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8 Navigations-Apps im Test

Mit Smartphone und Tablet ans Ziel

Routenführung via Smartphone und Tablet wird immer beliebter. Foto: Andreas Becker, Benjamin Köbler-Linsner 18 Bilder

Routenführung via Smartphone und Tablet wird immer beliebter. Nicht zuletzt weil viele Navigations-Apps kostenlos sind. Müssen Camper überhaupt noch ein Navi kaufen? Acht Apps im Test.

24.02.2017 Benjamin Köbler-Linsner

Das Smartphone ist als Navigator schnell zur Hand, und für Routenplanung und Wegfindung wird eine enorme Software-Vielfalt angeboten. In den Shops von iTunes und Google-Play finden sich zahlreiche Navigations-Apps mit unterschiedlich großem Funktionsumfang. Etliche Kilometer auf unserer Testroute zeigen: Schon die kostenlosen Programme navigieren zielsicher durch den Straßendschungel. Wer lediglich von A nach B geführt werden will, kommt mit Apple Karten und Google Maps gut voran. Deren größtes Manko ist jedoch die fehlende Möglichkeit, Kartenmaterial auf dem Gerät abzuspeichern. Das belastet nicht nur das Datenvolumen, sondern macht die App in Regionen mit schwachem Mobilfunkempfang unbrauchbar.

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CARAVANING 2/2017 Acht Navigations-Apps im Test
Caravaning 02/2017
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Komfortabler navigiert es sich mit den Apps Sygic, Scout, Navigon, Maps.Me und TomTom Go. Bei diesen Programmen lassen sich Karten für einzelne Länder oder Regionen herunterladen. Doch die Dateigrößen variieren bei diesen Apps erheblich. So benötigt die Deutschlandkarte bei Maps.Me knapp 2,3 GB, während die gleiche Kartenabdeckung bei Navigon weniger als 300 MB groß ist. Das Einrichten der App sollte daher am besten in einem W-Lan-Netz erfolgen, um nicht unnötig viel Datenvolumen in Anspruch zu nehmen.

Wie gut eine Navi-App tatsächlich ist, zeigt sich an der Qualität der Sprachausgabe und der Übersichtlichkeit der Karte. Im Idealfall fallen die akustischen Anweisungen so präzise aus, dass der Fahrer gar nicht auf den Bildschirm des Smartphones schauen muss – und wenn doch, sollte die Anzeige mit einem schnellen Blick erfasst werden können, um die Ablenkung des Fahrers so gering wie möglich zu halten.

Übersichtliche Anweisungen

Besonders deutliche Anweisungen geben die Apps Sygic und Navigon Select. Innerorts nennt die Stimme Straßennamen, und bei Autobahnauffahrten wird auf Nummer und Fahrtrichtung hingewiesen. Anhand des Spurassistenten weiß der Fahrer schnell, ob er auf der richtigen Fahrbahn unterwegs ist. Die App von Navigon zeigt zusätzlich eine grafische Darstellung von Beschilderung und Fahrspuren auf dem Display. Scout teilt dagegen nur die Nummer der Ausfahrt mit. Zur Orientierung ist diese Angabe weniger hilfreich als die Nennung eines Städtenamens, der groß auf dem Schild genannt ist.

Die App von Michelin hat ein eigenwilliges Anzeigen-Design. Kurz vor einem Richtungswechsel zeigt das Display statt der Karte eine schlichte Richtungsangabe in Form von Pfeilen. Die Anweisungen sind übersichtlich, können aber missverstanden werden, wenn mehrere Abfahrten dicht aufeinander folgen. Gut für Camper: Michelin nimmt als einzige der getesteten Apps bei der Navigation Rücksicht auf Gespanne. Bei der Routenführung werden Streckenabschnitte ausgelassen, die mit Anhängern nicht befahren werden dürfen. Auch für die Fahrzeiten rechnet Michelin mehr Zeit ein, wenn ein Wohnwagen mitgeführt wird. Wer Erfahrungen mit einem Navigationsgerät des Herstellers TomTom hat, findet sich auf der gleichnamigen Smartphone-App schnell zurecht. Die Kartendarstellung ist identisch mit den TomTom-Geräten. Der Abo-Preis von 20 Euro pro Jahr ist im Vergleich zu anderen Apps zu teuer.

