10 Zusatzspiegel für Caravans im Test

Spezialanfertigung gegen Universal-Spiegel

Zusatzspiegel Foto: Dieter S. Heinz, daizuoxin/AdobeStock 31 Bilder

Freie Sicht in alle Richtungen braucht jeder Auto-Fahrer. Deshalb sind Zusatzspiegel am Caravan-Gespann Pflicht. CARAVANING hat zehn Modelle mit unterschiedlichen Befestigungssystemen getestet. 

Der Fahrzeugführer muss freie Sicht auf alle wesentlichen Verkehrsvorgänge nach seitwärts und rückwärts haben, heißt es in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Kompliziertes Beamtendeutsch für einen schlichten Sachverhalt: Der Fahrer muss alles sehen können, was sich rund um sein Gefährt tut. Das gilt auch für Gespanne. Da die Außenspiegel des Zugfahrzeugs oft nicht weit genug nach außen reichen, sind Aufsteckspiegel für fast alle Camper Pflicht. Außer der Wohnwagen ist schmaler als das Auto oder ein flacher Falt-Caravan.

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Zusatzspiegel
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Wie gut ein Aufsteckspiegel ist, hängt dabei von vielen Faktoren ab. Ein großes Sichtfeld ist besonders wichtig. Der nicht einsehbare Bereich – toter Winkel – an der Heckkante des Gespanns muss möglichst klein sein. Außerdem sollte die Montage leicht von der Hand gehen, schließlich müssen die Spiegel wieder abgebaut werden, sobald das Zugfahrzeug am Urlaubsort ohne Wohnwagen fährt. Zu berücksichtigen ist auch die Stabilität der Konstruktion von Halterung und Gelenkarm. Davon hängt ab, wie stark der Spiegel während der Fahrt vibriert. Niemand fährt sicher, wenn durch wilde Wackelei die Konturen im Spiegel verschwimmen.

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Da es gleich mehrere Punkte zu berücksichtigen gibt, gilt beim Spiegelkauf: Besser in den Laden gehen als im Internet bestellen. Beim Fachhändler lassen sich Materialqualität und Stabilität wenigstens per Augenschein prüfen. Wichtiger ist aber, dass sofort klar wird, ob die Haken an der Halterung groß genug sind. Denn die Hersteller der Zusatzspiegel haben sich noch nicht immer darauf eingestellt, dass die Gehäuse an Außenspiegeln moderner Zugfahrzeuge bisweilen relativ dick sind. Nicht vergessen werden darf die benötigte Länge des Träger­arms. Er sollte lang genug sein, damit sich der Innenrand des Spiegels und die Wand des Caravans mindestens auf gleicher Höhe befinden. Nur dann lassen sich Flanke und Heckkante des Wohnwagens – wie empfohlen – innen im Spiegel anvisieren.

Zusatzspiegel

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Die 10 getesteten Spiegel mit Wertung

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der Carbest Clip-On-Mirror.

Carbest Clip-On-Mirror
Daten: Spiegelmaße 18 x 12,5 cm; in vier Richtungen verstellbarer Kopf; maximaler Überstand circa 31 cm.
Montage: Zwei Schraubklemmen aus Kunststoff zur Montage am Spiegelgehäuse. Lässt sich schnell anbauen, wirkt aber weniger hochwertig.
Sichtfeld: Etwa 16 cm toter Winkel an der Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 371 cm.
Vibrationen: Bei 50 km/h Virbration leicht bemerkbar; bei 100 km/h etwas stärkere Virbration nach oben und unten, durch die der Blick nach hinten gering verzerrt wird.
Ergebnis: 3 (von 5 möglichen Punkten)

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Carbest Clip-On-Mirror in eckig.

Carbest Clip-On Mirror
Daten: Spiegelmaße 23 x 15 cm, in vier Richtungen verstellbarer Kopf; maximaler Überstand circa 28 cm.
Montage: Zwei stabil wirkende Halte­arme aus Kunststoff. Dank der Spanngummis sehr schnelle Montage. Nicht optimal für dicke Spiegelgehäuse.
Sichtfeld: Etwa 22 cm toter Winkel an der Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 490 cm.
Vibrationen: Schon bei 50 km/h deutliche Virbration bemerkbar; bei 100 km/h starke Vibration in alle Richtungen, durch die die Spuren im Spiegel anfangen zu springen und die Konturen der Fahrzeuge verschwimmen.
Ergebnis: 3

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Leicht zu montieren: Emuk Spiegel.

