Porsche Cayenne E-Hybrid Karl-Heinz Augustin
Porsche Cayenne E-Hybrid
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Porsche Cayenne E-Hybrid 11 Bilder

Porsche Cayenne E-Hybrid im Zugwagen-Test

Porsche Cayenne E-Hybrid im Zugwagen-Test Beeindruckende Fahrstabilität & guter Verbrauch

Grandioses Fahrwerk trifft beim Porsche Cayenne E-Hybrid auf erstaunlich genügsamen Antrieb. Aber: Der Preis dafür ist hoch.

Einen Porsche Diesel wird es wohl nie mehr geben. So ist der E-Hybrid auch im Cayenne das letzte verbliebene Versprechen, fette Leistung für mageren Verbrauch zu bekommen. Doch der Eintritt in die teilelektrische SUV-Welt von Porsche ist teuer: Minimum 94.214 Euro kostet der E-Hybrid, der im Reichweitenradius der geladenen Batterie (zirka 40 Kilometer) ohne Anhänger wirklich nur 2,4 Liter Super und 20,5 kWh Strom verbraucht.

Auf flotten Langstreckentouren mit Doppelpower steigt der Verbrauch deutlich. Auf den knapp 90.000 Kilometern, die der Testwagen als Dauerläufer für die Redaktion auto, motor und sport bereits unterwegs war, flossen durchschnittlich 15,3 Liter pro 100 Kilometer; Logo, wenn 462 PS 2,4 Tonnen mit gern und oft genossener Vehemenz durch die Gegend pressen.

Porsche Cayenne E-Hybrid
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Sportlich-aktive Sitzposition und trotzdem sehr komfortabel auf Langstrecke.

Die CARAVANING-Verbrauchs-Teststrecke mit dem Zweitonnen-Trailer im Schlepp dagegen absolvierte der Brocken mit 14,2 Litern – angesichts von Gespannmasse und Fahrleistungen ein hervorragender Wert. Der Bordcomputer spiegelt das Wirkprinzip des Hybrid-Triebstranges wider: Auf dem Schnellstraßen- und Autobahnteil der Route liegt der Verbrauch rund einen Liter über dem ermittelten Endwert.

Auf der Überlandstrecke mit etlichen Bergabstücken bleibt der V6 häufig aus und der Verbrauch sinkt. Überschüssige Energie laden Benzin- und E-Maschine in den Akku nach, um auch bei null Kilometer rein elektrischer Restreichweite E-Power zuschießen zu können.

Unangenehmes Sirren der E-Maschine

Auch fürs lautlose Rangieren selbst mit Caravan ist immer genug Restsaft da. Ein wenig störend beim E-Hybrid sind allein der unharmonische Übergang zwischen stromgewinnender elektrischer und mechanischer Verzögerung über die Radbremsen. Das von etlichen FahrerInnen und PassagierInnen als unangenehm empfundene Sirren der E-Maschine übertönt das Bose-Audiosystem (1.350 Euro) mit links. Die Wechsel zwischen den Antriebsquellen organisiert der Porsche indes sehr gut, weil fast unmerklich.

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340-V6 plus 136-E-PS: Sehr stark und bei Power-Askese sogar sparsam.

Kaum spürbar ist auch der Anhänger selbst. Fahrwerksseitig mit adaptiver Luftfederung und Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) samt Wankunterdrückung ausgerüstet (Aufpreis der beiden Systeme: 5408 Euro), ist der Cayenne eines der souveränsten Zugfahrzeuge überhaupt. Auch weil man als Fahrer perfekt ins Cockpit eingebettet Platz nimmt.

Das Platzangebot an Bord ist ausreichend, aber nicht üppig, die Zuladungskapazität hingegen ist es. Die teure Zugvorrichtung schwenkt vollelektrisch aus und schickt Strom auf allen Leitungen zum Caravan. Auch nach knapp 90.000 Kilometern wirkt der Cayenne noch grundsolide und frisch. Nur der Fahrersitz wirft erste Falten. Das Laderaumrollo hingegen ist seit dem ersten Tag preisunwürdig klapperig.

Porsche Cayenne E-Hybrid

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Der 2,4 Tonnen schwere Porsche lässt Anhänger im Schlepp glatt vergessen.

