Volvo XC90 D5 AWD im Zugwagen-Test

Schweden-SUV

Kleiner Motor aber viel Platz - Der XC90 Foto: Daniel Bitsch 7 Bilder

Das Schweden-SUV Volvo XC90 D5 AWD hat einen kleinen Motor, aber viel Platz, Allradantrieb und top Zugwagen-Qualitäten. Mit sieben sehr bequemen Sitzen taugt er für die Großfamilie.

Der Volvo XC90 D5 AWD ist ein Vollformat-SUV, das beim Kofferraumvolumen sogar mit dem VW Multivan mithalten kann. Und das sind nicht die einzigen Parallelen zum Bulli: Denn auch der Volvo taugt mit sieben sehr bequemen Sitzen für die Großfamilie, hat hohe Zuladungsreserven aber einen kleinen Zweiliter-Diesel unter der Haube. Zwei Turbos pressen bis zu 225 PS und 470 Newtonmeter aus dem Motor, dessen Lautäußerungen nicht recht zum Charakter der luxuriösen Wuchtbrumme passen. Gut, dass die 1.400 Watt der Bowers & Wilkins-Lautsprecher Nebengeräusche nach Belieben übertönen.

Ansonsten gibt sich der Antriebsstrang wenig Blöße. Der Wandler bügelt das Turboloch zuverlässig aus, wodurch der Volvo vom Stand weg kräftig startet. Früh und ruckfrei wählt die 8-Gang-Automatik den nächsten Gang. Erst an knackigen Anstiegen oder bei schneller Autobahnfahrt wird sie hektischer. Mit 13,1 Liter Gespannverbrauch ist der XC90 allerdings kein Kostverächter.

Ruhige Gangart passt besser zum luftgefederten (Option) Schweden, der auf Bodenwellen und in Kurven schwingt, aber immer beherrschbar. Auch mit Caravan läuft der XC90 stoisch geradeaus. Eine Taste im Kofferraum entriegelt die 1.040 Euro teure Anhängevorrichtung, die unter dem Stoßfänger hervorschwenkt. Zahlreiche Assistenzsysteme machen das Reisen angenehm und sicher.

Volvo XC90 D5 AWD

Motor: D5 Diesel, 165 kW (225 PS)
Antrieb: permanenter Allradantrieb, 8-Gang-Wandlerautomatik.
Testwagengrund-/-endpreis: 54.530/90.800 Euro
Preisspanne Baureihe: 54.700 bis 79.780 Euro

Motor, Getriebe und Verbrauch
 Für Hubraum kräftiger Motor, meist passend und weich schaltendes, für den Gespannbetrieb gut abgestuftes Automatikgetriebe. Niedriger Soloverbrauch erreichbar.
 Unter Last kerniger Motorklang. Bei schneller Fahrt teils hektische Schaltvorgänge. Starker Verbrauchsanstieg bei hoher Leistungsanforderung.

Fahrverhalten und -komfort
 Stabiler Geradeauslauf und hohe Resistenz gegen Pendelbewegungen des Caravans. Unter Stützlast eher noch besser ansprechende Luftfederung, dadurch hoher Fahrkomfort mit Anhänger. Beste Traktion durch schnell reagierenden Allradantrieb und Offroad-Fahrprogramm.
 Durch 21-Zoll-Räder (Option) ruppiges Ansprechen und Poltern auf Fugen.

Kofferraum und Sitze
 Riesiger Laderaum, auch als Siebensitzer noch ordentliches Ladevolumen. Sehr bequeme Vordersitze, komfortable und einzeln verstellbare Rücksitze. Mittlerer Sitz mit integriertem Kindersitz (Option).
 Zustieg zur dritten Sitzreihe etwas erschwert.

Anhängevorrichtung und -Elektrik
 Sehr gut erreichbare Steckdose mit Dauerplusschaltung. Unlackierter Kugelkopf schont die Reibbeläge von Schlingerdämpfern.
 Sehr hohe Kupplungskugel auch bei Normalniveau der Luftfederung (Stützräder müssen voll durchgesteckt werden). Verzögerte Reaktion auf Entriegelung möglich. Bildschirm warnt aber vor ungesicherter AHK.

Gewichte und Zuladung
 Hohe Zuladung und Stützlast. Ordentliche, aber nicht SUV-typisch hohe Anhängelast.
 Mit 2.700 kg weniger Anhängelast als mancher SUV-Konkurrent.

Elektronik und Assistenzsysteme
 Viele Assistenzsysteme. Gespannstabilisierung serienmäßig, Abstandstempomat mit Staunachführung, hoch auflösende Rückfahrkamera mit Ankuppellinie und Vogelperspektive. Heckaufprall-Prävention. Vom Kofferraum aus verstellbare Luftfederung (beladen/ankuppeln).
 Komplizierte und viele Untermenüs erschweren die Bedienung von Heizung/Medien/Navigation/Assistenzsystemen über den großen Bildschirm. Tanzender LED-Lichtkegel bei Fernlichtautomatik.

Fazit

Sicher, geräumig, variabel, schick und vernünftig motorisiert – der XC90 stemmt sich erfolgreich gegen das stigmatisierende SUV-Label. Er ist ein guter Zugwagen, dem es gemessen am Preis und der Konkurrenz nur etwas an Antriebs-, Bedienungs- und Federungskomfort fehlt.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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