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Audi Q3 im Zugwagen-Test

Kleiner SUV mit großer Kraft

Audi Q3 mit Caravan Foto: Daniel Bitsch 8 Bilder

Der Audi Q3 bekam ein Update mit einigen Verbesserungen. Audis kleinster SUV hat eine enorme Anhängelast und kommt im Zugwagen-Test spielend mit ihr klar. Erhältlich ist er ab 29.600 Euro.

03.11.2015 Ingo Wagner

Das Update beim Audi Q3 bringt neben optischen Retuschen einige technische Verbesserungen mit: Der Bremsassistent agiert nun auch bei Folge-Kollisionen, Bi-Xenon-Licht ist Serie, und die Kraft wird feinfühliger auf die vier angetriebenen Räder verteilt. Der Quattro-Antrieb kostet in Verbindung mit dem stärksten Diesel, dessen Leistung von 177 auf 184 PS steigt, 1950 Euro. Der Zweiliter-TDI mit zwei Ausgleichswellen läuft weich und leise, hängt spritzig am Gas.

Auch mit Wohnwagen am Haken, der bis zu zwei Tonnen schwer sein darf. Darum gilt für den Q3 dasselbe wie für den Yeti von Skoda: Wer ein kompaktes Auto mit hoher Anhängelast sucht, sollte über den Q3 nachdenken. Und über das Doppelkupplungsgetriebe für ebenfalls 1950 Euro Aufpreis, das spontan auf alle Anforderungen reagiert und früh in die hohen Gänge wechselt. Solo verbrauchte der Q3 TDI 7,5 Liter, im Gespannbetrieb mit ausgereizter Anhängelast 11,0 Liter – ein guter Wert.

Selbst mit Anhänger federt der Q3 angenehm, hat zudem sehr tolle Sitze. Nur der kurze Hecküberhang fordert seinen Tribut: Der Audi wippt auf Bodenwellen spürbar, legt im Gegenzug aber eine enorme Fahrsicherheit an den Tag.

Die schwenkbare Anhängevorrichtung kostet 870 Euro, beinhaltet neben einer Ladeleitung aber auch einen größeren Motorkühler. Der Seilzug für den Haken liegt hinter einer Klappe im Kofferraum. Beim sportlichen S-Line muss vor dem Ausschwenken noch die Stoßfängerabdeckung abgebaut werden – das ist ebenso umständlich wie der Umstand, dass mindestens 3,8 Liter AdBlue nachgefüllt werden müssen, um die Anzeige zu löschen.

Der Audi Q3 im Überblick

Motor: 2.0 TDI, 135 kW (184 PS)
Antrieb: Permanenter Vierradantrieb,
7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
Testwagengrund/-endpreis: 39.850/62 .044 Euro
Preisspanne Baureihe: 29.600 bis 41.100 Euro

Testwertung des Audi Q3 2.0 TDI Quattro

Motor, Getriebe und Verbrauch

(+) Sehr kultivierter, leiser und drehfreudiger Vierzylinder-Diesel.
Hohes Drehmoment. Schnell und situationsgerecht schaltendes
Doppelkupplungsgetriebe. Günstiger Verbrauch.
(-) Doppelkupplungsgetriebe etwas ruppig beim Anfahren/Rangieren.

Fahrverhalten und -komfort

(+) Sehr stabiler Geradeauslauf, hohe Pendelstabilität, hervorragende Traktion. Passabler Federungskomfort im Normal- und Komfortmodus
des elektronisch geregelten Fahrwerks (Extra, 980 Euro).
(-) Deutliche Nickbewegungen des Hecks durch kurzen Überhang schränken den Fahrkomfort ein.

Kofferraum und Sitze

(+) Gute Sitze vorn, gute Kopffreiheit sogar hinten. Insgesamt gutes Raumgefühl auf allen Plätzen. Kofferraum nicht sehr groß, aber zu ebener Ladefläche erweiterbar.
(-) Recht schmale Ladeluke und hohe Ladekante.

Anhängevorrichtung und -Elektrik

(+) Voll mit Dauerplus und Ladeleitung verkabelte Anhängersteckdose, perfekt im Kugelhals integriert. Mechanisch gut funktionierendes Schwenksystem.
(-) Pulverbeschichtung auf Stahlhaken muss vor erster Benutzung
mit Anti-Schlinger-Kupplung abgeschmirgelt werden.

Gewichte und Zuladung

(+) Hohe Anhängelast (2000 kg) und Stützlast (80 kg). Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts im Zugbetrieb um 60 kg. Keine Einschränkung der Anhängelast durch begrenztes Gesamtzuggewicht.
(-) Keine Tempo-100-Zulassung bei maximaler Anhängelast.

Elektronik und Assistenzsysteme

(+) Anhänger-ESP (Trailer Stability Assist) und größerer Motorkühler bei werkseitig verbauter Anhängevorrichtung Serie. Kräftiger Anfahrassistent mit Bremseneingriff.
(-) Kein Tempomat mit Abstandsregelung und kein Rangierassisent verfügbar. Totwinkelassistent im Anhängerbetrieb inaktiv. Spurhalteassistent greift spürbar in die Lenkung ein, was im Gespannbetrieb Unruhe bringt.

Fazit

Auch der kompakte Q3 ist rundum ein typischer Audi: Exzellent verarbeitet, kräftig, fahrsicher, zugstark dank Allradantrieb – und enorm teuer. Schon die Basis kostet 40 000, der Testwagen sogar 62 000 Euro. Viel Geld für ein SUV mit dem Platzangebot eines VW Golf.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
CARAVANING 09/2015
Heft 09 / 2015 18. August 2015 Heftinhalt anzeigen
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