Emuk Spezialspiegel
Daten: Spiegelmaß 18 x 11,5 cm; Kopf seitlich schwenkbar; Überstand genau 38 cm.
Montage: Auf Fahrzeugspiegel angepasster Aluminiumbügel mit Gummibeschichtung läss sich schnell und einfach aufschieben und festschrauben.
Sichtfeld: Kein toter Winkel an der Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 428 cm.
Vibrationen: Keine wahrnehmbare Vibration bei 50 km/h; bei 100 km/h sehr geringe Vibration. Blick nach hinten bleibt absolut klar. Ergebnis: 5

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Emuk bietet ebenfalls Universalspiegel namens "Universa" an.

Emuk Universa
Daten: Spiegelmaß 18 x 11,5 cm; Kopf in vier Richtungen schwenk­-bar; maximaler Überstand cicra 25 cm.
Montage: Zwei Schraubklemmen zur Montage am Spiegelgehäuse können leicht festgedreht werden. Aufsätze mit Nase krallen sich in der Nut des Spiegels fest.
Sichtfeld: Etwa 18 cm toter Winkel an der Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 476 cm.
Vibrationen: Geringe Vibration bei 50 km/h; bei 100 km/h leichte Vibration nach oben und unten, durch die der Eindruck von großen Gegenständen nicht verzerrt wird.
Ergebnis: 3

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der Hagus Huckepack 4.

Hagus Huckepack 4
Daten: Spiegelmaß 18 x 11 cm; Kopf in vier Richtungen schwenkbar; maximaler Überstand circa 26 cm.
Montage: Kunststoffhaken und Gummibänder sind schnell eingehängt. Der Stützarm muss etwas umständlich mit Saugnäpfen an der Tür befestigt werden, gibt aber Stabilität.
Sichtfeld: Etwa 7 cm toter Winkel an der Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 375 cm.
Vibrationen: Leichte Vibration bei 50 km/h, bei 100 km/h weiterhin leichte Vibration nach oben und unten. Autos bleiben aber deutlich erkenbar.
Ergebnis: 4

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der MGI Steady XL.

MGI Steady XL
Daten: Spiegelmaß 19 x 12,5 cm; Kopf in vier Richtungen schwenkbar; maximaler Überstand circa 24 cm.
Montage: Zwei verstellbare Haltearme mit Gelenk und schnell verschließ­baren Spanngummis. Wirkt allerdings instabil.
Sichtfeld: Etwa 23 cm toter Winkel an der Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 291 cm.
Vibrationen: Schon bei 50 km/h Virbration bemerkbar; bei 100 km/h starke Vibration in alle Richtungen, sodass die Umrisse der Fahrzeuge verschwimmen.
Ergebnis: 2

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der Milenco Aero 2.

Milenco Aero 2
Daten: Spiegelmaß 21,5 x 12 cm; Kopf in vier Richtungen schwenkbar, maximaler Überstand circa 37,5 cm.
Montage: Zwei gummierte Klemmschrauben geben dem Spiegelarm halt am Gehäuse des Außenspiegels. Die Montage geht relativ schnell, es ist aber besser, sich eine gerade Kante am Fahrzeugspiegel zu suchen.
Sichtfeld: Etwa 16 cm toter Winkel an der ­Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 299 cm.
Vibrationen: Leichte Vibration bei 50 km/h, die kaum stören; bei 100 km/h nimmt die Vibration nach oben und unten zu, wodurch Farhzeuge leicht springen, die Konturen aber erkennbar bleiben.
Ergebnis: 3

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der Reich Handy Mirror XL Superflex.

Reich Handy Mirror XL Superflex
Daten: Spiegelmaß 19,5 x 13 cm; Kopf in vier Richtungen schwenkbar; maximaler Überstand circa 29 cm.
Montage: Die beiden schwenkbaren Haltearme wirken stabil und hochwertig. Gleiches gilt für den Rastverschluss, mit dem sich die Riemen individuell auf den Spiegel einstellen lassen. Dadurch dauert der Aufbau aber etwas länger.
Sichtfeld: Etwa 15 cm toter Winkel an der ­Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 569 cm.
Vibrationen: Leicht bemerkbare Vibration bei 50 km/h; bei 100 km/h leichte Vibration nach vorne und hinten, deren Störeffekt sich in Grenzen hält.
Ergebnis: 4

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der Reich Excellent View.

