Konzeptvergleich Mercedes GLC vs Mercedes GLB Frank Eppler
Konzeptvergleich Mercedes GLC vs Mercedes GLB
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Zugwagen-Vergleich: Mercedes GLC gegen GLB

Mercedes GLC 300d versus GLB 250 4matic Welches Raum- und Antriebskonzept ist besser für Camper?

Rundlicher GLC 300d gegen kantigen GLB 250 4matic: Das ist nicht nur der Vergleich zweier Mercedes-SUV-Klassen, sondern auch zwischen zwei Raum- und Antriebskonzepten. Wer oder was macht Camper mit Caravan am Haken glücklicher?

Fünf SUV-Baureihen hat Mercedes im Programm. Sie alle tragen die Buchstaben GL am Anfang der Modellbezeichnung. Der dritte Buchstabe nach dem GL verrät die Position innerhalb der Familie. GLA und GLB sind ergo die SUV-Küken, nutzen die Plattform von A-/B-Klasse mit Quermotoren und Doppelkupplungsgetrieben.

Im Falle des GLB stülpt Mercedes eine kastige Nutzwert-Karosserie darüber, die Raum für bis zu sieben Sitzplätze hat. Der Allradantrieb 4matic, den es für die Diesel 200d (150 PS, 320 Nm) und 220d (190 PS, 400 Nm) sowie den getesteten 250er-Benziner mit 224 PS und 350 Nm Drehmoment alternativ zum Vorderradantrieb gibt, beteiligt die Hinterachse mit 20 bis 50 Prozent am Vortrieb. Alle Allrad-GLB dürfen zwei Tonnen ziehen, das schafft bei den Fronttrieblern nur der 250.

Der GLC ist ein Bruder der C-Klasse, rollt darum auf einem Längsmotor-Chassis. Allradantrieb ist Standard, doch hier ziehen die Vorderräder permanent mit 45 Prozent der Motorkraft mit. Statt Doppelkupplungsgetriebe arbeiten im GLC Wandler-Automatikgetriebe mit neun Stufen. Das Motorenprogramm ist groß: Diesel verfeuern die neuen Vierzylinder 200d (163 PS), 220d (194 PS), 300d (245 PS) und der Sechszylinder 400d (330 PS). Bei den Benzinern setzt Mercedes auf Zweiliter-Turbos mit 197 (GLC 200) und 258 PS (GLC 300). In den Plug-in-Hybriden 300e und 300de kooperieren ein Zweiliter-Benziner mit 211 PS und ein 194-PS-Diesel mit 122-PS-E-Maschinen, was zu Systemleistungen von 320 und 306 PS sowie je 700 Nm Drehmoment führt. Mit zwei Tonnen Anhängelast bilden die Hybride und der 200er die Schlusslichter, die Diesel dürfen 2,5 Tonnen ziehen, 2,4 der GLC 300.

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Mercedes GLC: Der Mitteltunnel trennt Fahrer- und Beifahrer.

Die Vergleichskandidaten

Mercedes-Benz GLC 300D 4MATIC (180 kW/245 PS)
Leergewicht: 1972 kg, Zul. Gesamtgewicht: 2520 kg
Stützlast: 100 kg, Zuladung im Gespann: 448 kg
Anhängelast: 2500 kg

Mercedes-Benz GLB 250 4MATIC (165 kW/224 PS)
Leergewicht: 1670 kg, Zul. Gesamtgewicht: 2205 kg
Stützlast: 100 kg, Zuladung im Gespann: 362 kg
Anhängelast: 2000 kg

Der Klassenunterschied äußert sich auch im Preis: 44.470 Euro kostet der GLB 250 4matic, der GLC 300d steht aktuell mit 52.090 Euro in der Liste. Doch wie so oft im Premiumsegment ist das nur ein Anhaltspunkt: Die Testwagen hat Mercedes auf 73.810 und 77.175 Euro gemästet. Für den direkten Vergleich: GLB und GLC mit dem empfehlenswerten und für beide erhältlichen Diesel 220d trennen 5005 Euro.

