Zugwagentest VW Passat Variant 2.0 TDI Andreas Becker
Zugwagentest VW Passat Variant 2.0 TDI
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Zugwagentest VW Passat Variant 2.0 TDI 10 Bilder

VW Passat Variant 2.0 TDI im Zugwagentest

Alltrack-Variante überzeugt trotz hohem Preis

Mit Allrad und 2,2 Tonnen Anhängelast macht der Passat Alltrack Variant 2.0 TDI sogar SUVs Konkurrenz. Wie er sich als Wohnwagen-Zugwagen schlägt, haben wir getestet.

Wer ein Auto mit hoher Anhängelast, Allradantrieb und einem Mindestmaß an Geländegängigkeit sucht, ohne sich die Nachteile eines beleibten SUV einzuhandeln, wird beim neuen Passat Alltrack fündig. Zum Fahrzeugkonzept des Offroad-Kombis passen perfekt die beiden Turbodiesel, die es auf 190 und, wie im Testwagen, wuchtige 240 PS bringen. Immer an Bord ist das agile, bestens gespreizte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Damit dürfen alle Alltrack 2,2 Tonnen an den schwenkbaren Haken (925 Euro) nehmen. Ausgestattet mit Extras im Gegenwert eines VW Polo, bedarf es für die Bedienung des Testwagens etwas Gewöhnung. Allein für den volldigitalen Tacho gibt es zig verschiedene Ansichten und unzählige Möglichkeiten, die gewünschten Informationen übersichtlich einzublenden.

Auf Reisen überzeugt der von zwei Turboladern beatmete Vierzylinder mit enormer Kraft und unbedingter Traktion. Bereits ab 1750 U/min liegt das maximale Drehmoment von feisten 500 Newtonmetern an. Beim Solo-Spurt von null auf hundert vergehen gerade einmal 6,3 Sekunden, der Vortrieb endet bei 239 km/h. Im Gespannbetrieb gefällt aber vor allem, wie souverän Überholmanövergelingen. Aber: Auf unserer Verbrauchsrunde schossen 13,5 Liter Diesel in die Brennräume – ein gerade noch akzeptabler Wert angesichts der Leistung. Bei zügiger Solo-Fahrt sind es 8,6 Liter Diesel.

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Vieles, wie Digitaltacho oder Head-up-Display, gibt es nur gegen Aufpreis. Das zentrale Display ist ein Magnet für Fingerabdrücke.

Ein besonderes Lob gebührt dem adaptiven Fahrwerk (DCC), das es in Kombination mit dem großen Diesel serienmäßig gibt. Im Komfortmodus filtert es Bodenwellen gekonnt heraus und reduziert die Wippeinflüsse des Caravans merklich. Dass Abstandsregeltempomat (ACC) und Spurhalter auch im Gespann funktionieren, ist dem Reisekomfort ebenfalls zuträglich. In der aktuellen Ausführung bremst ACC sogar vor Kurven oder Kreisverkehren und passt die Geschwindigkeit an die erkannten Tempolimits an.

Caravaner sollten vor Fahrtantritt die im Menü hinterlegte Anhänger-Erkennung aktivieren und ein Geschwindigkeitslimit festlegen, da sonst auch erkannte Geschwindigkeiten von über 100 km/h prompt umgesetzt werden. Im Paket recht teuer, aber insgesamt gelungen ist die erweiterte Fahrerassistenz samt Matrix-LED-Licht für 2750 Euro. Letzteres erlaubt dauerhaftes Fernlicht auch bei Gegenverkehr und ermöglicht damit eine deutlich bessere Sicht. Ein Schmankerl speziell für Caravaner ist der Trailer-Assist für 375 Euro. Mit seiner Hilfe lässt sich der Caravan durch Richtungsvorgaben über die Spiegelverstellung rückwärts manövrieren, während der Assistent die Lenkarbeit übernimmt. Selbst Routiniers nutzen ihn gerne, um kerzengerade zurückzustoßen.