Reich Excellent View
Daten: Spiegelmaß 20 x 13 cm; Kopf in vier Richtungen schwenkbar; maximaler Überstand circa 20 cm.
Montage: Die stabilen Kunststoffbänder können mit einer Schraubzwinge angezogen werden und sitzen fest. Wenn die Verspannung einmal zusammengebaut ist geht das auch schnell. Es gibt Haken für unterschiedlich dicke Spiegelwände. Saugnäpfe schützen den Spiegel.
Sichtfeld: Etwa 12 cm toter Winkel an der ­Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 299 cm.
Vibrationen: Bei 50 km/h ist die Vibration fast nicht bemerkbar; bei 100 km/h immer relativ wenig Vibration, trotz der alle Fahrzeuge deutlich und scharf erkennbar sind.
Ergebnis: 4

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Der Repusel Luxamax.

Repusel Luxamax
Daten: Spiegelmaß 19 x 134 cm; Kopf in vier Richtungen schwenkbar; ­maximaler Überstand circa 36 cm.
Montage: Die stabilen Kunststoffbänder können mit einer Schraubzwinge angezogen werden. Ihr Sitz ist gut. Der Aufbau der Halterung dauert ein wenig Zeit, die Spiegelmontage später nicht. Für Außenspiegel mit dicken Wänden gibt es angepasste Befestigungshaken.Sichtfeld: Etwa 10 cm toter Winkel an der ­Innenseite; äußeres Ende des Sichtfelds bei 245 cm.
Vibrationen: Nur wenig Vibration bei 50 km/h, die bei 100 km/h etwas zunimmt. Das Bild ist leicht verwackelt, wirkt aber nicht unscharf.
Ergebnis: 4

Die verschiedenen Spiegel-Arten

Der Großteil der am Markt verfügbaren Zusatzspiegel hat eine universelle Passform. Wer jetzt aber glaubt, mit einem solchen Modell nichts falsch machen zu können, hat die Rechnung ohne die Automobilhersteller gemacht. Immer öfter vereiteln windschnittige Spiegelformen sowie integrierte Blinker und Kameras die Montage der meist günstigeren Universalspiegel. Um zu klären, welcher Aufsatz- mit welchem Fahrzeugspiegel harmoniert, haben wir uns die am Markt verfügbaren Modelle angesehen und für eine bessere Übersicht nach ihren Befestigungsarten unterteilt:

Spannbandsicherung

  • Paarpreis:ca. 20 bis 70 Euro

Aufsatzspiegel mit Gummispannbändern sind die günstigsten. Sie haben zwei Ausleger mit integrierten Haken. Zum Befestigen wird der Zusatzspiegel so über den Außenspiegel gestülpt, dass die Haken vorn in den Spiegelrahmen greifen. Anschließend werden die Ausleger mit Gummibändern auf der Gehäuserückseite festgezogen. Das funktioniert gut, solange die Spiegelschalen nicht zu groß sind oder zu spitz zulaufen, da die Bänder sonst keinen richtigen Halt finden oder zur schmalen Seite hin abrutschen. Sind im Spiegel Blinker oder eine Kamera untergebracht, muss zusätzlich geprüft werden, ob die Spannbänder diese nicht beeinträchtigen. Typische Verschleißteile der Spannbandvariante sind die Gummibänder, die durch Witterungseinflüsse verspröden.

Rast-Verschluss

  • Paarpreis: ca. 70 bis 100 Euro

Die Befestigung mittels Rastverschluss ähnelt einer Snowboardbindung. Heißt: Konstruktiv an die Spannbandsicherung angelehnt, übernehmen verzahnte Kunststoffbänder mit Gummipuffern und einer kleinen Ratsche die Funktion des Verzurrens. Dafür werden ebenfalls beide Ausleger mit der oberen und unteren Kante des Spiegelgehäuses verhakt und über die Rückseite der Spiegelschale festgezogen. Die Montage selbst ist dabei mit überschaubarem Aufwand verbunden. Auffällig ist aber, dass die gummierten Puffer recht breit ausfallen, was zu bereits genannten Problemen mit Blinkern und Kameras führen kann.