Wer einen Caravan mit mehr als zwei Tonnen zulässiger Gesamtmasse hat, für den ist der Fisch an dieser Stelle geputzt. Doch Einachs-Piloten bringt der Vergleich zwischen zwei Plattformen, zwei ähnlich starken Benzin- und Dieselmotoren, zwei Getriebearten und zwei Karosserien im Test mit unserem Zwei-Tonnen-Testtrailer spannende Erkenntnisse.

Motor und Getriebe

Der Vierzylinder-Turbo-Benziner des GLB beschleunigt dank des früh anliegenden Drehmoments ansatzlos und kräftig aus jeder Lebens- und Drehzahllage – bei der Charakteristik werden die Unterschiede zu Dieselmotoren immer kleiner. Das schnelle Doppelkupplungsgetriebe DCT-8 weiß ums Drehmoment und verkneift sich das Zurückschalten lange. Doch hin und wieder, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, schnalzt der Drehzahlmesser doch noch hoch und der Motor wechselt aus dem Kraft- in den lauteren Leistungsmodus.

Obwohl der Antrieb der Anhängelast objektiv gewachsen ist, wirkt er dadurch auf Berg- und Tal-Bahnen angestrengter als der Diesel des GLC. Zudem wird aus einem Testverbrauch von 9,3 Litern, der sich auch unter sieben Liter drücken lässt, ein Gespannverbrauch von 15 Litern – ermittelt auf der CARAVANING-Teststrecke mit Schnell- und Landstraßen- sowie Autobahnabschnitten.

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Quer eingebaut und nur mit Doppelkupplung zu haben: der Turbo-Benziner mit 224 PS und 350 Nm Drehmoment.

Dieselbe Runde absolviert der GLC 300d mit einem Verbrauch von nur 11,8 Litern/100 km – solo sind es 7,9 Liter, wobei sich auch hier geringere Werte erzielen lassen. Dabei wiegt der GLC leer 229 Kilogramm mehr als der GLB. Mag dessen munterer Benziner in Kombination mit dem agilen Getriebe solo auch vergnüglicher sein als der bullige Diesel des GLC, so zeigt der, dass Selbstzünder in Verbindung mit einer fleißigen, perfekt gespreizten und kaum spürbar gangwechselnden Automatik in Sachen Effizienz und Strapazierfähigkeit das Maß der Dinge bleiben. Denn Kriechfahrten am Berg erträgt der Wandler der 9G-Tronic stoisch – die nass laufenden Reibkupplungen des DCT-8 im GLB wären bei ähnlicher Behandlung früher oder später am Ende.

Wie stark beide Maschinen sind, zeigt die Tatsache, dass die Getriebe auf flachen Autobahnen sogar in die letzte Fahrstufe schalten. Die 500 Nm des top schallgedämmten 300d sind dabei der Trumpf, auf den es im Gespannbetrieb ankommt. Und doch gibt es auch an der 9-Gang-Automatik des GLC einen leisen Kritikpunkt: Beim Wiederbeschleunigen aus Fast-Schritttempo wechselt das Getriebe oft doch noch in den Ersten, was mit einem überraschenden Ruck einhergeht.

Fahrverhalten

Obwohl der GLB keine Luftfederung hat und auf dünn besohlten 20-Zöllern steht (Serie: 17 Zoll), schluckt das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (Ex- tra) erstaunlich viel weg. Auch das Deichselnicken überträgt sich nicht über die Maßen auf die Karosserie, Kanten im Asphalt werden als trockener Knuff wahrgenommen, unangenehmesWippen bleibt aus. Die Lenkung des GLB erlaubt feinfühlige Kurskorrekturen, ohne dass Unruhe ins Gespann kommt.

Die Fahrstabilität ist hoch, im Falle des Falles würde die Gespannstabilisierung eingreifen. Antriebseinflüsse sind dank Beteiligung der Hinterachse nur dann minimal spürbar, wenn der GLB auf Nässe oder Schotter stark aus dem Stand beschleunigt wird. Sorgen, das Kompaktklasse-Chassis käme mit Zwei-Tonnen-Hängern an seine Grenzen, sind unbegründet.

