: Der Heizkessel wird entweder mit Flüssiggas oder über Elektropatronen mit 230-Volt-Netzstrom betrieben. Für maximale Leistung ist auch der gleichzeitige Betrieb möglich. Konvektoren entlang der Außenwände bewirken eine Warmluftzirkulation im Fahrzeug. Für maximalen Komfort wird in aller Regel zusätzlich eine Warmwasser-Fußbodenheizung adaptiert.

Typen: Das neueste Modell heißt Alde Compact 3020 HE (High Efficiency), wiegt ohne Füllung 14 kg und liefert mit Propan bei einem Maximalverbrauch von 405 g pro Stunde eine Nennwärmeleistung von 5500 W. Die zwei Elektro-Heizpatronen bringen 1050 W und 2100 W.

Tipps zum Gebrauch der Alde Compact:

  • Der Flüssigkeitsstand muss bei kalter Anlage etwa 1 cm über der MIN-Marke liegen.
  • Möglichst fertiggemischtes Glykol hoher Qualität (mit Inhibitoren) verwenden, das für Heizsysteme aus Aluminium vorgesehen ist. Keine verschiedenen Glykoltypen mischen, dies kann die Heizkreisläufe verstopfen. Mit Glykol Alde G13 ist ein Wechsel alle fünf Jahre ausreichend, sonst alle zwei Jahre.
  • Frischwasser im Boiler bei Frostgefahr und mindestens ein Mal im Monat über das Ablassventil entleeren, damit sich ein neues Luftkissen bilden kann (nimmt Druckstöße im Kessel auf). In Höhen ab 1000 m Bergeinstellung aktivieren.

Alle Vor- und Nachteile der Alde Compact

 Heizung und Warmwasseraufbereitung in einem Gerät
 verdeckter Einbau in Stauraum möglich
 Warmwasser-Fußbodenheizung adaptierbar
 Elektro-Heizelemente integriert
 komfortable Steuerung über Touchscreen-Bedienteil
 Tagesbetrieb und Nachtabsenkung programmierbar
 autarker Betrieb erfordert 12-Volt-Betriebsstrom
 Austausch des Systemwassers alle 3 bis 5 Jahre
 hoher Montageaufwand
 hoher Preis

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