Klemmspiegel

  • Paarpreis: ca. 35 bis 120 Euro

Der größte Vorteil von Klemmspiegeln ist die schnelle und einfache Montage. Sie werden überwiegend mit zwei Klemmschrauben am oberen oder unteren Rand der Spiegelschale befestigt. Ist der Rand der Spiegelschale zu dick oder abgeschrägt, können die Klemmkrallen nicht vollständig greifen. Ein weiteres K.-o.-Kriterium ist der oft zu schmale Spalt zwischen Spiegelglas und -gehäuse. Bei zu geringem Abstand lässt sich die Klemmkralle entweder nicht einschieben, oder sie blockiert die Spiegelverstellung des Zugfahrzeuges. Daher gilt es vor dem Kauf diesen Bereich genau unter die Lupe zu nehmen. Weitere Befestigungsprobleme können bei runden Spiegelschalen auftreten. Dann lohnt der Griff zu Modellen wie dem Speed-Fix-Mirror von Reich, der mit einem zusätzlichen Drehgelenk zwischen den Klemmkrallen ausgestattet ist.

Schraubband-Befestigung

  • Paarpreis: ca. 125 bis 300 Euro

Exotisch und auch etwas aufwendig ist die Befestigung mithilfe von Schraubbändern, wie sie bei Repusel und dem elektrisch verstellbaren Zusatzspiegel von Reich verwendet wird. Für die Montage des Repusel-Spiegels muss im ersten Schritt das mit Saugnäpfen versehene Kunststoffband auf der passenden Länge eingehakt werden. Das Festziehen erfolgt im Anschluss über einen Spannmechanismus mit Stellschrauben. Dabei werden die Saugnäpfe der Spannbänder so auf das Spiegelgehäuse gedrückt, dass sie nicht mehr verrutschen können. Definitiv schneller geht es ab der zweiten Montage, wenn die passende Voreinstellung auf den Bändern markiert wurde. Um Kratzer an den Fahrzeugspiegeln zu vermeiden, müssen die Saugnäpfe absolut sauber und intakt sein.

Spezialspiegel

  • Paarpreis: ca. 100 bis 115 Euro

Den Markt für Spezialspiegel teilen sich die Hersteller Emuk und Oppi. Vor der Herstellung der fahrzeugspezifischen Halterung der Spezialspiegel vermessen Emuk und Oppi die Originalspiegel der meisten neuen Fahrzeugmodelle. Vorteile dieser individuellen Varianten sind der sehr gute und vibrationsarme Sitz sowie die schnelle und einfache Montage. Meist reicht eine einzelne Stellschraube, um die Spiegel am Fahrzeug zu fixieren. Nachteile der maßgeschneiderten Passformen sind der auf ein Fahrzeug beschränkte Einsatz und der höchste Preis. Emuk liefert seinen Spezialspiegel zum Beispiel für weit über 100 Fahrzeuge. Das Testmodell für den BMW X5 hat Emuk sogar mit einer Ausfräsung für den Spiegelblinker versehen.

Schnell klar wird, dass das Sichtfeld nicht unbedingt von der Grundfläche des Spiegels abhängt. Trotz kleiner Glasfläche sind auf dem Emuk Spezial schon 50 Zentimeter vom Heck entfernt die Vorgänge direkt hinter dem Caravan erkennbar. Dadurch sind auch dicht auffahrende Autos zu sehen. So gut ist kein anderer Spiegel.

Der Grund ist schnell gefunden. Mit 38 Zentimetern steht kein Spiegel so weit ab wie der Emuk Spezial. Deshalb reicht der Blickwinkel, um an der Heckkante vorbeizukommen. Milenco bietet vom getesteten Aero 2 deshalb eine größere Version Namens Aero 2 Extra Wide XXL an, die für 2,50 Meter breite Caravans empfohlen wird.

Die Form der Gläser ist wichtig

Außerdem kommt die Form der Gläser hinzu. Es gibt sie in flach, konvex und asphärisch. Flache Spiegelgläser zeichnen ein korrektes, verzerrungsarmes Abbild des nachfolgenden Verkehrs, dafür ist aber das gesamte Sichtfeld, verglichen mit konvexen Gläsern, deutlich kleiner.

Nach vorne gewölbte Weitwinkelgläser erfassen einen wesentlich größeren Bereich. So war die Gesamtbreite des Sichtfelds beim Reich Handy Mirror dank des konvexen Spiegelglases mit Abstand am breitesten. Der mit 28 Zentimetern geringe Ausstand hat aber zur Folge, dass kurz hinter dem Heck des Caravans ein 15 Zentimeter breiter toter Winkel entsteht.

Caravaning Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
So sollten die Spiegel eingestellt werden.

