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Basiswissen: Pkw im Gespann mit Caravan

Was ein Wohnwagen-Zugfahrzeug können muss

Anhängekupplungen gibt es für fast jedes Auto ab Werk oder zum Nachrüsten. Wie viel es ziehen darf, steht im Fahrzeugschein. Aber das ist nicht alles. Was einen Top-Zugwagen ausmacht, haben wir in 12 Punkten kompakt zusammengestellt.

  1. Motor: Hohes Drehmoment (Angabe in Newtonmeter) ist wichtiger als hohe Spitzenleistung (kW und PS). Deshalb sind Turbodiesel bei Zugwagen noch immer ­erste Wahl. Auch weil sie bei Volllast, also hoher Leistungsabforderung, sparsamer ­arbeiten als die ebenfalls bärenstarke neue Turbo-Benziner-Generation.
  2. Getriebe: Automatikgetriebe sind im Zugbetrieb jedem Schaltgetriebe (und den meisten Autofahrern) überlegen. Welche Automatikbauart im Anhängerbetrieb besonders geeignet ist, lesen Sie in unserem Automatik-Vergleich.
  3. Assistenzsysteme: Mit elektronischen Helfern reist es sich komfortabler und sicherer. Fast Pflicht für Caravaner ist der Tempomat. Der hält bei langen Fahrten die Geschwindigkeit stets im sicheren und legalen ­Bereich. ­Besser noch, aber recht teuer, der Abstandsregeltempomat. Neben dem Tempo hält er auch den Abstand zum Vordermann ein. Außerdem leitet er notfalls eine Vollbremsung ein. Neu sind Rangierassistenten, die beim Rückwärtsfahren die Lenkung übernehmen.
  4. ESP mit TSA/TSP: Die meisten mittel- und hochpreisigen Neuwagen, die es ab Werk mit Anhängekupplung gibt, haben ein spezielles ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) namens TSA (Trailer Stability Ass­ist) oder TSP (Trailer Stability Program). Es erkennt, wenn ein Anhänger bei höherer Geschwindigkeit instabil wird und anfängt zu pendeln. Das ESP wirkt dann mit gezielten Bremseingriffen an einzelnen ­Rädern blitzschnell gegen diese Bewegung, bremst notfalls auch deutlich ab. Ein echtes Sicherheitsplus!

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    ESP mit TSA bzw. TSP, Trailer Stability Assist oder Trailer Stability Program, unterstützt die Gespannfahrt.

  5. Räder und Reifen: Je breiter und sportlich-flacher, desto fahrstabiler und sicherer; das gilt bei Zugwagenreifen. Aber: Mit weniger Reifenquerschnitt leidet auch der Fahrkomfort. Zusätzlicher Nachteil von Breitreifen an Fronttrieblern: Mit zunehmender Reifenbreite wächst die Empfindlichkeit auf Spurrinnen, Lenkeinflüsse beim Beschleunigen oder unter Last werden eher spürbar. Bis 20 Millimeter Reifenbreite über dem Serien­format ist meist noch sinnvoll.
  6. Antriebskonzept: Hinterrad- und Allradantrieb sorgen für beste Traktion bei hoher ­Beladung und hoher Motorleistung. Auf die Fahrsicherheit des Gespanns hat die Antriebsart keinen messbaren Einfluss. Gut ausbalancierte Fronttriebler mit wirkungsvoller Antriebsschlupfregelung (ASR) sind ebenfalls als Zugfahrzeug geeignet, haben aber oft etwas geringere Anhängelasten.
  7. Gewicht und Radstand: „Länge läuft“ – das gilt auch beim Zugwagen. Je länger der Abstand zwischen den Achsen, desto höher die Fahrstabilität des Gespanns. Auch ein hohes Eigenwicht des Pkw sorgt für satte Fahrstabilität, ist aber kein Muss mehr.
  8. Zuladung: Je mehr, desto besser. Denn: Sowohl die Anhängekupplung selbst (Eigengewicht zwischen 30 und 50 Kilogramm) als auch die Stützlast des Caravans zehren an den Zuladungsreserven. Manche Autohersteller erlauben im Anhängerbetrieb – zu erkennen am Zusatz „b. AnhB.“ in den Fußnoten des Fahrzeugscheins – höhere Hinterachslasten und teils höhere zulässige Gesamtgewichte.
  9. Überhang hinten: je kürzer, desto besser für die Fahrstabilität. Allerdings leidet dadurch der Fahrkomfort, weil das Deichselwippen etwas stärker auf den Zugwagen wirkt. Bei Fahrzeugen mit Vorderradantrieb hebelt ein kurzer Überhang die Vorderräder weniger stark aus, was wiederum die Traktion verbessert.

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    Wer ab Werk eine Anhängekupplung mitbestellt, kann sich unter anderem über bessere Karosserieversteifungen freuen.

  10. Anhängekupplung: Auf Nummer sicher geht, wer sie ab Werk bestellt, denn manchmal wird nur dann die maximale Anhängelast freigegeben. Der Grund: Im Paket mit dem Haken werden oft größere Kühler, Karosserieversteifungen und dickere Antriebswellen eingebaut. Außerdem haben Werkseinbauten eine Dauerplusleitung, die Strom in den Caravan liefert. Und: Gespann-ESP ist, wenn lieferbar, dann auch eingesteuert.
  11. Anhängelast: Das wichtigste Kriterium beim Einsatz als Zugwagen. Für Familiencaravans sollten es schon 1500 Kilogramm sein. Die Standardwerte gelten für Fahrbahnsteigungen bis zwölf Prozent. ­Einige Autos dürfen mehr ziehen, wenn der Fahrer Steigungen über acht Prozent meidet. Einfluss auf die Anhängelast hat auch das zulässige Gesamtzuggewicht. Es gibt an, was Zugwagen und Caravan zusammen höchstens wiegen dürfen. Ist es begrenzt, kann es sein, dass bei voll beladenem Pkw der Anhänger leichter sein muss als die eigentliche Anhängelast – oder das Auto nicht voll beladen werden darf.
  12. Rückfahrkamera: Eines der besten Hilfsmittel zum Ankuppeln des Caravans und für immer mehr Neufahrzeuge ab Werk erhältlich. Oft sind die Systeme an teure Navis gekoppelt, die das Bild auf ihrem Bildschirm zeigen, und einige wenige Kameras erfassen nicht den Kugelkopf der Anhängekupplung. Dafür haben viele Hersteller sogar ­einen Ankuppelmodus programmiert, bei dem eine auf den Lenkeinschlag reagierende ­Linie den Weg zum Caravan ­vorzeichnet.
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Viele Hersteller haben ein Ankuppelmodus programmiert, der den Einschlagweg vorzeichnet.
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