Zugwagen-Test Range Rover Velar

Starker SUV mit kleinen Mankos

Range Rover Velar Foto: Dieter S. Heinz 8 Bilder

Der Range Rover Velar ist ein echter Hingucker mit viel Fahrkomfort und einer umfangreichen Zusatzausstattung. Für 111.320 Euro ein Modell der höheren Preisklasse. Die elektrisch schwenkbare Anhängekupplung ist nicht die Regel.

Wenn die Türgriffe elektrisch in ihren Mulden verschwinden, wirkt der Range Rover Velar vollends wie aus einem Guss, verglichen mit seinem großen Bruder aber immer noch zierlich. Mit ihm gemein hat er die für Land Rover typischen Talente als Zugwagen: die elektrisch schwenkbare Anhängekupplung, den Beleuchtungstest per Knopfdruck und den Tow-Assist, der bei Rückwärtsfahrten die Fahrtrichtung des Anhängers im Display anzeigt. Und natürlich die starke Maschine. Allerdings darf der Velar nur 2,5 statt 3,5 Tonnen schleppen.

Von zwei Turboladern beatmet, harmoniert der Dreiliter-Diesel hervorragend mit der 8-Stufen-Automatik. 300 PS und 700 Nm lassen selbst Tandemachser leicht wirken. Auf der Testrunde genehmigte sich der Brite 13 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Gemessen an Gewicht und Leistung ein ausgezeichneter Wert.

Für hohen Reisekomfort und enorme Fahrstabilität sind im Velar das verstellbare Luftfahrwerk und die vielfach einstellbaren Massagesitze (388 Euro) zuständig. Für Unmut sorgt allerdings die Steuerung über die zwei tiefliegenden Touchscreens und die mehrfach belegten Lenkradtasten. Durch wechselnde Funktionen ist das Ablenkungspotenzial hoch. 2,6 Tonnen zulässige Gesamtmasse schmälern die Caravanauswahl für Fahrer mit B-Führerschein. Ebenfalls gewichtig – der Preis, besonders beim Spitzenmodell.

Range Rover Velar im Test
Was bietet der Crossover-Neuling?

Technische Daten und Testwertung

  • Modell: D300 HSE, 221 kW (300 PS)
  • Antrieb: permanenter Allradantrieb, 8-Gang-Automatikgetriebe
  • Testwagengrund-/-endpreis: 90 150/111 320 Euro
  • Anhängelast Baureihe: 2400 kg bis 2500 kg

Antrieb und Verbrauch

Motor: V-Sechszylinder-Biturbo-Diesel, 2993 cm3, max. Drehmoment 700 Nm ab 1500/min, Abgasnorm: EU 6d temp. Tankvolumen: 66 L, AdBlue: 17 L

Fahrleistungen

  • Beschleunigung 0–100 km/h 6,5 s
  • Höchstgeschwindigkeit 241 km/h

Testverbrauch Liter/100 km

  • solo/Gespann 11,5/13,0
  • Norm Stadt/Land/komb. 7,4/5,8/6,6

 Mit 700 Newtonmetern Drehmoment ab 1500 Umdrehungen liefert der Biturbo jederzeit genügend Kraftreserven. Der Verbrauch ist im Verhältnis zur Leistung in Ordnung.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

Kofferraumvolumen: min. 673/max. 1731 Liter. Optional verschiebbare Rücksitze mit Fernentriegelung und Neigungsverstellung; dreiteilig umklappbar.

 Schienen und verschiebbare Ösen helfen bei der Ladungssicherung. Beheizt, belüftet, vielfach elektrisch verstellbar, sind die Sitze auch für längere Fahrten perfekt geeignet.

Gewichte und Abmessungen

Gewichte: Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 2175/2610 kg; Zuladung abgezogen Stützlast (100 von 175 kg): 335 kg. Anhängelast: 2500 kg. Maximalgewicht des Zuges: 5110 kg.

Maße: Länge/Breite/Höhe: 4803/1930/1685 mm, Radstand: 2874 mm

 Über zwei Tonnen Eigengewicht sind gut für einen Zugwagen. So lässt sich der Range auch von größeren Caravans nicht aus der Ruhe bringen.

 Durch seine zulässige Gesamtmasse von 2,6 Tonnen erfordert der Velar einen alten oder BE-Führerschein. Sonst dürfen nur Caravans bis maximal 900 Kilogramm zulässige Gesamtmasse an den Haken.

 Mit nur 335 Kilogramm fällt die Zuladung im Gespannbetrieb verhältnismäßig gering aus.

Anhängekupplung und Elektrik

Anhängekupplung
Preis: 1248 Euro
Einbau: werksseitig
System: elektrisch ein- und ausfahrbar
Höhe Kugelkopf: 42 cm
Stützlast: 175 kg

Elektrische Versorgung
Dauerplus, Plus über Zündung

Blinkerausfallerkennung
Einseitig, Beidseitig

Sicherheits- und Assistenzsysteme

Elektronische Anhängerstabilisierung, Rangierassistent, Rückfahrkamera mit Option

Fazit

Bei Federung und Antrieb ist der Velar über alle Zweifel erhaben. Mit der zu hoch platzierten Heckkameraleistet er sich allerdings einen Patzer. Auch die Anhängelast dürfte höher sein. Viel Aufmerksamkeit erfordert die Bedienung – und lenkt dadurch häufig vom Verkehr ab.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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