Mit dem Vorteil des großen Sichtfelds ist bei Weitwinkelspiegeln auch ein Nachteil verbunden: Sie verzerren das Bild, das der Fahrer sieht. Die Distanz zu einem überholenden Auto wirkt dadurch etwas größer, was auf der Fahrt einkalkuliert werden muss. Genauso werden seitliche Abstände etwas weiter dargestellt, als sie in der Realität sind. Gerade beim Ausscheren vor dem Überholen ist ein korrekter Eindruck von der Distanz zu den nachfolgenden Autos aber wichtig, weshalb auf der Fahrerseite plane Spiegel empfehlenswert sind. Wer mit seinem Gespann dagegen einen Lastwagen passiert, kann anhand der Geschwindigkeitsunterschiede während des Überholvorgangs einschätzen, wann genug Platz ist, um wieder auf die rechte Spur zu wechseln und auf der Beifahrerseite mit Weitwinkelspiegel agieren.

Das ist bei Modellen wie dem Milenco Aero 2 möglich, für den es Spiegelgläser in unterschiedlicher Ausführung gibt. Dass der tote Winkel an der Innenseite des Spiegels möglichst klein bleibt, ist deshalb wichtig, weil genau dieser Bereich nicht vom Außenspiegel des Zugfahrzeugs erfasst wird. Ganz unbedeutend ist die Ausdehnung des Blickfelds nach außen allerdings nicht. Es ist durchaus von Vorteil, wenn die gesamte Breite der Nebenspur am Heck überblickt werden kann. Dafür braucht es ein Sichtfeld von gut 3,5 Meter, was etwa der Breite von Fahrspuren auf Autobahnen entspricht. Der Großteil der Testmuster deckt diese Anforderung ab. Nur die Spiegel von MGI, Milenco und Repusel erreichen diesen Wert nicht. Das bedeutet auch, dass ein überholendes Fahrzeugs nicht mehr komplett erkennbar ist, sobald es die hintere Kante des Caravans passiert. Der Blick des Fahrers muss also öfter zwischen dem Fahrzeug- und dem Aufsteckspiegel wechseln.

Emuk Spezialspiegel im Vorteil

Modell Foto: Karl-Heinz Augudtin, Archiv
Leicht zu montieren: Emuk Spiegel.

Einen kleinen Vorteil erarbeitet sich der auf den Testwagen angepasste Spiegel Emuk Spezial bei der Montage. Der Bügel ist im Handumdrehen aufgesteckt und mit der Klemmschraube festgedreht. Sogar an Ausfräsungen rund um den Spiegelblinker hat der Hersteller gedacht. Nicht viel aufwendiger ist die Befestigung der Spiegel mit Spanngummis. Die Haken an den Trägerarmen müssen groß genug sein, um das Gehäuse des Farhzeugspiegels zu umschließen. Andernfalls rutscht die Konstruktion leicht ab. Außer sie verfügt wie beim Hagus Huckepack 4 über einen zusätzlichen Stützarm. Dessen Saugnäpfe finden an Türen mit starker Wölbung allerdings wenig Halt. Das ist beim Kauf zu beachten. Bei Modellen mit Schraubklemmen braucht die Befestigung etwas mehr Zeit.

Wer die Klemmen an geraden Kanten montiert, vermindert die Verlustgefahr. An Rundungen finden die Befestigungen weniger Halt. Bei den drei Modellen mit Spannriemen fällt auf, dass der Zusammenbau der Halterung etwas Aufwand erfordert. Ist die Konstruktion einmal zusammengesteckt, sitzt sie aber schnell und vor allem fest.

Das ist der Grund, weshalb sich die Spiegel von Repusel und Reich beim Vibrationstest nach vorne schieben. Ihre Halterungen lassen sich gut auf den Fahrzeugspiegel anpassen und die Haken am Ende umschließen das Gehäuse sicher. Wenn die Kunststoffriemen mit den Zugschrauben oder Rastverschlüssen noch richtig angespannt werden, geben sie dem
Träger ihrer Spiegel sicheren Halt. Leichte Vibrationen sind bei allen zu spüren, die fallen aber kaum störend aus. Viel besser war der Emuk Spezial als bestes Modell auch nicht. In diesem Testfeld rächt sich das schlichte System der Modelle mit Gummizug ein wenig.