Und trotzdem: Der GLC, ausstaffiert mit der 2204 Euro teuren Luftfederung Air Body Control, flauscht trotz 19-Zöllern (Serie: 17 Zoll) sanfter über Straßen aller Couleur, hält auch bei voller Beladung das Niveau und erlaubt zudem die Anpassung des Fahrwerks an die Laune des Fahrers. Wobei einmal mehr sowohl für die adaptiven Dämpfer des GLB als auch das empfehlenswerte Luftfahrwerk des GLC gilt: Der Normalmodus erweist sich als bester Kompromiss aus Komfort und Karosseriebewegungen. Querfugen allerdings dringen auch beim niederquerschnittsbereiften GLC durch. Davon abgesehen tourt er noch gelassener, weil noch feinfühliger dirigierbar durch die Lande.

Apropos dirigieren: Der Sensorring am Kugelkopf der Anhängekupplung weist auf den Anhänger-Rangierassistenten hin, den es für den GLC und die Baureihen darüber gibt. Die Ironie an der Sache: Mercedes warnt vor Schäden an der Antischlingerkupplung durch den Ring und empfiehlt, Anhänger ohne zu benutzen. Schäden an der AKS 3004 von Alko sind zwar nicht aufgetreten, Caravaner, die sichergehen wollen, sparen sich die 406 Euro Aufpreis trotzdem besser.

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Im GLC gibt es einen Rangierassistenten – Knickwinkel und Geradeausfixierung werden auf dem Display vorgegeben.

Mit dem Anhänger-Rangierassistenten kann der gewünschte Knickwinkel bis zirka 60 Grad am Bildschirm oder am Touchpad in der Mittelkonsole vorgewählt werden, das Lenken übernimmt der Wagen selbst. Schade: Die Winkelwahl reagiert teils verzögert, und wie bei anderen Systemen auch wird das Gespann nicht gestoppt, wenn die Parksensoren Hindernisse erkennen. Aber: Prinzipiell funktioniert der Assistent gut, prima ist die Geradeausfixierung, die selbst routinierten Gespannfahrern hilft.

Innenraum

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GLB: Durch die flachere Mittelkonsole und die steilere Frontscheibe wirkt und ist der GLB teils geräumiger als der GLC.

Die feiste Ausstattung lenkt etwas von den Kunststoffen unterhalb der Gürtellinie ab – der GLB ist ein echter Praktiker. Durch die großen Fensterscheiben entsteht nicht nur hervorragende Rundumsicht, sondern auch großzügiges Raumgefühl. Hinten bekommt die verschiebbare Rückbank samt verstellbarer Lehne (428 Euro) wegen kurzer Oberschenkelauflagen und wenig Seitenhalt von Erwachsenen weniger Zuspruch als von Kindern. In den Kofferraum (565 bis 1800 Liter) geht ordentlich was rein – auch, weil er beinahe quaderförmig geschnitten ist.

Bei der Variabilität zieht der GLC mangels verschiebbarer Bank den Kürzeren, hat auch den etwas kleineren Kofferraum. Passagiere sitzen kommod, aber subjektiv enger als im GLB. Der aber kann sein Platzplus nur für Leichtes nutzen: Mit 362 zu 448 Kilo verliert er das Zuladungsduell. Das geringere zulässige Gesamtgewicht ist der offensichtlichste Hinweis darauf, dass der GLB aus der Abteilung "Kompakte" stammt. Vor dem Anhänger macht er eine sehr erwachsene Figur. Der GLC ist noch souveräner.

Mercedes GLB 250 4matic (165 kW/224 PS) im Überblick

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Antrieb, Fahreigenschaften und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Turbo-Benzinmotor 1991 cm3, max. Drehmoment 350 Nm von 1800–4000/min.
Abgasnorm:
Euro 6.
Tankvolumen: 60 L

Fahrleistungen (solo)

  • Beschl. 0–100 km/h 6,9 s
  • Höchstgeschw. 236 km/h

Testverbrauch Liter Super/100 km

  • solo/Gespann 9,2/15,0
  • Norm Stadt/Land/komb. 9,2/6,3/7,6

 Kraftvoller, sehr elastischer Turbo-Benzinmotor. Gut abgestuftes, schnell und passend schaltendes Doppelkupplungsgetriebe. Schnell reagierender Allradantrieb, dadurch sehr gute Traktion.
 Deutlich stärkere Verbrauchssteigerung unter hoher Last als beim Diesel – hoher Gespannverbrauch. Doppelkupplungsgetriebe empfindlicher gegen starke Belastung.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

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Verschieb-und neigungsverstellbare, aber wenig konturierte Rückbank: Der GLB ist das variablere, modernere Konzept.

