Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive im Zugwagentest

Durstiger Allrad-SUV zum fairen Preis

Zugwagentest Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive Foto: Andreas Becker 7 Bilder

Der Spanier zeigt: SUVs können vernünftig sein – wenn sie keinen durstigen Benzinmotor haben. Doch wie macht sich der Benziner als Zugfahrzeug? CARAVNING hat den Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive auf die Probe gestellt und die Vor- und Nachteile zusammengefasst.

Machen wir es kurz: Wer sich für den 2.0 TSI mit 190 PS statt für den stolze 1770 Euro teureren 2.0 TDI mit 150 PS entscheidet, blutet an der Zapfsäule: Weder solo noch im Gespann ist das Triebwerk so sparsam, dass man es guten Gewissens als Alternative zum Diesel in Betracht ziehen könnte. Ob schon der Vierzylinder bei niedrigen Drehzahlen die Muskeln spannt und das im Vergleich zu Wandlerautomaten etwas ruppigere, nass laufende DSG, das auch der Allrad-TDI serienmäßig hat, eilfertig, früh und klug die Gänge nachschiebt, kommt man im Alltag kaum unter neun, mit zwei Tonnen am Haken nicht unter 17 Liter davon. Das ist auch insofern bedauerlich, als der Seat Tarraco, Bruder des VW Tiguan Allspace und made in Wolfsburg, ein gutes Beispiel dafür ist, wie vernünftig ein SUV sein kann:

Zugwagentest Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive Foto: Andreas Becker
Übersichtliches Cockpit mit digitalen Instrumenten und sehr guter Rückfahrkamera.

Auf der Rückbank reisen Kinder First Class, Erwachsene Business, und das Urlaubsgepäck kommt auch locker unter. Die limousinenhafte Geräumigkeit kombiniert der Seat Tarraco mit einem schnell zuschaltenden Allradsystem, einem Fahrwerk, das den Caravan sicher führt, ohne den Fahrkomfort zu vernachlässigen, und einer ausschwenkbaren Anhängervorrichtung mit vorbildlich verkabelter Steckdose. Die Ausstattung des nur als Topmodell Xcellence erhältlichen 190-PS-TSI ist lückenlos, was den Preis attraktiv macht. Lack, AHK und Infotainment machen den Testwagen teurer.

Der Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive im Überblick

Modell: Xcellence 2.0 TSI, 140 kW (190 PS)
Antrieb: Elektronisch geregelter Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Grund-/Testwagenpreis: 40.610/45.575 Euro
Anhängelast Baureihe: 1800 bis 2300 kg

Antrieb und Verbrauch

  • Motor: Vierzylinder-Turbo-Benzinmotor, 1984 cm3, max. Drehmoment 320 Nm von 1450–4200/min.
  • Abgasnorm: Euro 6d-Temp.
  • Tankvolumen: 60 L

Fahrleistungen

  • Beschl. 0–100 km/h: 8,0 s
  • Höchstgeschw.: 211 km/h

Testverbrauch Liter/100 km

  • solo/Gespann: 9,1/17,9
  • Norm Stadt/Land/komb.: 9,0/6,3/7,3

 Langer Radstand und kurze Überhänge sorgen für Top-Fahrstabilität.
 Kraft hat er, der TSI-Motor. Und auch das maximale Drehmoment liegt über einen sehr weiten Bereich an.
 Das serienmäßige 7-Gang-DSG im Ölbad schaltet schnell und stets zum passenden Zeitpunkt.
 Der Zweiliter-Turbo ist beim Ziehen und auf schnellen Autobahnetappen ein Trinker, weil er dann auch in hohe Drehzahlen wechselt.
 Das DSG kann in Sachen Anfahrkomfort nicht ganz mit einem modernen Wandler-Automatikgetriebe mithalten.
 Kein Rangierassistent erhältlich.

Kofferraum, Variabilität und Sitze

Kofferraumvolumen: min. 760/max. 1920 Liter; Verschiebbare Rücksitze mit Lehnenfernentriegelung; 1/3 zu 2/3 geteilt umklappbar.

Zugwagentest Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive Foto: Andreas Becker
Die Sitzlehnen fallen fernentriegelt um. Option: eine dritte Sitzreihe.

 Bequeme Sitze und gutes Platzangebot vorn.
 Hinten sehr gute Platzverhältnisse selbst für große Personen.
 Fahren Kinder mit, kann die Rückbank nach vorne geschoben werden, was den Kofferraum nochmals vergrößert. Rücksitzlehnen klappern fernentriegelt nach vorn.

Gewichte und Abmessungen

  • Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 1779/2380 kg
  • Zuladung abgezogen Stützlast (100 kg): 501 kg
  • Anhängelast (12 %): 2250 kg
  • Maximalgewicht des Zuges:

Maße

  • Länge: 4735 mm
  • Breite: 1839 mm
  • Höhe: 1658 mm
  • Radstand: 2790 mm

 Verstärktes Kühlsystem bei werksseitig verbauter Anhängevorrichtung.
 Dauer- und Zündungsplus vorhanden, perfekt erreichbare Steckdose.
 Hohe Zuladung für Fünfsitzer, angemessene Anhänge- und Stützlast.

Anhängekupplung und Elektrik

Anhängekupplung

  • Preis: 850 Euro
  • Einbau: werksseitig
  • System: steckbar
  • Höhe Kugelkopf: 49 cm
  • Stützlast: 100 kg
Zugwagentest Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive Foto: Andreas Becker
Zu knapp: Die AKS kann in engen Kurven die Stoßstange berühren.

Elektrische Versorgung

  • Dauerplus:
  • Plus über Zündung:

Blinkerausfallerkennung

  • Einseitig:
  • Beidseitig:

Sicherheits- und Assistenzsysteme

  • Elektronische Anhängerstabilisierung:
  • Rangierassistent: X
    • Option: X
  • Rückfahrkamera:
    • Option: X
  • Zoom Kugelkopf:
  • Verkehrszeichenerkennung (Gespann): X
  • Campingplätze in Navigation (online):

Fazit

Sparfüchsen treibt der 2.0-TSI-Motor Tränen in die Augen: Mit Caravan genehmigt er sich fast 18 Liter. Davon abgesehen gibt der Tarraco mit Allrad, ausgewogenem, narrensicherem Fahrwerk und feudalem Raumangebot ein sehr, sehr gutes Zugfahrzeug zum fairen Preis.

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