Der VW Passat Variant 2.0 TDI im Überblick

Modell: VW Passat Variant 2.0 TDI, Alltrack 4Motion, 176 kW (240 PS)
Antrieb: Vierzylinder-Bi-Turbodiesel, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Grund-/Testwagenpreis:
50.795/72.655 Euro
Anhängelast Baureihe: 1500 bis 2200 kg

Antrieb und Verbrauch

  • Motor: Vierzylinder-Bi-Turbodiesel, 1968 cm3, max. Drehmoment 500 Nm von 1750–2500/min.
  • Abgasnorm: EU 6
  • Tankvolumen: 66 L
  • AdBlue: 16 L

Fahrleistungen

  • Beschl. 0–100 km/h: 6,3 s
  • Höchstgeschw.: 239 km/h

Testverbrauch Liter Diesel/100 km

  • solo/Gespann: 8,6/13,5
  • Norm Stadt/Land/komb.: 6,9/5,4/5,9

 Der 2.0 TDi-Motor des Alltrack überzeugt mit viel Leistung und Drehmoment. Verwaltet wird die Kraft vom blitzschnellen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
 Das adaptive DCC-Fahrwerk ist ein absolutes Sahnestück.
 Der Vortrieb setzt beim Anfahren teils leicht verzögert ein und erschwert damit die Dosierung.
 Die Geschwindigkeitsregulierung des ACC nervt teilweise mit Geschwindigkeitsanpassungen an Ausfahrten.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

Kofferraumvolumen: min. 639/max. 1769 Liter; Verschiebbare Rücksitze mit Fernentriegelung; einzeln umklappbar.

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Laderaum satt: Die Rücksitze lassen sich einzeln fernentriegelt umlegen.

 Das theoretische Kofferraumvolumen spricht bereits für sich. Dank dreigeteilter Sitzbank mit Fernentriegelung lässt sich der Platz aber auch in der Praxis sinnvoll einteilen und nutzen.
 Die Kofferraumabdeckung schließt nur manuell.

Gewichte und Abmessungen

  • Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 1809/2370 kg
  • Zuladung abgezogen Stützlast (90 kg): 481 kg
  • Anhängelast: 2200 kg
  • Maximalgewicht des Zuges: 4580 kg

Maße

  • Länge: 4888 mm
  • Breite: 1853 mm
  • Höhe: 1527 mm
  • Radstand: 2788 mm

 Seine kurze Motorhaube macht den Passat übersichtlicher, als er von außen wirkt. Durch eine Anmerkung im Fahrzeugschein erhöhen sich im Anhängerbetrieb die Achslasten und das Maximalgewicht des Zuges.

Anhängekupplung und Elektrik

Anhängekupplung

  • Preis: 925 Euro
  • Einbau: werksseitig
  • System: schwenkbar
  • Höhe Kugelkopf: 51 cm
  • Stützlast: 90 kg
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Die AHK-Steckdose sitzt gut erreichbar im schwenkbaren Haken selbst.

Elektrische Versorgung

  • Dauerplus:
  • Plus über Zündung:

Blinkerausfallerkennung

  • Einseitig:
  • Beidseitig:

Sicherheits- und Assistenzsysteme

  • Elektronische Anhängerstabilisierung:
  • Rangierassistent:
    • Option:
  • Rückfahrkamera:
    • Option:
  • Zoom Kugelkopf:
  • Verkehrszeichenerkennung (Gespann):
  • Campingplätze in Navigation (online):

Fazit

Die Alltrack-Variante der modernisierten Passat-Baureihe glänzt mit Power, einem super Fahrwerk und jeder Menge Assistenzsystemen. Dafür ist bereits der Grundpreis mit über 50.000 Euro enorm. Wer es bodenständiger mag, findet in der 150-PS-Variante des 2.0 TDI eine gute Alternative. Sie bringt es selbst mit Frontantrieb auf zwei Tonnen Anhängelast.