Systemleistung: 340 kW (462 PS)
Antrieb: Plug-in-Hybridantrieb, 8-Gang-Wandler-Automatikgetriebe
Grundpreis/Testwagenpreis: 94.214/132.241 Euro
Anhängelast Baureihe: 2.860–3.500 kg

Antrieb, Fahreigenschaften und Verbrauch

Antriebssystem: Plug-in-Hybrid
Verbrennungsmotor: V6-Benziner, 2.995 cm3, max. Drehmoment 450 Nm bei 1.340–5.300 U/min
E-Motor: im Getriebe, 100 kW (136 PS), max. Drehmoment 400 Nm. Systemleistung 340 kW (462 PS) max. Drehmoment 700 Nm
Tankvolumen: 75 L
Akkukapazität: 17,9 kWh (382 Volt)
Ladeanschlüsse: Typ 2 (AC) bis 22 kW
Ladedauer: 230 V ca. 8 h, Schnellladen (DC) 4 h (bis 100 %)

 Power im Überfluss
 Harmonischer Übergang zwischen Benzin- und E-Antrieb
 Bei gleichmäßiger Gespann- und Solofahrt erstaunlich sparsam
 Lautloses Rollen und Rangieren möglich
 Wechsel zwischen elektrischer (Rekuperation) und mechanischer Verzögerung unsensibel – ist aber Gewöhnungssache.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

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Wegen des Akkus bleiben 645 Liter Kofferraumvolumen, 125 Liter weniger als im Cayenne S. Das Laderaumrollo passt nicht unter den Boden.

Kofferraumvolumen: min. 645/max. 1.607 Liter. Rücksitze 40/20/40 geteilt umklappbar.

 Haltstarke und trotzdem sehr bequeme Vordersitze (optional Sportsitze).
 Angenehmer Sitzkomfort für zwei Erwachsene hinten.
 Flacher Laderaum bei umgelegten Sitzen.
 Durchlade.
 Kofferraumrollo passt nicht unter den Kofferraumboden.
 Hybrid-Batterie kostet Kofferraumvolumen.
 Keine Fernentriegelung für Rücksitzlehnen.

Gewichte und Abmessungen

Gewichte

  • Leergewicht gem.: 2.477 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 3.030 kg
  • Zuladung abgezogen Stützlast (100 von max. 140 kg): 453 kg
  • Anhängelast: 3.500 kg
  • Maximalgewicht des Zuges:

Maße

  • Länge: 4.918 mm
  • Breite: 1.983 mm
  • Höhe: 1.969 m
  • Radstand: 2.895 mm

 Sehr hohe Anhänge- und Stützlast.
 Hohe Zuladung.

Anhängekupplung und Elektrik

Porsche Cayenne E-Hybrid
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Der Haken mit integrierter, voll versorgter Dose schwenkt vollelektrisch.

Anhängekupplung

  • Preis: 1.214 Euro
  • Einbau: werksseitig
  • System: elektr. schwenkbar
  • Höhe Kugelkopf: 48 cm
  • Stützlast: 140 kg

Elektrische Versorgung

  • Dauerplus: ✔
  • Plus über Zündung: ✔
  • Blinkerausfallerkennung
  • Einseitig: ✔
  • Beidseitig: ✔

Kühlschrank-Spannung

Porsche Cayenne E-Hybrid
CARAVANING
Kühlschrank-Spannung bei Stadt-/Überlandfahrt.

Sicherheits- und Assistenzsysteme

  • Elektronische Anhängerstabilisierung: ✔
  • Rangierassistent: X
  • Rückfahrkamera/Zoom Kugelkopf: ✔/✔
  • Verkehrszeichenerkennung (Gespann): X
  • Campingplätze/Ladesäulen in Navigation: ✔/✔

Fazit

Ein Sparwunder ist der Cayenne E-Hybrid nicht, doch mit unter 15 Liter Gespannverbrauch ist er effizient unterwegs. Die üppige Power macht natürlich Freude, doch fast noch beeindruckender ist die Fahrstabilität des teuren Porsche-SUV. Alleine das empfehlenswerte Fahrwerks-Upgrade mit Luftfederung und Dynamikpaket kostet über 5.000 Euro.