Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro Andreas Becker
Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro
Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro
Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro
Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro 9 Bilder

Audi A6 Avant Quattro im Zugwagentest

Angenehmer Begleiter mit zahlreichen Assistenzsystemen

Modernste Technik macht den A6 zum ausgeglichenen Reisewagen. Taugt der Benziner aber zum Ziehen von Wohnwagen? Wir haben die Allradversion mit 245 PS getestet.

Rund 80 Prozent aller deutschen Kunden ordern ihren Audi A6 als Kombi Avant mit Dieselmotor. Während die Karosserieform des Testwagens also die Statistik stützt, ist sein Benziner mit der kryptischen Bezeichnung 45 TFSI eher die Ausnahme: Der 2,0-Liter-Vierzylinder bringt es dank Turboaufladung auf 180 kW und ein maximales Drehmoment von 370 Newtonmetern. Verwaltet und an alle vier Räder verteilt wird die Kraft vom blitzschnell und kaum merklich agierenden 7-Gang-Direktschaltgetriebe.

Auf der CARAVANING-Verbrauchsrunde mit voll ausgereizter Anhängelast flossen akzeptable 14,6 Liter Super pro 100 Kilometer in die Brennräume. Solo pendelt sich der Verbrauch zwischen neun und zehn Litern ein. Der kleine Motor überzeugt, auch an Steigungen, auf ganzer Linie, obwohl er seinen Job unter Last deutlich hörbar verrichtet. Gefallen hat uns auch das Zusammenspiel aus gripstarkem Allradantrieb und Adaptiv-Dämpfern.

Kostspielige Sonderausstattung

Die manuell schwenkbare Anhängervorrichtung gibt es ab Werk für 990 Euro. Trotz serienmäßiger Dauerplus- und Ladeleitung wird die Stromversorgung im Start-Stopp-Betrieb unterbrochen. Wer 200 Euro drauflegt, bekommt zusätzlich den kamerabasierten Anhänger-Assistenten. Das System lenkt selbst, vereinfacht das Rückwärtsfahren und schützt vor teuren Kollisionen mit der Deichsel. Auch bei Vorwärtsfahrt im Gespann bleiben zahlreiche Assistenzsysteme aktiv. Der A6 fährt sich nicht nur exzellent, er fährt wahlweise sogar fast allein: So bleibt das A6-Gespann nicht nur selbstständig auf Kurs, sondern passt auch die Geschwindigkeit an die lokalen Tempolimits an – der Anhänger wird dabei ebenso berücksichtigt wie die individuellen Wünsche des Fahrers.

Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro
Philipp Heise
Tschüss, Multifunktionsknopf – hallo, Touchscreen-Steuerung mit haptischem Feedback. Kurz: Die Touchscreens imitieren Drucktaster. Gegen die zahlreichen Fingerabdrücke hilft trotzdem nur ein Lappen.

Nicht voll überzeugen kann das neue Bedienkonzept: Statt eines zentralen Multifunktionsknopfs übernehmen jetzt zwei Touchscreens mit haptischem Feedback die Steuerung. Das klappt zwar insgesamt gut, bindet aber Aufmerksamkeit, da die Schaltflächen je nach Menü wechseln. Zudem sind Fingerabdrücke auf den Hochglanzoberflächen allgegenwärtig. Gefallen haben Extras wie das adaptive Fahrwerk, das geniale Matrix-LED-Licht und die nicht nur beim Rangieren hilfreiche Allradlenkung – womit allerdings nur drei von 27 teuren Extras des Testwagens genannt sind. Insgesamt summieren sich die Sonderausstattungen auf einen Wert von knapp 30.000 Euro.

Ausführung: 45 TFSI Sport, 180 kW (245 PS)

Antrieb: Permanenter Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

Grund-/Testwagenpreis: 58.950/88.860 Euro

Anhängelast Baureihe: 2000 bis 2000 kg

Antrieb, Fahreigenschaften und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm3, max. Drehmoment 370 Nm von 1600–4300 U/min. Abgasnorm: EU 6d-Temp. Tankvolumen: 63 L

Fahrleistungen: Beschl. 0–100 km/h: 6,2 s Höchstgeschw.250 km/h

Testverbrauch Liter/100 km: solo/Gespann: 9,3/14,6; Norm Stadt/Land/komb.: 8,4/5,7/6,7

 Sehr sanft arbeitendes Start-Stopp-Verhalten dank 12-Volt-Startergenerator.
 Ausreichend Drehmoment im Gespannbetrieb.
 Viele hilfreiche Assistenzsysteme.
 Benzinertypisch hoher Verbrauch bei ausgereizter Anhängelast.
 Unter Last knurriger Motor.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro
Andreas Becker
Automatische Abdeckung und fern-entriegelnde, dreiteilige Rückbank.

Kofferraumvolumen: min. 565/max. 1680 Liter. Rücksitze mit Fernentriegelung; 3/3 geteilt umklappbar.

 Gut funktionierende und einfach zu bedienende Anhängekupplung.
 Variabler Stauraum dank fernentriegelter, dreigeteilter Rücksitzlehne.
 Empfehlenswertes Stauraummanagementsystem (Schienen, Halter und Gurte) als Sonderausstattung.
 Sehr gute Kofferraumbeleuchtung.
 Laderaumeinbußen durch flach auslaufende Heckscheibe.
 Fußsensor reagiert häufig beim Ankuppeln und öffnet ungewollt die Heckklappe.

Gewichte und Abmessungen

Gewichte: Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 1878/2400 kg; Zuladung abgezogen Stützlast (95 kg): 427 kg. Anhängelast: 750/2000 kg. Maximalgewicht des Zuges: 4400 kg

Maße: Länge/Breite/Höhe: 4939/1886/1467 mm, Radstand: 2924 mm

 Durch die optionale Hinterachslenkung und das 360-Grad-Kamerasystem ist der A6 trotz seiner Größe wendig und übersichtlich.
 Das relativ hohe Eigengewicht ist günstig für die 100-km/h-Zulassung.
 Angesichts der Fahrzeuggröße verhältnismäßig wenig Zuladung.

Anhängekupplung und Elektrik

Zugwagentest Audi A6 Avant Quattro
Andreas Becker
Die Kupplung entriegelt elektrisch. Sie beherbergt Stromdose und Öse.

Anhängekupplung

  • Preis: 990 Euro
  • Einbau: werksseitig
  • System: teilelektrisch, schwenkend
  • Höhe Kugelkopf: 42 cm
  • Stützlast: 95 kg

Elektrische Versorgung

  • Dauerplus: ✔
  • Plus über Zündung: ✔

Blinkerausfallerkennung

  • Einseitig: ✔
  • Beidseitig: ✔

Sicherheits- und Assistenzsysteme

  • Elektronische Anhängerstabilisierung: ✔
  • Rangierassistent
  • Option: ✔
  • Rückfahrkamera ✔
  • Option: ✔
  • Zoom Kugelkopf
  • Verkehrszeichenerkennung (Gespann): ✔
  • Campingplätze in Navigation (online): ✔

Fazit

Der 2,0-L-Turbo-Benziner hat genug Kraft für den souveränen Gespannbetrieb. Zahlreiche Assistenten und das adaptive Fahrwerk versüßen das Fahren mit Caravan zusätzlich. Einzig der benzinertypisch hohe Verbrauch und die gewöhnungsbedürftige Bedienung trüben das Bild leicht.