Kofferraumvolumen: min. 565/max. 1800 L. Optional verschiebbare Rücksitze mit Neigungsverstellung, Lehnenfernentriegelung; 40/20/40 geteilt umklappbar.

 Variables Konzept dank verschieb- und neigungsverstellbarer Rücksitzlehnen (Option). Praktisch geformter Kofferraum. Robuste Materialien. Bequeme Vordersitze. Sehr gutes Raumgefühl auf allen Sitzplätzen.
 Rückbank hart und weniger stark ausgeformt.

Gewichte und Abmessungen

Gewichte: Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 1743/2205 kg;
Zuladung abgezogen Stützlast (100 kg): 362 kg;
Anhängelast (8 %/12 %): 2000/2000 kg.

Maße: Länge/Breite/Höhe: 4634/1834/1658 mm; Radstand: 2829 mm

 Ordentliche Anhängelast, hohe Stützlast.
 Eingeschränkte Zuladung – als Siebensitzer mit Anhänger nicht zu nutzen.

Anhängekupplung und Elektrik

Anhängekupplung

  • Preis: 928 Euro
  • Einbau: werkseitig
  • System: mechanisch schwenkbar
  • Stützlast: 100 kg

Elektrische Versorgung

  • Dauerplus: ✔
  • Plus über Zündung: ✔

Blinkerausfallerkennung

  • Einseitig: ✔
  • Beidseitig: ✔

Preise

  • Grundpreis: 44.470 Euro
  • Testwagenpreis: 73.810 Euro

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Antrieb, Fahreigenschaften und Verbrauch

Motor: Vierzylinder-Biturbodiesel, 1950 cm3, max. Drehmoment 500 Nm von 1600–2400/min.
Abgasnorm: EU 6.
Tankvolumen: 50/66 (Opt.) L.
AdBlue: 27L.

Fahrleistungen (solo)

  • Beschl. 0–100 km/h 6,5 s
  • Höchstgeschw. 231 km/h

Testverbrauch Liter/100 km

  • solo/Gespann 7,9/11,8
  • Norm Stadt/Land/komb. 7,0/5,3/5,9

 Drehmomentstarker, sehr effizienter Diesel mit guter Geräuschdämmung. Belastbares, sehr harmonisch schaltendes Wandler-Automatikgetriebe. Sehr traktionsstarkes, unauffällig agierendes Allradsystem.
 Getriebe ruckt manchmal, wenn es spontan vom zweiten in den ersten Gang schaltet, beim Anfahren aus sehr niedrigen Geschwindigkeiten.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

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Durch das schmalere Dach und den kürzeren Laderaum verliert der GLC Kofferraumvolumen.

Kofferraumvolumen: min. 550/max. 1600 L. Rücksitze mit Lehnenfernentriegelung; 40/20/40 geteilt umklappbar.

 Hoher Sitzkomfort vorne und hinten. Angemessen großer Kofferraum.
 Starre Rückbank, kein umklappbarer Beifahrersitz lieferbar. Dadurch geringere Variabilität.

Gewichte und Abmessungen

Gewichte: Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 1972/2520 kg;
Zuladung abgezogen Stützlast (100 kg): 448 kg;
Anhängelast (12 %): 2500 kg.

Maße: Länge/Breite/Höhe: 4655/1890 mm; Radstand: 2873 mm

 Hohe Anhängelast, Stützlast und Zuladung. Erhöhte zulässige Hinterachslast im Anhängerbetrieb.
 Weniger groß und variabel als der günstigere GLB. Kein erhöhtes zulässiges Gesamtgewicht im Anhängerbetrieb.

Anhängekupplung und Elektrik

Anhängekupplung

  • Preis: 1114 Euro
  • Einbau: werkseitig
  • System: vollelektr. schwenkbar
  • Stützlast: 100 kg

Elektrische Versorgung

  • Dauerplus: ✔
  • Plus über Zündung: ✔

Blinkerausfallerkennung

  • Einseitig: ✔
  • Beidseitig: ✔

Preise

  • Grundpreis: 52.090 Euro
  • Testwagenpreis: 77.175 Euro