Umfangreiches Gesamtpaket bei der App Navigon

Das beste Gesamtpaket bietet die umfangreich bestückte App von Navigon. Offline-Karten, Fahrspurassistent und die im Test schnellste Stauumfahrung machen die Routenführung komfortabel. Navigon erkannte auf der Teststrecke die meisten Verkehrsbehinderungen und ändert die Route automatisch ab. Der Fahrer wird somit nicht durch Bestätigungsmeldungen abgelenkt. Wichtig für Wohnwagenfahrer: Campingplätze können bequem als Sonderziele angewählt werden. Diese Funktion bietet ansonsten nur TomTom. Mobilfunkkunden der Telekom erhalten die App gratis, alle anderen Nutzer zahlen 55 Euro für die iOS-Version. Im Google-Play-Store wird die App bereits ab 30 Euro angeboten.

Navigationsgeräten und Naviceivern stehen Apps in nichts nach. Die Prozessoren aktueller Smartphones berechnen die gewünschten Routen schnell. Die Lautstärke der Sprachansagen ist begrenzt durch die maximale Lautstärke des Smartphones. Viele Autoradios erlauben jedoch eine Koppelung des Mobiltelefons via USB-Kabel oder Bluetooth. Dann erfolgt die Sprachausgabe über das Soundsystem des Fahrzeugs.

In großen Zugfahrzeugen, wie beispielsweise im VW Bus, empfiehlt sich auch die Navigation mit dem Tablet. Alle gezeigten Apps lassen sich auch auf dem iPad oder Android-Geräten benutzen. Die Bildschirmfläche ist dabei größer als bei Naviceivern.

Acht Navi-Apps für Camper im Test

CARAVANING hat diese acht Navigations-Apps getestet:

Apple Karten

Auf dem iPhone ist die Apple-eigene Karten-App bereits vorinstalliert. Während der Navigation ist eine ständige Internetverbindung nötig. Auf dem Display wird die Karte an den oberen und unteren Rändern von großflächigen Hinweisen zur Routenführung überlagert. Staus werden rot, zähfließender Verkehr gelb auf der Karte markiert. Zur gelegentlichen Navigation auf kurzen Strecken ist die App Karten ausreichend.

Google Maps

Google Maps ist inzwischen nicht nur auf dem Computer eine häufig genutzte Karten-App. Auf dem Smartphone lassen sich aber nur sehr kleine Kartenumfänge offline nutzen, so dass Überland-Strecken nur mit Internetverbindung zurückgelegt werden können. Die App schlägt zuverlässig Stauumfahrungen vor und zeigt schon bei der Routenplanung die aktuelle Verkehrslage an. Reiseführer und weitere Extras sind nicht enthalten.

Sygic

Sygic hebt sich mit Zusatzfunktionen wie Dashcam und Head-up-Display von seinen Konkurrenten ab. Kostenlos gibt es aber nur eine Testversion ohne Sprachausgabe. Erst die Premiumversion für einmalig knapp 18 Euro macht Sygic zu einem umfangreichen Instrument. Während der Fahrt ist die Karte großflächig auf dem Display zu sehen. Verkehrsstörungen und Blitzer lassen sich anderen Nutzern mitteilen.

Scout

Scout navigiert innerhalb eines Landes kostenlos. Wird ein größerer Kartenumfang benötigt, lohnt sich der Kauf der Europakarte für 4,99 Euro – ansonsten fallen pro Land 2,99 Euro an. Die App beinhaltet TripAdvisor und Foursquare. Über die Funktion Travel Guide lassen sich Informationen zu Reisezielen in einer Wikipedia-ähnlichen Aufmachung abrufen. Schlichte, aber übersichtliche Karte.

Navigon

Navigon bietet eine optisch ansprechende App mit zuverlässiger Stauumfahrung. Entdeckt der Fahrer auf seiner Strecke einen Gefahrenbereich, kann die Position anderen Navigon-Nutzern mitgeteilt werden. Die Sprachausgabe ist sehr präzise. Nützlich für Reisende ist die integrierte Suche des Bewertungsportals Foursquare. Telekom-Kunden erhalten die App kostenlos, alle anderen zahlen knapp 30 Euro. Die sind die App auch wert.