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Letztere besitzen immer etwas Restelastitzität, egal wie fest der Fahrer sie anspannt. Damit geht einher, dass sich die Tragekonstruktion auf dem Gehäuse leicht bewegen kann und die Spiegel auf der Fahrt bei hoher Geschwindigkeit heftig vibrieren. Bei beiden Testmustern dieser Art verschwimmen die Konturen der nachfolgenden Fahrzeuge. Wenn sich die Abendsonne im Kühlergrill eines Busses spiegelt, entsteht der Eindruck, der Busfahrer habe den Blinker gesetzt. Langsamfahrer kommen mit den Aufsteckspiegeln mit Gummizügen vielleicht noch klar. Wer sein Gespann ständig am Limit hält, sollte eher zu anderen Modellen greifen. Brauchbar sind auch die Versionen mit Schraubklemmen. Je hochwertiger das Material der verstellbaren Klemmen, umso besser sitzen sie. Das System von Carbest mit Kunststoffschrauben schnitt ein wenig schlechter ab, als die Konkurrenz mit Metallschrauben.

Als Fazit muss gezogen werden, dass es sich lohnt, den Aufpreis für eine Spezialanfertigung auszugeben – wenn das Zugfahrzeug lange im Dienst bleiben soll. Wer häufig das Zufahrzeug wechselt, ist mit Universalspiegeln mit Riemen und Spannmechanismus nicht viel schlechter unterwegs. Wichtig ist, dass überhaupt Spiegel moniert werden.

So testet CARAVANING

Alle Spiegel wurden so eingestellt, dass der Blick entlang der Seitenwand des Caravans führte und Radkasten und Heckkanten noch zu erkennen waren. Danach wurde erst auf die Innenseite, später auf die Außenseite des Spiegels gepeilt und das Sichtfeld in elf Meter Entfernung (Gespannlänge 10,5 Meter) vermessen. Dabei stand der Caravan knapp 30 Zentimeter weiter außen als das Zugfahrzeug, ein BMW X5. Außerdem wurde die Vibration aller Spiegel während einer Testfahrt – ohne Anhänger – mit 50 km/h und mit 100 km/h beurteilt. Auf der Autobahn beschleunigte der Fahrer zudem auf 150 km/h, um die Haltekraft der Spiegel auf die Probe zu stellen, wobei kein Modell versagte.

Aufsatzspiegel: Im perfekt eingestellten Sichtfeld sollte zu etwa einem Viertel die Wohnwagenseitenwand und zu drei Vierteln die angrenzende Fahrspur beziehungsweise das Umfeld zu sehen sein. Die Höheneinstellung passt, wenn sich der Horizont etwa mittig im Spiegelbild befindet.

Fahrzeugspiegel: Von ihrer eigentlichen Funktion entbunden, empfehlen wir, die Spiegel am Zugfahrzeug so einzustellen, dass sie bei Kurvenfahrten die Räder und somit die Fahrspur des Caravans zeigen. Mit dieser Einstellung lässt sich beispielsweise beim Abbiegen prüfen, ob der angepeilte Kurvenradius weit genug gewählt wurde oder ob eine Korrektur notwendig ist.

Rechtliches zu Aufsteckspiegeln

Das sagt die StVZO:Der Gesetzgeber bleibt, was Art und Ausführung der Zusatzspiegel angeht, vage. Vielmehr wird der Zweck definiert, was sich in § 56 der Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung folgendermaßen liest:

„Kraftfahrzeuge müssen Spiegel oder andere Einrichtungen für indirekte Sicht haben, die so beschaffen und angebracht sind, dass der Fahrzeugführer nach rückwärts, zur Seite und unmittelbar vor dem Fahrzeug – auch beim Mitführen von Anhängern – alle für ihn wesentlichen Verkehrsvorgänge beobachten kann.“

Vorsicht: Bei der Verwendung selbstklebender Erweiterungsspiegel wird die Spiegelfläche des Zugfahrzeuges verändert. Dies kann unter Umständen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Erweiterungen, die außen am Spiegelgehäuse befestigt werden, sind dagegen unbedenklich.

Fazit

Wer regelmäßig mit ein und demselben Zugfahrzeug unterwegs ist, greift am besten zu maßgefertigten Spiegeln von Emuk oder Oppi. Diese sind für einen Großteil der am Markt vorhandenen Fahrzeuge erhältlich.

Ihr Vorteil: Mit der simplen Montage und dem vibrationsarmen Sitz können die meisten Universallösungen nicht mithalten. Dabei legen beide Hersteller durchaus unterschiedliche Schwerpunkte: Während beim sehr leichten und gut sitzenden Oppi aus massiven Alurohren die Funktion im Vordergrund steht, gefällt der etwas teurere Emuk-Spiegel mit seinem harmonischen Design. Wer es designtechnisch auf die Spitze treiben will, kann sich den Emuk-Spiegel gegen Aufpreis sogar in Wagenfarbe liefern lassen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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