Maps.me

Maps.Me fällt durch seine Schlichtheit auf. Die App bietet keine Zusatzfunktionen wie Reiseführer oder erweiterte Routenoptionen. Über die Suche finden sich allerdings einige Stell- und Campingplätze. Die Deutschlandkarte nimmt mit knapp 2,7 GB verhältnismäßig viel Platz auf dem Smartphone ein. Im Vergleich zu anderen Gratis-Apps ist der Funktionsumfang zu gering. Daher nicht empfehlenswert für Wohnwagenfahrer.

TomTom Go

Auch TomTom bietet eine Navigations-App für Smartphones an. Wer die Navigationsgeräte von TomTom kennt, findet sich auf der App schnell zurecht. Verkehrsbehinderungen werden am rechten Bildschirmrand angezeigt und Umfahrungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Kostenlos ist nur eine Testversion, die nach 75 Kilometern abläuft. Danach kostet die App knapp 20 Euro pro Jahr. Mehrwert gibt es im Vergleich zu den anderen Programmen nicht.

ViaMichelin

Michelin verfolgt mit seiner App eine eigenwillige Darstellung. Kurz vor einem Richtungswechsel weicht die Karte einem weißen Richtungspfeil auf schwarzem Hintergrund. Das ist gewöhnungsbedürftig. Mit ViaMichelin lassen sich bei Bedarf auch Zwischenziele definieren, die nacheinander angesteuert werden. Die App ist kostenlos, nach dem Öffnen des Programms wird lediglich ein Werbebanner angezeigt. Kartenmaterial gibt es nur online.

Vorschriften

Können Navi-Apps uneingeschränkt verwendet werden? Wie auch beim Telefonieren darf sich das Smartphone während der Fahrt nicht in der Hand befinden. Schon allein um die Ablenkung so gering wie möglich zu halten, sollte die Route vor der Abfahrt eingegeben werden. Steckt das Smartphone in einer Halterung, darf es vom rechtlichen Standpunkt aus jedoch mit einem Finger bedient werden. Kompliziert ist die Rechtslage bei Navigations-Apps mit Blitzerwarner. In § 23 StVO heißt es: "Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören." Während das Oberlandesgericht Celle die Benutzung von Blitzerwarner-Apps 2015 ausdrücklich für unzulässig erklärt hat, halten einige Juristen und Verkehrsexperten diese Entscheidung für nicht praxistauglich. Kurios: Der Beifahrer darf Radarwarner verwenden, den Fahrer aber nicht über die Standorte der Blitzer informieren.

Cockpit-Halterungen für Smartphones

Nite Ize bietet mit dem Steelie eine kleine Magnethalterung für die Lüftungsschlitze an. Das Smartphone lässt sich mit einem kurzen Ruck schnell von dem Sockel entfernen. Ein Nachteil ist allerdings die Platte, welche dauerhaft auf der Rückseite des Mobiltelefons aufgeklebt wird. Durch die Magnetisierung darf das Handy nicht in die Nähe von Kreditkarten gelangen. Preis: 45 Euro.

Pearl hat eine Halterung inklusive induktiver Ladefunktion im Programm. Für iPhone-Modelle muss eine Ladehülle gesondert bestellt werden, Samsung-Geräte lassen sich über ein Receiver-Pad aufladen. Beim induktiven Laden gelangt der Strom über die Hülle beziehungsweise das Pad in das Smartphone. Das Stromkabel ist dabei mit der Halterung verbunden und muss bei der Entnahme des Handys nicht ausgesteckt werden. Die Callstel-Halterung kostet 37 Euro.

Inline bietet mit dem One Click Easy eine Befestigung für Scheibe und Armaturenbrett an. Der Saugnapf ist mit einer Klebeschicht versehen, welche für festen Halt sorgt. Das Mobiltelefon wird von zwei seitlichen Backen eingeklemmt, an der Unterseite verhindern zwei Stege, dass das Smartphone nach unten durchrutscht. Durch ein Kugelgelenk lässt sich das Handy um 360 Grad in die gewünschte Position drehen. Mit einem Preis von 9,90 Euro ist das One Click Easy sehr günstig.

Den vollständigen Vergleichstest der Navigations-Apps finden Sie auch als Pdf-Datei zum Download.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Caravaning 10/2016
Heft 02 / 2017 10. Januar 2017 Heftinhalt anzeigen
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